Samstag, 16. April 2022

Gebet vor dem Grab des Herrn am Karsamstag

 

Gebet vor dem Grab des Herrn

(Morgengebet am Karsamstag nach der byzantinischen Tradition)

Am heutigen Karsamstag gedenken wir der Grabesruhe unseres Herrn Jesus Christus und seines Hinabsteigens in das Totenreich. Während wir uns aber mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass Menschen Gott aus der Welt schaffen wollen, nimmt er dem Tod seine Macht und verwandelt er unsere menschliche Vergänglichkeit in neues Leben. An seinem Grab knien wir nieder und rufen:

V: Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

A: Er starb den Tod, den alle Menschen sterben.

V: Im Tod hat er den Tod vernichtet, das Leben neu geschaffen.

A: Er starb unseren Tod und schenkt uns sein Leben.

V: Lasst uns ihn besingen als Schöpfer und Herrn.

A: Jesus ruht im Grabe. Kommt wir beten ihn an!

V: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser. A: wiederholen 2x

 Lesung aus dem Buch Ezechiel: Die Hand des HERRN legte sich auf mich und er brachte mich im Geist des HERRN hinaus und versetzte mich mitten in die Ebene. Sie war voll von Gebeinen. Er führte mich ringsum an ihnen vorüber und siehe, es waren sehr viele über die Ebene hin; und siehe, sie waren ganz ausgetrocknet. Er fragte mich: Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich antwortete: GOTT und Herr, du weißt es. Da sagte er zu mir: Sprich als Prophet über diese Gebeine und sag zu ihnen: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des HERRN! So spricht GOTT, der Herr, zu diesen Gebeinen: Siehe, ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Ich gebe euch Sehnen, umgebe euch mit Fleisch und überziehe euch mit Haut; ich gebe Geist in euch, sodass ihr lebendig werdet. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war; und noch während ich prophetisch redete, war da ein Geräusch: Und siehe, ein Beben: Die Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein. Und als ich hinsah, siehe, da waren Sehnen auf ihnen, Fleisch umgab sie und Haut überzog sie von oben. Aber es war kein Geist in ihnen. Da sagte er zu mir: Rede als Prophet zum Geist, rede prophetisch, Menschensohn, sag zum Geist: So spricht GOTT, der Herr: Geist, komm herbei von den vier Winden! Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden! Da sprach ich als Prophet, wie er mir befohlen hatte, und es kam der Geist in sie. Sie wurden lebendig und sie stellten sich auf ihre Füße - ein großes, gewaltiges Heer. Er sagte zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind abgeschnitten. Deshalb tritt als Prophet auf und sag zu ihnen: So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zum Ackerboden Israels. Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.  Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. Ich habe gesprochen und ich führe es aus - Spruch des HERRN.

Antwort: Als du hinab stiegst ins Totenreich, du unsterbliches Leben, da hast du den Tod getötet durch die Macht deiner Gottheit. Als du aber auch die Verstorbenen aus der Unterwelt auferweckt hast, da riefen alle himmlischen Mächte dir zu: Lebensspender, Christus, unser Gott, Ehre sei dir!

Totenklage um Jesus V: Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet und durch den Tod den Tod getötet hat.

Erster Teil:

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben.
Des Todes Reich vernichtest du, die Toten richtest du auf.

Wir preisen dich, Jesus, o König. Wir verehren dein Grab,
deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast.

Einst hast du der Erde ihre Weite gegeben, heute wohnst du in der Enge des Grabes,
Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Grüften die Toten.

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben. Durch deinen Tod
hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.

Mit den Verbrechern wurdest du, Christus, für einen Verbrecher gehalten,
du, der uns alle von der alten Bosheit des Feindes zur Gerechtigkeit trug.

Der du freiwillig starbst und dich in die Erde legen ließest, mein Jesus,
Lebensspender, neu erwarbst du mir das Leben, mir, der an bitterer Sünde starb.

Als Sterblicher stirbst du freiwillig, o Heiland, als Gott hast du die Toten
erweckt aus den Grüften, aus dem Abgrund der Sünden.

Christus, das Leben, hat den Tod gekostet und die Sterblichen vom Tod
befreit und schenkt jetzt allen das Leben.

