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| Statue des hl. Benedikt beim Abgang zur Krypta |
Unterkirche
Hier wurden im Jahre 480 die heiligen Zwillingsgeschwister Benedikt und Scholastika geboren.
Das Ganze ist Teil eines römischen Gebäudes aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. An den Seitenwänden ist das "Opus reticulatum" zu sehen und in der Apsis sieht man die zerstörten Fundamente einer geräumigen Säulenhalle. Vom sechsten Jahrhundert an wurde der Raum in eine Kapelle zu Ehren (der) Geburt der heiligen Benedikt und Scholastika umgestaltet.
Im 13. und 14. Jahrhundert führte der Bau der Oberkirche zur teilweisen Zerstörung der Anlage und verursachte ein Absinken des Bodens auf die Höhe der alten Straße, wobei die Fundamente zum Vorschein kamen. Das teilweise erhaltene Fresko links in der Apsis stellt die Geburt Jesu und die der heiligen Zwillinge dar.
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| vermutlich eine Verkündigungsdarstellung |
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| mit Blitz aufgenommen |
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| und nochmals eine Blitzaufnahme |
Heute ist auch das liturgische Fest der hl. Jungfrau
Scholastika, Schwester des hl. Benedikt, die beide vor 1500 Jahren in
Norcia geboren wurden.
Ich freue mich, bei dieser Gelegenheit ankündigen zu können,
daß ich am Sonntag, 23. März, in diese Stadt pilgern werde, um an den
Festlichkeiten zum 1500. Jahrestag der Geburt dieser beiden Heiligen
teilzunehmen, denen nicht nur die Kirche, sondern das ganze
mittelalterliche und moderne Europa so viel schulden.
Und gerade in Norcia, dieser uralten Stadt, die so reich an
geschichtlichen und künstlerischen Denkmälern ist, der Wiege des
Benediktinerordens, möchte ich im Namen des ganzen Volkes Gottes der
Heiligsten Dreifaltigkeit tiefen Dank für das herrliche Geschenk sagen,
das sie der Menschheit mit diesen beiden großen Persönlichkeiten gemacht
hat. Und darüber hinaus möchte ich den guten, der Kirche und Christus
so treuen Menschen dort begegnen, um sie zu begrüßen, zu ermutigen und
geistlich zu trösten in dem harten Schicksalsschlag, der sie kürzlich
betroffen hat.
(Johannes Paul II., am 10.2.1980)
Predigt von Johannes Paul II. zum 1500. Geburtstag
der Heiligen Benedikt und Scholastika
Norcia, 23. März 1980
1. Ehre sei dir, o Christus, Wort Gottes. Ehre sei dir jeden
Tag in dieser seligmachenden Fastenzeit. Ehre sei dir am heutigen Tag,
dem Tag des Herrn und fünften Fastensonntag. Ehre sei dir, Wort Gottes,
das du Mensch geworden bist und dich geoffenbart hast durch dein Leben
auf Erden, deine Sendung, deinen Tod und deine Auferstehung. Ehre sei
dir, Wort Gottes, das in das Innerste der Menschenherzen eindringt und
ihnen den Heilsweg zeigt. Ehre sei dir an jedem Ort der Erde.
Ehre sei dir auf dieser Halbinsel zwischen den Gipfeln der
Alpen und dem Mittelmeer. Ehre sei dir an allen Orten dieser glücklichen
Region. Ehre sei dir in jeder Stadt und in jedem Dorf, wo die Bewohner
schon seit fast zweitausend Jahren dich hören und in deinem Lichte
wandeln. Ehre sei dir, Wort Gottes, Wort der Fastenzeit, die die Zeit
unseres Heils, des Erbarmens und der Buße ist.
Ehre sei dir durch einen berühmten Sohn dieses Landes. Ehre sei
dir, Wort Gottes, das hier in dieser Stadt Norcia ein Sohn dieser Erde
‒ der ganzen Kirche und Welt bekannt unter dem Namen Benedikt
‒
zum ersten Mal gehört und als Leuchte seines eigenen und des Lebens
seiner Brüder und Schwestern angenommen hat. Wort Gottes, das niemals
vergehen wird; seit der Geburt Benedikts, des Bekenners, Mönches,
Ordensgründers, Patriarchen des Abendlandes, Schutzpatrons Europas, sind
nunmehr 1500 Jahre vergangen. Ehre sei dir, Wort Gottes.
