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Donnerstag, 5. November 2020

Emmerich von Ungarn

Emmerich von Ungarn, Gedächtniskirche Prohaszka Ottokar, Stuhlweissenburg

 

Hl. Emmerich oder Imre (* um 1007; † 2. September 1031) war ein ungarischer Prinz. Er ist heute Schutzpatron der ungarischen Jugend, besonders der männlichen, und ein besonderer Fürsprecher für die Reinheit von Leib und Seele. Er wird als Prinz mit Krone, Lilie und manchmal einem Schwert dargestellt. Sein Gedenktag ist der 5. November (in Ungarn der 4. November).

Biografie

Emmerich war vermutlich der zweite Sohn des hl. Königs Stephan I. und der sel. Gisela. Der ältere Bruder dürfte bereits als Kind gestorben sein. Er erhielt eine hervorragende Erziehung durch den hl. Gerhard (Gellért), einen hochgebildeten venezianischen Benediktinermönch und späteren Bischof von Csanád. Sein frommer und tugendhafter Lebenswandel wurde schon früh gerühmt.

Laut seiner (teilweise legendenhaft ausgeschmückten) Lebensbeschreibungen soll Emmerich ein sehr asketisches Leben geführt haben; er soll wenig geschlafen, stattdessen die Nächte durchgelesen oder gebetet haben. Auch soll er geschworen haben, seine Unschuld zu bewahren und dies auch nach seiner Vermählung eingehalten haben.

Um 1026 (?) ehelichte er manchen Quellen zufolge die Tochter von Peter Kresimir IV., einem kroatischen Fürsten. Andere Quellen erwähnen dagegen die unbekannte Tochter von Miesko, einem polnischen Fürsten, wieder andere Quellen sprechen von einer byzantinischen Prinzessin.

Sein Vater, Stephan, bemühte sich, Emmerichs Regierung gut vorzubereiten. Er stellte für seinen Sohn den "Fürstenspiegel" zusammen. Dieser beinhaltete u.a. Ratschläge, Weisheiten und Gebote. Dieses Dokument wurde später in den allgemeinen "Corpus Juris" aufgenommen.

Nachdem Stephan mit den Deutschen Frieden geschlossen hatte, rief er die Adligen zusammen, um seinen Sohn zum Mitregenten krönen zu lassen. Doch starb Emmerich am 2. September 1031 unerwartet, vermutlich wegen einer Wunde, die er auf der Jagd bei einem Wildschweinangriff erlitten hatte.

Sein Leben wurde Quelle unterschiedlicher Heldensagen. Zu seinem Grab in Székesfehérvár pilgerten Menschen schon kurz nach seinem Tode.

Emmerich wurde 1083, zusammen mit seinem Vater, von Gregor VII. heiliggesprochen.

Kuriosa

Vermutlich war Emmerichs Name ursprünglich Heinrich bzw. Henricus, nach seinem Onkel, dem hl. Kaiser Heinrich II., woraus dann "Imre" bzw. "Emmerich" wurde. Da Emmerich ein sehr populärer Heiliger wurde, fand sein Name weite Verbreitung, und so wurde auch im 15. Jh in Italien ein gewisser Vespucci auf den Namen Emerigo oder Amerigo, einer italienischen Form von Emmerich, getauft. Amerigo Vespucci war jener Seefahrer, der als erster Europäer bemerkte, dass es sich bei den Entdeckungen des Columbus um neue Kontinente handelte. Daher wurden die neuen Kontinente nach seinem latinisieren Namen "Americus Vespucius" America genannt. Emmerich wurde also, über mehrere Umwege zum Namensgeber zweier Kontinente! 

(kathpedia)

 


Prohaszka Ottokar Gedächtniskirche,Prohászka Ottokár-emléktemplom, 1033 errichtet, Stuhlweissenburg

 

Emmerich von Ungarn

Glasfenster in der Kirche zur hl. Familie in Budapest

Fresken aus seinem Leben in der Franziskanerkirche von Stuhlweissenburg (Geburtsort)

in der blauen Kirche zur hl. Elisabeth in Pressburg

Sonntag, 5. November 2017

Emmerich von Ungarn

Taufe des hl. Emmerich

Imre von Ungarn, Prinz. Imre ─ sein eingedeutschter Name lautet Emmerich ─ wurde um 1000 als Sohn des hl. Königs Stephan I. von Ungarn und seiner Gattin Gisela geboren. Gisela war die Schwester des hl. Kaisers Heinrich II. Die Erziehung des jungen Imre leitete Bischof Gerhard von Csanad. Schon in der Jugend war Imre durch außergewöhnliche Tugenden und Gnaden ausgezeichnet. König Stephan ließ für ihn einen Königsspiegel verfassen, der Imre mit den Tugenden eines Regenten bekannt machen sollte. Noch zu Lebzeiten wollte der Vater seinen Sohn zum Mitregenten erheben. Doch vor seiner Krönung starb Imre bei einem Jagdunfall am 2. September 1031 und wurde in der Zisterzienserkirche zu Stuhlweißenburg bestattet. König Ladislaus ließ am 5. November 1083 die Gebeine Imres feierlich erheben und Gregor VII. nahm ihn in den Kanon der Heiligen auf. Imre wird dargestellt als junger Mann in Ritterrüstung mit Krone und Lilie.
(Martyrologium Sancrucense)