Wir besingen in Hymnen, Jesus, dich den Gott aller, mit dem Vater und
dem Geist und preisen dein heiliges Grab.

Wir preisen glückselig dich, heilige Gottesmutter;  und das Grab,
aus dem dein Sohn, unser Gott, am dritten Tage erstanden, verehren wir gläubig.

 Zweiter Teil

Würdig ist es, dich den Spender des Lebens zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.

Würdig ist es, dich, den Schöpfer aller, zu preisen.
Denn durch dein Leiden sind wir von Leidenschaften befreit, erlöst vom Verderben.

Im Grabe vernichtest du das Reich des Todes, Christus.
Im Tode tötest du den Tod, befreist vom Verderben die Menschen.

Es weint um dich, Jesus, deine Mutter Ströme von Tränen. Da dein Leib ins Grab gelegt wurde, rief sie dir zu: Wie du verheißen, mein Sohn, stehe auf!

Ein großes Geheimnis schauen wir jetzt. Er, der das Leben ist
nahm willig den Tod auf sich und erweckte zum Leben die Menschen, die aus Erde gebildet.

Mit Hymnen, Christus, verherrlichen wir alle jetzt dein Kreuz und dein Grab,
denn dadurch sind wir vom Tode befreit.

Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.

Dritter Teil:

Alle Geschlechter bringen ein Lied deinem Grabe, mein Christus!
Vom Kreuz nimmt Joseph von Arimathäa dich herab und bestattet dich in einem neuen Grab.

Auf, alle Schöpfung, lasst Totenhymnen uns bringen dem Schöpfer!
Lebensspender, Erretter, Preis sei deiner Macht.

Denn du hast den Tod vernichtet.

 

Es stimmte an eine Klage ob deines Todes, o Wort, deine allreine Mutter.
O Licht meiner Augen, mein süßestes Kind, wie wirst du von einem Grabe bedeckt?

Weine nicht, Mutter! Adam und Eva, den Menschen, zu befreien,
dulde ich dies.

Ich preise, mein Sohn, dein großes Erbarmen,
mit dem du das alles geschehen lässt!

Erstehe, Spender des Lebens, so spricht unter Strömen von Tränen,
die Mutter, die dich geboren.

Erstehe eilends, nimm von ihr die Trauer und schenke denen,
die in Ehrfurcht deine Leiden verehren, die Vergebung ihr er Fehler.

Frieden schenk der Kirche und Heil deinem Volke durch deine Auferstehung.

O Dreiheit, Vater, Sohn und heiliger Geist, erbarm dich der Welt!

Alle Geschlechter bringen ein Lied, deinem Grabe, mein Christus!

 Segen Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, um uns aus dem Tod zu retten und neues, unsterbliches Leben zu schenken. Durch dein unvorstellbares Hinabsteigen mit uns in den Tod, Christus unser Gott, erbarme dich unser und rette uns!

14. Station - Jesus wird ins Grab gelegt, St.Bavo Kathedrale, Haarlem

Donnerstag, 14. April 2022

Tut dies zu meinem Gedächtnis

 

Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums, St. Bavo-Kathedrale, Haarlem

 

Es war vor dem Paschafest. Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies Er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung (Joh 13, 1)

Es wurde Nacht in der Welt, weil die alten Riten, ehrwürdige Zeichen der unendlichen Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen vor ihrer Erfüllung standen und in die wahre Morgendämmerung einmündeten: in das neue Pascha. Die Eucharistie wurde in der Nacht eingesetzt, sie bereitete den Morgen der Auferstehung vor. Jesus hat in der Eucharistie bei uns bleiben wollen aus Liebe ... zu dir.

Er blieb im Sakrament zugegen, obwohl Er wußte, wie die Menschen Ihn empfangen würden ... auch wie du Ihn empfängst.

Er blieb, um dir Speise zu sein, um mit dir zu sprechen, wenn du Ihn aufsuchst, und damit durch die Nähe zu Ihm im Gebet vor dem Tabernakel und bei der Kommunion deine Liebe zu Ihm immer größer wird und du vielen Menschen hilfst, Ihn zu finden.

Gutes Kind: Hier auf Erden küssen Liebende, was vom Geliebten kommt: Blumen, einen Brief, ein Andenken ...

