Posts mit dem Label Augustinerkirche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Augustinerkirche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 28. August 2016

Zum baldigen Schulanfang: ist der hl. Augustinus gerne in die Schule gegangen?

Augustinus wird von seinen Eltern dem Lehrer übergeben
Augustinerkirche zur hl. Dreifaltigkeit, Viterbo

Zunächst haßt er jedes Lernen und die Schule ist ihm zuwider, besonders wegen der Schläge, die die Lehrer auch schon damals reichlich austeilten und die ihm Schule und Lehrer verleiden.

"Dann gab man mich in die Schule, um die Buchstaben zu lernen, eine Kunst, deren Nutzen ich Ärmster nicht begriff; doch war ich einmal träge im Lernen, so bekam ich Schläge. Denn das gefiel so den Erwachsenen...
So begann ich denn schon als Knabe zur dir zu flehen, du meine Hilfe und mein Schutz (Ps 18,3) und zum Gebet zu dir löste sich meine schwere Zunge und ich betete - klein war ich damals und ach so groß war meines Herzens Inbrunst - daß ich doch in der Schule nicht geschlagen werde.
Und als du mir zu Heile mich nicht hörtest (Ps 22,3), als mich dennoch Strafe traf, da lachten die Erwachsenen, ja meine Eltern selbst, die mir doch nichts Böses wünschen konnten, über die Schläge, die ich bekam, und das war mir damals doch ein gar großes, bittres Leid... Denn wie die Folter fürchteten wir des Lehrers Schläge, und als gehe es, den ärgsten Martern zu entgehen, flehten wir zu dir.
Und doch sündigten wir: lasen oder schrieben oder lernten weniger, als man von uns verlangte. Nicht Gedächtnis, Herr, noch Verstand fehlten uns - die hattest du für unser Alter reichlich uns gegeben -, aber mehr Freude als das Lernen machte uns das Spiel. Und da straften unsere Lehrer uns für Sünden, die auch sie begingen. Die Spiele der Erwachsenen freilich nennt man Geschäfte; wenn aber Knaben gleiches treiben, werden sie von den Erwachsenen gestraft, und niemand hat darob Mitleid mit ihnen, noch mit den Erwachsenen, noch mit beiden zugleich." (Aus den Bekenntnissen, I.9)
(K. Petenyi, Ich liebte die Liebe, 70)

Sonntag, 14. August 2016

Durch die Hände der Unbefleckten kannst du alles



Durch die Hände der Unbefleckten kannst du alles.
Übergib ihr, was du nicht weißt, was du nicht kannst.
Sie weiß dann Rat, sie schafft es.
Durch sie wirst du alles so tun,
daß es Gott in höchstem Maße zum Ruhm gereicht.
Es wird dabei keine Grenzen geben.
Sie verweigert den Sündern nichts und das Heiligste Herz Jesu verweigert ihr nichts.

(M. Kolbe, in: P. Kamil Wenzel, Leben nach Gottes Plan)

 
Maximilian Kolbe, Św. Katarzyny Aleksandryjskiej, Krakau

Mutter, ich weiß nicht, wohin mich alles führen wird,
aber tu mit mir und mit allem so, wie es dir gefällt,
zur größeren Ehre Gottes.
Du siehst, wie elend ich bin,
wie ich vor dem Abgrund stehe und voll der Eigenliebe bin.
Wenn du mich nur einen Augenblick aus deinen unbefleckten Händen lässt,
werde ich sofort in die schwersten Sünden und in die tiefsten Abgründe fallen.
Aber wenn du mich hältst und führst, werde ich sicher nicht fallen,
sondern heilig werden.
(M. Kolbe, Gebetsfaltblatt, MI-Deutschland)

Mittwoch, 6. Juli 2016

Das Heiligtum der Maria Goretti in Corinaldo


Als ältestes von sieben Kinder wuchs Maria Goretti in Corinaldo in der Nähe von Ancona auf.
Da die Eltern die Familie durch ihre kleine Landwirtschaft nicht mehr ernähren konnten, zogen sie schließlich nach Le Ferriere in die Nähe von Nettuno, wo der Vater ein Jahr danach an Malaria starb.
Maria führte ein vorbildliches und äußerst frommes Leben, unterstützte die Mutter bei der Arbeit und sorgte sich um ihre jüngeren Geschwister. Auch um die Mitpächter Serenelli kümmerte sie sich. Der fast zwanzigjährige Sohn dieser Familie, Alessandro Serenelli, belästigte und bedrängte das Mädchen. Obwohl es mehrere Übergriffe gab, schwieg Maria ihrer Mutter gegenüber, um sie nicht noch mehr zu belasten. Schließlich verlor Alessandro am 5. Juli 1902 die Geduld und versuchte, gewalttätig zu werden. Das Mädchen wehrte sich und wurde durch 14 Messerstiche schwer verletzt. Ins Krankenhaus gebracht, starb sie einen Tag später. Auf dem Sterbebett verzieh Maria Goretti ihrem Mörder und versprach, für seine Bekehrung zu beten.

