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Dienstag, 8. September 2026

Mariä Geburt (Papst Benedikt XVI. am 8.12.2012)

 

Fenster der Geburt Mariä, links Prophet Jesaja, rechts Jeremia,



ANSPRACHE DES HEILIGEN VATERS BENEDIKT XVI. AN DIE TEILNEHMER DES 23. INTERNATIONALEN MARIOLOGISCH-MARIANISCHEN KONGRESSES

Hof des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo, Samstag, 8. September 2012

Liebe Brüder und Schwestern,

mit großer Freude heiße ich Sie alle hier in Castel Gandolfo willkommen, gleichsam zum Abschluss des XXIII. Internationalen Mariologischen Marianischen Kongresses. Sehr passend beschäftigen Sie sich mit dem Thema: „Die Mariologie ausgehend vom Zweiten Vatikanischen Konzil. Rezeption, Bilanz und Perspektiven“, da wir uns anschicken, des 50. Jahrestages des Beginns jener großen Versammlung zu gedenken und ihn zu feiern, die am 11. Oktober 1962 eröffnet wurde.

Ich begrüße herzlich Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse und Präsident des Kongresses; Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur und des Koordinierungsrates der Päpstlichen Akademien, ebenso den Präsidenten und die akademischen Autoritäten der Internationalen Marianischen Päpstlichen Akademie, denen mein Dank für die Organisation dieser wichtigen Veranstaltung gilt. Ich grüße die Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen, die Präsidenten und Vertreter der anwesenden mariologischen Gesellschaften, die Mariologieforscher und schließlich alle, die an den Arbeiten des Kongresses teilnehmen.

Der selige Johannes XXIII. wollte, dass das Ökumenische Zweite Vatikanische Konzil gerade am 11. Oktober eröffnet werde, am selben Tag, an dem im Jahr 431 das Konzil von Ephesus Maria als „Theotokos“, als Gottesgebärerin und Mutter Gottes, verkündet hatte (vgl. AAS 54, 1962, 67–68). Bei diesem Anlass begann er seine Ansprache mit bedeutungsvollen und programmatischen Worten:

„Die Mutter Kirche freut sich, weil durch ein besonderes Geschenk der göttlichen Vorsehung nun der so sehr ersehnte Tag angebrochen ist, an dem unter dem Schutz der Jungfrau und Gottesmutter, deren mütterliche Würde heute in festlicher Feier gedacht wird, hier am Grab des heiligen Petrus das Zweite Ökumenische Vatikanische Konzil feierlich seinen Anfang nimmt.“

Wie Sie wissen, wird am kommenden 11. Oktober zur Erinnerung an jenes außergewöhnliche Ereignis das Jahr des Glaubens feierlich eröffnet, das ich mit dem Motu proprio Porta fidei ausgerufen habe. Darin stelle ich Maria als beispielhaftes Vorbild des Glaubens vor und erbitte ihren besonderen Schutz und ihre Fürsprache auf dem Weg der Kirche. Ihr, die selig ist, weil sie geglaubt hat, vertraue ich diese Zeit der Gnade an.

Auch heute, liebe Brüder und Schwestern, freut sich die Kirche in der liturgischen Feier der Geburt der seligen Jungfrau Maria, der ganz Heiligen, der Morgenröte unseres Heils.

Der Sinn dieses Marienfestes wird uns von dem heiligen Andreas von Kreta in Erinnerung gerufen, der im 7. und 8. Jahrhundert lebte. In seiner berühmten Predigt zum Fest der Geburt Mariens stellt er dieses Ereignis als kostbares Teilstück jenes außergewöhnlichen Mosaiks dar, das der göttliche Heilsplan für die Menschheit ist:

„Das Geheimnis des Gottes, der Mensch wird, die Vergöttlichung des vom Wort angenommenen Menschen, stellen die Summe der Güter dar, die Christus uns geschenkt hat, die Offenbarung des göttlichen Planes und die Niederlage jeder anmaßenden menschlichen Selbstgenügsamkeit. Das Kommen Gottes zu den Menschen als strahlendes Licht und als klare und sichtbare göttliche Wirklichkeit ist das große und wunderbare Geschenk des Heils, das uns zuteilwird. Die heutige Feier ehrt die Geburt der Gottesmutter. Doch die wahre Bedeutung und das Ziel dieses Ereignisses ist die Menschwerdung des Wortes. Denn Maria wird geboren, gestillt und erzogen, um die Mutter des Königs der Zeiten, Gottes, zu sein.“ (Rede I: PG 97, 806–807).