Und du ... kannst du jemals vergessen, daß du Ihn – Jesus! – ganz und immerfort bei dir hast ... daß Er sich dir als Speise schenkt?

Laß mich, Herr, nie wieder in den Niederungen des rein Irdischen verharren. Gewähre mir, daß die göttliche Sonne – der eucharistische Christus – immerfort mein Leben in Licht tauche! Daß mein Flug nicht eher ende, bis ich in Deinem Herzen Ruhe finde!
(Escriva Balaguer)

 
Ölberg
 
Das Letzte Abendmahl
Steinrelief, Santo Sepulcro, Estella, Spanien

Donnerstag, 31. März 2022

Zum Abschluss des Josefsmonats

 

Glasfenster des hl. Josef, Perchtoldsdorf b. Wien

V/A Herr, erbarme dich unser.
V/A Christus, erbarme dich unser.
V/A Herr, erbarme dich unser.

V Christus, höre uns.
A Christus, erhöre uns.

V Gott Vater im Himmel, A erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott, Heiliger Geist
Heiliger dreifaltiger Gott

Heilige Maria, A bitte für uns.
Heiliger Josef
Du erlauchter Sproß Davids
Du Licht der Patriarchen
Du Bräutigam der Gottesmutter

Du Beschützer des Erlösers
Du keuscher Beschützer der allerseligsten Jungfrau
Du Nährvater des Sohnes Gottes
Du sorgsamer Beschirmer Christi
Du Diener Christi
Du Diener des Heils

Du Haupt der Heiligen Familie

Du gerechter Josef
Du keuscher Josef
Du weiser Josef
Du starkmütiger Josef
Du gehorsamer Josef
Du getreuer Josef

Du Spiegel der Geduld
Du Freund der Armut
Du Vorbild der Arbeiter
Du Zierde des häuslichen Lebens
Du Beschützer der Jungfrauen
Du Stütze der Familien
Du Stütze in Schwierigkeiten
Du Trost der Bedrängten
Du Hoffnung der Kranken

Du Patron der Verbannten
Du Patron der Bedrängten
Du Patron der Armen

Du Patron der Sterbenden
Du Schrecken der bösen Geister
Du Schutzherr der heiligen Kirche
 

V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A verschone uns, o Herr.
V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A erhöre uns, o Herr.
V Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
A erbarme dich unser.

V Er hat ihn bestellt zum Herrn seines Hauses
A und zum Verwalter seines Besitzes.

V Lasset uns beten. Gott, du hast in deiner wunderbaren Vorsehung den heiligen Josef zum Bräutigam deiner heiligsten Mutter erkoren. Wir bitten dich, laß uns im Himmel den zum Anwalt haben, den wir auf Erden als unseren Beschützer verehren, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
A Amen.

Sonntag, 27. März 2022

Er lief dem Sohn / der Tochter / einem jeden, der verloren gegangen ist entgegen

 

die Heimkehr des verlorenen Sohnes, Kathedrale Lille

17 Da ging er in sich
und sagte:
Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss,
ich aber komme hier vor Hunger um.
18 Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen
und zu ihm sagen: Vater,
ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein;
mach mich zu einem deiner Tagelöhner!
20 Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.
Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen
und er hatte Mitleid mit ihm.
Er lief dem Sohn entgegen,
fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Lukas 15

Freitag, 25. März 2022

Das Ja zum Willen Gottes

 

DANKE, MARIA
Verkündigung des Herr, Museum Unterlinden, Colmar

 

Die Ikone der Verkündigung lässt uns besser als jede andere ganz klar wahrnehmen, wie alles in der Kirche auf jenes Geheimnis der Annahme des göttlichen Wortes zurückgeht, wo durch das Wirken des Heiligen Geistes der Bund zwischen Gott und der Menschheit in vollkommener Weise besiegelt worden ist. Alles in der Kirche, jede Einrichtung und jeder Dienst, auch der des Petrus und seiner Nachfolger, ist unter dem Mantel der Jungfrau "hineingenommen" in die Gnadenfülle ihres "Ja" zum Willen Gottes.
Benedikt XVI., Predigt am Hochfest der Verkündigung des Herrn, 25. März 2006