Der Mörder Maria Gorettis wurde zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Jahre nach Marias Tod, während denen Alessandro keine Anzeichen von Reue zeigte, erschien ihm in einem Traum (oder einer Vision) die junge Märtyrerin und reichte ihm eine Blume. Dies war der Anlass für seine Bekehrung. Nach seiner frühzeitigen Entlassung aus der Zwangsarbeit, die ihm als Strafe auferlegt wurde, lebte er als Klostergärtner im Kapuzinerkloster Ascoli Piceno; er schloss sich auch dem 3. Orden an und führte ein Leben der Buße. Er starb 1970.

Die Reliquien der heiligen Maria Goretti befinden sich in der Krypta der Kirche Madonna delle Grazie der Passionisten in Nettuno; auch in ihrem Geburtsort Corinaldo gibt es ein ihr geweihtes Heiligtum. Bei der Heiligsprechung Maria Gorettis am 24. Juni 1950 versammelten sich rund 500.000 Menschen.

(Quelle: kathpedia.com)







Maria Goretti erscheint Alessandro Serenelli im Traum, Corinaldo

Alessandro hatte für seine Tat 30 Jahre Gefängnis bekommen, er wurde aber wegen guter Führung etwas früher entlassen.

"Ein Traum gab mir einen kräftigen Antrieb zur Besserung meines Geistes. Es war das einzige Mal, daß ich von Maria Goretti träumte. Die weißgekleidete Maria pflückte in einem Garten, in dem ich mich befand, schneeweiße Lilien und reichte mir eine nach der anderen. Während sie mir diese Gab, verwandelten sie sich in viele brennende Lämpchen wie Kerzen. Dann verschwand sie."

Seine Bekehrung im Gefängnis war ehrlich und dauerhaft. Seither führte er ein beispielhaftes Leben. (Quelle: Stjosef)


Geistliches Testament von Alessandro Serenelli, das vom 5. Mai 1961 stammt und am 19. November 1970 veröffentlicht wurde (Quelle: stjosef):

Ich bin fast achzig Jahre alt und bald am Ende meiner Tage. Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückschaue, so erkenne ich, daß ich in meiner Jugend einen falschen Weg eingeschlagen habe: den Weg des Bösen, der mich in den Ruin führte. Ich erkannte durch die Zeitungen, die Darstellungen und die schlechten Beispiele, daß die Mehrzahl der Jugend jenen Weg ging, ohne sich darüber Sorgen zu machen; und so war auch in unbekümmert.
Ich hatte gläubige und religiöse Menschen in meiner Nähe, aber ich achtete nicht auf sie. Eine brutale Kraft machte mich blind und zog mich auf den schlechten Weg. Mit zwanzig Jahren wurde ich zum Sittenverbrecher, und graut mir bei der bloßen Erinnerung. Maria Goretti, jetzt eine Heilige, war der gute Engel, der von der göttlichen Vorsehung auf meinen Weg gestellt wurde. In meinem Herzen sind noch immer ihre Worte des Vorwurfs und der Verzeihung lebendig. Sie betete für mich und legte Fürsprache für einen Mörder ein.
Es folgten dreißig Jahre Gefängni. Wenn ich nicht minderjährig gewesen wäre, wäre ich lebenslang verurteilt worden. Ich nahm die verdiente Strafe an: ergeben bezahlte ich meine Schuld. Maria war wirklich mein Licht, meine Beschützerin; mit ihrer Hilfe verhielt ich mich recht, und als mich die Gemeinschaft wieder aufnahm, versuchte ich ehrlich zu leben. Die Söhne des hl. Franziskus, Laienkapuziner in den Marken, haben mich mit seraphischer Barmherzigkeit aufgenommen, nicht als ihren Diener, sondern als ihren Bruder. Ich lebte mit ihnen seit dem Jahr 1936.
Von nun warte ich ruhig auf den Moment, der mich vor Gottes Angesicht erscheinen läßt, um dann meine Lieben zu umarmen und in Nähe meines Schutzengels und seiner lieben Mutter Assunta zu sein.
Alle, die diesen Brief lesen, mögen die heilsame Lehre daraus ziehen, das Böse zu meiden und sich immer, schon als Kind dem Guten zuzuwenden. Sie sollen daran denken, daß die Religion mit ihren Geboten nicht etwas ist, was man nicht braucht, sondern der wahre Trost, der einzig sichere Weg in allen Lebenslagen, auch in den schmerzhaftesten.
Pax et bonum!

