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Donnerstag, 15. November 2018

Leopold III. - zur Einführung des kirchlichen Feiertages 1663



". . . Demnach Wir wahrgenommen/das/dass Fest des Heiligen LEOPOLDI, in Unserem Land Under der Ennß nur an etlichen Orthen/in Ober Oesterreich aber gar nicht/feyerlich gehalten würdet. Und nun es sich in allweeg gebühren will/dass der Heilige LEOPOLDUS, alß ein Patronus und Schutz-Herr Unseres gantzen Lands Oesterreich in demselben durchgehend mit sonderbahrer Andacht geehret/und dessen Fest von allen und jeden Innwohnern und Underthanen Hochfeyerlich gehalten werde. Also seynd Wir auß sonderbahren gegen dem Heiligen LEOPOLDO tragenden Eyffer und Andacht bewogen worden/die Ewige und offentliche Feyrung dieses Fests/an allen und jeden Orthen/Unsers ErtzHertzogthumbs Oesterreich Under- und Ob der Ennß  einzuführen/ dergestalten/dass von nun an hinführo zu Ewigen Zeiten der benennte JahrsTag deß Heiligen LEOPOLDI, allenthalben ordentlich und völlig gefeyret werden solle. ..."
 
Mit diesem kaiserlichen Patent vom 19. Oktober 1663 wurde dem Landespatron der alten österreichischen Kernlande Niederösterreich (mit Wien) und Oberösterreich, dem hl. Leopold, ein kirchlicher Feiertag gewidmet, der 15. November, der Todestag des Heiligen.
(austriaforum)

Statue des hl. Leopold in der Stiftskirche Klosterneuburg

Heiliger Leopold, bitte für uns und für deine Gründungen



 
 
 
 
 


Verduner Altar mit dem Schrein des hl. Leopold in der Krypta des Stiftes Klosterneuburg


Stift Klosterneuburg mit Tiefgarage

Dienstag, 28. August 2018

Augustinus - die Unergründlichkeit Gottes

Augustinus und der Knabe am Meer, Stiftskirche Klosterneuburg



Die Legende vom Heiligen und dem Knaben am Meer ist die berühmteste und in der Ikonographie am meisten verbreitete der Augustinuslegenden. Sie handelt von der Entstehung seines Werks über die allerheiligste Dreifaltigkeit „De Trinitate“. Es wird erzählt, dass der Heilige am Meer spazieren geht und am Ufer einen Knaben sieht, der mit einer Muschel Wasser in ein in den Sand gegrabenes Loch schaufelt. Immer wieder läuft der Knabe an den Uferrand, um neues Wasser zu schöpfen und es in die Sandmulde zu gießen. Augustinus fragt den Knaben nach dem Zweck seines Tuns. Dieser antwortet, er wolle das ganze Meer in das Loch schöpfen. Schmunzelnd erwidert Augustinus, dass dies unmöglich sei. Darauf entgegnet ihm der Knabe, dass dies eher möglich sei, als dass Augustinus auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit in seinem Buch auszuschöpfen vermöchte. (kathnet)



Vom heiligen Augustinus wird erzählt, dass er am Meer spazieren ging – damals, als er an seinem großen Werk über die Dreifaltigkeit Gottes arbeitete.
Dort beobachtete er ein kleines Kind, das ein Loch in den Sand gegraben hatte und nun mit einer Muschel in der Hand immer wieder zum Wasser lief, Wasser schöpfte, zurück rannte und das Wasser in das Loch goss. Darauf lief es wieder zum Wasser, schöpfte und wiederholte das Ganze immer aufs Neue.
Nach einiger Zeit fragte Augustinus: „Was machst du denn da?“ Und das Kind antwortete ihm: „Ich schöpfe das Meer in dieses Loch!“
Augustinus schüttelte den Kopf und sagte: „Du kleiner Narr, das ist doch ganz unmöglich. Du kannst doch das große, weite Meer nicht in dieses kleine Loch füllen!“
„Du lachst über mich, aber du bildest dir ein“ meinte daraufhin das Kind und blickte den großen Gelehrten durchdringend an, „dass du die Größe und Unergründlichkeit Gottes mit deinen kleinen Gedanken ausschöpfen kannst!?“


