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Freitag, 31. Juli 2026

Mitfühlen mit dem leidenden Herrn (Ignatius von Loyola)

 

Ignatius und seine Gefährten schauen auf den leidenden Herrn,
Pfarrkirche Posen zur Muttergottes, des Bischofs Stanislaus

In der dritten Woche der geistlichen Übungen steht die Passion im Mittelpunkt. Ignatius empfiehlt, die einzelnen Szenen – Abendmahl, Garten Getsemani, Verhör, Kreuzweg und Kreuzigung – meditativ zu betrachten.

Ignatius fragt:

Was tut Christus?
Was leidet Christus für mich?
Wie antworte ich auf diese Liebe?

Bitten um das, was ich begehre: um das also, was als Bitte für die Leidenwoche eigentümlich ist: 
Schmerz mit dem schmerzerfüllten Christus,
Zerschlagenheit mit dem zerschlagenen Christus,
Tränen, innerliche Pein über die große Pein, die Christus für mich gelitten hat.


(aus der zweiten Betrachtung der dritten Woche der geistlichen Übungen, Geistliche Übungen, Hrsg. Adolf Haas, 70) 

Hinweis auf Apg 9,15: ut portet nomen meum coram gentibus et regibus et filiis Israel.
(Damit er meinen Namen) vor die Völker, die Könige (und Kinder Israels trägt)



Pfarrkirche von der Mutter der immerwährenden Hilfe und der hl. Maria Magdalena, Posen,
Kirche zum hl. Bischof Stanislaus, frühere Jesuitenkirche

Donnerstag, 31. Juli 2025

Wozu ist der Mensch geschaffen?

 

Betet für uns, heiliger Vater Ignatius und alle Heiligen der Gesellschaft Jesu

 

Der Mensch ist dazu geschaffen,
Gott unsern Herrn zu loben,
Ihn zu verehren und Ihm zu dienen,
und so seine Seele zu retten.
(Ignatius von Loyola)


Dienstag, 3. Dezember 2019

Brief von Franz Xaver an Ignatius von Loyola

Ignatius von Loyola und Franz Xaver, Jesuitenkirche, Malaga


Kreuz und Krebs

Hochaltarstatue des hl. Franz Xaver in der Kapelle in Javier (Litanei zum hl. Franz Xaver)

Die Marienverehrung des hl. Franz Xaver

Das Diorama in der Burg Javier

Die Armreliquie des hl. Franz Xaver in Il Jesu (Rom) 

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver in Javier 2 (Leben des hl. in den Glasfenstern der Kapelle)

Am Geburtsort des hl. Franz Xaver (Gebet des hl. Franz Xaver)

Der Täufer Franz Xaver

Neuevangelisierung damals 





Franz Xaver (+ 1552)
Aus einem Brief an den heiligen Ignatius 

Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündige
Ich besuchte die Dörfer der Neugetauften, die wenige Jahre vorher die christlichen Sakramente empfangen hatten. Den einheimischen Christen fehlen Priester. Sie wissen nur, dass sie Christen sind. Niemand tut bei ihnen den heiligen Dienst, niemand lehrt sie das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, das Ave und die Gebote Gottes.

Seit ich hergekommen bin, habe ich nicht geruht: Ich bin viel durch die Dörfer gewandert und habe die noch nicht getauften Kinder mit dem Heiligen Wasser reingewaschen. So habe ich viele Kinder, die sozusagen rechts und links nicht unterscheiden können, von der Schuld befreit. Die Kinder ließen mich nicht zum Stundengebet, nicht zum Essen und Schlafen kommen, bevor ich ihnen nicht irgendein Gebet beigebracht hatte. Da begriff ich, dass gerade ihnen das Himmelreich gehört1.

Da ich ein so frommes Verlangen nicht ohne Sünde zurückweisen konnte, begann ich mit dem „Ehre sei dem Vater“ und prägte ihnen das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und das Ave-Maria ein. Ich konnte feststellen, dass es unter ihnen Begabungen gibt. Wäre jemand da, der sie in den christlichen Gebeten unterrichtete, würden sie sicher sehr gute Christen.

Hierzulande werden viele Leute nur deswegen nicht Christen, weil sie niemand dazu macht. Oft genug dachte ich an die Akademien in Europa, vor allem an die von Paris, als sollte ich wie ein Irrer durch ihre Räume rennen und sie, die mehr Gelehrsamkeit als Liebe haben, antreiben, mit Worten wie: „Wehe, welch riesige Zahl von Seelen ist durch eure Schuld vom Himmel ausgeschlossen und stürzt in die Hölle!“

Wenn sie sich doch nur so viel Sorge um diese Not machten wie um die Wissenschaft, damit sie Gott über die Lehre und die ihnen anvertrauten Talente Rechenschaft ablegen könnten!