Grab von Alessandro Serenelli
 

Mutter Assunta Goretti

Nach der Urteilsverkündigung fragte der Gerichtspräsident Assunta: Frau Assunta Goretti, verzeiht ihr dem Mörder Eurer Tochter? Meinerseits ja, ich verzeihe ihm von Herzen, Herr Präsident.
Unter dem Volk im Gerichtssaal hörte man einen verworrenen Lärm. Jemand sagte: Ich würde ihm nicht verzeihen! Darauf Mutter Assunta: Und wenn jesus Christus uns auch nicht verzeihen würde?
(Quelle wie oben)



1937 hatte sich Alessandro Serenelli nach Corinaldo begeben mit dem Vorsatz, Mutter Assunta und die Familie Goretti um Verzeihung für sein Verbrechen zu bitten. Er fiel auf die Knie und stammelte gerührt: Assunta, verzeiht mir!
Assunta rief aus:  Sie hat euch verziehen, Gott hat euch verziehen! Auch ich verzeihe euch.




Das Martyrium der hl. Maria Goretti

Statue von Maria, die sie im Augenblick des Todes zeigt, Marienbild der Familie

Armreliquie v. Maria Goretti, Corinaldo








Elsa über Maria Goretti und Alessandro Serenelli
Der Schrein der Heiligen wird durch Corinaldo getragen

Montag, 21. Oktober 2013

Kaiser Karl aus dem Hause Österreich


Karl I., letzter österreichischer Kaiser. Karl aus dem Haus Habsburg wurde 1887 in Persenbeug geboren. Am 21. Oktober 1911 heiratete er Zita von Bourbon-Parma. Mit seiner Ehefrau und den Kindern führte er ein beispielhaftes Familienleben, geprägt von der innigen Liebe zur heiligsten Eucharistie und Verehrung der Gottesmutter Maria. Nach dem Tod von Kaiser Franz-Josef, der die Donaumonarchie 68 Jahre regiert hatte, wurde Karl 1916 mitten im Ersten Weltkrieg Kaiser von Österreich und zum König von Ungarn gekrönt. Er bemühte sich sofort um einen gerechten und dauerhaften Frieden, scheiterte aber, als er 1917 durch seinen Schwager Sixtus geheim ein Friedensangebot unterbreiten ließ. Sein politisches Missgeschick hat wesentlich mit seiner unbedingten Friedensliebe zu tun.

Mit dem Ende des Krieges war das Habsburgerreich rettungslos zerfallen, in Österreich wurde 1918 Republik ausgerufen und Karl ging mit seiner Familie in das Exil in die Schweiz. Karl unternahm 1921 einen Restaurationsversuch in Ungarn, scheiterte aber wesentlich deshalb, weil er auf die Anwendung jeglicher Gewalt verzichtete. In der Folge wurde er auf die Insel Madeira verbannt, wo er mit seiner Frau Zita und seinen Kindern in einfachsten Verhältnissen lebte. Er ertrug eine unheilbare Lungenkrankheit mit tiefem Gottvertrauen und opferte sein Leiden als Sühne für den Frieden auf. Karl I. von Österreich starb 1. April 1922 im Alter von nur 35 Jahren. 2004 wurde er von Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. Seine Gebeine ruhen in Madeira, während seine Frau Zita, die ihn 67 Jahre überlebte, in der Kaisergruft in Wien bestattet ist.
(Martyrologium Sancrucense)


Altar des sel. Karl von Österreich, Augustinerkirche, Wien

In seinem Aufsatz "Die Bedeutung der christlichen Tugenden im Leben Kaiser Karls" (J. Mikrut (Hrsg.), Kaiser Karl I., 512) fasst Gerhard B. Winkler das Leben des Seligen wie folgt zusammen:

"Auch der Ehrwürdige Diener Gottes Karl von Österreich wurde wie P. Pavlicek ein Vorbeter der Nation, im Leben und im Sterben, vor allem durch sein bewusstes Lebensopfer für seine Völker. In Laxenburg gehörte die Frühmesse zur streng geregelten Tagesordnung des Kaisers. Er war ein Märtyrer des Friedens wie der hl. Marco von Aviano. Er hätte leicht ein Staatenreformer und Begründer werden können wie der hl. Markgraf Leopold III. Spirituell ist er durch seine christliche Weisheit einer der ersten Väter des Vereinten Europas geworden und ein geistiger Vorläufer der katholischen Christen Robert Schuhmann, Alcide De Gasperi und Konrad Adenauer. Er besaß die seltene Gnadengabe, in höchster politischer Exponiertheit einer einzigartigen Krisenzeit eine saubere Weste zu bewahren, ein exemplarisches Christentum zu leben und die angestammte Pietas Austriaca als kirchliche Pietät noch einmal hell als Zeichen für die Zukunft aufleuchten zu lassen."

Reliquiar, sel. Kaiser Karl von Österreich, Augustinerkirche, Wien