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Donnerstag, 2. Oktober 2025

An meinen Schutzengel - Therese von Lisieux

 

bei der Wiege von Therese: die Zukunft, wie sie ihr Schutzengel vorhersah

Du hehrer Hüter meiner Seele,
Von Glanz und Schönheit ist dein Kleid.
Gleich einer Flamme ohne Fehle
Stehst du am Thron der Ewigkeit.
Für mich kamst du herab auf Erden,
Umgibst mich mit dem Lichte dein,
Ein treuer Bruder mir zu werden,
Mir Freund und Führer stets zu sein.

Du zeigst mir Schwachen viel Erbarmen,
Führst mich an deiner Hand den Weg.
Voll Liebe räumest du mir Armen
Die Steine fort von manchem Steg.
„Den Blick zum Himmel froh erhebe!“
Stets deine milde Stimme spricht.
Je mehr ich still bescheiden lebe,
Je heller strahlt dein Angesicht.

Du, der durchwandelt, o so schnelle,
Den Weltenraum wie Blitz und Wind,
O fliege oft an meiner Stelle
Zu denen, die mir teuer sind.
Beschütze sie und still‘ ihr Wehe,
Von meines Jesu Güte sprich,
Dass jede Seele Wonne sehe
Im Leid, – und leise nenne mich.

Zu sprengen vieler Sünder Bande,
Sei meines kurzen Lebens Werk.
Du, Bote aus dem Vaterlande,
Mit deiner Liebesglut mich stärk‘!
Nimm meine Opfer zum Geschenke
Und meiner Armut hohen Wert,
Mit deinem Glück die Gabe tränke,
Dass sie den dreimal Heil’gen ehrt.

Dir, Engel, Preis im Himmelssaale,
Des Höchsten Königs Schatz sei dein!
Mir mag das Brot der heil’gen Schale,
Des Kreuzes Schmuck beschieden sein;
Mit Kreuz und Hostie will ich wallen.
In deinem Schutz, aufwärts den Blick,
Erwart‘ ich friedlich jene Hallen,
Wo ewig herrscht das höchste Glück.

Februar 1897

Quelle: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 422 f.


das Geburtszimmer von Therese, Elternhaus in Alençon

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Sehnsucht nach dem Himmel

 

Theresia läuft trotz des Regens zur Kirche, Kapelle im Elternhaus in Alençon 

Doch ich komme auf meinen Sonntag zurück. Dieser frohe Tag, der so schnell verflog, hatte doch seine Spur von Schwermut. Ich erinnere mich, daß mein Glück ungetrübt war bis zur Komplet; während dieses Gottesdienstes dachte ich daran, daß der Ruhetag seinem Ende zuging... daß man am morgigen Tag das Alltagsleben wieder beginnen müsse, arbeiten, Aufgaben machen, und mein Herz empfand die Verbannung auf Erden... ich seufzte nach der ewigen Ruhe des Himmels, nach dem Sonntag ohne Abend in der Heimat!...
(...) Was könnte ich von den Winterabenden erzählen, besonders den sonntäglichen? Ach, wie gut fand ich es, nach der Partie Damenbrett mich mit Celine auf Papas Knie zu setzen... Mit seiner schönen Stimme sang er Lieder, die die Seele mit tiefen Gedanken erfüllten...  oder er wiegte uns leise und sagte Gedichte voll der ewigen Wahrheiten auf...
Zuletzt gingen wir hinauf zum gemeinsamen Abendgebet, und die kleine Königin war ganz allein neben ihrem König und brauchte ihn zur anzusehen, um zu wissen, wie Heilige beten...
Dann kamen wir alle dem Alter nach, um Papa Gutenacht zu sagen und einen Kuß zu empfangen. Die Königin kam natürlich als letzte, und der König hob sie an den Ellbogen hoch, um sie zu küssen, und diese rief dann recht laut: "Guten Abend, Papa, gute Nacht, schlaf gut", jeden Abend wiederholte sich das...
Dann nahm mich mein Mütterchen auf den Arm und brachte mich in Celines Bett.
Ich frage dann: "Pauline, bin ich heute recht lieb gewesen?... Werden die Engelein mich umschweben?"
Stets lautete die Antwort ja, sonst hätte ich die ganze Nacht hindurch geweint...
Selbstbiographie, Johannesverlag, 38f

die Eltern Zelie und Louis Martin

die Schwestern Marie, Pauline und Celine

Das Vorbild des Vaters - Theresia von Lisieux

  

