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Donnerstag, 30. April 2026

Pius V., Dominikaner und Papst

Hochaltarbild in der Wiener Dominikanerkirche, Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Pius V., Schlacht von Lepanto 

Hochaltarbild in der Dominikanerkirche in Waitzen, Vac, Pius V. und die Schlacht von Lepanto

Statue in der Dominikanerkirche in Dubrovnik (mit Meeressonnenuntergang)

Am Grab des hl. Pius V. in S. Maria Maggiore

Pius V. ( Basilika in Pompei)

Pius V in S. Maria Maggiore (Rom)

Pius V. in St Dominics Priory (London), Katharina von Cardonne und ihre Vision bezüglich Lepanto

Dominikanerkirche in Valletta, Pius V. und der Sieg über die Osmanen 


Papst
Namensdeutung: der Fromme (lat.)
Namenstage: Pius, Pio, weibl.: Pia
Gedenktag: 30. April

Lebensdaten: geboren am 17. Januar 1504 in Bosco bei Alessandria, gestorben am 1. Mai 1572 in Rom

Lebensgeschichte: Antonio Ghislieri stammte aus einem im Exil verarmten Bologneser Patriziergeschlecht und trat 14-jährig mit dem Namen Michele in den Dominikanerorden ein. Nach seinem Studium und der Priesterweihe 1528 lehrte er bis 1544 Philosophie an der Universität Pavia und stieg gleichzeitig über verschiedene Ämter zum Generalsuperior des Ordens für die Lombardei auf, worauf er in die Römische Inquisition berufen wurde. Von Kardinal Gian Pietro Carafa gefördert, führte Frater Michele in Oberitalien einige heikle Prozesse gegen Bischöfe durch, welche der Sympathie für die Reformation verdächtig waren. 1551 setzte ihn Papst Julius III. als Generalkommissar der Römischen Inquisition ein. Als sein Mentor Carafa 1555 als Paul IV. den Papststuhl eingenommen hatte, betraute dieser ihn mit dem Index der verbotenen Bücher, ernannte ihn zum Bischof und kreierte ihn zum Kardinal.

1566 ging er mit Unterstützung Karl Borromäus’ und Alessandro Farneses als Papst Pius V. aus dem Konklave heraus, legte aber sein Ordenshabit nicht ab – auf ihn soll das Weiß der Päpste zurückgehen –, sondern setzte seine Lebensgewohnheiten als Bettelmönch inmitten des Apostolischen Palasts fort. Er reformierte die kuriale Verwaltung, trieb Nepotismus und Vetternwirtschaft aus und führte die Beschlüsse des Trienter Konzils (1545–1563) durch, darunter die Residenzpflicht von Klerikern in ihren Sprengeln, die Schaffung von Priesterseminaren, die Veröffentlichungen des Römischen Katechismus, Breviers und Missales für die gesamte katholische Kirche. Diese liturgischen Bücher blieben 400 Jahre in Geltung. Durch die Erhebung Thomas von Aquins zum Kirchenlehrer und die Herausgabe seiner Werke – die Ausgabe heißt nach ihm die „Piana“ – machte er seinen Ordensbruder für Jahrhunderte zur maßgeblichen Autorität in der Priesterausbildung.

So streng Pius V. regierte und so unnachgiebig er Glaubensabweichungen bekämpfte – das Volk achtete ihn seiner Bescheidenheit und Demut sowie seiner Fürsorge wegen. Der Papst gründete zwei römische Krankenhäuser, richtete mit dem „Monte di Pietà“ ein vielfach kopiertes Leihhaus zur Unterstützung Bedürftiger ein und half einer drohenden Hungersnot durch Lebensmittelspenden ab.

International stand er sich mit seiner Intransigenz selber im Wege. In Spanien konnte er die Konzilsbeschlüsse gegen die Krone nicht durchsetzen, Frankreich brachte er an den Rand des Bürgerkriegs und in England läutete er durch den Bann der Königin eine entsetzliche Katholikenverfolgung ein. Trotzdem gelang ihm das Schmieden der Heiligen Allianz aus Spanien, Genua und Venedig mit dem glänzenden Sieg der christlichen Flotte unter Don Juan de Austria gegen die türkische Seemacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571, den der Papst dem Rosenkranzgebet zusprach, um das er gebeten hatte und das dadurch weltweit an Bedeutung gewann.

Pius V. verweigerte sich einer Behandlung seiner Prostatavergrößerung und starb am 1. Mai 1572 an Nierenversagen.

Verehrung: Pius wurde zuerst im Petersdom bestattet und 1588 in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt, wo er in der Kapelle Sixtus’ V. ruht. Er wurde 1672 selig- und 1712 heiliggesprochen.

