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Donnerstag, 27. November 2025

Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.

Daniel in der Löwengrube, Ely Cathedral


Lesung aus dem Buch Daniel 6

In jenen Tagen
12 stürmten die obersten Beamten in Daniels Haus
und fanden ihn, wie er zu seinem Gott betete und flehte.
13 Darauf gingen sie zum König Daríus
und erinnerten ihn an sein Verbot;
sie sagten: O König,
hast du nicht ein Verbot unterzeichnet,
nach dem jeder,
der innerhalb von dreißig Tagen
an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König,
eine Bitte richtet,
in die Löwengrube geworfen werden soll?
Der König gab zur Antwort:
Die Anordnung steht fest
nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser.
14 Da berichteten sie dem König:
Daniel, einer von den verschleppten Juden,
achtet weder dich, König,
noch das Verbot, das du unterschrieben hast,
sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.
15 Als der König das hörte,
missfiel es ihm sehr
und er dachte nach,
wie er Daniel retten könne.
Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen.
16 Da stürmten jene Männer zum König hinein
und sagten zu ihm: Bedenke, König,
es ist bei den Medern und Persern Gesetz,
dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt,
unabänderlich ist.
17 Darauf befahl der König, Daniel herzubringen,
und man warf ihn zu den Löwen in die Grube.
Der König sagte noch zu Daniel:
Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich erretten.
18 Und man nahm einen großen Stein
und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube.
Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel
und den Siegeln seiner Großen,
um zu verhindern,
dass an der Lage Daniels etwas verändert würde.
19 Dann ging der König in seinen Palast;
fastend verbrachte er die Nacht;
er ließ sich keine Speisen bringen
und konnte keinen Schlaf finden.20Früh am Morgen, als es gerade hell wurde,
stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube.
21Als er sich der Grube näherte,
rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel
und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes!
Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst,
dich vor den Löwen erretten können?
22 Daniel antwortete ihm:
O König, mögest du ewig leben.
23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt
und den Rachen der Löwen verschlossen.
Sie taten mir nichts zuleide,
weil ich vor ihm als unschuldig befunden wurde,
und auch vor dir, König, habe ich keine Verbrechen begangen.
24 Darüber war der König hoch erfreut
und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen.
So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt;
man fand an ihm nicht die geringste Verletzung,
denn er hatte seinem Gott vertraut.
25 Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen,
die Daniel verklagt hatten,
und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen
in die Löwengrube werfen.
Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt,
da stürzten sich die Löwen auf sie
und zermalmten ihnen alle Knochen.
26 Daraufhin schrieb König Daríus
an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde:
Friede sei mit euch in Fülle!
27 Hiermit ordne ich an:
Im ganzen Gebiet meines Reiches
soll man vor dem Gott Daniels zittern
und sich vor ihm fürchten.Denn er ist der lebendige Gott;
er bleibt in Ewigkeit.
Sein Reich geht niemals unter;
seine Herrschaft hat kein Ende.
28 Er rettet und befreit;
er wirkt Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde;
er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.
(Lesung vom Donnerstag der 34. Woche im Jahreskreis, Lesejahr I)



Ely Cathedral

Am Grab des hl. Modestus von Salzburg, den die österreichische Kirche heute feiert.

Sonntag, 23. März 2025

Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte?

 1. Lesung vom 3. Fastensonntag: Gottesoffenbarung im brennenden Dornbusch

Jesus erzählt das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum
Ely Cathedral

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 13

1 Zu jener Zeit kamen einige Leute
und berichteten Jesus von den Galiläern,
deren Blut Pilatus
mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.
2 Und er antwortete ihnen:
Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren
als alle anderen Galiläer,
weil das mit ihnen geschehen ist?
3 Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
4 Oder jene achtzehn Menschen,
die beim Einsturz des Turms am Schilóach erschlagen wurden –
meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten
als alle anderen Einwohner von Jerusalem?
5 Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
6 Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt;
und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug,
fand er keine.
7 Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt,
und finde nichts.
Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
8 Der Winzer erwiderte:
Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen;
ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
9 Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte;
wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

