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Donnerstag, 18. August 2016

Das Heilige Land 14 - Die Helenenkapelle und die Kreuzauffindungskapelle in der Grabeskirche


Im Ostteil der Grabeskirche zwischen den Kapellen der Kleiderverteilung und der Verhöhnung Christi führen 29 Stufen fünf Meter tiefer in die Kapelle der heiligen Helena. Sie wurde von den Kreuzfahrern zu Ehren der hl. Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin errichtet. Sie fand während einer Pilgerreise (um 326) ins Heilige Land  das Kreuz Christi. Die Auffindung des Kreuzes veranlaßte Konstantin, die Grabeskirche und andere Kirchen im Heiligen Land errichten zu lassen.



Die Kapelle der hl. Helena gehört den Armeniern, die sie Kapelle des hl. Krikor nennen. Gemeint ist damit Gregor der Erleuchter, der etwa  zur Zeit des Kaisers Konstantin das Christentum in Armenien begründete. Die vier Säulen, welche Decke und Kuppel tragen, sind byzantinisch, die Kapitelle stammen aus dem 11. Jahrhundert.
Neue Mosaiken auf dem Boden aus dem Jahr 1978 zeigen armenische Heiligtümer.
Die Nord- und Südmauern rechts und links in Richtung des Altars bilden das Fundament  des Mittelschiffs der Basilika des 4. Jh.


In der linken Seitenapsis ist ein Altar dem hl. Dismas gewidmet. So soll der reumütige Schächer geheißen haben, von dem Lukas berichtet (Lk 23,29-43). Das Altarbild zeigt die Taufe Jesu.





Der Hauptaltar in der Mitte ist der hl. Helena geweiht. Sie beseitigte im Auftrag ihres Sohnes die heidnischen Statuen und Bauwerke, welche Golgota und das Grab Christi wie auch den Ort der Geburt Christi in Bethlehem vergessen machen sollte und fand hier das Kreuz Christi.

Das Altarbild zeigt die Krönung Mariens, Helenakapelle, Grabeskirche


Die folgenden Bilder an den Seitenwänden sind mit Kleinbuchstaben bezeichnet.
Wer kann mir/uns sagen, was sie darstellen?

a

b

b

c

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e Auffindung des Kreuzes

e

f

Jesus am Ölberg


Von dieser Kirche geht man weiter hinunter in die Kapelle der Auffindung des hl. Kreuzes, die den Franziskanern gehört. Hier hat Helena nach alter Überlieferung das Kreuz gefunden.
Die linke Seite der Kapelle ist gemauert, die anderen drei Seiten bestehen aus natürlichem Felsen. In römischer Zeit wurde dieser Teil als Zisterne verwendet.
In der Apsis hinter dem Altar steht eine Statue der hl. Helena mit dem Kreuz Christi. Erzherzog Maximilian von Österreich hat sie 1857 gestiftet.

An der Ostseite sieht man fragmentarische Malereien (ev. 12. Jh)





Litanei zum heiligen Kreuz
 
Herr, erbarme dich unser – Christus erbarme dich unser - err, erbarme dich unser
Christus, höre uns – Christus, erhöre uns

Gott Vater vom Himmel – erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
O heiliges Kreuz - beschütze uns
Du Baum des Lebens
Du Geheimnis unserer Erlösung
Du sicheres Mittel zur Unsterblichkeit
Du Schlüssel des Himmels
Du Schmuck Christi
Du Ruhebett des sterbenden Heilands
Du Siegeszeichen unseres Erlösers
Du Trost der Kranken
Du Hoffnung für die Kleinmütigen
Du Stab für die Schwachen
Du Schwert wider unsere Feinde
Du Schrecken der bösen Geister
Du Schatz der göttlichen Gnaden
Du Himmelsleiter
Du Baum, an dem die Menschheit mit Gott versöhnt worden ist
Du Quelle alles Guten
Du Unterpfand unserer Seligkeit
Du Reichtum der Armen
Du Zufluchtsstätte der Angefochtenen
Du Hilfe der Elenden
Du Hoffnung der Sünder
Du Trost der leidenden Kirche
Du Glanz der siegenden Kirche
Du Ehre und Ruhm der Apostel
Du Labsal der Märtyrer
Du Weisheit der Lehrer
Du Sehnsucht der Bekenner
Du Krone der Jungfrauen
Du Stütze aller Witwen und Waisen
 
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – verschone uns, o Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erhöre uns, o Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme dich unser, o Herr
 
Christus höre uns – Christus erhöre uns
Vater unser …, Gegrüßet seist du Maria …
 
Christus war für uns gehorsam bis zum Tode – ja, bis zum Tode am Kreuz.
 
Lasset uns beten: O Gott, du wolltest das Banner des lebensspendenden Kreuzes durch das Kostbare Blut deines eingeborenen Sohnes heiligen. So gib, wir bitten dich, daß alle, die über die Ehre dieses heiligen Kreuzes sich freuen, auch überall deines Schutzes sich erfreuen dürfen, durch Christus unsern Herrn. Amen. (Quelle)










 

Die Auffindung des Kreuzes durch Helena

Die Kreuzesreliquie in S. Croce in Gerusalemme

An den Wänden hinauf zur Kirche sieht man zahlreiche Pilgerkreuze

Freitag, 25. März 2016

Das Heilige Land 10 - beim Golgotafelsen in der Grabeskirche


Das Öffnen und Schließen des Tors zur Grabeskirche ist seit 1244 Aufgabe zweier moslemischer Familien. Dies geschieht unter Beteilung der Mesner/Sakristane der Griechen, der Armenier und der Franziskaner.