Dieses wichtige und alte Zeugnis führt uns mitten hinein in das Thema, über das Sie nachdenken und das das Zweite Vatikanische Konzil bereits im Titel des VIII. Kapitels der Dogmatischen Konstitution über die Kirche Lumen gentium hervorheben wollte: „Die selige Jungfrau Maria, die Gottesgebärerin, im Geheimnis Christi und der Kirche.“

Es geht um den „nexus mysteriorum“, um den inneren Zusammenhang zwischen den Geheimnissen des christlichen Glaubens. Das Konzil hat diesen Zusammenhang als Horizont aufgezeigt, innerhalb dessen die einzelnen Elemente und die verschiedenen Aussagen des Schatzes des katholischen Glaubens verstanden werden sollen.

Während des Konzils, an dem ich als junger Theologe als Berater teilnahm, hatte ich Gelegenheit, die verschiedenen Weisen zu beobachten, wie die Fragen nach der Gestalt und der Rolle der seligen Jungfrau Maria in der Heilsgeschichte behandelt wurden.

In der zweiten Sitzungsperiode des Konzils forderte eine große Gruppe von Konzilsvätern, Maria innerhalb der Konstitution über die Kirche zu behandeln, während eine ebenso große Gruppe die Notwendigkeit eines eigenen Dokuments vertrat, das die Würde, die Vorrechte und die einzigartige Rolle Marias im von Christus vollbrachten Erlösungswerk angemessen hervorheben sollte.

Mit der Abstimmung vom 29. Oktober 1963 wurde beschlossen, dem ersten Vorschlag zu folgen. Der Entwurf der Dogmatischen Konstitution über die Kirche wurde um das Kapitel über die Gottesmutter erweitert. In diesem Kapitel erscheint die Gestalt Marias, neu gelesen und dargestellt ausgehend vom Wort Gottes, von den Texten der patristischen und liturgischen Tradition sowie von der umfassenden theologischen und geistlichen Reflexion, in ihrer ganzen Schönheit und Einzigartigkeit und zugleich eng eingefügt in die grundlegenden Geheimnisse des christlichen Glaubens.

Maria, deren Glaube an erster Stelle hervorgehoben wird, wird im Geheimnis der Liebe und der Gemeinschaft der Allerheiligsten Dreifaltigkeit verstanden. Ihre Mitwirkung am göttlichen Heilsplan und an der einzigen Mittlerschaft Christi wird klar bekräftigt und in das rechte Licht gerückt. Dadurch wird sie zu einem Vorbild und Orientierungspunkt für die Kirche, die in ihr sich selbst, ihre eigene Berufung und ihre Sendung erkennt.

Die Volksfrömmigkeit, die sich seit jeher Maria zuwendet, wird schließlich durch biblische und patristische Bezüge genährt.

Gewiss hat der Konzilstext nicht alle Fragen erschöpfend behandelt, die sich auf die Gestalt der Gottesmutter beziehen. Er bildet jedoch den wesentlichen hermeneutischen Horizont für jede weitere Reflexion, sowohl theologischer Art als auch auf einer eigentlicher geistlichen und pastoralen Ebene.

Darüber hinaus stellt er einen kostbaren Gleichgewichtspunkt dar, der stets notwendig ist: zwischen der theologischen Rationalität und der gläubigen Empfindung.

Die einzigartige Gestalt der Gottesmutter muss aus verschiedenen und einander ergänzenden Perspektiven erfasst und vertieft werden. Während der via veritatis, dem Weg der Wahrheit, stets ihre Gültigkeit und Notwendigkeit zukommt, kann man nicht darauf verzichten, auch die via pulchritudinis, den Weg der Schönheit, und die via amoris, den Weg der Liebe, zu beschreiten, um Marias kristallklaren und festen Glauben, ihre Liebe zu Gott und ihre unerschütterliche Hoffnung noch tiefer zu entdecken und zu betrachten.

Aus diesem Grund habe ich im Apostolischen Schreiben Verbum Domini dazu eingeladen, auf dem vom Konzil vorgezeichneten Weg weiterzugehen (vgl. Nr. 27). Diese Einladung richte ich herzlich auch an Sie, liebe Freunde und Forscher.

Bringen Sie Ihren sachkundigen Beitrag zur Reflexion und zu pastoralen Vorschlägen ein, damit das bevorstehende Jahr des Glaubens für alle, die an Christus glauben, zu einer wahren Zeit der Gnade werden kann. Möge dabei der Glaube Marias uns vorangehen und uns begleiten – als leuchtendes Leuchtfeuer und als Vorbild christlicher Fülle und Reife, auf das wir vertrauensvoll schauen können und aus dem wir Begeisterung und Freude schöpfen können, um unsere Berufung als Kinder Gottes, als Brüder und Schwestern in Christus und als lebendige Glieder seines Leibes, der die Kirche ist, mit immer größerem Einsatz und immer größerer Konsequenz zu leben.