Kapelle beim Elternhaus in Alençon
 

Die Feste! Oh! Wenn die hohen auch selten waren, jede Woche brachte doch eines, das meinem Herzen gar teuer war: "Den Sonntag!" Welch ein Tag war doch der Sonntag!.... Es war der Festtag des Lieben Gottes, der Festtag der Ruhe.
Erstens blieb ich länger im Bettchen als an den übrigen Tagen, und dann verwöhnte Mama Pauline ihr Töchterchen und brachte ihm Schokolade ans Bett; hernach kleidete sie es an wie eine kleine Königin... die Patin kam um das Patenkind zu frisieren, das sich nicht immer artig benahm, wenn man es dabei an den Haaren riß, dann aber war es froh, wenn es seinen König bei der Hand fassen konnte, der es an diesem Tage noch zärtlicher küßte als sonst, und nun ging die ganze Familie zur Messe.

Auf dem ganzen Weg und selbst in der Kirche gab "Papas kleine Königin" ihm die Hand, ihr Platz war neben dem seinen, und mußten wir zur Predigt hinuntergehen, so galt es auch noch zwei Stühle nebeneinander zu finden. Das war nicht schwer, jedermann schien es so nett zu finden, einen so schönen alten Herrn mit einem so kleinen Mädchen zu sehen, daß die Leute sich stören ließen, um uns ihre Plätze zu geben. Mein Onkel, der in den Bänken der Kirchenvorsteher saß, freute sich, wenn er uns kommen sah, er sagte, ich sei sein kleiner Sonnenstrahl....

Mich kümmerte es wenig, beachtet zu werden, denn ich hörte den Predigten aufmerksam zu, obwohl ich nicht eben viel davon verstand; die erste, die ich begriff und die mich tief bewegte, war eine Predigt von Abbe Ducellier über das Leiden, und von da an verstand ich alle anderen Predigten.
Wenn der Prediger von der heiligen Theresia sprach, neigte sich Papa herab und sagte mir ganz leise:-"Hör gut zu, kleine Königin, man spricht von deiner heiligen Namenspatronin."
Ich hörte wohl aufmerksam zu, aber noch öfter als auf den Prediger schaute ich auf Papa, sein schönes Antlitz verriet mir so viele Dinge!...
Manchmal füllten sich seine Augen mit Tränen, die er vergeblich zurückzuhalten suchte, er schien bereits nicht mehr der Erde anzugehören, so sehr liebte es seine Seele, sich in den ewigen Wahrheiten zu versenken...
Und doch war sein irdischer Lauf bei weitem nicht zu Ende, lange Jahre sollten noch dahingehen, ehe der schöne Himmel sich seinen entzückten Augen erschloß, und der Herr die Tränen seines guten und getreuen Dieners trocknete.
(Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes Verlag, 37f)

Glasfenster der hl. Theresia und drei Aussprüche 

Die Taufkapelle der hl. Theresia in Alencon

Sich opfern für die Priester - Bild in der Wiener Peterskirche

Aus Liebe leben - Statue in der St Salvator Kathedrale in Brügge

Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu


Dienstag, 1. Oktober 2024

3 x Therese

 


Nichts ist wohltuender, als gut über seinen Nächsten zu denken.

Das Vertrauen mag alles, es bewirkt Wunder. 

Wenn immer ich kann, tue ich mein Bestes,
um froh zu sein, damit ich Freude machen kann.

 

Die Taufkapelle der hl. Theresia in Alencon

Sich opfern für die Priester - Bild in der Wiener Peterskirche

Aus Liebe leben - Statue in der St Salvator Kathedrale in Brügge

Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Therese von Lisieux - sich aus Liebe opfern für die Priester

Therese von Lisieux, Peterskirche, Wien

 

Aus Liebe leben heißt, o Herr, gedenken
Der Priester dein in innigem Gebet.
 
Wollst deine Glut in ihre Seelen senken,
Daß vor dir engelrein ein jeder steht.
 
Beschütze deine Kirche bis zum Ende!
An jedem Tag soll dies mein Bitten sein,
 
Für sie als Opfer mich, ihr Kind, verwende,
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.
 