(Evangelium vom 3. Sonntag der Fastenzeit) 

Sonntag, 11. August 2024

Gott sorgt für Elija / Elias

 Steh auf und iss (1. Lesung vom 19. Sonntag, B)

Lesung
aus dem ersten Buch der Könige 19

In jenen Tagen
4 ging Elíja eine Tagereise weit in die Wüste hinein.
Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch
und wünschte sich den Tod.
Er sagte: Nun ist es genug, Herr.
Nimm mein Leben;
denn ich bin nicht besser als meine Väter.
5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein.
Doch ein Engel rührte ihn an
und sprach: Steh auf und iss!
6 Als er um sich blickte,
sah er neben seinem Kopf Brot,
das in glühender Asche gebacken war,
und einen Krug mit Wasser.
Er aß und trank und legte sich wieder hin.
7 Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal,
rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
Sonst ist der Weg zu weit für dich.
8 Da stand er auf,
aß und trank
und wanderte, durch diese Speise gestärkt,
vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.


Gott nährt Elija, Ely Cathedral
 

In der religiösen Geschichte des alten Israel hatten die Propheten mit ihrer Lehre und ihrer Verkündigung große Bedeutung. Unter ihnen hebt sich die Gestalt des Elija heraus, der von Gott erweckt wurde, um das Volk zur Umkehr zu führen. Sein Name bedeutet »der Herr ist mein Gott«, und diesem Namen entsprechend verläuft sein Leben, das ganz darauf ausgerichtet ist, beim Volk die Anerkennung des Herrn als einzigen Gott hervorzurufen. Das Buch Jesus Sirach sagt über Elija: »Da stand ein Prophet auf wie Feuer, / seine Worte waren wie ein brennender Ofen« (Sir 48,1). Durch diese Flamme findet Israel wieder seinen Weg zu Gott. In seinem Dienst betet Elija: Er bittet den Herrn, den Sohn einer Witwe, die ihn beherbergt hatte, wieder zum Leben zu erwecken (vgl. 1 Kön 17,17–24), er schreit zu Gott vor Müdigkeit und Angst auf der Flucht in die Wüste, als die Königin Isebel ihn töten will (vgl. 1 Kön 19,1–4). Vor allem aber auf dem Berg Karmel zeigt er sich in all seiner Kraft als Fürsprecher, als er vor ganz Israel den Herrn bittet, sich zu offenbaren und das Herz des Volkes zu bekehren.
(Benedikt XVI., 15. Juni 2011)

Sonntag, 20. August 2023

Herr, hilf mir!

 

Frau, dein Glaube ist groß, es soll dir geschehen, wie du willst
Ely Cathedral

Frau, dein Glaube ist groß

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 15,21-28

In jener Zeit
21 zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
22 Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm
und rief: Hab Erbarmen mit mir,
Herr, du Sohn Davids!
Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
23 Jesus aber gab ihr keine Antwort.Da traten seine Jünger zu ihm
und baten: Schick sie fort,
denn sie schreit hinter uns her!
24 Er antwortete:
Ich bin nur
zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
25 Doch sie kam,
fiel vor ihm nieder
und sagte: Herr, hilf mir!
26 Er erwiderte:
Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
27 Da entgegnete sie: Ja, Herr!
Aber selbst die kleinen Hunde
essen von den Brotkrumen,
die vom Tisch ihrer Herren fallen.
28 Darauf antwortete ihr Jesus:
Frau, dein Glaube ist groß.
Es soll dir geschehen, wie du willst.
Und von dieser Stunde an
war ihre Tochter geheilt.

(Evangelium vom 20. Sonntag im Jahreskreis)

Sonntag, 13. August 2023

Herr, rette mich!