 

 


Der Salbungsstein beim Eingang der Kirche erinnert an die Kreuzabnahme durch Josef von Arimathäa und Nikodemus. "Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist." (Joh 19,40). Der Stein ist gemeinsames Eigentum der drei Gemeinschaften und wurde erst 1810 nach dem Brand von 1808 gelegt.
(vgl. H. Fürst, Im Land des Herrn)

Salbungsstein, dahinterliegendes moderndes Mosaik mit Kreuzabnahme, Salbung und Grablegung

Etwa ein Drittel der Plattform, auf dem sich die X.-XIII. Kreuzwegstation befinden, ruht auf dem ursprünglichen Felsen etwa 5,5 m über dem Boden der Basilika. Der Rest ist künstlich geschaffen, um die Feier des Kreuzesopfers am Ort des ursprünglichen Geschehens zu ermöglichen.



Über eine Treppe gelangt man hinauf auf Golgota oder Kalvaria (Schädelhöhe)

Blick von Golgota auf die Kuppel


Die linke Seite der Golgota-Plattform gehört den Griechisch-Orthodoxen. Wir stehen an der Stätte, wo unser Herr Jesus Christus am Kreuz gestorben ist. (12. Station). Hinter dem Altar in der Mitte sieht man Christus in seinem Kreuzestod, links neben ihm nach dem Evangelium des Johannes seine Mutter, auf der anderen Seite den Apostel Johannes. Ganz orientalisch sind die vielen Lampen und Kerzen, die den Altar schmücken. Die Figuren sind in Silber gekleidet.



Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter:
Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger:
Siehe, deine Mutter!
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh 19,26f)


Maria unter dem Kreuz


zu Hilfe: WER WEISS, WELCHE RELIQUIE HIER AUFBEWAHRT WIRD?

Johannes unter dem Kreuzz

Rechts und links vom Altar kann man unter Glas den freigelegten Golgotafelsen sehen.


Zur rechten des griechisch-orthodoxen Altars ist ein tiefer Felsspalt zu sehen. Er erinnert an das Geschehen in der Todesstunde Jesu (Mt 27,52: Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich).



Die Silberplatte unter dem Altar hat eine Öffnung, durch die man den Golgotafelsen berühren kann.

Öffnung zum Golgotafelsen, der Tradition gemäß der Ort, wo das Kreuz stand




Die rechte Seite der Plattform ist mit italienischen Mosaikdekorationen aus dem Jahr 1937 geschmückt und gehört den Franziskanern. Über dem Altar stellt ein Mosaik Christus vor seiner Mutter bereits ans Kreuz genagelt dar (11. Station).

lateinischer Altar der Franziskaner, Christus vor seiner Mutter ans Kreuz genagelt, Freunde geben ihrem Schmerz Ausdruck, rechts die Zeugen des unfasslichen Geschehens:
Apostel Johannes, Maria Magdalena, Maria, die Frau des Klopas, Salome

Opferung Isaaks

Unter einem Wandmosaik der Opferung Isaaks - ein altestamentliches Vorausbild für das Opfer Christi - wird der Kleiderberaubung Jesu (10. Station) gedacht.

Restaurierung der Deckenmosaiken

Das Christusoval an der Decke ist ein Mosaik, das die Kreuzfahrer vor 1149 angebracht haben. Es zeigt Christus auf einem Regenbogen, die linke Hand auf ein Evangelienbuch gestützt, die rechte Hand gebieterisch ausgestreckt. Die Inschrift deutet auf die Himmelfahrt Christi hin (ascensio).

Himmelfahrtsmosaik, 1149, Grabeskirche

Die Schmerzensmutter ist ein Geschenk von Königin Maria von Portugal  aus dem Jahr 1778. Das Schwert in der Brust der Gottesmutter ist die bildliche Darstellung der prophetischen Worte Simeons: "Dieser wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird ... Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen." (Lk 2,34f)


Schmerzhafte Gottesmutter (13. Station - Jesus wird vom Kreuz herabgenommen
und in den Schoß Seiner betrübten Mutter gelegt)

Uns zuliebe,
Gütiger,
gebar Dich eine Jungfrau
und erlittest Du den Tod am Kreuze.
Durch Deinen Tod hast Du den Tod besiegt.
Als Gott schenktest Du uns die Auferstehung.
Huldvoller,
verschmähe nicht, was Deine Hand geschaffen hat.
Zeige uns Deine Menschenfreundlichkeit.

Erhöre Deine Mutter.
Sie hat Dich geboren
und bittet nun für uns.

Erlöser,
rette die Menschen, die verzagen.
Um Deines Namens willen
laß uns nicht zugrunde gehen.
Löse nicht Deinen Bund.
Nimm Dein Erbarmen nicht von uns fort
wegen Deines Dieners Abraham,
Deines Knechtes Isaak
und Deines Heiligen Jakob.
Heiliger Gott,
heiliger Starker,
heiliger Unsterblicher,
erbarme Dich unser.
(Gebete der Ostkirche, Er ist wahrhaft auferstanden, 80)

Kreuzabnahme bei den orthodoxen Griechen, Grabeskirche