(aus dem Gedicht "Aus Liebe leben", Quelle hier)

Dienstag, 1. Oktober 2019

Aus Liebe leben - Theresia von Lisieux

 Theresia von Lisieux, St Salvator Kathedrale, Brügge


Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu



Am Abend der Liebe, ohne Gleichnis redend, sprach Jesus: 'Wenn jemand mich lieben will Sein ganzes Leben lang, so daß er mein Wort bewahrt, werden mein Vater und ich kommen, ihn zu besuchen. Und wenn er sein Herz zu unserer Bleibe macht, werden wir, wenn wir zu ihm kommen, ihn immer lieben!...'
Wir wollen, daß er von Freude erfüllt bleibe in unserer Liebe!...'


Aus Liebe leben, das heißt, Dich selbst bewahren, Unerschaffenes Wort, Wort meines Gottes.
Ach, Du weißt es, göttlicher Jesus, ich liebe Dich. Der Geist der Liebe entflamme mich mit Seinem - Feuer! Indem ich Dich liebe, ziehe ich den Vater an; Mein schwaches Herz bewahrt Ihn für immer. O Dreifaltigkeit, Du bist die Gefangene Meiner Liebe!....

Aus Liebe leben, das heißt, von Deinem Leben leben, Glorreicher König, Wonne der Auserwählten. Du lebst für mich, verborgen in einer Hostie. Ich möchte mich für Dich verbergen, o Jesus!

Für Liebende ist Einsamkeit nötig, Ein Herz-zu-Herz, das Nacht und Tag dauert. Allein Dein Blick macht meine Seligkeit aus. Ich lebe aus Liebe! Aus Liebe leben, heißt auf Erden nicht, Sein Zelt auf dem Gipfel des Tabor aufschlagen; Es heißt, mit Jesus Kalvaria besteigen; Es heißt, das Kreuz als  einen Schatz ansehen!... Im Himmel muß ich im Genuß leben; Dann wird die Prüfung für immer entflohen sein, Doch in der Verbannung will ich im Leiden Leben aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, geben ohne Maß, ohne hienieden Lohn zu beanspruchen. Ach, ohne zu zählen, gebe ich und bin sicher, daß man nicht rechnet, solange man liebt !... Dem göttlichen Herzen, das von Zärtlichkeit überströmt, habe ich alles geschenkt... ich eile unbeschwert; Ich habe nichts mehr als meinen einzigen Reichtum: Leben aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, alle Furcht bannen, jede Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit. Von meinen Sünden sehe ich keinerlei Spur. In einem Augenblick hat die Liebe alles verbrannt. Göttliche Ramme, du sehr süßer Schmelzofen! In deinem Feuer nehme ich meinen Aufenthalt, in deinen Gluten singe ich in Herzenslust: "Ich lebe aus Liebe !"
  
Aus Liebe leben, das heißt, unaufhörlich weiterfahren, den Frieden, die Freude in alle Herzen säend. Geliebter Steuermann, die Liebe drängt mich, Denn ich sehe Dich in den Seelen meiner Schwester.
Sieh, die Liebe ist mein einziger Stern. In seiner Klarheit fahre ich dahin ohne Umweg. Ich habe meinen Wahlspruch auf mein Segel geschrieben: "Leben aus Liebe."

Aus Liebe leben, solange Jesus schlummert, das schenkt die Ruhe auf den stürmischen Wellen.  O fürchte nicht, Herr, daß ich Dich wecke. Ich erwarte im Frieden das Ufer des Himmels...
Bald wird der Glaube seinen Schleier zerreißen. Meine Hoffnung ist, Dich eines Tages zu schauen. Die Liebe schwellt und treibt mein Segel. Ich lebe aus Liebe!... 

Aus Liebe leben, das heißt, o mein göttlicher Meister, Dich anzuflehen. Dein Feuer auszubreiten in die heilige und geweihte Seele Deines Priesters, Auf daß er reiner sei als ein Seraph des Himmels! Ach, verherrliche Deine unsterbliche Kirche, Jesus, sei nicht taub für meine Seufzer! Ich, ihr Kind, ich opfere mich für sie. Ich lebe aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, Dein Antlitz trocknen. Das heißt, den Sündern die Verzeihung erlangen. O Gott der Liebe! Daß sie in Deine Gnade zurückkehren.
Und Deinen Namen für immer preisen.... Bis zu meinem Herzen erschallt die Gotteslästerung.
Um sie zu tilgen, möchte ich immer singen: "Deinen heiligen Namen, ich bete ihn an und ich liebe ihn."  Ich lebe aus Liebe.