Darstellung: als Papst im Dominikanerhabit, mit Rosenkranz

Patron: von Valletta (Malta), Bosco Marengo, Pietrelcina, Roccaforte Mondovi, des Bistums Alessandria

(bistumaugsburg

Jesus und mit Maria mit dem Apostel Andreas, Papst Pius V. und Vinzenz Ferrer

Dominikanerkirche in Chioggia

 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Vinzenz Ferrer OP

 

Vinzenz Ferrer, Dominikanerkirche Neapel

Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: der Siegende (lat.)
Namenstage: Vinzenz, Vincenz, Vinzent, Vincent, Vincenzo, Vicente, Vince, Bence, Zenz
Gedenktag: 5. April, bei den Dominikanern wird er am 5. Mai begangen

Lebensdaten: getauft am 23. Januar 1350 in Valencia, gestorben am 5. April 1419 in Vannes

Lebensgeschichte: Vicent Ferrer stammte aus einer Notarenfamilie und wurde mit sieben Jahren für den geistlichen Stand bestimmt. Nach Ablauf der klassischen Studien entschied er sich jedoch mit dem Eintritt in den Dominikanerorden 1367 gegen eine Karriere als Kleriker. Im Kloster seiner Heimatstadt, wo die meisten Brüder an der Schwarzen Pest gestorben waren, nahm er seine strenge Bußgesinnung an. Vicent studierte Logik an den Ordensschulen von Barcelona und Lérida und wurde bald selber als Lehrer eingesetzt. Sein Theologiestudium absolvierte er in Toulouse. Hebräisch beherrschte er so gut, dass er später mit jüdischen Gelehrten debattieren konnte.

1378 wurde er von Kardinal Pedro de Luna zum Priester geweiht. Er lehrte an der Kathedralschule von Valencia, wurde zum Prior seines Heimatklosters gewählt und machte sich einen Namen als Fastenprediger in den Fürstentümern Nordostspaniens. Weil es 1391 zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung kam, denen allein in Valencia 250 Israeliten zum Opfer fielen, und Pater Vicent eine wichtige Rolle bei der letztlich antijüdischen Disputation von Tortosa (1413/1414) spielte, in deren Folge hunderttausende Zwangstaufen stattfanden, hat man ihm persönlichen Antisemitismus vorgeworfen, dabei hat er die Juden nachweislich verteidigt.

Ab 1392 hatte er als Freund und Berater der Könige von Aragón solchen Einfluss, dass er 1412 über die Thronfolge Aragoniens und damit die Zukunft ganz Spaniens mitentscheiden durfte – wie sein älterer Bruder Bonifatius, der inzwischen General des Kartäuserordens geworden war. Ab 1395 war er an der Kurie in Avignon als Beichtvater, Apostolischer Pönitentiar, Hauskaplan und Theologe des Päpstlichen Hauses tätig, wo Pedro de Luna als Gegenpapst Benedikt XIII. regierte. 1398 kamen Vicent Zweifel an der Legitimität Benedikts. Er wurde schwerkrank, gab sich die Schuld an Kriegen, Pest und Schismen und verließ den avignonesischen Hof – freilich mit den Vollmachten eines päpstlichen Legaten versehen. Als Vicent 1416 Benedikt öffentlich die Gefolgschaft aufkündigte, ebnete er der Beendigung des Schismas aus mittlerweile drei Päpsten auf dem Konstanzer Konzil den Weg.

Zehn Jahre lang zog Vicent, zeitweise von Geißlerzügen und beunruhigend großen Büßerscharen begleitet, durch die heutige Schweiz, Südfrankreich, Oberitalien, Flandern und Spanien. In seiner Heimatstadt Valencia gründete er 1410 das weltweit erste und heute noch bestehende Waisenhaus. Während seiner häufig dreistündigen Predigten verkündete er offenbar auch das nahende Weltende, um seine Zuhörer zur Umkehr zu bewegen. In seinen beiden letzten Lebensjahren durchzog er die Normandie, wo er den englischen König traf, und die Bretagne, wo er am 5. April 1419 starb.

Verehrung: Vicent Ferrer wurde in der Kathedrale von Vannes bestattet. Sein sofort in Gang gebrachter Kanonisationsprozess verzeichnete 873 Wunder, darunter 28 Totenerweckungen. Papst Calixtus III., dem Vicent das Amt prophezeit hatte, sprach ihn 1455 heilig. Verehrt wird der größte Volksprediger des Spätmittelalters auch in Neapel, das bis 1516 zu Aragonien gehörte.

Darstellung: als Bußprediger mit Spruchband (aus Offb 14,7) „Fürchtet Gott und erweist ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“

Patron: von Valencia, Neapel und Vannes, der Holz- und Bauarbeiter

Vinzenz Ferrer Kapelle in der Wiener Dominikanerkirche

Vinzenz Ferrer Statue und Altarbild der Vinzenkapelle in der Wiener Dominikanerkirche

Mittwoch, 5. April 2017

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle in der Wiener Dominikanerkirche

südliche Langhauswand der Dominikanerkirche Wien, links Querschiffkapelle des hl. Dominikus
(Anbetung der heiligsten Dreifaltigkeit durch Dominikus)

Langhauskapellen, rechts: Hl. Mutter Anna, Mitte: Vinzenz-Ferrer-Kapelle, links: Katharina v. Alexandrien


Vinzenz Ferrer Kapelle, Dominikanerkirche Wien

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle ist eine Stiftung des Malers Francois Roettiers. Die einheitliche Ausstattung in rötlichem und vergoldetem Stuckmarmor geht auf seinen Entwurf zurück.
(...) Das Altarbild (signiert 1726) ist von Roettiers selbst gemalt und stellt den Heiligen bei einer Totenerweckung dar.

