Erzengel Michael, Barbara und Christopher, Fresken im Bonner Münster
Dem Märtyrer, der nach Zeit und Ort nicht eingeordnet
werden kann, wurde schon 452 in Chalkedon eine Kirche geweiht. Seine
Verehrung verbreitete sich nicht nur im Osten, sondern auch im
Abendland, wo er zu den Vierzehn Nothelfern zählt. Aus den zahlreichen
Legendenmotiven ist das an den Namen anknüpfende des Christusträgers,
der das göttliche Kind über den Fluss bringt, heute das bekannteste. (erzabteibeuron)
Allmächtiger Gott, auf unserem Lebensweg
bedrohen uns viele Gefahren.
Höre auf die Fürsprache
des heiligen Märtyrers Christophorus.
Gib, dass wir Christus in uns tragen
und mit unseren Weggefährten
sicher zu dem Ziel gelangen,
für das wir geschaffen sind.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Niemand ist glücklicher als ein Christ, da ihm das Himmelreich verheißen ist. Aber auch niemand hat mehr Sorge als ein Christ, da sein Leben täglich von Gefahren umlauert wird. Niemand ist stärker als er, da er den Teufel bezwingt. Aber auch niemand ist schwächer, da er vom Fleische überwunden wird.
Für beide Behauptungen gibt es Beispiele in Hülle und Fülle.
Der Schächer am Kreuz ist gläubig geworden, und zum Lohne vernimmt er sogleich die Verheißung:"Amen, amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies Sein" (Lk 23,42).
Judas gleitet von der Würde des Apostelamtes in den Abgrund des Verrats. Ihn rührt nicht die vertraute Mahlgemeinschaft, nicht der eingetauchte Bissen Brot (vgl. Joh 13,26-30), nicht der freundschaftliche Kuss (vgl. Mk 14,44f; Mt 26,48f; Lk 22,47f), so daß er wie einen Menschen den verrät, von dem er wusste, dass er Gottes Sohn ist.
Wer verdient größere Verachtung als die Samariterin? Aber es war ihr nicht genug, allein zum Glauben zu kommen. Als sie, die sechs Männer gehabt hat, den einen Herrn findet und am Brunnen als den Messias erkennt, von dem das jüdische Volk im Tempel nichts wissen wollte, vermittelt sie vielen das Heil. Während die Apostel Essen einkaufen, labt sie den Durstenden und erfrischt den Ermüdeten (vgl. Joh 4,5-43.
Wer ist weiser als Salomo? Trotzdem betört ihn die Liebe zu den Frauen (vgl. 1Kön 11,1-3). (Hieronymus, Brief an Rusticus, in: Alfons Fürst, Hieronymus, 301)
Erzengel Michael inmitten der vier Kirchenlehrer Gregor, Augustinus, Ambrosius und Hieronymus
Der heutige Hochaltar wurde von Pater Bernard Stuart entworfen und von Josef Anton Pfaffinger ausgeführt. Das Programm des Hochaltares stammt aus dem Alten Testament und bezieht sich auf einen SpruchSalomos (Spr 9,1 EU):
„Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen behauen.“ Vor den
Säulen stehen allegorische Figuren der Musik, Dichtung, Malerei und
Baukunst sowie der vier Fakultäten. Darüber schweben Liebe und
Hoffnung, beflügelt vom Glauben. Auf der Höhe des Gesimses stehen hier
sieben Erzengel. Der Altar löst sich nach oben hin in die von Fischer
von Erlach entworfenen Stuckfiguren
auf. Er wiederholt die Hauptmotive der Kirche und führt sie weiter. Als
oberster Abschluss des Chores erscheint vor dem hellen Fenster der
Apsis umgeben von plastisch modellierten Wolken, zahlreichen Engeln und
einem Strahlenkranz – gleichsam überirdisch – Maria Immaculata auf einer
Mondsichel. (wiki)
sieben Engel, in der Mitte der Erzengel Michael
Sankt Michael, du starker Held,
ergreife Schild und Lanze,
und steig hernieder auf die Welt
im goldnen Strahlenglanze!
Erheb dich kühn voll Himmelskraft
wie einst in Schöpfungszeiten,
um gegen List und Leidenschaft
und Satans Macht zu streiten.
Du Himmelsfürst, laß dich erflehn:
Hilf uns in schlimmen Tagen!
Dann werden wir den Kampf bestehn
und Siegeskränze tragen. (Otto Zischkin, wirksame Gebete um Hilfe und Schutz, 35f)
O mein Jesus, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: 31Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. 32Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden
und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. 33Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. 34Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,
empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist! 35Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; 36ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. 37Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben
oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38Und wann haben wir dich fremd gesehen und aufgenommen
oder nackt und dir Kleidung gegeben? 39Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 41Dann wird er zu denen auf der Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten,
in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! 42Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;
ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen;
ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. 44Dann werden auch sie antworten:
Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 45Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. 46Und diese werden weggehen zur ewigen Strafe,
die Gerechten aber zum ewigen Leben.