Durch diese Überlegung und durch Betrachtung der ewigen Dinge bewegt, würden viele gespannt hinhören auf das, was Gott in ihnen spricht. Sie würden ihre Wünsche und die menschlichen Angelegenheiten hintansetzen, um sich ganz auf den Wink und Willen Gottes einzustellen. Aus tiefstem Herzen würden sie gewiss rufen: „Herr, hier bin ich, was willst du, dass ich tue?2. Schicke mich, wohin du willst, vielleicht nach Indien!“
(1) Vgl. Mt 19,14. (2) Apg 9,6 (Vg.).







Franz Xaver

Jesuitenkirche, Malaga

Mittwoch, 31. Juli 2019

Ignatius von Loyola - Anima Christi


Berufung des Ignatius, anbetend betrachtet Ignatius den kreuztragenden Christus,
Paul Troger
 

1 Seele Christi, heilige mich.
2 Leib Christi, rette mich.
3 Blut Christi, tränke mich.
4 Wasser der Seite Christi, wasche mich.
5 Leiden Christi, stärke mich.
6 O guter Jesus, erhöre mich.
7 Birg in deinen Wunden mich.
8 Von dir lass nimmer scheiden mich.
9 Vor dem bösen Feind bewahre mich.
10 In meiner Todesstunde rufe mich,
11 Zu dir zu kommen heiße mich,
12 mit deinen Heiligen zu loben dich
13 in deinem Reiche ewiglich. Amen.



Die Textgeschichte des Anima Christi lässt sich nicht auf eine einzige, gesicherte Quelle zurückverfolgen; noch weniger stammt der Text von Ignatius von Loyola selbst,2 auch wenn er es „von Anfang an am Ende bestimmter Betrachtungen als Gebetsvorschlag für den Exerzitanten“3 angefügt und ihm dadurch einen besonderen Rang verliehen hat. Mithin kann das Anima Christi durchaus als eines seiner Lieblingsgebete bezeichnet werden.
In jedem Fall scheint der Gebetstext bereits seit dem Hochmittelalter im europäischen Raum mit Abwandlungen und Erweiterungen überliefert worden zu sein.4 Die Anfänge dürften im 14. Jahrhundert liegen, möglicherweise sogar früher:
So soll Papst Johannes XXII. (um 1244–1334) für das Beten des Anima Christi einen zeitlichen Ablasses gewährt haben.5 Auch die Mystikerin Marguerite Ebner (1291–1351) kannte das Gebet. Eine weitere Fassung des Anima Christi überliefert eine Handschrift englischer Provenienz, die sich in die Zeit um 1370 datieren lässt.6 
Dies sind lediglich Hinweise, die die lange Tradition dieses Gebetes verdeutlichen sollen. Fest steht jedenfalls: Wir haben es beim Anima Christi nicht nur mit einem Jahrhunderte alten und weit verbreiteten, sondern auch mit einem vielfach variierten und ergänzten Gebet zu tun.


(1) Anima Christi, sanctifica me – Seele Christi, heilige mich
Der Ausdruck „anima Christi“ kommt wörtlich nirgends im Neuen Testament vor; allerdings finden sich in den Passionsberichten des Markus, des Matthäus sowie im Johannes-Evangelium indirekte Bezüge, wo Jesus über sich spricht und das Wort anima gebraucht:

Mk 14,34/Mt 26,38
tunc ait illis/ tristis est anima mea usque ad mortem
und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt.
Joh 12,27 nunc anima mea turbata est et quid dicam/ Pater salvifica me ex hora hac
Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde?

Diese Bezüge verweisen den Beter des Anima Christi von Anfang an auf das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu. Mit den ersten beiden Worten des Gebetes begibt der Beter sich innerlich hinein in das Erlösungsgeschehen und das Heilswerk Jesu Christi.10 Der Beter macht sich auf den Weg der Passion, geht in Gedanken den Leidensweg mit. Und er bittet darum, dass auch er durch dieses Erlösungs- und Heilsgeschehen geheiligt werde (sanctifica me).

 
aus: B. Klinger, Anima Christi, aus: Geist und Leben 85/4 (2012), 358-375)



 Am Grab des hl. Ignatius von Loyola in Rom


S. Francesco Saverio, Trient