2. Gestattet mir, liebe Brüder und Schwestern, daß ich diese
Worte der Verehrung und der Dankbarkeit in die Liturgie des heutigen
Fastensonntags aufnehme. Verehrung und Dankbarkeit sind der Beweggrund
unserer heutigen Anwesenheit, meiner und eurer Pilgerfahrt an die
Geburtsstätte des hl. Benedikt, jetzt, da sich der Tag seiner Geburt zum
1500. Male jährt.
Wir wissen, daß der Mensch dank seiner Eltern in die Welt kommt. Wir bekennen, daß er, von irdischen Eltern
‒ Vater und Mutter
‒
geboren, in der Gnade der Taufe wiedergeboren wird, in den Tod des
gekreuzigten Christus eingetaucht, um die Teilhabe an jenem Leben zu
empfangen, das Christus selbst durch seine Auferstehung offenbart hat.
Durch die Taufgnade nimmt der Mensch an der ewigen Geburt des Sohnes aus
dem Vater teil. Denn er wird zum Adoptivkind Gottes: Sohn im Sohn.
An diese menschliche und christliche Wahrheit von der Geburt
des Menschen werden wir heute in Norcia, dem Geburtsort des hl.
Benedikt, erinnert. Gleichzeitig können und müssen wir sagen, daß mit
ihm in gewissem Sinn eine neue Epoche, ein neues Italien, ein neues
Europa geboren wurde. Der Mensch wird immer in die Welt, in bestimmte
geschichtliche Umstände hineingeboren; auch der Sohn Gottes ist in einer
bestimmten Zeitepoche Menschensohn geworden. Mit ihm begann eine neue
Zeit, die nach ihm datiert.
Ebenso wurde in einer bestimmten
geschichtlichen Epoche in Norcia Benedikt, geboren, der dank seines
Glaubens an Christus "die Gerechtigkeit, die von Gott kommt" (
Phil
3, 9), erlangte und diese Gerechtigkeit den Herzen seiner Zeitgenossen
und der nachfolgenden Generationen einzupflanzen verstand.
3. Das Jahr, in dem der Überlieferung nach Benedikt zur Welt
kam, 480, folgt kurz auf ein für Rom schicksalhaftes oder vielmehr
unheilvolles Datum: ich meine das Jahr 476 nach Christus, in dem mit der
Übersendung der Reichsinsignien an Konstantinopel das Weströmische
Reich nach langer Zeit der Dekadenz offiziell zu Ende ging. In jenem
Jahr brach ein bestimmtes politisches Gefüge, das heißt ein System
zusammen, das nach und nach ein Jahrtausend lang den Weg und die
Entwicklung der menschlichen Kultur im gesamten Mittelmeerraum
entscheidend beeinflußt hatte.
Bedenken wir: selbst Christus kam unter den von eben diesem System geschaffenen Koordinaten
‒ Zeit, Ort, Umwelt, politische Lage usw.
‒ zur Welt. Und auch das Christentum entwickelte sich in der ruhm- und zugleich leidensvollen Geschichte der Urkirche, der
Ecclesia primaeva, sowohl in der Zeit der Verfolgungen wie in der nachfolgenden Freiheit im Rahmen des
ordo Romanus, der römischen Staatsordnung, ja es entwickelte sich gewissermaßen "trotz" dieses
ordo, da es über seine eigene Dynamik verfügte, die es von jenem
ordo unabhängig machte und ihm ein Leben "parallel" zu dessen historischer Entwicklung zu führen erlaubte.
Auch das sogenannte Edikt von Konstantinopel im Jahre 313
machte die Kirche nicht vom Reich abhängig: wenn es ihr die gerechte
äußere Freiheit nach den blutigen Verfolgungen der vorangegangenen Zeit
eingestand, war es nicht Aufgabe des Reiches, ihr die ebenso notwendige
innere Freiheit zu verleihen, die ihr, nach dem Willen ihres Gründers,
aufgrund des ihr vom Geist vermittelten Lebens natürlicherweise zusteht.