Evangelium des Christkönigsfestes, Lesejahr A
Triptychon (Kopie) v. Hans Memling (bis 1471), Marienkirche, Danzig Auf der Mitteltafel sieht man Jesus als Weltenrichter sitzend auf einem Regenbogen (Offb 4,3 EU). Lilie und Schwert
befinden sich links und rechts seines Mundes und bezeichnen die Seiten
der Erlösten und der Verdammten. An seiner rechten Seite kniet Maria, an seiner linken Seite Johannes der Täufer mit einem rotgefütterten schwarzen Mantel über seinem Fellgewand. Im Halbkreis sind die zwölf Apostel angeordnet. Unter Jesus steht der Erzengel Michael, gewappnet in einen Harnisch, als Seelenwäger. Das Schicksal der Verdammten ist auf der rechten Tafel dargestellt. Von Teufeln ergriffen werden sie in die Hölle gezogen. Auf der linken Seite ist die Aufnahme der Glückseligen ins Paradies (Himmlisches Jerusalem) zu sehen; sie werden von Petrus begrüßt und anschließend neu eingekleidet.(wiki)
Das Evangelium, das wir soeben gehört haben, sagt uns, daß Jesus, der
Menschensohn, der endgültige Richter über unser Leben, die Gestalt derer
annehmen wollte, die Hunger und Durst haben, die fremd, nackt, krank, oder
gefangen sind, schließlich all der Menschen, die leiden oder beiseitegeschoben
werden; unser Verhalten ihnen gegenüber wird also als das Verhalten angesehen
werden, das wir Jesus selbst entgegenbringen. Sehen wir darin nicht eine bloße
literarische Formel, ein bloßes Bild! Das ganze Leben Jesu veranschaulicht es.
Er, der Sohn Gottes, ist Mensch geworden, hat unser Leben bis in die
konkretesten Einzelheiten hinein geteilt, indem er sich zum Diener des
Geringsten seiner Brüder gemacht hat. Er, der keinen Ort hatte, wo er sein
Haupt hinlegen konnte, sollte später dazu verurteilt werden, am Kreuz zu
sterben. Das ist der König, den wir feiern!
Zweifellos kann uns das befremdend erscheinen! Noch heute wie vor 2000
Jahren haben wir, die wir gewöhnlich die Zeichen des Königtums in Erfolg,
Macht, Geld oder Herrschaft sehen, unsere Schwierigkeiten damit, einen
solchen König zu akzeptieren, einen König, der sich zum Diener der Geringsten,
der Niedrigsten macht, einen König, dessen Thron das Kreuz ist. Und dennoch, so
sagt uns die Schrift, geschieht es in dieser Weise, daß sich die Herrlichkeit
Christi offenbart; in der Niedrigkeit seines Erdenlebens findet er seine Macht,
die Welt zu richten. Herrschen bedeutet für ihn dienen! Und was er von uns
verlangt, ist, ihm auf diesem Weg zu folgen, zu dienen, aufmerksam zu sein für
den Schrei des Armen, des Schwachen, des Ausgegrenzten. Der Getaufte weiß, daß
die Entscheidung, Christus nachzufolgen, ihm große Opfer abverlangen kann,
manchmal sogar das des eigenen Lebens. Aber – wie uns der heilige Paulus in
Erinnerung gerufen hat – Christus hat den Tod besiegt, und er zieht uns hinter
sich her in seine Auferstehung hinein. Er führt uns in eine neue Welt ein, in
eine Welt der Freiheit und des Glücks. Noch heute halten uns so viele Bindungen
an die alte Welt, so viele Ängste gefangen und hindern uns daran, frei und glücklich
zu leben. Lassen wir uns durch Christus von dieser alten Welt befreien! Unser
Glaube an ihn, der Sieger über all unsere Ängste und all unser Elend ist,
schenkt uns den Zugang zu einer neuen Welt, zu einer Welt, in der Gerechtigkeit
und Wahrheit keine Farce sind, zu einer Welt der inneren Freiheit und des
Friedens mit uns selbst, mit den anderen und mit Gott. Das ist das Geschenk,
das Gott uns in unserer Taufe gemacht hat!
„Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in
Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist“ (Mt
25,34). Nehmen wir dieses Segenswort, das der Menschensohn am Tag des Gerichts
an diejenigen richten wird, die seine Gegenwart unter den Niedrigsten seiner
Brüder erkannt haben, in ein freies und von Liebe zum Herrn erfülltes Herz auf!
