Posts mit dem Label Basilika Sacre-Coeur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Basilika Sacre-Coeur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 19. August 2025

Urheber der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu

JOHANNES EUDES

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Jan, Janis, Juan, Jean, John, Hans, Hannes, Johann, Yannik, Giovanni, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Giovanna
Gedenktag: 19. August

Lebensdaten: geboren am 14. November 1601 in Ri bei Argentan, Normandie, gestorben am 19. August 1680 in Caen

Lebensgeschichte: Jean war eines von sieben Kindern eines Baders und konnte trotz seiner einfachen Herkunft bei den Jesuiten in Caen zur Schule gehen. 1623 trat er in Paris der Weltpriestervereinigung der Oratorianer bei, den Rivalen der Jesuiten, die unter dem späteren Kardinal Bérulle die École française de spiritualité mit Christozentrik und dem Streben nach persönlicher Heiligkeit prägten. Doch nach seiner Priesterweihe und Primiz am 25. Dezember 1625 wurde Eudes so krank, dass er ein Jahr das Bett hüten musste. Seine theologische und geistliche Weiterbildung unterband der Ausbruch der Pest in der heimatlichen Normandie, wo er von 1627 bis 1631 Kranke pflegte, Sterbenden beistand und für eine würdige Bestattung der Verstorbenen sorgte.

1633 setzte seine Tätigkeit als Volksmissionar ein, die ihn in über hundert, oft wochenlangen Einsätzen über die eigene Region hinaus nach Burgund und die Bretagne und sogar bis zum Hof nach Versailles führte. Eudes erwarb sich einen hervorragenden Ruf als Prediger und Beichtvater. Dabei fiel dem erfolgreichen Missionar der geistig dürftige Zustand des Klerus auf dem Land auf. 1643 verließ er das Oratorium von Caen, dessen Superior er war, rekrutierte sieben erfahrene Priester und gründete mit Zustimmung des Bischofs von Bayeux eine Priestergemeinschaft zur Ausbildung von Volksmissionaren: die Kongregation von Jesus und Maria, später schlicht Eudisten genannt. Seminare entstanden in Coutances, Lisieux, Rouen, Évreux und Rennes. Eine Eigenheit dieser Ausbildungsstätten war die starke Verehrung der Herzen Jesu und Mariens. 1648 fand in Autun die erste heilige Messe vom Heiligsten Herzen Mariens statt, 1672 feierten alle Seminare der Eudisten das Heiligste Herz Jesu. Beide Messformulare hatte Eudes komponiert.

Bereits 1634 hatte Eudes in Caen einen Zufluchtsort für junge Frauen geschaffen, um sie der Prostitution zu entziehen. 1641 wurde mit Hilfe der geheimen Gesellschaft des Allerheiligsten Sakraments das Institut Unserer Lieben Frau der Zuflucht gegründet, bald darauf jedoch der Obhut der Visitantinnen von Caen anvertraut. 1651 entstanden daraus ein Kloster und der Orden Unserer Lieben Frau der Caritas. Weitere Klostergründungen erfolgten in Rennes (1673), Hennebont und Vannes (1676).

Verehrung: Jean Eudes, der als größter Missionar Frankreichs gilt, wurde nach seinem Tod am 19. August 1680 in der Seminarkirche der Eudisten von Caen bestattet. 1810 wurden seine Gebeine in die Jesuitenkirche Notre-Dame-de-la-Gloriette übertragen. Seit 1884 ruhen sie dort in der Krypta unter dem südlichen Querschiff. Der „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ (Pius X.) wurde 1909 selig- und 1925 heiliggesprochen.