Ich vertraue Sie alle und Ihr Bemühen um wissenschaftliche Forschung dem mütterlichen Schutz Marias an und erteile Ihnen einen besonderen Apostolischen Segen.

Danke.

der künftige Bräutigam Josef

Notre Dame de la Chapelle - Brüssel

Donnerstag, 28. Dezember 2023

Ein biblischer Lobpreis des Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an

Ermordung der unschuldigen Kinder, Notre Dame de la Chapelle, Brüssel

 

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 28. Dezember 2005

 

Lesung: Psalm 139,13–18.23–24

13 Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
14 Ich danke dir, daß du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
15 Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen.
16 Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.
17 Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl!
18 Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich, und erkenne mein Denken!
24 Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg!

 

Liebe Brüder und Schwestern!

1. In dieser Generalaudienz am Mittwoch in der Weihnachtsoktav, dem liturgischen Fest der Unschuldigen Kinder, nehmen wir unsere Meditation über Psalm 139 wieder auf, dessen betende Betrachtung in der Liturgie der Vesper in zwei getrennten Abschnitten vorgegeben wird. Nachdem wir im ersten Teil (vgl. V. 1–12) den allwissenden und allmächtigen Gott, den Herrn des Seins und der Geschichte, betrachtet haben, richtet dieser Weisheitshymnus von großer Schönheit und tiefer Empfindung den Blick nun auf die höchste und wunderbarste Wirklichkeit des ganzen Universums, den Menschen, der als »Wunder« Gottes bezeichnet wird (vgl. V. 14). Es handelt sich tatsächlich um ein Thema, das in tiefer Übereinstimmung mit der weihnachtlichen Atmosphäre steht, die wir in diesen Tagen erleben, in denen wir das große Geheimnis des Sohnes Gottes feiern, der zu unserem Heil Mensch, ja ein Kind geworden ist.

Nachdem wir den Blick und die Gegenwart des Schöpfers betrachtet haben, die das ganze Universum erfassen, richtet sich der liebevolle Blick Gottes im zweiten Teil, den wir heute meditieren, auf den Menschen, der schon am Anfang seines Daseins vollkommen ist. Er »entstand « im Mutterleib: Das an dieser Stelle verwendete hebräische Wort wurde von einigen Bibelwissenschaftlern als Hinweis auf den »Embryo« verstanden, der mit diesem Begriff als ein kleines zusammengerolltes Oval beschrieben wird, auf das sich aber schon der wohlwollende und liebevolle Blick der Augen Gottes richtet (vgl. V. 16).

2. Um das göttliche Handeln im Mutterleib zu beschreiben, greift der Psalmist auf die klassischen biblischen Bilder zurück, während der Leben schenkende Schoß der Mutter mit den »Tiefen der Erde« verglichen wird, das heißt mit der unaufhörlichen Lebenskraft der großen Mutter Erde (vgl. V. 15).

Vor allem verweist der Text auf das Symbol des Töpfers und des Bildhauers, der sein Kunstwerk, sein Meisterwerk »formt«, ihm Gestalt verleiht, genau so wie im Buch Genesis über die Erschaffung des Menschen gesagt wird: »Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden« (Gen 2,7). Auch auf das Symbol des »Webens« wird Bezug genommen, das die Zartheit der Haut, des Fleisches und der Nerven, die über das aus Knochen bestehende Skelett »geflochten« werden, in Erinnerung ruft. Auch Ijob bezieht sich wirkungsvoll auf diese und andere Bilder, um jenes Meisterwerk zu preisen, das die menschliche Person ist, auch wenn sie vom Leiden heimgesucht und verwundet wird: »Deine Hände haben mich gebildet, mich gemacht… Denk daran, daß du wie Ton mich geschaffen hast… Hast du mich nicht ausgegossen wie Milch, wie Käse mich gerinnen lassen? Mit Haut und Fleisch hast du mich umkleidet, mit Knochen und Sehnen mich durchflochten« (Ijob 10,8–11).

