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Mittwoch, 19. Juni 2019

Gervasius und Protasius

links Protasius, rechts Gervasius als Diakone, Holz, 1625, Saint Gervais Saint Protais, Paris
Altar: Entschlafung Mariä



Gervasius und Protasius werden als die ersten Märtyrer Mailands verehrt. Sie starben wohl in der Diokletianischen Verfolgung, aber über ihr Leben und Sterben ist nichts Sicheres bekannt.
Nach der Legende waren Gervasius und Protasius die Zwillingssöhne des Vitalis und der Valeria, wurden unter Nero in Rom gefangen genommen und nach Mailand gebracht. Hier wollte sie demnach Graf Astasius zwingen, seine Götter um einen Sieg anzurufen und ihnen zu opfern. Als sie sich weigerten und ihn auf Christus als ihren größeren Herrn hinwiesen, ließ der Graf Gervasius mit Bleigeißeln zu Tode peitschen und Protasius enthaupten. Nach der Legende wurden sie von einem Anhänger bestattet, der ihre Geschichte in ihr Grab legte.

Ein Traum ließ Bischof Ambrosius die Überreste finden und 386 unter dem Altar der von ihm gegründeten Kirche beisetzen, die nach den beiden Märtyrern benannt wurde; bei der Übertragung der Gebeine soll ein blinder Mann sein Augenlicht zurück erhalten haben; dies war die erste Übertragung von Reliquien in der Westkirche. Nach Ambrosius' Tod wurde er an der Seite der beiden Märtyrer begraben. In der späteren Basilika S. Ambrogio wurden 1864 tatsächlich Überreste festgestellt, die heute in der Krypta aufbewahrt werden.








Saint Gervais Saint Protais, Paris

Mittwoch, 19. Juni 2013

Gervasius und Protasius, Mitpatrone Mailands

In der Krypta unter dem Hochaltar der Märtyrerbasilika S. Ambrogio in Mailand ruhen die Gebeine der Zwillingsbrüder Gervasius und Protasius. Dazwischen liegen etwas erhöht die sterblichen Überreste des jetzigen Kirchenpatrons, des heiligen Kirchenlehrers Ambrosius (Grab des hl. Ambrosius). 

S. Ambrogio, Mailand

Lange Zeit waren ihre Leiber verborgen, bis sie zur Zeit des Bischofs Ambrosius aufgefunden wurden. Das geschah folgendermaßen: Es erschien dem hl. Ambrosius, während er im Gebete lag, zwei herrliche Jünglinge in weißen Gewändern. Es dünkte ihn, daß sie die Hände erhoben und mit ihm beteten. Dasselbe Gesicht aber hatte der Bischof noch zweimal in der gleichen Weise, und sie wiesen ihm die Stelle in der Kirche der Heiligen Nabor und Felix, wo ihre Leiber zwölf Fuß tief begraben lagen. Da rief Ambrosius seine Priester zusammen und grub mit ihnen in der Erde und fand alles, wie es ihm gesagt worden war. Und obleich mehr als dreihundert Jahre verflossen waren, schienen die Leiber unversehrt, als seien sie gerade erst bestattet worden, ja man erblickte das Blut ihrer Wunden. Ein Blinder, der die Bahre anrührte, wurde sehend, eine Besessene, die man heranführte, wurde geheilt und noch viele andere Kranke wurden durch die Verdienste der Heiligen gesund. Augustinus erzählt in seinem Buche "De civitate Dei", daß in seinem Beisein vor dem Kaiser und allem Volk ein Blinder bei den Leibern der heiligen Märtyrer das Augenlicht empfing.

(aus: Melchers, das Jahr der Heiligen, 388)

Christus der Weltenherrscher, links Protasius, rechts Gervasius, Apsismosaik, s. Ambrogio

Krypta mit den Gebeinen aller drei Heiligen


v.r.n.l oder v.l.n.r.  (wer weiß es?) Protasius, Ambrosius, Gervasius, Mailand