(Theresia von Lisieux)


Kathedrale von Brügge

Montag, 1. Oktober 2018

Theresia von Lisieux, Patronin der Missionen

Ich werde den Missionaren helfen

Am 14. Dezember 1927 ernennt Pius XI. die kleine Therese zur Patronin der Mission, ganz rechts

Katechese von Christoph Kardinal Schönborn über Theresia von Lisieux, der Patronin der Weltmission, 2003:
Dieses Freiwerden von sich selber und sich Zuwenden zu Christus, seiner Leidenschaft, seiner Liebe zu den Menschen, das ist das Geheimnis ihrer Missionskarriere. Das sieht man gleich in der zweiten Schlüsselerfahrung, die unmittelbar anschließt:
"Als ich eines Sonntags die Photographie unseres Herrn am Kreuz betrachtete, ward ich betroffen vom Blute, das aus einer seiner Göttlichen Hände floss. Ich empfand tiefen Schmerz beim Gedanken, dass dies Blut zur Erde fiel, ohne dass jemand herzueilte, es aufzufangen. Ich beschloss, im Geiste meinen Standort am Fuße des Kreuzes zu nehmen, um den ihm entfließenden Göttlichen Tau aufzufangen, und begriff, dass ich ihn nachher über die Seelen ausgießen müsse... Der Schrei Jesu am Kreuz widerhallte ununterbrochen in meiner Seele: «Mich dürstet!» (Joh 19,28).
Diese Worte entfachten in mir ein unbekanntes, heftiges Feuer... Ich wollte meinem Viel-Geliebten zu trinken geben und ich fühlte mich selbst vom Durst nach Seelen verzehrt..."
(Selbstbiographische Schriften 97).

Es ist wirklich ein erstaunlicher Text, machtvoll. Thérèse ist ganz wach geworden, ihr Herz kann mitleiden, sie sieht den Herrn am Kreuz. Sie sieht das Blut aus seinen Wunden. Aber es ist nicht nur Mitleid mit seinem physischen, körperlichen Leid, es ist die Erschütterung darüber, dass das für uns vergossene Blut so unbeachtet bleibt, dass, wie Franziskus sagt, die Liebe nicht geliebt wird. Dieser Schmerz trifft sie. Das ist das tiefste Mitleid mit dem Heilswillen Jesu. Warum wird Jesu Liebe nicht mehr angenommen? Da beschließt Thérèse, wieder unglaublich gewagt, sich beim Kreuz aufzuhalten, "de me tenir en esprit au pied de la Croix" - "im Geist mich am Fuß des Kreuzes aufzuhalten", dort meinen Platz zu finden, dort, wo Maria, Johannes und Maria von Magdala standen, aber nicht passiv, sondern aktiv, um das göttliche Blut aufzufangen. Mich fasziniert immer wieder an Thérèse dieses Gewagte, dieses unglaublich eigentlich alle ängstlichen Maße Sprengende: "Ich begriff, dass ich es nachher über die Seelen ausgießen müsse." Sie hat eine Heilsaufgabe. - Ich erwähne nur in Klammer, man müsste es sich näher anschauen, die erstaunliche Parallele zum so genannten dritten Geheimnis von Fatima, wo es eine ganz ähnliche Passage gibt.
 - Es ist eine direkte, mit Christus verbundene Mission, die schon damals im Grunde grenzenlos ist. Wenn Christus sein Blut für alle vergossen hat, so will Thérèse immer entschiedener das Heil aller, weil es Jesu Wille ist. Sie will deshalb Jesu Durst stillen, ihr Mitleid mit ihm wird zum Durst, an seinem Werk teilzunehmen. Ihr Durst wird sein Durst nach Seelen. Sie zeichnet dann ein kleines Bild, ein Kreuzesbild, auf das sie diese beiden Worte zusammen schreibt: "Mich dürstet", Jesu Wort am Kreuz (Joh 19,28), und daneben das andere Wort, das Jesus zur Samariterin sagt: "Gib mir zu trinken" (Joh 4,7). Sie deutet es in diesem Sinn.