 

Jesus zieht den untergehenden Petrus aus dem Wasser, Petrusfenster, Ely Cathedral
Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 14,22-33

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte,
22 drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
23Nachdem er sie weggeschickt hatte,
stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
24Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt
und wurde von den Wellen hin und her geworfen;
denn sie hatten Gegenwind.
25In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen;
er ging auf dem See.
26Als ihn die Jünger über den See kommen sahen,
erschraken sie,
weil sie meinten, es sei ein Gespenst,
und sie schrien vor Angst.
27Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen
und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es;
fürchtet euch nicht!
28Petrus erwiderte ihm und sagte:
Herr, wenn du es bist,
so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
29Jesus sagte: Komm!
Da stieg Petrus aus dem Boot
und kam über das Wasser zu Jesus.
30Als er aber den heftigen Wind bemerkte,
bekam er Angst.
Und als er begann unterzugehen,
schrie er: Herr, rette mich!
31Jesus streckte sofort die Hand aus,
ergriff ihn
und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?
32Und als sie ins Boot gestiegen waren,
legte sich der Wind.
33Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder
und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

(Evangelium vom 19. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Dienstag, 13. September 2022

Über das Priestertum - Johannes Chrysostomus

 

Johannes Chrysostomus, Kathedrale von Ely

Ehrwürdiger Vater, Sie haben viel über das Priestertum nachgedacht und Texte geschenkt, die in unvergleichlicher Weise die Größe dieses Geheimnisses ausdrücken. In der schweren Krise der Kirche heute ist das Priestertum ein Zankapfel geworden. Ein Angriff folgt dem anderen, auch aus der Hierarchie, während Fragen wie der Zölibat, die wir für ausdiskutiert hielten, erneut zur Debatte stehen. Dennoch kommen die geistlichen Gefahren, denen der Priester täglich ausgesetzt ist und die Sie genau kennen, nur selten zur Sprache.

Ja, ich kenne die Größe dieses Amtes und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Der Geist eines Priesters ist heftigeren Stürmen ausgesetzt als die offene See. Und zu allem kommt die schreckliche Gefahr der Ruhmsucht, die gefährlicher ist als die von Dichtern erdachten Sirenen.

Sie haben die «Bestien» beschrieben, die Priester belauern. Können Sie uns erklären, welche das sind?

Zorn, Traurigkeit, Neid, Zwietracht, Verleumdung, Anklagen, Lüge, Heuchelei, Heimtücke, Verwünschungen gegen jene, die sich nichts zuschulden kommen ließen, Freude über die Mühsal der Amtsträger, Trauer über ihre treue Pflichterfüllung, das Gelobt-werden-wollen, Prestigedenken, die Lehre auf den Geschmack des Publikums herunterbrechen, Schmeicheleien, Geschwätz, Missachtung der Armen, Willfährigkeit gegenüber den Reichen, unbedachte Ehrungen und schädliche Gunst, die für diejenigen, die sie anderen erweisen, ebenso gefährlich sind wie für jene, die sie erhalten.

Stichwort Angst: Was können Sie uns dazu sagen?

Priester sollen sich vor der knechtischen Furcht hüten, die nur den schlechtesten Sklaven zukommt: der Furcht, sie könnten nicht frei sprechen und einer zur Schau getragenen Demut, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Sie sollen sich davor fürchten, gar nicht zu tadeln und zu strafen oder die Niedrigen übermäßig zu strafen und zu tadeln, gegenüber den Mächtigen aber den Mund nicht aufzutun.

Warum fürchten sich die Prälaten so davor, ihre Stimme zu erheben, um die Wahrheit zu verteidigen?

Weil jeder, der argwöhnisch fürchtet, seinen Posten zu verlieren, elend versklavt ist und sich geradezu verpflichtet sieht, Gott und die Menschen zu beleidigen.

Die Missbrauchskrise, die Zerstörung der Liturgie, die schlechte Ausbildung vieler Priester und die Verweltlichung mancher Geistlicher hat die Wahrnehmung der Würde des Priestertums verdunkelt. Es gibt viele gute Priester, aber auch viel Unwissen über das Geschenk des Priestertums.

