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Freitag, 13. September 2013

Johannes Chrysostomus - ein ökumenischer Heiliger


Mit großer Tiefe entfaltet Chrysostomus die Reflexion über die Wirkung der sakramentalen Kommunion in den Gläubigen: »Das Blut Christi erneuert in uns das Bild unseres Königs, es bringt eine unsagbare Schönheit hervor und gestattet nicht, daß der Adel unserer Seelen zerstört werde, sondern tränkt und nährt ihn unaufhörlich.«

Daher ermahnt Johannes die Gläubigen oft und eindrücklich, sich dem Altar des Herrn würdig zu nähern, »nicht gedankenlos … nicht aus Gewohnheit und als Formsache«, sondern »aufrichtig und mit reinem Geist«. Er wiederholt unermüdlich, daß die Vorbereitung auf die heilige Kommunion die Reue über die Sünden und die Dankbarkeit für das Opfer einschließen muß, das Christus zu unserer Rettung dargebracht hat. Daher ermahnt er die Gläubigen zu einer vollen und andächtigen Teilnahme an den Riten der Göttlichen Liturgie und dazu, mit derselben Haltung die heilige Kommunion zu empfangen: »Wir flehen euch an, laßt nicht zu, daß wir durch eure Respektlosigkeit getötet werden, sondern nähert euch Christus mit Andacht und Reinheit, und wenn ihr ihn vor euch seht, dann sagt zu euch selbst: ›Durch diesen Leib bin ich nicht mehr Erde und Asche, bin ich nicht mehr gefangen, sondern frei; durch ihn hoffe ich auf das Paradies, darauf, seine Güter, das Erbe der Engel, zu empfangen und mit Christus zu sprechen‹«.


hier geht es zu den beiden Katechesen von Papst Benedikt XVI. über den Heiligen
 
Chorkapelle, Petersdom, Sarkophag des hl. Johannes Chrysostomus


Im linken Seitenschiff des Petersdoms liegt die Chorkapelle, die (leider) durch ein kunstvoll gearbeitetes Gitter abgeschlossen ist. Unter der Altarplatte befinden/befanden? sich die sterblichen Überreste des hl. Johannes Chrysostomus. Seine Gebeine wurden 1204 bei der Eroberung Konstantinopels durch die Venetianer geraubt und in die Vatikanische Basilika gebracht. Am 27.11.2004 gab Johannes Paul II. die Reliquien (oder einen Teil davon - wer weiß mehr?) Bartholomaios I., dem Patriarchen von Konstantinopel, zurück.

"Wir sind ihm (Johannes Paul II.) aber auch dankbar für eine erst vor kurzem von ihm vollbrachte, großzügige Geste: die Erfüllung unserer Bitte der Rückgabe der heiligen Reliquien der großen heiligen Patriarchen von Konstantinopel und ökumenischen Lehrmeister, Gregor, dem Theologen, und Johannes Chrysostomos." (Bartholomaios I.)


„Das höchste Gut liegt im Gebet und im Dialog mit Gott,
weil es einer intimen Vereinigung mit Gott entspricht:
So wie die Augen aufleuchten, wenn sie das Licht betrachten,
so erleuchtet das unsägliche Licht Gottes auch die auf ihn gerichtete Seele.
Natürlich darf das Gebet nicht aus reiner Routine erfolgen,
sondern mit dem Herzen;
es soll sich nicht auf einen konkreten Zeitpunkt
oder auf bestimmte Uhrzeiten beschränken,
sondern Tag und Nacht fortgesetzt werden,
ohne Unterlass.“
(Johannes Chrysostomus, Quelle)

Dienstag, 24. Januar 2012

Saulus vor Damaskus

Als er sich auf seinem Weg bereits Damaskus näherte, umstrahlte ihn plötzlich ein Lichtschein vom Himmel  her. Er stürzte zu Boden und vernahm eine Stimme, die ihm zurief: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

Er fragte: Wer bist du, Herr?

Jener aber sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

(Apostelgeschichte 9)

Pfarrkirche Pöllau, Kanzel

Die Bekehrung des Paulus reifte in der Begegnung mit dem auferstandenen Christus heran; es war diese Begegnung, die seine Leben radikal veränderte. Auf dem Weg nach Damaskus geschah ihm das, was Jesus im heutigen Evangelium fordert: Saulus hat sich bekehrt, da er dank des göttlichen Lichts „an das Evangelium“ geglaubt hat.

Darin besteht seine und unsere Bekehrung: im Glauben an den gestorbenen und auferstandenen Jesus und in der Öffnung für die Erleuchtung durch seine göttliche Gnade. In jenem Augenblick begriff Saulus, dass sein Heil nicht von den guten Werken abhing, die auf die Erfüllung des Gesetzes abzielten, sondern von der Tatsache, dass Jesus auch für ihn – den Verfolger – gestorben und auferstanden war und auferstanden ist. Diese Wahrheit, die dank der Taufe das Dasein eines jeden Christen erleuchtet, stößt unsere Art zu leben vollständig um.

Sich bekehren bedeutet auch für einen jeden von uns, daran zu glauben, dass sich Jesus im Tod am Kreuz „für mich hingegeben hat“ (vgl. Gal 2,20) und als Auferstandener mit und in mir lebt. Wenn ich mich der Macht seiner Vergebung anvertraue und mich von ihm an der Hand nehmen lasse, kann ich dem Treibsand des Stolzes und der Sünde, der Lüge und des Kummers, des Egoismus und jeder falschen Sicherheit entkommen, um den Reichtum seiner Liebe kennen zu lernen und zu leben.



Liebe Freunde, die Einladung zur Umkehr, die durch das Zeugnis des heiligen Paulus bekräftigt worden ist, erschallt heute, zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen, auch auf der Ebene der Ökumene mit besonderer Vordringlichkeit. Der Apostel zeigt uns die angemessene geistliche Haltung, um auf dem Weg der Gemeinschaft fortschreiten zu können. „Nicht dass ich es schon erreicht hätte, oder dass ich schon vollendet wäre“, schreibt er an die Philipper. „Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin“ (Phil 3,12).

(Benedikt XVI. am Fest der Bekehrung des Hl. Paulus, 25.1.2009)