Vinzenz Ferrer bei einer Totenerweckung, Dominikanerkirche, Wien

Die Engelfiguren mit Posaune sowie die Stuckembleme weisen auf die Sendung des großen spätmittelalterlichen Bußpredigers Ferrer hin.








Das qualitätsvolle Predellabild in goldgefasstem Rahmen mit einer Dornenkrönung ist wohl der Rest des Altarblattes der Vorgängerkapelle (Krönungskapelle).
(Text aus dem Kirchenführer)

Dornenkrönung, Dominikanerkirche Wien

Von hoher Qualität und dem Umkreis Johann Bendls zuzurechnen sind die 1840 bronzierten Holzfiguren von Hieronymus und Maria Magdalena (nach 1760).



Hieronymus, Dominikanerkirche, Wien

Maria Magdalena, Dominikanerkirche, Wien


Hochaltarbild von Leopold Kuppelwieser, Einsetzung und Feier des Rosenkranzfestes durch Papst Pius V

Samstag, 5. April 2014

Vinzenz Ferrer - ein Bußprediger

Vinzenz Ferrer, Dominikaner. Vinzenz Ferrer wurde um 1350 zu Valencia geboren und
trat mit siebzehn Jahren in den Dominikanerorden ein. Während des abendländischen
Papstschismas stand er zuerst auf der Seite der schismatischen Päpste in Avignon. Doch
seit etwa 1412 schwenkte er allmählich zum rechtmäßigen Papst um. Vinzenz Ferrer war
einer der gewaltigsten Bußprediger des späten Mittelalters, persönlich von großer Opferbereitschaft
und asketischem Lebenswandel. In den kirchlichen und politischen Wirren seiner
Zeit hatte er nicht immer eine glückliche Hand. Während einer Predigtreise, die ihn im Auftrag
Papst Martins V. in die Normandie und in die Bretagne führte, ereilte ihn am 5. April
1419 zu Vannes der Tod. Er wurde in der dortigen Kathedrale bestattet.
(Martyrologium Sancrucense)

Vinzenz Ferrer am Nepomukaltar in der Dominikanerkirche, Wien

Und nach der Verurteilung durch Pilatus legte er keine Berufung ein und brachte nichts zu seiner Entlastung vor, sondern, wie Johannes berichtet: " Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt."

Warum wollte er gerade so und nicht anders den Tod erleiden? Ihr kennt schon meine Antwort: Alle Übel der Seele, wie die Sünde der Verblendung und alle bösen Neigungen und alle körperlichen Übel, Krankheiten, Schmerzen, Mühen und der Tod, all dies kommt aus der Sünde Adams und Evas, die die verbotene Frucht genommen hatten. Christus ist gekommen, um all diese Übel der Seele und des Leibes wieder gutzumachen. Er ist die gesegnete Frucht, über die zur Jungfrau Maria gesagt wurde: "Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes." Die Frucht kommt vom Baum.

So sagen die Erzählungen der griechischen Väter: Der Stamm des Kreuzes war von demselben Baum, von dem Adam die verbotene Frucht genommen hatte. Als daher Christus am Kreuz hing, da wurde die Frucht dem Baum zurückgegeben, und alles Böse, das aus der Sünde Adams gekommen war, wurde wieder gutgemacht.

Dabei wurde die rechte Ordnung gewahrt: Wie nämlich zuerst die Sünde in der Seele war, und dann die Leiden des Körpers folgten, so hat Christus bei der Wiederherstellung zuerst die Seelen geheilt durch die Taufe, die alle Sünden nachläßt; und durch die Offenbarung über das glorreiche Leben hat er unsere Erkenntnis erlöst. Wenn er aber wiederkommt zum allgemeinen Gericht, und zwar bald, dann wird er alle Übel und Leiden des körperlichen Lebens heilen; denn dann werden wir auferstehen, leidensunfähig und unsterblich. Darum wollte Christus das Kreuzestod sterben.

(Vinzenz Ferrer, aus einer Predigt über das Kreuz, in: Proprium des Predigerordens 276f)

Hochaltarbild d. Vinzenz-Ferrer-Kapelle, Vinzenz Ferrer bei einer Totenerweckung,
Dominikanerkirche, Wien

Herr, unser Gott, du hast uns durch die Predigt des heiligen Vinzen Ferrer gelehrt,
das Kommen unseres Erlösers freudig zu erwarten.
Schenke uns auf seine Fürsprache Eifer im Werk und in der Liebe,
damit wir nicht hier, sondern in der kommenden Welt unsere bleibende Stätte suchen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)