Die Franziskanerkirche in Stuhlweissenburg ist dem hl. Emmerich geweiht. Der Überlieferung nach wurde sie neben dem Geburtsort Emmerichs erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte 1720. Zum 900. Todestag des Heiligen wurde die Kirche umgestaltet und mit Fresken aus dem Leben des hl. Emmerich ausgestattet.

Der hl. Gerhard unterrichtet den hl. Emmerich

Gebet des hl. Emmerich

Keuschheitsgelübde des hl. Emmerich in Veszprem

Das Begräbnis des hl. Emmerich

Kaiser? Konrad erlebt am Grabe des hl. Emmerich ein Wunder, Franziskanerkirche Stuhlweissenburg, Ungarn

Unter den Wundern, die sich am Grab des heiligen Emmerich ereigneten, wird auch folgendes berichtet: Ein Deutscher, namens Konrad, hatte außerordentliche Laster begangen, war aber durch die Barmherzigkeit Gottes zur Erkenntnis und Sinnesänderung gebracht. Tief zerknirscht reiste er nach Rom und bat den Papst selbst, er möge ihm eine recht schwere Buße auferlegen. Es wurde ihm aufgegeben, er solle sich eiserne Ketten an den Leib schmieden lassen und zu den Gräbern der Heiligen wallfahren, bis an einem von ihnen die Ketten von selbst abfallen würden. Konrads Bußgeist nahm gern die verdiente Buße auf sich.
Auf seinen Pilgerfahrten kam er auch an das Grab des heiligen Stephan von Ungarn. Als er dort mit großer Andacht gebetet hatte, überfiel den Weitgereisten der Schlaf. Da erschien ihm der heilige Stephan und forderte ihn auf, er solle zum Grab seines Sohnes Emmerich gehen, dort würden seine Bitten erhört werden. Konrad erwachte und tat, wie ihm im Traum befohlen worden war. Sobald er sich dem Grab des heiligen Emmerich näherte, zersprangen plötzlich die Ketten mit lautem Gekrach und fielen zu Boden, so dass alle Anwesenden in der Kirche zusammenliefen und über das Wunder staunten.
(Quelle: marianischesde)

Franziskanerkirche zum hl. Imre / Emmerich, Szekesfehervar

Montag, 23. Oktober 2017

Die Rettung Belgrads durch Johannes von Capestrano (fulmen Turcarum)

Johannes von Capestran, Sieg über Belgrad, Franziskanerkirche Stuhlweissenburg


Am 22. Juli 1456 wurde Belgrad von den Türken befreit.

Drei Jahre zuvor, am 29. Mai 1453, war die große Tragödie geschehen: Konstantinopel, das "zweite Rom", wurde von Sultan Mohammed II. (1432 - 1481) erobert. Die Hagia Sophia wurde entweiht, das Byzantinische Reich war nach über tausend Jahren untergegangen, "eins der beiden Augen der Christenheit ausgerissen", wie der polnische Humanist Jan Dlugosz (1415 - 1480) schrieb. Nicht zuletzt war der Untergang des byzantinischen Christentums der mangelnden Unterstützung durch die westlichen Fürsten zuzuschreiben, und das, obwohl die Päpste alles taten, um deren Gewissen aufzurütteln und den östlichen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu kommen - ganz im Sinne des Versprechens, das sie in der Kirchenunion zu Florenz 1439 gegeben hatten.

Sowohl Nikolaus V. (1447-1455) wie auch Calixt III. (1455-1458) unterstützten den verzweifelten Abwehrkampf gegen die Türken. Calixt opferte viele vatikanische Kunstwerke, um diesen Kampf zu finanzieren und die gefangenen Christen zu befreien. Er hatte sich sogar die Rückeroberung Konstantinopels zum Ziel gesetzt. Zu diesem Zweck rief er einen Kreuzzug aus. In diesem Zusammenhang ist der Begriff "Kreuzzug" nichts anderes als der Ausdruck von Verantwortungsbewußtsein und Solidarität und sollte von den negativen Konnotationen befreit werden, die eine glaubensfeindliche Propaganda ihm noch mehr zuteilt, als er ursprünglich von sich aus verdienen mag. Genau dieses Verantwortungsbewußtsein fehlte den Fürsten, die die Byzantiner und auch die Ungarn im Stich ließen. Wirtschaftliche Interessen waren ihnen wichtiger. Venedig beispielsweise schloß 1454 mit dem Sultan einen verräterischen Sonderfrieden, um seine Besitzungen im Osten und den Levantehandel zu sichern. Dagegen unterstützten die Humanisten Bessarion und Enea Silvio Piccolomini das Anliegen des Papstes.

