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Freitag, 2. Juli 2021

Gesegnet ist die Frucht deines Leibes

 

Kapelle im Bischofshaus von Györ

 

An diesem Tag wird die Erinnerung an den Besuch Marias bei Elisabet gefeiert. Die Heiligung Johannes‘ des Täufers im Mutterschoß (Lk 1,41-44) und der Gesang des Magnificat (Lk 1,46-56) gehören mit zum Inhalt des Festes. Die Erinnerung an diese Ereignisse wurde in der Alten Kirche nur im Rahmen der Adventsliturgie gefeiert. Erst der hl. Bonaventura hat das heutige Fest 1263 im Franziskanerorden eingeführt und auf den 2. Juli, den Tag nach der Oktav Johannes‘ des Täufers, festgesetzt. 1389 wurde das Fest auf die ganze abendländische Kirche ausgedehnt. Außerhalb des deutschen Sprachgebietes wird es seit 1970 am 31. Mai begangen.
(erzabteibeuron)

Allmächtiger, ewiger Gott, vom Heiligen Geist geführt,
eilte Maria, die deinen Sohn in ihrem Schoß trug, zu ihrer Verwandten Elisabet.
Hilf auch uns, den Eingebungen deines Geistes zu folgen,
damit wir vereint mit Maria deine Größe preisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Heimsuchung

Relief in der Dominikanerkirche Vaz - Ungarn (IHS)
S. Maria sopra Minerva, Rom, JPII., 31, Mai 2001

Glasfenster in S. Maria Maggiore in Triest
Bildnis im Baptisterium des Lateran
Glasbild in der Pfarrkirche zum hl. Jakobus, Medjugorje 

rechts: Maria und Elisabeth, links: Maria und Anna?

Samstag, 23. Mai 2020

Am Grab des sel. Wilhelm Apor, Bischof und Märtyrer


Wilhelm Apor, ein guter Hirte, gestorben für seine Herde

Dieses Zeitalter ist keins für Helden,
für Bekannte aus Legenden;
jede Farbe ist zum Grausein verdammt:
in Mode sind die Millionen von
Herdenmenschen und Hordenmenschen,
der mechanisierte Dschingis Khan.

Und trotzdem ist er schön
der Traum des Einzelnen
über den namenlosen Tod der Horden?
Soll das Lied also den Glorienschein
erschallen lassen
über der großen Trauer des Landes.

Der Herdenmensch und der Hordenmensch
haben sich sich in zerstörerischem Kampfe
betäubt-betrunken aufeinander gestürzt.
Wildes Gelage überall,
und mein kleines Vaterland
im Kampf der Betrunkenen der Welt
zertreten.

Was wir tausend Jahre lang schufen
und verschönerten mit der Musik des Herzens:
Bibliotheken, Dome, Menschenleben, Freiheit,
Frauen mit Ehre,
Wein, Weizen, Recht:
alles eine Beute des Teufels,
Beute der siegreichen Heere.

Im Palast des Bischofs von Györ
verbergen sich Jungfrauen, Mütter und Nonnen
ängstlich  und schmerzvoll in den Kellern,
während der Orkan des Kampfes wütete.-
Der Bischof draußen verteidigte sein Haus
mit einer Tafel der zehn Gebote.

Im Blutrausch sprechend kamen Soldaten,
forderten,
was keuscher Mund zu sagen sich schämt,
am Kopf, an der Brust und der Schulter
traf ihn ein Schuss,
und mit der Heldentat
beschützte er die Jungfrauen doch.

Drei Schüsse in Form eines Kreuzes
sprechen heilig seinen Körper, seinen Geist,

während ein Land in Flammen steht -
mit einer Tafel der zehn Gebote.
So starb den Märtyrertod der Bischof,
heldenhafter Vater seines Volkes.

(Laszlo Mees: Der Märtyrerbischof, zum Gedenken an Baron Vilmos Apor)