3. In unserem Psalm ist die Vorstellung sehr stark, daß Gott schon die gesamte Zukunft des entstehenden Embryos sieht: Im Buch des Lebens des Herrn sind schon alle Tage verzeichnet, die dieses Geschöpf erleben und im Laufe seiner irdischen Existenz mit Taten erfüllen wird. So tritt wieder die transzendente Größe des göttlichen Wissens hervor, das nicht nur die Vergangenheit und die Gegenwart der Menschheit umfaßt, sondern auch die noch verborgene Zeitspanne der Zukunft. Aber es scheint auch die Größe dieses kleinen, noch nicht geborenen menschlichen Geschöpfes auf, das die Hände Gottes geschaffen haben und dessen Liebe es umfängt: ein biblischer Lobpreis des Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an.

Jetzt wollen wir uns den Überlegungen anvertrauen, die der hl. Gregor der Große in seinen Homilien zu Ezechiel über den von uns eben kommentierten Psalmvers angestellt hat: »Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet« (V. 16). Zu diesen Worten hat der Papst und Kirchenvater eine originelle und einfühlsame Meditation verfaßt über diejenigen, die in der christlichen Gemeinschaft auf ihrem geistlichen Weg die Schwächsten sind.

Er sagt, daß auch sie, die im Glauben und im christlichen Leben schwach sind, ein Teil des Kirchenbaus sind, daß sie »dennoch dazugehören … kraft ihres guten Wollens. Es ist wahr, sie sind klein und unvollkommen, dennoch lieben sie, soweit sie es verstehen können, Gott und den Nächsten und unterlassen es nicht, das Gute zu tun, das sie tun können. Auch wenn sie noch nicht die geistlichen Gaben erreichen, so daß sie ihren Geist der Vollkommenheit und der Kontemplation öffnen, so weichen sie doch nicht vor der Liebe zu Gott und zum Nächsten zurück, in dem Maße, in dem sie fähig sind, dies zu verstehen. Dadurch geschieht es, daß auch sie zum Aufbau der Kirche beitragen, auch wenn sie an einer weniger wichtigen Stelle stehen. Denn obwohl sie in Bezug auf das Wissen, Prophetie, Wundergabe und vollständige Loslösung von der Welt auf niedrigerer Stufe stehen, ruhen sie doch auf dem Fundament der Furcht und der Liebe, in dem sie ihre Festigkeit finden« (2,3,12–13; vgl. Opere di Gregorio Magno, III/2, Rom 1993, Ss. 79,81).

Die Botschaft des hl. Gregor ist für uns alle, die wir oft nur mühsam auf dem Weg des geistlichen und des kirchlichen Lebens vorankommen, ein großer Trost. Der Herr kennt uns, und er umgibt uns alle mit seiner Liebe.


Die Katechese am heutigen Fest der Unschuldigen Kinder befaßt sich mit dem zweiten Teil von Psalm 139. Der Psalmist stellt uns darin die allmächtige und liebevolle Zuwendung Gottes vor Augen, die einen jeden Menschen vom Mutterschoß an begleitet. Gott kennt unsere Vergangenheit und hat einen Plan für unser Leben, den er uns Schritt für Schritt zu erkennen gibt. Darum können wir allezeit vertrauensvoll mit dem Psalm beten: „Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (V. 24). Diesen „altbewährten Weg“ beschreibt Gregor der Große in einer Predigt: Gott und den Nächsten lieben und das Gute nicht unterlassen, das wir zu tun vermögen.

Sonntag, 24. Dezember 2023

Gesegnete Weihnachtstage euch allen!

 

Geburt Jesu, ND de la Chapelle, Brüssel

Einen Sohn wirst du gebären

 

Verkündigung des Herrn, Notre Dame de la Chapelle, Brüssel

Du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 1

26 In jener Zeit wurde der Engel Gábriel
von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
27 zu einer Jungfrau gesandt.
Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt,
der aus dem Haus David stammte.
Der Name der Jungfrau war Maria.
28 Der Engel trat bei ihr ein
und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete,
der Herr ist mit dir.
29 Sie erschrak über die Anrede
und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
30 Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria;
denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
31 Siehe, du wirst schwanger werden
und einen Sohn wirst du gebären;
dem sollst du den Namen Jesus geben.
32 Er wird groß sein
und Sohn des Höchsten genannt werden.
Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
33 Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen
und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
34 Maria sagte zu dem Engel:
Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
35 Der Engel antwortete ihr:
Heiliger Geist wird über dich kommen
und Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
Deshalb wird auch das Kind heilig
und Sohn Gottes genannt werden.
36 Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte,
hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen;
obwohl sie als unfruchtbar gilt,
ist sie schon im sechsten Monat.
37 Denn für Gott ist nichts unmöglich.
38 Da sagte Maria:
Siehe, ich bin die Magd des Herrn;
mir geschehe, wie du es gesagt hast.
Danach verließ sie der Engel.