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Franz Jägerstätter Stele im Linzer Dom,
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi, Römerbrief |
Franz Jägerstätter wird am 20. Mai 1907 in St. Radegund, Oberösterreich
(Diözese Linz), als Kind der ledigen Bauernmagd Rosalia Huber geboren.
Die Mutter heiratete 1917 den Bauern Heinrich Jägerstätter, der bei der
Hochzeit das Kind seiner Frau adoptiert.
1933 wird er Vater der Tochter Hildegard. 1935 lernt er Franziska
Schwaninger
, Bauerntochter aus dem
benachbarten Hochburg, kennen und sie heiraten am Gründonnerstag
1936. Sie bewirtschaften gemeinsam den Leherbauernhof. Franz Jägerstäter ist ab
1941 Mesner in St. Radegund.
Aus der Ehe gehen drei Töchter hervor, Rosalia (*1937), Maria (*1938) und
Aloisia (*1940).
Den Nationalsozialisten verweigert Jägerstätter von Anfang an jede
Zusammenarbeit, denn Christentum und Nationalsozialismus sind für ihn völlig
unvereinbar.
1940 wird Jägerstätter zum Militärdienst einberufen, aber zweimal
unabkömmlich gestellt. Einer weiteren Einberufung leistet er nicht mehr
Folge, denn "mitzukämpfen und zu töten, dass Hitler die ganze Welt
beherrschen könne", sieht er als Sünde und persönliche
Schuld an.
Am 1. März 1943 erklärt er nach seiner erneuten Einberufung bei der
Stammkompanie in Enns, "dass er auf Grund seiner religiösen Einstellung
den Wehrdienst mit der Waffe ablehne, dass er gegen sein religiöses Gewissen
handeln würde, wenn er für den nationalsozialistischen Staat kämpfen würde und
er könne nicht gleichzeitig Nationalsozialist und Katholik sein."
Jägerstätter wird in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis im Linzer
Ursulinenhof gebracht und Anfang Mai in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis
Berlin-Tegel überstellt. Am 6. Juli 1943 wird Franz Jägerstätter wegen
"Wehrkraftzersetzung sowie zum Verlust der Wehrwürdigkeit und der
bürgerlichen Ehrenrechte" verurteilt.
Am 9. August 1943 wird er in Brandenburg/Havel enthauptet.
Ab 1989 werden im Auftrag von Diözesanbischof Maximilian Aichern Personen, die
Franz Jägerstätter gekannt haben, als Zeugen einvernommen. 1997 wird der
Seligsprechungsprozess für Franz Jägerstätter offiziell eröffnet und am
21. Juni 2001 auf diözesaner Ebene abgeschlossen.
Der Vatikan bestätigt am 1. Juni 2007 offiziell das Martyrium. Die
Seligsprechung erfolgt am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom.
Als liturgischer Gedenktag wurde der 21. Mai, Jägerstätters Tauftag, festgesetzt, da an seinem Todestag, dem 9. August, das Fest der hl. Edith Stein begangen wird.
(Quelle:
Diözese Linz)
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Die von Herbert Fried gestaltete Stele befindet sich in der Kapelle „Maria –
Königin der Märtyrer“. In die Stahlstele eingearbeitet ist ein Glaszylinder, in
dem sich eine Reliquie sowie ein Autograph Jägerstätters vom Januar 1938
befinden.
Die Stele wurde im Rahmen der Seligsprechung Franz Jägerstätters am 1. November
2007 errichtet.
Aus Aufzeichnungen des Seligen Franz Jägerstätter, Familienvater und
Märtyrer, im Gefängnis
(Juli/August 1943)
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Werde hier nun einige Worte niederschreiben, wie sie mir gerade aus dem Herzen
kommen. Wenn ich sie auch mit gefesselten Händen schreibe, aber immer noch
besser, als wenn der Wille gefesselt wäre. Offensichtlich zeigt Gott manchmal
seine Kraft, die er den Menschen zu geben vermag, die ihn lieben und nicht das
Irdische dem Ewigen vorziehen. Nicht Kerker, nicht Fesseln, auch nicht der Tod
sind es imstande, einen von der Liebe Gottes zu trennen, ihm seinen Glauben und
den freien Willen zu rauben. Gottes Macht ist unbesiegbar. Seid gehorsam und
untertänigst der Obrigkeit, diese Worte fliegen einem heute schon bald von
allen Seiten zu, ja sogar von Menschen, die ohnehin fast nichts mehr glauben,
was in der Hl. Schrift steht und was Gott uns zu glauben befohlen hat. Wenn man
für jeden Menschen sich solche Mühe geben möchte, von der schweren Sünde und
daher vor dem ewigen Tode zu erretten, als man mit mir sich Mühe gibt, vom
irdischen Tode mich zu erretten, so müsste wahrlich schon der Himmel auf dieser
Welt sein. Immer wieder möchte man einem das Gewissen erschweren betreffs
Gattin und Kinder. Sollte die Tat, die man begeht, dadurch vielleicht besser
sein, weil man verheiratet ist und Kinder hat? Oder ist deswegen die Tat besser
oder schlechter, weil es Tausende anderer Katholiken auch tun? Ist vielleicht
jetzt auch das Rauchen eine Tugend geworden, weil es Tausende von Katholiken
tun? Dürfte man deswegen auch lügen, weil man Gattin und Kinder hat und selbe
noch dazu mit einem Eide bekräftigen? Hat nicht Christus selbst gesagt, wer
Gattin, Mutter und Kinder mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert? Aus
welchem Grund bitten wir denn dann Gott um die sieben Gaben des Hl. Geistes,
wenn wir ohnedies blinden Gehorsam zu leisten haben? Zu was hat denn Gott alle
Menschen mit einem Verstande und freien Willen ausgestattet, wenn es uns, wie
so manche sagen, gar nicht einmal zusteht, zu entscheiden, ob dieser Krieg, den
Deutschland führt, gerecht oder ungerecht ist? Zu was braucht man dann noch
eine Erkenntnis zwischen dem, was Gut oder Böse ist?
Ich glaub, man kann auch ruhig blinden Gehorsam leisten, aber nur dann, wenn
man niemand andren dabei schädigen muss. Wären die Menschen heutzutage noch
aufrichtiger, so glaub ich, müsste doch noch so mancher Katholik dabei sein und
müsste sagen; „Ja, ich sehe ein, dass die Tat gerade nicht gut ist, die wir da
begehen, aber ich bin einfach noch nicht bereit zum Sterben."
Hätte mir Gott nicht die Gnade und Kraft verliehen, für meinen Glauben auch zu
sterben, wenn es verlangt wird, so würde ich halt vielleicht dasselbe tun, wie
die Mehrzahl es tut. Gott kann eben jedem soviel Gnaden geben, wie er will.
Hätten andre diese vielen Gnaden empfangen, wie ich sie schon erhalten habe,
sie hätten vielleicht schon weit mehr Gutes geleistet wie ich. ...
Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört und in keines Menschen Herz
ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
RESPONSORIUM vgl. Röm 8.35.37-39
R Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder
Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? * All das überwinden wir
durch den, der uns geliebt hat.
R Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch
Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur
können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem
Herrn. * All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.
Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Edith Stein, einer Patronin Europas:
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| Franz Jägerstätter Stele bei der Kapelle "Maria - Königin der Märtyrer", Linzer Dom |