Darstellung: als Priester mit Buch oder Kreuz und flammendem Herzen

Patron: der Eudisten, des Bistums Baie-Comeau (Kanada)
(BistumAugsburg)

Johannes Eudes, Sacre-Coeur, Paris

„Die heilige Praxis des Gebets muss auf die Stufe der wesentlichen Grundlagen des Lebens und der christlichen Heiligung gehoben werden … Das ist eine so wichtige und so absolut notwendige Sache, dass die Erde, die uns trägt, das Brot, das uns nährt, und das Herz, das in unserer Brust schlägt, für den Menschen nicht so notwendig sind für ein menschliches Leben, wie das Gebet für den Christen notwendig ist für ein christliches Leben.
Das Gebet ist ein respekt- und liebevolles Erheben unseres Geistes und unseres Herzens zu Gott. Es ist eine freundliche Unterhaltung, ein heiliger Austausch, ein göttliches Zwiegespräch der christlichen Seele mit ihrem Gott, dort, wo sie ihn in seiner göttlichen Vollkommenheit, in seinen Mysterien und in seinen Werken betrachtet und würdigt;
sie betet ihn an, preist ihn, liebt und verherrlicht ihn, gibt sich ihm hin, verbeugt sich demütig vor ihm angesichts der eigenen Sünden und Undankbarkeit, bittet ihn um Barmherzigkeit, lernt, ihm immer ähnlicher zu werden, indem sie seiner göttlichen Tugend und Vollkommenheit nacheifert, und bittet ihn schließlich um all die Dinge, die sie zum Dienen und zum Lieben braucht“
(Das Leben und das Königreich Jesu in den christlichen Seelen, 1637).


Sacre-Coeur, Paris

Montag, 29. Mai 2017

Ich habe die Welt besiegt!

Basilika Sacre Coeur, Paris


Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt.
In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut:
Ich habe die Welt besiegt.
(Johannes 16,32)

Montag, 1. Dezember 2014

Charles de Foucauld (und ein kostenloser Blick auf Paris)


Diesen Beitrag widme ich Bruder Karl M.
 
Glasfenster, Charles de Foucauld, Sacre-Coeur, Paris

Charles de Foucauld, Einsiedler und Ordensgründer; der selige Charles de Foucauld wurde 1858 in Straßburg geboren und entfernte sich als Jugendlicher vom katholischen Glauben bis zur Gottlosigkeit. 1876 trat er in die Armee ein, danach unternahm er eine Expedition durch Marokko, die ihm wissenschaftlichen Ruhm als Geograph einbrachte. Foucauld war fasziniert von der Religiosität des Islam, als 28-Jähriger durchlebte er in Straßburg eine tiefe Bekehrung zum christlichen Glauben. Er überlegte, dem Trappistenorden beizutreten und arbeitete drei Jahre als Gärtner im Trappistenkloster von Nazareth.
Er empfing schließlich die Priesterweihe und kehrte in die Sahara zurück, um als Einsiedler und Missionar mit dem Stamm der Tuareq in Tamanrasset zu leben. Foucauld gründete selbst eine Gemeinschaft mit den Merkmalen der Bedürfnislosigkeit, der eucharistischen Anbetung und dem Apostolat. Er nannte sich „Kleiner Bruder Charles von Jesus“.
Charles de Foucauld wurde am 1. Dezember 1916 bei dem Überfall einer Bande von Tuareq erschossen. Heute berufen sich allein 10 religiöse Orden und 9 Gemeinschaften auf das Charisma des Charles de Foucauld, unter ihnen die „Kleinen Brüder Jesu“, die „Kleinen Schwestern Jesu“ sowie die Laiengruppe „Gemeinschaft Charles de Foucauld“. Charles wurde unter Benedikt XVI. am 13. November 2005 in Rom selig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)

Basilika Sacre-Coeur, Paris


Liebe Brüder und Schwestern in Christus!
Danken wir für das Zeugnis, das Charles de Foucauld gegeben hat. Durch sein kontemplatives und verborgenes Leben in Nazaret stieß er auf die Wahrheit der Menschheit Jesu und fordert uns so auf, das Geheimnis der Menschwerdung zu betrachten. An jenem Ort hat er viel über den Herrn gelernt, dem er in Demut und Armut nachfolgen wollte. Er entdeckte, daß Jesus, der unsere menschliche Natur angenommen hat, uns zu der universalen Brüderlichkeit einlädt, die er später in der Sahara lebte, und zu jener Liebe, die Christus uns vorgelebt hat. In den Mittelpunkt seines Daseins als Priester stellte er die Eucharistie und das Evangelium, die beiden Tische des Wortes und des Brotes, Quelle des christlichen Lebens und der Mission.
(Grußworte von Benedikt XVI am Ende der Seligsprechungsfeier, 13. November 2005)