 Verkündigung des Herrn
1 Glasfenster in Southwark Cathedral, London
2 Glasfenster der Ankündigung der Jungfrauengeburt durch Jesaja, Etheldreda´s Church, London
3 Tympanon der Marienkapelle, Würzburg, Ewiges Wort verwendet Sprachrohr als Rutsche
4 Glasfenster in Koekelberg, Brüssel
5 Verkündigungsaltar S. Ignazio, Rom
6 Verkündigungsrelief, S. Maria del Carmine, Brescia
7 Glasfenster S. Maria Maggiore, Triest
8 Glasfenster Ely Cathedral 
9 Mosaik, 6. Jh., Euphrasius Basilika, Porec
10 Glasfenster in ULF v. Chartres
11 Glasfenster in St. Ottilien
12 Glasfenster im Liebfrauendom, München
13 Musee d´arts, Brüssel
14 Fresko, S. Maria sopra Minerva, Rom
15 Glasfenster in der Franziskanerkirche in Pressburg
16 Dom von Orvieto
17 Maria am Gestade, Wien
18 Fresko, S. Maria in Trastevere, Rom
19 Glasfenster in All Saints, Cambridge
20 Kathedrale von Sevilla
21 Mosaik und Fresko im orthodoxen Nazareth
22 Kunsthistorisches Museum, auf Stein
23 neugotisches Altarretabel in der Kathedrale von Zagreb
24 Tympanon des Ericsdoms in Uppsala
25 Glasfenster in Saint Germain, Paris
26 Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum in Krakau
27 Relief im heiligen Haus im Loreto, Italien
28 Relief des Eingangstors, S. Maria Maggiore, Rom 
29 Fresko, griech. orthodoxe Dreifaltigkeitskirche, Wien
30 Verkündigungsmonstranz im Klemensmuseum, Maria am Gestade, Wien
31 Fresko in Silvesterkapelle in Santi Quattro Coronati, Rom
32 rumänisch-orthodoxe Kirche Knittelfeld, Österreich
33 Fresko in S. Zeno Maggiore, Steinrelief am Portal, Verona
34 Mosaik beim Portal v. Maria am Gestade, Wien
35 Glasfenster im Kölner Dom 
36 Fresko in der Kathedrale von Burgos
27 Taufstein von Johannes Paul II. in Wadowice, Polen
38 im Museum der Kathedrale von Burgos
39 Fresko in S. Maria infra Portas, Foligno

40 Verkündigungsszene auf dem Tabernakel in Pamhagen, Burgenland
41 Verkündigung auf dem Verduner Altar, Klosterneuburg
42 Tabernakel von Egino Weinert, St. Foillan, Aachen
43 Heilig Geist Kirche in Veresegyhaz, Ungarn
44 Verkündigungsfenster in Pfarrkirche Ybbs, Niederösterreich
45 in Loreto, Malerei

46 in Colmar, Altar im Museum Unterlinden 1


Donnerstag, 24. März 2022

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir

 

Verkündigung des Herrn, Museum Unterlinden, Colmar

 

"Sei gegrüsst, die du voll der Gnade bist" (Lk. 1.29). In der Tat, als der Engel "bei ihr eintritt", nennt er sie nicht mit ihrem irdischen Namen Maria, sondern mit ihrem göttlichen, so wie Gott sie seit jeher sieht und bezeichnet: "Voll der Gnade - gratia plena", [...] "Begnadete", und die Gnade ist nichts anderes als die Liebe Gottes, so dass wir dieses Wort schliesslich mit "die von Gott geliebte" übersetzen könnten (vgl. Lk 1,28). [...] Origines hält fest, dass niemals ein Mensch mit einem solchen Ehrentitel bedacht worden sei und dass dieser an keiner anderen Stelle der ganzen Heiligen Schrift vorkomme (vgl. In Lucam 6,7).
Der Titel ist in passiver Form ausgedrückt, aber diese "Passivität" Mariens, die von jeher und für immer die vom Herrn "geliebte" ist, schliesst ihre freie Zustimmung, ihre persönliche und eigene Antwort ein: Im Geliebtsein, im Empfangen der Gabe Gottes, ist Maria ganz aktiv, weil sie die Flut der Liebe Gottes, die sich in sie ergiesst, in persönlicher Bereitschaft aufnimmt. Auch darin ist sie vollkommene Jüngerin ihres Sohnes, der durch den Gehorsam gegenüber dem Vater seine eigene Freiheit ganz verwirklicht und eben auf diese Weise seine Freiheit ausübt, indem er gehorcht.