Auch nach diesem bedeutsamen Ereignis, das den religiösen Frieden
besiegelte, ging der Zerfall des römischen Reiches unaufhaltsam weiter:
während sich das Kaisertum im Osten, wenn auch unter beachtlichen
Veränderungen, festigen konnte, wurde es im Westen aus einer Reihe
innerer und äußerer Gründe, darunter dem Sturm der Völkerwanderung,
zunehmend schwächer und hatte von einem gewissen Zeitpunkt an nicht mehr
die Kraft zu überleben.
4. Es ist eine Tatsache, daß zur Zeit der Geburt des hl. Benedikt in Norcia nicht nur "die antike Welt zu Ende ging" (
Krasinski, Irydion), sondern sich diese Welt in Wirklichkeit bereits verändert hatte. Die "
christiana tempora",
das christliche Zeitalter, hatte begonnen. Rom, einst der bedeutendste
Zeuge weltlicher Macht und die Stadt ihres größten Glanzes, war nun zum
christlichen Rom geworden. In gewissem Sinn war wirklich die Stadt Rom
das Reich gewesen. Das Rom der Cäsaren war nun untergegangen. Geblieben
war das Rom der Apostel. Das Rom des Petrus und Paulus, das Rom der
Märtyrer, deren Andenken noch relativ frisch und lebendig war. Und durch
dieses Andenken war das Bewußtsein der Kirche und das Gefühl für die
Gegenwart Christi lebendig, für den so viele Männer und Frauen ohne
Zögern durch das Opfer ihres eigenen Lebens Zeugnis gegeben hatten.
Da also wird Benedikt in Norcia geboren und wächst in jener
besonderen Atmosphäre heran, in der das Ende der irdischen Macht, der
größten Macht, die sich in der Welt der Antike manifestiert hatte, in
der Sprache der letzten Dinge zur Seele spricht, während gleichzeitig
Christus und das Evangelium von einer anderen Erwartung, einer anderen
Lebensdimension, einer anderen Gerechtigkeit, einem anderen Reich
sprechen.
In dieser Atmosphäre wächst Benedikt von Norcia auf. Er weiß,
daß der hl. Paulus die volle Wahrheit über die Bedeutung des
menschlichen Lebens ausgedrückt hat, als er im Brief an die Philipper
schrieb: "Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem
aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis:
der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt" (
Phil 3, 13-14).
Diese Worte hatte der Völkerapostel, der bekehrte Pharisäer,
geschrieben und gab auf diese Weise Zeugnis von seiner Bekehrung und
seinem Glauben. Diese von ihm geoffenbarten Worte enthalten auch die
Wahrheit, die Kirche und Menschheit in den verschiedenen Abschnitten der
Geschichte einbezieht. In jener Zeit, da Christus Benedikt von Norcia
berief, kündigten diese Worte den Beginn eines Zeitalters an, das eben
die Zeit des großen Ausblicks "nach oben", nach dem gekreuzigten und
auferstandenen Christus, sein würde. Wie der hl. Paulus schreibt:
"Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die
Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich,
auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen" (
Phil 3, 10-11).
So wurde also jenseits des Horizonts des Todes, den die
gesamte, auf der irdischen Macht Roms und des Reiches aufgebaute Welt
erfuhr, diese neue Erwartung sichtbar: dieser Ausblick „nach oben",
ausgelöst von der Herausforderung des neuen Lebens, der Herausforderung,
die Christus zusammen mit der Hoffnung auf die künftige Auferstehung
dem Menschen gebracht hatte. Die irdische Welt
‒ die Welt der Mächte und der Niederlagen des Menschen
‒
ist zur Welt geworden, die der Sohn Gottes heimgesucht hatte, zur Welt,
die vom Kreuz gestützt wird mit dem Blick auf die endgültige Zukunft
des Menschen, die die Ewigkeit ist: das Reich Gottes.
5. Benedikt war für seine Generation und noch mehr für die
nachfolgenden Generationen der Apostel jenes Reiches und jener
Erwartung. Und dennoch erschien
‒ und erscheint heute noch
‒
die Botschaft, die er durch seine ganze Lebensregel verkündete,
alltäglich, gewöhnlich und gleichsam weniger heroisch als das, was die
Apostel und Märtyrer in den Ruinen des alten Rom hinterlassen haben.