Jesus, gestorben für uns alle

 
Zu Weihnachten 1944 begann schließlich die Invasion der Sowjettruppen, doch war von den sogenannten russischen „Befreiern“, welche die Frauen vergewaltigten und jeden, der sich ihnen widersetzte, erschossen, keine Verbesserung der Situation zu erwarten. Eine vom Bischof ernannte Kommission machte die in jenen Wochen von den sowjetischen Soldaten begangenen Gräueltaten bekannt. Mitte März 1945 nahm die Sowjetarmee, die zunächst von den Deutschen gestoppt worden war, die Offensive wieder auf.
Am 28. März 1945, Mittwoch der Karwoche, ging Apor den ersten russischen Soldaten, die auf seiner Schwelle erschienen, entgegen. Er empfing sie in würdevoller Ruhe und erklärte, dass alle, die sich in seinem Palast befänden, unter seinem Schutz stünden. Tag und Nacht wachte er am Eingang, um die 300 Flüchtlinge zu schützen. Am Morgen des Gründonnerstag feierte er seine letzte hl. Messe im Keller der Zuflucht.
Gegen Abend des Karfreitag tauchten am Eingang der Kellergeschoße mehrere russische Soldaten unter Führung eines Majors auf, der die Herausgabe der jungen Frauen und Mädchen verlangte, die „zum Kartoffelschälen“ mitkommen sollten. Der Bischof lehnte dies entschieden ab und schlug die Entsendung von Freiwilligen vor. Die Soldaten hatten die jungen Frauen inzwischen jedoch entdeckt und waren im Begriff, sie nach draußen zu schleppen. Der Bischof widersetzte sich. In dem Moment eröffneten die Soldaten das Feuer und er wurde von drei Kugeln getroffen.
 Die Soldaten entfernten sich. Apor wurde in das Spital gebracht und operiert. Als er nach der Operation erwachte und erfuhr, dass keiner der von ihm verteidigten Frauen ein Leid geschehen war und sein Leben sich dem Ende zuneigte, dankte er Gott, betete für seine Priester und Gläubigen und bereitete sich auf den Tod vor, der ihn am Ostermontag, den 2. April 1945, ereilte. Sein Gedenktag ist der 23. Mai oder der 2. April.

Wegen des Brandes der Kathedrale aufgrund der Bombardements wurde er zunächst in der Karmeliterkirche beigesetzt. Erst am 23. Mai 1986 überführte man seinen Leichnam in die Kapelle Hédervári im Seitenschiff der Kathedrale von Györ in Ungarn.


Statue des sel. Vilmos vor dem Bischofssitz in Györ


Grab des sel. Vilmos Apor in der Ladislauskapelle in der Kathedrale Györ
Seliger Bischof Vilmos, bitte für uns!

Donnerstag, 23. Mai 2019

Vilmos Apor





Vilmos (Wilhelm) Baron Apor wurde am 29. Februar 1892 in Segesvár, Ungarn (heute Sighisoara, Rumänien) geboren. Vilmos besuchte das Jesuiten-Kollegium Kalksburg in Wien und studierte später Theologie in Innsbruck. 1915 wurde er zum Priester geweiht. Am 4. Januar 1917 wurde er Militärkaplan und wirkte in Siebenbürgen, dann an der italienischen Front, in Österreich und schließlich in Ostungarn. Anfang 1919 wurde er Pfarrer von Gyula. Bereits 1936 und 1939 stand sein Name auf der Liste der Vorschläge zur Bischofsernennung.

Am 21. Januar 1941 wurde er zum Bischof von Győr ernannt. Als Motto wählte er „Das Kreuz stärkt den Schwachen und macht den Starken bescheiden“. 1939 erließ die ungarische Regierung antijüdische Gesetze, von denen auch getaufte Juden betroffen waren. Um diese zu beschützen, wurde der Verein vom Heiligen Kreuz gegründet. Ab Mai 1942 war Apor Patron dieser Vereinigung, die er auch finanziell unterstützte. Eine leichte Besserstellung der getauften Juden konnte Bischof Apor erreichen, seine weiteren Bemühungen gegen das Tragen eines gelben Judensterns und seine massiven Proteste gegen die Deportation der Juden in die Vernichtungslager blieben dagegen wirkungslos. An 28. März 1945 erreichten die sowjetischen Truppen die Stadt Győr. Viele Verfolgte und Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, hatten Zuflucht in der bischöflichen Residenz gefunden. Als sowjetische Soldaten am 30. März in den Keller des Bischofssitzes eindringen wollten, stellten sich ihnen Bischof Apor und sein Neffe, Sándor Pálffy, entgegen und wurden niedergeschossen. Am 2. April 1945, einem Ostermontag, starb Apor an den Folgen der Verletzungen. Am 4. April wurde er in der Karmeliterkirche bestattet, weil die Kathedrale von Győr teilweise zerstört war. Eine spätere Überführung in die Ladislaus-Kapelle der Kathedrale wurde von der kommunistischen Regierung zunächst verhindert und erst 1986 genehmigt. Am 9. November 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 23. Mai.
(Quelle: Malteserorden)

Statue des sel. Vilmos / Wilhelm Apor vor dem Bischofssitz in Györ

Herr und Gott, Du hast dem seligen Vilmos Apor die Kraft geschenkt,
sich für die Menschen aufzuopfern, die ihm anvertraut waren:
Lass uns durch seine Fürsprache in deinem Willen standhaft bleiben
und dir unsere Arbeit zum Heil unserer Brüder und Schwestern darbringen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

 
Kathedrale von Györ