Benedikt XVI., Predigt am Hochfest der Verkündigung des Herrn, 25. März 2006

Samstag, 19. März 2022

Heiliger Josef, steh uns bei!

 

Heiliger Josef, bitte für uns!
Josef nach einem anstrengenden Arbeitstag, Dom St. Stephan, Passau

Der hl. Josef wird von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien war Josef davidischer Abstammung: das Bindeglied zwischen dem davidischen Königshaus und dem Messias. Er war ein Mann des Glaubens und des Vertrauens, Mitwisser göttlicher Geheimnisse, ein großer Schweiger. Als Gatte der Jungfrau Maria hat er an Jesus die Stelle des Vaters vertreten. Wie lange Josef gelebt hat, wissen wir nicht; das letzte Mal wird er bei der Osterwallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus erwähnt. Die öffentliche Verehrung des hl. Josef beginnt im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert. Im römischen Kalender steht sein Fest seit 1621. Pius IX. erklärte ihn 1870 zum Schutzpatron der Kirche. (Erzabtei Beuron)

Allmächtiger Gott,
du hast Jesus, unseren Heiland,
und seine Mutter Maria
der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf deiner Kirche,
die Geheimnisse der Erlösung treu zu verwalten,
bis das Werk des Heiles vollendet ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Dienstag, 15. März 2022

Klemens Maria Hofbauer, bitte für uns!

Klemens Maria Hofbauer auf einem Kelch der Redemptoristen, Maria am Gestade

 

Klemens wurde am Stephanstag 1751 in Taßwitz bei Znaim (Mähren) als neuntes Kind armer Leute geboren. Er war zuerst Bäcker, dann Einsiedler, schließlich Student und wurde mit 34 Jahren in Rom zum Priester geweiht. Er war der erste deutsche Redemptorist und seit 1788 Generalvikar dieser Kongregation im Norden. Der tief innerliche Mann „mit dem Apostelkopf“ und einem fröhlichen, gelegentlich auch heftigen Temperament arbeitete in Warschau, dann in Wien, wo er als Prediger und Beichtvater großen Einfluss hatte. Er war Seelsorger der Armen und der Reichen, der einfachen Leute und der Gebildeten, der Erwachsenen und der Kinder. Er starb am 15. März 1820 an Typhus. Sein Leib wurde 1862 in die Kirche Maria Stiegen in Wien übertragen.

Redemptoristenkirche in Amsterdam

Der Klemensaltar in der Wiener Marienkirche, Brief an den Wiener Nuntius (Lesehore)

Klemens-Denkmal vor der Wiener Marienkirche

Klemens als Beichtvater bei den Wiener Ursulinen

Die Ruhestätte des hl. Klemens Maria Hofbauer in Maria am Gestade

Das Grab des hl. Klemens im Weitwinkel 

Das Klemens-Museum in Maria am Gestade

Maria am Gestade

Tasswitz - am Geburtsort des hl. Klemens Maria Hofbauer

Das Leben des hl. Klemens Maria Hofbauer dargestellt auf den Fenstern der Geburtskirche in Tasswitz

„Die Zeit ist so viel wert wie Gott selbst, weil man in einem Augenblick verloren gehen und in einem Augenblick Gott selbst gewinnen kann. Zieht also Nutzen aus dem Augenblick, der in eurer Gewalt steht. Wenn man auch die vergangene Zeit nicht mehr zurückrufen kann, so kann man sie doch dadurch zurückbekommen, dass man den Eifer im Gutestun verdoppelt.“ (Klemens Maria Hofbauer)

 Gütiger Gott, in der Sorge für dein Volk

hast du den heiligen Klemens Maria Hofbauer

mit besonderem Eifer für die Seelen erfüllt

und durch ihn den Reichtum deiner Gnade verkündet.

Hilf uns auf seine Fürsprache,

den Glauben zu bewahren, den er gelehrt,

und den Weg zu gehen, den er uns durch sein Leben gewiesen hat.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.