Bedenkt man, was es für einen Mann aus Fleisch und Blut bedeutet, der seligen und reinsten Natur so nahekommen zu dürfen, kann man verstehen, welch große Ehre der Heilige Geist den Priestern erweist.

Und das große Geschenk, das dieser Schatz für die Kirche ist.

Sicher. Ohne das würdevolle Amt des Priestertums könnten wir nicht gerettet werden noch die versprochenen Güter erlangen. Wenn niemand ins Himmelreich kommt, der nicht aus Wasser und Heiligem Geist neu geboren wurde, wenn keinen Anteil am ewigen Leben hat, wer nicht den Leib des Herrn isst und sein Blut trinkt und das alles nur durch die Hände des Priesters geschehen kann – wie könnte er dem Feuer der Hölle entrinnen und zur Herrlichkeit gelangen, die uns bereitet ist?

Priester zeugen uns in geistlicher Weise, sie bringen uns durch die Taufe zur Welt. Durch sie ziehen wir Christus an, werden mit dem Sohn Gottes verbunden und werden Glieder jenes seligen Hauptes.  Sie verdienten mehr Achtung als Würdenträger und Könige, und es wäre sogar angemessen, ihnen mehr Ehre zu erweisen als unseren Eltern. Denn die Eltern zeugen uns durch den Willen des Fleisches, die Priester sorgen dafür, dass wir aus Gott geboren werden.

(aus der TAGESPOST, gefunden in: augustinusde)

Ely Cathedral

Nach seinem Österreichbesuch im September 2007 hat Papst Benedikt XVI. zweimal über den Hl. Johannes Chrysosomus gesprochen: Teil 1, und Teil 2

Osterpredigt, Glasfenster in Ely

Am Grab des hl. Johannes Chrysostomus im Petersdom

Buße und Umkehr (Pusey House, Oxford)

Samstag, 24. April 2021

Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen

 

Die Auferweckung der Tabita durch Petrus, Exeter College

 

Lesung aus der Apostelgeschichte 9, 31-42

In jenen Tagen

31hatte die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

32Auf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda.

33Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren lahm und bettlägerig war.

34Petrus sagte zu ihm: Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf, und richte dir dein Bett! Sogleich stand er auf.

35Und alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn.

36In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen.

37In jenen Tagen aber wurde sie krank und starb. Man wusch sie und bahrte sie im Obergemach auf.

38Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger hörten, dass Petrus dort war, schickten sie zwei Männer zu ihm und ließen ihn bitten: Komm zu uns, zögere nicht!

39Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf; alle Witwen traten zu ihm, sie weinten und zeigten ihm die Röcke und Mäntel, die Gazelle gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.

40Petrus aber schickte alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: Tabita, steh auf! Da öffnete sie ihre Augen, sah Petrus an und setzte sich auf.

41Er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen und zeigte ihnen, dass sie wieder lebte.

42Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn.

Dienstag, 26. Januar 2021

Timotheus (und Titus)

 

Kathedrale von Ely

1 Tim 6,14Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn,
1 Tim 6,15 das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, / der König der Könige und Herr der Herren,
1 Tim 6,16 der allein die Unsterblichkeit besitzt, / der in unzugänglichem Licht wohnt, / den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: / Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.
(Paulus an Timotheus)


Apostelschüler, Bischof
Namensdeutung: der Gott Ehrende, der Gottesfürchtige (griech.)
Namenstage: Timotheus, Timothy, Timothée, Timo, Timon, Tim, Timmy, Timofei, Fürchtegott
Gedenktag: 26. Januar

Lebensdaten: geboren in Lystra, heute das Dorf Kilistra (Gökyurt) bei Konya, Türkei, gestorben um 97 in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk

Lebensgeschichte: Timotheus, dessen Großmutter Loïs bereits Christin war, entstammte einer jüdisch-heidnischen Mischehe: Seine Mutter Eunike hatte einen Griechen geheiratet, weswegen Timotheus entgegen der jüdischen Tradition auch nicht beschnitten war. Das ließ der Apostel Paulus aus Rücksicht auf die Juden nachholen, als er sich Timotheus zum Begleiter auf seinen Missionsreisen wählte.