"Seelen retten", das hat man ein wenig belächelt, hat gesagt, das sei überholt, eine altmodische Sprechweise. Aber erinnern wir uns vielleicht an die erste Katechese: Was ist denn Mission? Ist das nicht zuerst eine Rettungsaktion? Erinnern wir uns daran, wie Jesus im Abendmahlssaal inständig gebetet, den Vater angefleht hat, dass keiner verloren gehe (Joh 17,15), von denen "die du mir gegeben hast". So sagt Thérèse im Blick auf dieses Bild des Gekreuzigten: "Ich brannte vor Verlangen, die großen Sünder den ewigen Flammen zu entreißen."
(vollständige Katechese: kathnet)

Reliquienschrein der hl. Therese

Maurice Belliere (1874-1922) hatte als Seminarist an den Karmel zu Lisieux geschrieben mit der Bitte um das Gebet einer Schwester. Er wird Therese zum "geistlichen Bruder" gegeben.

Gebet für einen Theologiestudenten (Therese von Lisieux)

Jesus, ich danke dir, daß du mir einen meiner größten Wünsche erfüllt hast:
einen Bruder zu haben, einen Priester und Apostel.
Ich fühle mich unwürdig dieser Auszeichnung,
doch da es dir gefallen hat, deiner kleinen, armen Braut die Gnade zu geben,
besonders für die Heiligung eines Priesters zu leben,
opfere ich dir für ihn mit Freude alle Gebete und Leiden auf.
Ich bitte dich, mein Gott, schau nicht auf das, was ich bin,
sondern darauf, was ich sein soll und sein möchte:
eine Ordensschwester, die ganz von deiner Liebe entflammt ist.

Du weißt, Herr, daß ich nur einen Wunsch habe:
daß man dich erkenne und liebe!
Jetzt wird dieser Wunsch Wirklichkeit.
Ich kann nur beten und leiden, aber dieser Bruder,
mit dem du mich in Liebe vereinst,
wird auf der Ebene kämpfen, um Herzen für dich zu gewinnen,
und ich werde auf dem Berge Karmel zu dir flehen,
daß du ihm den Sieg schenkst (vgl. Ex 17,9-13)

Göttlicher Jesus, erhöre mein Gebet für den, der dein Missionar sein will,
bewahre ihn mitten in den Gefahren der Welt.
Laß ihn mehr und mehr die Nichtigkeit und Eitelkeit der vergänglichen Dinge erkennen,
und laß ihn das Glück erfahren, sie hintanstellen zu können aus Liebe zu dir...

Maria, König des Karmel, dir vertraue ich diesen künftigen Priester an;
dem ich eine unwürdige kleine Schwester bin...,
beschütze ihn, damit er eines Tages zum Altar schreiten
und in seinen Händen den König der Himmel halten kann.
Ich bitte darum, daß du ihn immer unter deinem jungfräulichen Mantel bewahrst,
bis zu dem glücklichen Augenblick,
wenn er das Tal der Tränen verlassen und deinen Glanz schauen darf.
Dann wird er sich ewiglich an den Früchten seines wunderbaren Apostolats freuen können.
(17.-21. Oktober 1895)


Apsis der Basilika Sainte-Therese


Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin


Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu

Basilika Sainte-Therese, Lisieux

Mittwoch, 30. Mai 2018

Ach! Rouen! Rouen! Muss ich an diesem Ort sterben? (Jeanne d´Arc)

Markt unter einer Halle mit schrägem Gerüst, das an die Wellen des Ozeans erinnern soll

Auf dem alten Marktplatz (Place du Vieux Marche) in der Stadt Rouen wurde am 30. Mai 1431 Jeanne d`Arc (Johanna von Orleans) bei lebendigem Leib verbrannt. Sie war neunzehn Jahre alt.

Hier befand sich die im Jahr 1793 zerstörte Kirche Saint-Sauveur, deren Fundamente während der Renovierung des Platzes entdeckt wurden. 1979 wurde die Kirche Saint-Jeanne-d´Arc vom damaligen Präsidenten Valery Giscard d`Estaing "eingeweiht". In die Kirche wurden Glasfenster der ehemaligen Kirche Saint-Vincent eingebaut. Diese befand sich früher in der Rue Jeanne d´Arc und wurde 1944 durch eine Bombe zerstört.