"Und ich bitte Dich um dies eine: Bete, daß ich liebe, bete, daß ich Jesus liebe, bete, daß ich sein Kreuz liebe, bete, daß ich das Kreuz nicht um meiner selbst willen liebe, sondern als das einzige Mittel, Jesus zu verherrlichen: "Das Weizenkorn bringt nur Frucht, wenn es stirbt... Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alles an mich ziehen." Und, wie der heilige Johannes vom Kreuz bemerkt, in der Stunde seiner äußersten Vernichtung, seines Todes hat Jesus das größte Heilswerk getan, hat er die Welt gerettet..." (Bruder Karl lässt Jesus sprechen)


Wenn Jünger Jesu mutlos werden könnten, wieviel Grund zur Entmutigung hätten die Christen von Rom am Abend des Martyriums der heiligen Petrus und Paulus gehabt! Ich habe oft an diesen Abend gedacht: welche Trauer, und wie verdunkelt hätte alles erschienen, wäre in den Herzen nicht der Glaube lebendig gewesen! Es wird immer Kämpfe geben, und immer wird in der scheinbaren Niederlage der wirkliche Triumpf des Kreuzes sein."

(Charles de Foucauld, Die Schriften von Charles de Foucauld, Hrsg. H. U. v. Balthasar, 1961, Neue Folge, 41ff)

Apsismosaik, Sacre-Coeur, Paris

Lieben wir Jesus, verlieren wir uns vor dem Allerheiligsten Sakrament: Dort ist das Allumfassende, das Unendliche, Gott... Begreifen wir den Abgrund zwischen Schöpfer und Geschöpf: Das Allumfassende gegenüber dem Nichts. Werfen wir uns nicht in den Schmutz vergänglicher Dinge, wenn Jesus uns durch Seine Gegenwart, Seine Gedanken, Seine fortwährende Betrachtung vor Freude trunken machen will...
Oh! Könnten wir uns doch verlieren, uns hineinstürzen bis zum Untergang in das Meer der Liebe unseres vielgeliebten Jesus! Amen.

(Charles de Foucauld, Die geistlichen Schriften, 1963)

Eucharistische Anbetung im Sacre-Coeur



Donnerstag, 16. Oktober 2014

3. familiensynodaler Beitrag gegen die Verharmlosung der Sünde (aus Paray-le-Monial)

Jesus offenbart Margareta Maria Alacoque Sein göttliches Herz, Basilika Sacre-Coeur, Paray-le-Monial

Mein göttlicher Meister erteilte mir einmal folgende Lehre:

"Wisse", sagte er mir, als ich einen Fehler begangen hatte, "daß ich ein heiliger Herr bin und die Heiligkeit lehre. Ich bin rein und kann nicht den leisesten Makel dulden. Deshalb mußt du in Einfalt des Herzens, in ehrlicher und reiner Absicht in meiner Gegenwart handeln.

Ich kann nicht die geringste Abweichung dulden, und ich werde dich erkennen lassen, daß ich, nachdem dass Übermaß meiner Liebe mich angetrieben hat, mich zu deinem Meister zu machen, um dich nach meiner Art und meinen Plänen zu unterweisen und zu bilden, die lauen und feigen Seelen nicht ertragen kann, und wenn ich sanft bin im Ertragen deiner Schwachheiten, ich nicht weniger streng und genau sein werde im Tadeln und Bestrafen deiner Untreuen."

(M. Breig, Hrsg., Leben und Werke der hl. Margareta Maria Alacoque, I. Selbstbiographie, 54)