Nach der Eroberung Konstantinopels wollte Mohammed II. weiter gegen Ungarn vorstoßen und belagerte das davor liegende Belgrad. Das ungarische Heer konnte mit Hilfe der Kreuzfahrer die Türken besiegen und die Stadt befreien. Der Held dieses Sieges war der Feldherr Johannes Hunyadi (* 1407). Der Papst verlieh ihm für seine Tat den Ehrentitel "unicus et fortissimus athleta Christi" und setzte zum Dank das Fest der Verklärung Christi (6. August) für die ganze Kirche ein. Zwanzig Tage nach diesem Sieg, am 11. August 1456, starb Hunyadi an der Pest. Durch den Sieg war die Gefahr des weiteren Vormarschs der Türken für 70 Jahre gebannt.

Eine weitere Persönlichkeit, die entscheidenden Anteil an der Rettung Belgrads hat, ist der hl. Johannes von Capestrano (1386-1456). Er hatte seit 1454 als Kreuzzugsprediger den Willen zum Widerstand gegen die türkische Bedrohung geweckt. Der Humanist Enea Silvio Piccolomini hatte ihn gebeten, sein Ansehen in die Waagschale zu werfen, um die politischen Parteien angesichts der tödlichen Gefahr zu vereinen. Das tat Johannes 1455 auf dem Reichstag zu Wiener Neustadt.
Danach gings weiter nach Ungarn.


"Die Ungarn riefen Capistranus, damit er in der Nähe der Gefahr und Not die Gemüter aufrichte. In Ungarn war er beinahe ein Jahr unermüdet tätig, um in Predigten und Briefen zur Verteidigung der Christenheit aufzufordern; er war Ratgeber des päpstlichen Legaten, feuerte das Volk zum Kampfe an, sammelte Soldaten, bewirkte Eintracht unter den Führern, ward zu Rate gezogen bei Entwerfung des Kriegsplanes und der Wahl des Feldherrn, sandte Boten und Briefe nach allen Seiten, war sozusagen die Seele der ganzen Bewegung zum Kampfe. Der Zug wurde 1456 eröffnet; zu Peterwardstein traf Capistranus zusammen mit Johannes Corvinus (Hunyades), der schon mehrere glänzende Siege über die Türken erfochten hatte. Diese beiden Johannes sind es, denen die Christenheit den Sieg über die Türken bei Belgrad (22. Juli 1456) und die Rettung aus größter Gefahr zu verdanken hat. Bereits war das christliche Heer zum Weichen gebracht, als Capistranus selbst an der Stelle des heißesten Kampfes in seiner gläubigen Zuversicht, daß die Christen siegen müßten, mit dem Crucifix in der Hand gegen die andringenden Türken hervorrückte und rufend und winkend die bereits weichenden Soldaten zu erneuertem Kampfe und so zum Siege fortriß.

Kanzel Franziskanerkirche Stuhlweissenburg


Ein Augenzeuge berichtet von ihm in jenem Kriege: omnium cruce signatorum rector, judex, dux, capitaneus et imperator erat; Juden, Schismatiker, Häretiker, alle wußte er in dieser Zeit der Gefahr gegen die Türken zu vereinigen. Bald nach diesem Siege starb der Feldherr Johannes Corvinus (11. August 1456) in den Armen des Heiligen."
(Streber, in Wetzer und Welte's Kirchenlexikon, Sechster Band, Freiburg im Breisgau, 21889, Spalten 1609 f). (Quelle: kath-info.de)

Das Leben des hl. Johannes von Capestrano (kath-info.de)

Sandalen, Habit und Stola des hl. Johannes von Capestran

227 später rettet wieder ein Franziskanermönch die Christenheit vor den Türken


Johannes, Christi treuer Knecht,
ruhmreich in Worten und Taten;
in jener hochbedrängten Zeit
strahltest du machtvoll als Licht auf.

Du hast der Feinde Macht gebannt,
Kranken die Heilung erbetet.
Das Kreuz war Rettung in der Not
allen, die einst dir vertrauten.

Erfleh Verzeihung unsrer Schuld,
Festigkeit unserem Glauben.
Die Weisung Christi sei uns Weg,
groß unsre Liebe zum Heiland.

Dich, Gott und Schöpfer, bitten wir,
eins mit dem Sohn und dem Geiste,
erhöre unser Bittgebet,
schenk uns das ewge Leben. Amen.
(Franziskanisches Proprium, 360)

Kapistran-Kanzel, Stephansdom,
Johannes von Capistrano steht auf einem besiegten Janitscharen,
darunter die Schrift: fulmen Turcarum (Blitz/Kriegsheld gegen die Türken)