Timotheus wurde ein enger Vertrauter des Paulus, der ihn überaus schätzte und mit heiklen Aufgaben betraute. Er besuchte Paulus im Gefängnis und wurde auch selber inhaftiert. Zuletzt entsandte ihn Paulus als seinen Stellvertreter nach Ephesus. Die wichtigen Briefe und Berichte, die Paulus ihm dorthin schickte, sind in den beiden Timotheusbriefen ins Neue Testament eingegangen. Vor seinem Tod bat Paulus Timotheus noch einmal nach Rom. Der Überlieferung nach kehrte Timotheus von dort aus wieder nach Ephesus zurück, wo er als Bischof wirkte und um das Jahr 97 den Märtyrertod erlitt.

Verehrung: 356 wurden seine Reliquien von Ephesus nach Konstantinopel in die Apostelkirche überführt. Auch in Rom in der Kirche S. Giovanni in Fonte werden Reliquien des Apostelschülers verehrt.

Darstellung: als Bischof mit Keule und Steinen

Patron: gegen Magenleiden (siehe 1 Tim 5,23)
(Bistum Augsburg)

Ihr heiligen Apostelschüler, bittet für uns!

Timotheus

in S. Pudenziana in Rom

Glasfenster in St Mary the Great, Cambridge (Benedikt XVI., Generalaudienz 12.12.2006)

 

Montag, 25. Januar 2021

Pauli Bekehrung - ein Werk der Gnade Christi

 

Bekehrung Pauli, Kathedrale von Ely

 

Die Bedeutung dieser geheimnisvollen Verwandlung, von der die zweite kurze Lesung heute abend spricht, zeigt sich auf wunderbare Weise in der persönlichen Geschichte des hl. Paulus. Infolge des außergewöhnlichen Geschehens, das ihm auf der Straße nach Damaskus widerfahren war, wurde Saulus, der sich durch den Eifer hervortat, mit dem er die im Entstehen begriffene Kirche verfolgte, in einen unermüdlichen Apostel des Evangeliums Jesu Christi verwandelt. In der Geschichte dieses außergewöhnlichen Glaubensverkündigers wird klar, daß diese Verwandlung nicht das Ergebnis eines langen inneren Nachdenkens und nicht einmal Frucht eines persönlichen Bemühens war. Sie ist vor allem Werk der Gnade Gottes, der gemäß seinen unerforschlichen Wegen gehandelt hat. Deshalb sagt Paulus, als er einige Jahre nach seiner Bekehrung an die Gemeinde in Korinth schreibt, wie wir in der ersten Lesung dieser Vesper gehört haben: »Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben« (1 Kor 15,10). Wenn man sich also die Geschichte des hl. Paulus aufmerksam ansieht, begreift man, daß sich die Verwandlung, die er in seinem Dasein erfahren hat, weder auf die sittliche Ebene – wie etwa die von der Unsittlichkeit zur Sittlichkeit – noch auf die verstandesmäßige Ebene – wie etwa die Änderung des eigenen Verständnisses der Wirklichkeit – beschränkt, sondern daß es sich tatsächlich um eine radikale Erneuerung des eigenen Seins handelt, die in vieler Hinsicht einer Neugeburt ähnlich ist. Ihre Grundlage findet eine solche Verwandlung in der Teilhabe am Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi und zeichnet sich als ein stufenweiser Weg der Gleichgestaltung mit ihm ab. Im Licht dieses Bewußtseins wird der hl. Paulus, als er später dazu aufgerufen ist, die Rechtmäßigkeit seiner apostolischen Berufung und des von ihm verkündeten Evangeliums zu verteidigen, sagen: »Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat« (Gal 2,20).

