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Donnerstag, 8. September 2022

Zur Mutter Gottes geformt für Gott, den König der Ewigkeit

 

Mariä Geburt und der Prophet Jesaja, Saint Pierre, Chartres

 

Andreas von Kreta († 740)

Aus einer Rede über das Mysterium der Menschwerdung Gottes.

Das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden
 
"Christus ist das Ende des Gesetzes" (Röm 10,4). Er führt uns vom Buchstaben des Gesetzes nicht weiter fort, als er uns zu dessen Geist hinführt. Denn das ist die Erfüllung des Gesetzes; nachdem der Gesetzgeber selbst alles zu Ende gebracht hatte, führte er vom Buchstaben hinüber zum Geist, indem er alles erneuerte und nach dem Gesetz der Gnade lebte. Das eine verwarf er, das andere übernahm er in harmonischer Einordnung. Er mischte nicht das Besondere des einen mit dem des anderen, sondern er verwandelte ganz wunderbar das, was schwierig, sklavisch und erzwungen war, und machte es leicht und frei, damit wir nicht unter den Elementarmächten dieser Welt wie Sklaven leben (vgl. Gal 4,9), wie der heilige Paulus schreibt, und damit wir nicht mehr unter dem Joch der Knechtschaft und dem Buchstaben des Gesetzes stehen.
Denn das ist der Höhepunkt der Wohltaten, die uns Christus erwiesen hat. Das ist die Offenbarung des verborgenen Geheimnisses. Das ist die Natur, die sich entäußert hat: der Gott und Mensch und die Vergöttlichung der von Gott angenommenen Menschheit. Dieses so strahlend aufscheinende Wohnen Gottes bei den Menschen musste der Freude Eingang verschaffen, weil uns hier das große Geschenk des Heils zuteil wird
Das meint das heutige Fest, dessen Anlass die Geburt der Gottesmutter ist, dessen Ziel und Ende jedoch die Vereinigung des Wortes mit dem Fleisch ist. Denn eine Jungfrau wird geboren, gepflegt und herangezogen und zur Mutter geformt für Gott, den König der Ewigkeit.


So singe und tanze also die ganze Schöpfung und trage etwas bei, was des Tages würdig ist. Der heutige Tag werde ein gemeinsames Fest für Himmel und Erde. Alles, was auf Erden ist und über der Erde, soll zusammen feiern. Heute wurde das Heiligtum für den Schöpfer des Alls errichtet. Die Schöpfung bereitete dem Schöpfer ein neues und würdiges Haus.

Saint Pierre, Chartres

Dienstag, 24. März 2020

Ankündigung der Jungfrauengeburt im AT


Jesaja und König Ahas, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, Jes 7, Etheldreda´s Church, London

Siehe, die Jungfrau hat ein Kind empfangen, sie gebiert einen Sohn
und wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben

Lesung aus dem Buch Jesája. Jes 7,10–14
 
In jenen Tagen
10 sprach der Herr zu Ahas – dem König von Juda;
und sagte:
11 Erbitte dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott,
tief zur Unterwelt
oder hoch nach oben hin!
12 Ahas antwortete:
Ich werde um nichts bitten
und den Herrn nicht versuchen.
13 Da sagte Jesája:
Hört doch, Haus Davids!
Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden,
dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet?
14 Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:
Siehe, die Jungfrau hat empfangen,
sie gebiert einen Sohn
und wird ihm den Namen Immánuel
– Gott mit uns – geben.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Hosea

David zwischen Hosea und Jesaja


Das Buch des Propheten Hosea ist bibelkundlich besonders schwer zu erfassen, da es eine Sammlung von Einzelsprüchen ist, deren Gliederungsprinzipien kaum nachvollziehbar sind. Wichtig ist daher das Wissen um folgende Problemfelder:
Wirksamkeit
Der Prophet Hosea stammt – als einziger der Schriftpropheten – aus dem Nordreich Israel, wo er von der Zeit Jerobeams II. bis kurz vor den Untergang Samarias (ca. 750–725) wirkte. Seine Verkündigung ist nach dem Fall des Nordreiches nach Juda gelangt und wurde dort geordnet und aktualisierend erweitert. So stehen Aussagen über Israel und Juda nebeneinander (vgl. 4,15; 5,5; 12,1); bereits die Überschrift nennt als Hoseas Wirkungszeit vor allem die Regierungszeit judäischer Könige. Über Hosea selbst ist außer dem Namen des Vaters (Beëri) nichts bekannt, sein Name bedeutet als Kurzform von Hoschaja JHWH hat geholfen.
Inhalt
In der Wirkungsgeschichte des Buches war immer das Ehedrama des Propheten von großer Bedeutung ("Hochzeit mit der Hure"), die Ehe Hoseas gilt wie die Benennung der Kinder als Zeichen: Der Hurerei jener Frau Gomer entspricht, so die Botschaft, die Hurerei Israels, der Entfernung von Gott.
Damit ist das wichtigste Thema des Buches angesprochen: Hosea kritisiert bestimmte kultische Praktiken Israels (weniger soziale oder politische Sünden), in denen er letztendlich einen Abfall von JHWH, eine Anbetung Ba'als sieht. Die überlieferten Sprüche zeigen aber auch die Überlegung, wie Gott eine Umkehr für sein Volk möglich machen wird. In der gegenwärtigen Forschung ist strittig, ob das hier gezeichnete Bild des Propheten der historischen Realität entspricht und welche Bestandteile des Buches erst aus nachexilischer Zeit stammen.
 


Stammbaum Jesu, Kathedrale von Canterbury

Canterbury Cathedral

Mittwoch, 9. Mai 2018

Jesaia

Jesaia, Chorgestühl der Kathedrale von Leon, Jesaia 11,1: Ein Zweig wird hervorgehen aus der Wurzels Isais



Jesaja, Sohn eines Amoz, stammt aus Jerusalem und hatte, wie einzelne Texte zeigen, Zugang zum Königshof. Er ist als Vertreter einer städtischen Oberschicht anzusehen, verheiratet war er mit einer Prophetin (8,3). Er selbst nennt sich nie Prophet, נָבִיא (nābî’). Seine Wirksamkeit reicht von etwa 740 (vgl. Jes 6,1, aber: Das Todesjahr des Königs Usija ist umstritten) bis zum Jahre 701. Sein Gedenktag ist der 9. Mai.
(Quelle)

Kathedrale von Leon