Augustinus als Fürsprecher

Augustinus als Bischof und Kirchenlehrer, Antonio Bellucci, 1692
Augustinusaltar, Stiftskirche Klosterneuburg
 

Montag, 27. August 2018

Monika

Augustinus reist nach Rom?, Stiftskirche Klosterneuburg



Dein Wirken war es demnach, daß ich mich bestimmen ließ, nach Rom zu übersiedeln, um lieber dort zu lehren, was ich schon in Karthago gelehrt hatte. (...)
Weshalb ich von hier wegging und mich dorthin wandte, Du, Gott, wußtest es, aber Du sagtest es weder mir noch meiner Mutter, die meinen Weggang bitter beklagte und mich ans Meer begleitete.
Aber ich betrog sie, als sie sich leidenschaftlich an mich klammerte, um mich entweder zurückzubringen oder mit mir abzureisen; ich gab vor, ich wollte einen Freund nicht sitzenlassen, der einen günstigen Wind zur Abfahrt abwartete. Ich log meiner Muttter - und welcher Mutter! - und entkam. Auch das hast Du mir barmherzig verziehen, hast mich von widerlichem Schmutz Bedeckten vor den Wassern des Meeres bewahrt, um mich dem Wasser Deiner Gnade entgegenzuführen, mich darin zu waschen, damit der Tränenstrom der mütterlichen Augen versiege, der vor Deinen Blicken täglich die Erde netzte.
Da sue demnach sich weigerte, ohne mich heimzukehren, überredete ich sie mit Mühe, die Nacht in einer dem Andenken des hl. Cyprian geweihten Kapelle zu verbringen.
Während dieser Nacht machte ich mich heimlich davon. Sie blieb zurück, betend und weinend.
Was verlangte sie von Dir unter soviel Tränen, mein Gott, als daß Du mir nicht erlaubtest, mich einzuschiffen? Du aber aber erhörtest in Deinem tiefen Ratschluß den Kern ihrer Bitte und übergingst das Flehen der Stunde, um aus mir den zu machen, den sie allzeit erbat.
Der Wind erhob sich, blähte unsere Segel, unsern Blicken entschwand das Ufer, an dem am nächsten Morgen meine Mutter in wahnsinnigem Schmerz Deine Ohren mit Klagen und Stöhnen füllte, ohne daß Du es achtetest, mich aber zogst Du an meinen Leidenschaften fort, um eben diesen Leidenschaften ein Ende zu bereiten, während Du meiner Mutter allzu irdisches Begehren mit der Zuchtrute der Schmerzen straftest. Sie hing, wie alle Mütter, nur noch viel stärker, an meinem Zusammensein mit ihr und ahnte die Freuden nicht, die Du ihr durch meine Abwesenheit bereitetest. Sie ahnte es nicht, deshalb weinte und jammerte sie, Evas Erbteil erwies sich in diesen Qualen, da sie stöhnend das suchte, was sie unter Stöhnen geboren hatte. Nachdem sie mich des Betrugs und der Grausamkeit angeklagt hatte, begann sie erneut für mich zu beten, aber kehrte in ihr gewohntes Leben zurück, während ich nach Rom weiterfuhr.
(Augustinus, die Bekenntnisse, VIII, 15)


Allmächtiger Gott,
du hast auf die Tränen
der heiligen Monika geschaut;
du hast ihr Flehen erhört
und ihrem Sohn Augustinus
die Gnade der Bekehrung geschenkt.
Gib uns auf die Fürsprache
dieser heiligen Mutter und ihres Sohnes die Gnade,
dass wir unsere Sünden bereuen
und bei dir Verzeihung finden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.




Deckenfresken über dem Augustinusaltar, Stiftskirche Klosterneuburg