Die vom hl. Paulus persönlich erlebte Erfahrung läßt ihn mit begründeter Hoffnung die Erfüllung dieses Mysteriums der Verwandlung erwarten, das allen, die an Jesus Christus glauben, und auch der ganzen Menschheit und der ganzen Schöpfung zuteil werden wird. In der kurzen zweiten Lesung, die heute abend verkündet wurde, beschreibt der hl. Paulus nach einer ausführlichen, mit den herkömmlichen Bildern aus der apokalyptischen Literatur seiner Zeit versehenen Darlegung, die in den Gläubigen die Hoffnung auf die Auferstehung stärken soll, in wenigen Zeilen den großen Tag des Endgerichts, an dem sich das Schicksal der Menschheit erfüllt: »Plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall [werden] die Toten zur Unvergänglichkeit auferweckt, wir aber werden verwandelt werden« (1 Kor 15,52). An jenem Tag werden alle Gläubigen Christus gleichgestaltet, und alles, was vergänglich ist, wird von seiner Herrlichkeit verwandelt werden: »Denn dieses Vergängliche«, so der hl. Paulus, »muß sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit« (1 Kor 15,53). Dann wird der Sieg Christi schließlich vollendet sein, weil, wie uns Paulus unter Hinweis auf die Erfüllung der alten Prophezeiungen der Schrift noch sagt, der Tod und mit ihm die Sünde, die ihn in die Welt kommen ließ, und das Gesetz, das die Sünde bestimmt, ohne uns die Kraft zu ihrer Überwindung zu geben, endgültig besiegt sein wird: »Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz« (1 Kor 15,54–56). Der hl. Paulus sagt uns also, daß jeder Mensch durch die Taufe auf den Tod und die Auferstehung Christi am Siege dessen teilhat, der als Erster den Tod überwunden hat, indem er einen Weg der Verwandlung einschlägt, die sich schon jetzt in einer Erneuerung des Lebens äußert und ihre Vollendung am Ende der Zeiten erreichen wird. Sehr bezeichnend ist, daß der Abschnitt mit einem Dankwort schließt: »Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn« (1 Kor 15,57). Der Gesang des Sieges über den Tod verwandelt sich in einen Gesang an dessen Überwinder. Auch wir wollen heute bei der Feier des abendlichen Gotteslobes unsere Stimmen, unsere Sinne und unsere Herzen zu diesem Hymnus des Dankes für das vereinen, was die göttliche Gnade im Völkerapostel und für den wundervollen Heilsplan vollbracht hat, den Gottvater durch den Herrn Jesus Christus an uns erfüllt. Während wir unser Gebet zum Himmel richten, sind wir zuversichtlich, daß auch wir verwandelt und dem Bild Christi gleichgestaltet werden. Das gilt insbesondere in bezug auf das Gebet für die Einheit der Christen. Wenn wir nämlich inständig um das Geschenk der Einheit der Jünger Christi flehen, machen wir uns den Wunsch zu eigen, den Jesus Christus vor seinem Leiden und Tod in seinem Gebet an den Vater zum Ausdruck gebracht hat: »Alle sollen eins sein« (Joh 17,21). Aus diesem Grund ist das Gebet für die Einheit der Christen nichts anderes als die Teilnahme an der Verwirklichung des göttlichen Planes für die Kirche, und der engagierte Einsatz für die Wiederherstellung der Einheit ist für alle eine Verpflichtung und große Verantwortung.

(Benedikt XVI., ökumen. Vesper, 25.1.2012)

Ely Cathedral

Das Paulustor des Stephansdoms (Benedikt XVI., 25.1.2008)

Bekehrung Pauli in der St Paul´s Cathedral, London

Bekehrung Pauli - St. Paul vor den Mauern in Rom

Bekehrung Pauli - Unterstinkenbrunn

Bekehrung Pauli - Westminster Cathedral (Benedikt XVI., 25.1.2012)

Bekehrung und Berufung Pauli - St John´s College in Oxford  (Benedikt XVI., 25. Oktober 2006)

Bekehrung Pauli in Pöllau (Kanzel) Benedit XVI., Angelus 25.1.2009)

Bekehrung Pauli und Stephanus (St Paul vor den Mauern) Kardinal Schönborn, Katechese, 2.2.2003)