Kirche Sainte Jeanne d´Arc vom Architekten Louis Arretche in Erinnerung an die Hinrichtung der Heiligen

"Einweihung" der Kirche durch den Presidenten am 27. Mai 1979

Wie im Rehabilitierungsprozess im Jahr 1456 festgelegt, ließ man unweit der Stelle des Scheiterhaufens ein Kreuz aufstellen

Ort der Hinrichtung v. Johanna v. Orleans, Rouen



JOHANNA VON ORLÉANS, Jungfrau, Märtyrin
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Jeanne, Johanna, Jana, Janina, Jeanine, Jeanette, Janice, Jolina, Iwana, Gianna, Hanna, männl.: Johannes, Jean
Gedenktag: 30. Mai
Lebensdaten: geboren 1412 in Domrémy, Lothringen, gestorben am 30. Mai 1431 in Rouen
Lebensgeschichte: Jeanne d’Arc war ein überaus frommes Bauernkind, das mit 13 Jahren „Stimmen“ hörte: Die heiligen Katharina, Margareta und Michael trugen ihr vom Himmel auf, Frankreich vom Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer zu befreien und den Thronfolger zum König zu krönen. Jeanne zog sich von ihrer Umgebung zurück, löste zuletzt ihre Verlobung und schaffte es durch ihr Charisma, ihre Weissagungs- und Heilungsgabe tatsächlich, bis zu Karl VII. vorgelassen zu werden, der seinen Herrschaftsanspruch schon aufgegeben hatte.
Sie erhielt eine Eskorte, um das belagerte Orléans mit Lebensmitteln zu versorgen, schnitt sich die Haare kurz, bekam eine Rüstung und – hatte durchschlagenden Erfolg. Jeanne gab den Soldaten neuen Mut, sie säuberte den Tross von Gesindel und Prostituierten, ließ Geistliche den Heeresbannern voranschreiten und begann, die Engländer zurückzudrängen. Als Karl VII. 1429 in Reims gekrönt wurde, war sie in der ersten Reihe dabei.
1430 wurde sie bei einem Ausfall feindlicher Burgunder gefangengenommen und an die Engländer verkauft, die sie in Paris der Ketzerei anklagen ließen. Obwohl sich die ungebildete „Jungfrau“, wie sie sich selber nannte, souverän verteidigte, wurde sie auf politischen Druck zum Feuertod verurteilt. Vor einen Scheiterhaufen geführt, versprach man ihr für den Fall ihres Geständnisses, sie in einem kirchlichen Gefängnis zu verwahren. Als man sie aber in den Kerker zurückbrachte, widerrief sie ihre Unterschrift und wurde am 30. Mai 1431 als rückfällige Ketzerin auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.
Verehrung: 1450 ließ Karl VII., der seinen Thron keiner Ketzerin verdanken konnte, ihren Prozess wiederaufnehmen, der 1456 mit ihrer vollständigen Rehabilitierung endete. Sie wurde 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen und 1922 zur Patronin Frankreichs erklärt.




Statue der hl. Johanna v. Orleans von Real del Sarte

Aus dem Katechismus:

Viele Christen sterben, wie die heilige Jeanne d`Arc, mit dem Wort "Jesus" auf den Lippen.
(KKK 435)

Glasfenster von 1510-1530

Brotvermehrung, Leben Jesu Fenster



Büste der hl. Jeanne d´Arc im Kircheninneren


Aus Lieb' zu dir, o Herr,
begrüß ich froh die Peinen;
Nicht fürcht' ich grausen Tod
Und nicht des Feuers Glut.

Mit dir, o Jesus,
will die Seele sich vereinen;
Nur eines ist mein Wunsch,
du bist es, höchstes Gut.

Ich nehm' das Kreuz; zu folgen dir,
geh' ich von hinnen.
Ich will sonst nichts als sterben,
Herr, für dich allein,
Um dann im Tod ein neues Leben zu beginnen.
Ich sterbe, um mit dir, o Jesus, eins zu sein.

(Gebet der hl. Johanna von Orleans, v. Theresia von Lisieux)




O Johanna, ohne Grab und ohne Bildnis, du wusstest, dass das Grab der Helden das Herz der Lebenden ist





Grundmauern der Kirche Saint-Sauveur

Kirche in der Form eines umgekehrten Schiffkiels