In Wirklichkeit ist es dieselbe Botschaft vom ewigen Leben, die
dem Menschen in Christus Jesus offenbart worden ist, dieselbe
Botschaft, auch wenn sie in der Sprache einer nunmehr ganz anderen Zeit
verkündet wurde. Die Kirche liest dasselbe Evangelium
‒ das unvergängliche Wort Gottes
‒
immer im Zusammenhang der sich wandelnden menschlichen Wirklichkeit.
Und Benedikt wußte gewiß die Zeichen der damaligen Zeit scharfsichtig zu
deuten, als er seine Regel niederschrieb, in welcher die Verbindung von
Gebet und Arbeit für alle, die sie annehmen würden, zum Prinzip des
Ausblicks nach der Ewigkeit wurde.
Ora et labora, "bete und
arbeite", war für den großen Gründer des abendländischen Mönchtums
dieselbe Wahrheit, die der Apostel in der heutigen Lesung verkündet,
wenn er versichert, daß er für Christus alles aufgegeben habe: "Ich sehe
alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn,
alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für
Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein" (
Phil 3, 8-9).
Benedikt las die Zeichen der Zeit und sah, daß es notwendig
war, das radikale Programm evangelischer Heiligkeit, das die Worte des
hl. Paulus ausdrücken, in einer gewöhnlichen Form, in den Dimensionen
des täglichen Lebens aller Menschen, zu verwirklichen. Das Heroische
sollte normal, alltäglich werden, und das Normale, Alltägliche heroisch.
Auf diese Weise wurde er, der Vater der Mönche, der Gesetzgeber
monastischen Lebens im Abendland, indirekt auch zum Pionier einer neuen
Zivilisation. Überall, wo die menschliche Arbeit für die Entwicklung
der Kultur, der Wirtschaft, des sozialen Lebens Voraussetzung war, hatte
das benediktinische Programm der Glaubensverkündigung, das die Arbeit
mit dem Gebet und das Gebet mit der Arbeit verband, Erfolg.
Man muß die Schlichtheit dieses Programms und zugleich seine
Universalität bewundern. Man kann sagen, daß dieses Programm zur
Christianisierung der neuen Völker des europäischen Kontinents
beigetragen hat und zugleich auch die Grundlage ihrer nationalen
Geschichte bildet, einer Geschichte, die nun schon mehr als ein
Jahrtausend währt.
So wurde der hl. Benedikt im Laufe der Jahrhunderte zum Patron Europas: lange schon, ehe Papst Paul VI. ihn dazu erklärt hatte.
6. Er ist Patron Europas in dieser unserer Zeit. Er ist das
nicht nur wegen seiner besonderen Verdienste um diesen Kontinent, um
seine Geschichte und seine Zivilisation. Er ist es darüber hinaus in
Anbetracht der neuen Aktualität seiner Gestalt für das heutige Europa.
Man kann die Arbeit vom Gebet trennen und sie zur einzigen
Dimension des menschlichen Daseins machen. Unsere Zeit neigt zu dieser
Tendenz. Sie unterscheidet sich von den Zeiten des Benedikt von Norcia,
weil damals das Abendland zurückblickte, indem es sich an der großen
Tradition Roms und der antiken Welt inspirierte. Heute lasten auf den
Schultern Europas der furchtbare Zweite Weltkrieg und die nachfolgenden
bedeutenden Änderungen auf der Weltkarte, die der Vorherrschaft des
Abendlandes über andere Kontinente Einhalt geboten haben. Europa ist
sozusagen in seine eigenen Grenzen zurückgekehrt.
Und doch ist das, was hinter uns liegt, nicht der
Hauptgegenstand der Aufmerksamkeit und der Unruhe der Menschen und der
Völker. Das ist und bleibt das, was vor uns liegt.
Wohin steuert die Menschheit, gebunden an die vielfachen
Probleme und gegenseitigen Abhängigkeiten, die sich auf alle Völker und
Kontinente erstrecken? Wohin steuert unser Kontinent und auf ihm alle
jene Völker und Traditionen, die über das Leben und die Geschichte so
vieler Länder und so vieler Nationen entscheiden?
Wohin steuert der Mensch? Die Gesellschaften und die Menschen
sind im Lauf der 1500 Jahre, die uns von der Geburt des hl. Benedikt von
Norcia trennen, zu Erben einer großen Kultur, zu den Erben ihrer Siege,
aber auch ihrer Niederlagen, ihres Lichtes, aber auch ihrer Finsternis
geworden. Man hat den Eindruck, daß die Wirtschaft vor der Moral, das
Zeitliche vor dem Geistlichen kommt.
Einerseits bringt die nahezu ausschließliche Ausrichtung auf
den Konsum materieller Güter das menschliche Leben um seinen tiefsten
Sinn. Anderseits führt die Arbeit in vielen Fällen zur Entfremdung des
Menschen, der dem Kollektiv unterworfen ist, und wird wie um jeden Preis
vom Gebet getrennt, womit das menschliche Leben seine überzeitliche
Dimension verliert.
Zu den negativen Folgen der Abwendung von den überirdischen
Werten gehört, was heute zu besonderer Sorge Anlaß gibt: die zunehmende
soziale Spannung, die nur zu oft in absurde Episoden roher
terroristischer Gewalt ausartet. Die öffentliche Meinung ist darüber
zutiefst erschüttert und beunruhigt. Allein das wiedergewonnene
Bewußtsein von der transzendenten Dimension der menschlichen Bestimmung
kann den Eifer für die Gerechtigkeit und die Achtung vor der Heiligkeit
jedes unschuldigen Menschenlebens in Einklang bringen. Deshalb sammelt
sich die Kirche Italiens heute zu besonderem, sorgenvollem Gebet.
Man kann nicht für die Zukunft leben, ohne wahrzunehmen, daß
der Sinn des Lebens höher liegt als die Zeitlichkeit, daß er sie
überschreitet. Wenn die Gesellschaft und die Menschen unseres Kontinents
das Interesse für diesen Sinn verloren haben, müssen sie ihn
wiederfinden. Können sie zu diesem Zweck um 1500 Jahre zurückkehren? Bis
in die Zeit, wo der hl. Benedikt von Norcia geboren wurde?
Nein, zurückkehren können sie nicht. Sie müssen den Sinn des
Lebens in unserer Zeit wiederfinden. Anders geht es nicht. Sie dürfen
und sie können nicht in die Zeit Benedikts zurückkehren, aber sie müssen
den Sinn des menschlichen Daseins nach dem Maß Benedikts wiederfinden.
Nur dann werden sie für die Zukunft leben. Und für die Zukunft arbeiten.
Und im Ausblick auf die Ewigkeit sterben.
Wenn mein Vorgänger Paul VI.
den hl. Benedikt von Norcia zum Schutzpatron Europas ausgerufen hat,
dann deshalb, weil er der Kirche und den Nationen Europas dabei helfen
kann. Ich wünsche von Herzen, daß diese meine heutige Pilgerfahrt an
seinen Geburtsort diesem Zweck dienen könne.
Über den Zugang zur Krypta gelangt man links in eine Seitenkapelle, in der sich die freigelegten Überreste des Geburtshauses von Benedikt und Scholastika finden. Die Mauern datieren ins 1. und 2. Jahrhundert, Erweiterungen erfolgten im 5. Jahrhundert.
Alle Engel, Heiligen
und die konservativ-katholischen Blogs
wünschen dir, liebe Mutter Gottes,
alles Liebe zum Namenstag!
... und bitte für uns arme Sünder!
Heiliger Abt Benedikt,
der du nicht anders gelehrt als du gelebt hast,
lass uns alle die stete Aktualität deiner Lehre erkennen,
damit du für den Menschen von heute Anreger zu Guten bleibst.
Heilige Scholastica,
wir empfehlen dir die Kinder, die jungen Mädchen,
die Ordensschwestern und die Mütter,
damit sie heute ihre Würde als Frau
der Absicht Gottes entsprechend zu leben vermögen.
Amen.
(Johannes Paul II., Meine Gebete für euch, 83f)