Brüder und Schwestern, dieser Abschnitt aus dem Evangelium ist wirklich ein
Wort der Hoffnung, denn der König des Universums ist uns ganz nahe gekommen,
hat sich zum Diener der Geringsten und der Niedrigsten gemacht. Und ich möchte
mich mit großer Zuneigung an alle Leidenden wenden, an die Kranken, an
die mit AIDS oder anderen Krankheiten infizierten, an alle, die von der
Gesellschaft vergessen werden. Faßt Mut! Der Papst ist euch nahe im Gebet und
mit seinen Gedanken. Faßt Mut! Jesus hat sich mit dem Geringen, mit dem Kranken
identifizieren wollen; er wollte euer Leiden teilen und hat in euch Brüder und
Schwestern gesehen, um euch von allem Übel, von allem Leiden zu befreien! Jeder
Kranke, jeder Arme verdient unsere Achtung und unsere Liebe, denn durch ihn
zeigt Gott uns den Weg zum Himmel.
(Papst Benedikt XVI, aus einer Predigt am 20.11.2011)
Unüberwindlich starker Held,
Sankt Michael!,
komm uns zu Hilf,
zieh mit zu Feld!
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!
Die Kirch dir anbefohlen ist;
St. Michael!
du unser Schutz-
und Schirmherr bist.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!
Du bist der himmlisch Bannerherr,
St. Michael!
die Engel sind dein Königsheer.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!
Den Drachen du ergriffen hast,
St. Michael!
und unter deinen Fuß gefasst.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael!
Beschütz mit deinem Schild und Schwert
St. Michael!
die Kirch, den Hirten und die Herd.
Hilf uns im Streite,
zum Sieg uns leite,
Sankt Michael! (Gotteslob 606)
Altar des hl. Erzengels Michael, übertragen aus der Abtei 1895
Lesung
aus der Offenbarung des Johannes
7Im Himmel
entbrannte ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit
dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
8aber
sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel.
9Er
wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan
heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und
mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
10Da
hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende
Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines
Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und
bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
11Sie
haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie
hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod.
12aDarum
jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen.
Holzfigur mit Silber überzogen
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe! Gegen die Bosheit
und Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. »Gott gebiete ihm!«, so
bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt
umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die
Hölle. Amen. Papst Leo XIII.
Pfarrkirche Saint Pierre auf dem Mont Saint Michel
Heiliger Erzengel Michael, du Fürst der himmlischen Heerscharen,
verteidige uns um Kampf gegen die Bosheiten und die Nachstellungen des
Teufels, sei du unser Schutz, Gott gebiete ihm, so bitten wir
flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den
Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen in der
Welt umhergehen durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Engel der Menschwerdung, du getreuer Bote Gottes, öffne unsere Ohren
auch für die leisen Mahnungen und Lockrufe des liebenden Herzens unseres
Herrn! Sei uns immer vor Augen, wir beschwören dich, dass wir das Wort
Gottes recht verstehen, ihm nachgehen und gehorchen und das vollbringen,
was Gott von uns will! Verhilf uns zu einer wachen Bereitschaft, dass
uns der Herr, wenn Er kommt, nicht schlafend findet. Heiliger
Erzengel Gabriel, als erster aller Engel durftest du in Nazaret Maria,
eure zukünftige Königin, begrüssen. Im Auftrag des Vaters hast du Maria
angefragt, ob sie bereit sei, die Mutter seines Sohnes zu werden. Du
durftest das folgenreichste Wort vernehmen, das je ein Mensch gesprochen
hat, das Mir geschehe nach deinem Wort, der Jungfrau von Nazareth. Das
Nein Evas hat die Menschen durch den Cherubim aus dem Paradies
vertrieben, durch das Ja Marias ist Jesus Mensch geworden und hat uns
das Paradies neu erschlossen. Heiliger Erzengel Gabriel! Lehre uns
den Willen Gottes freudig annehmen, als Knechte und Mägde des Herrn, wie
es Maria getan hat. Du warst der erste Zeuge der Menschwerdung im
Schoss der heiligen Jungfrau. Lehre die Menschen, das keimende Leben im
Mutterschoss zu achten, lass sie keinen Frevel begehen am unfassbaren
Wunder der Menschwerdung, bewahre unsere Frauen und Mütter vor der
grossen Sünde unserer Zeit, der Abtreibung, dem neuen Kindermord von
Bethlehem. Lass unsere Jungfrauen und Frauen die hohe Würde ihres
Standes erkennen, dass sie im Geiste Mariens Christus im Herzen tragen
und ihre Männer und Söhne heimführen zu Gott. (Arnold Guillet, gebetech)
Glorreicher Erzengel Rafael, du großer Fürst der himmlischen Heerscharen, nimm unser Gebet gütig an.
Man
nennt dich Heilmittel Gottes, also Arzt der geistigen und körperlichen
Krankheiten, vor allem für jene, die der Mensch nicht heilen kann,
sicherer Begleiter der Reisenden, Zuflucht und Schutz der Gefährdeten,
wirksamer und mächtiger Befreier des Menschen von den bösen Geistern,
schau gnädig auf uns!
Und wie du einst Tobias Familie so sorgsam beschützt hast, so sei auch zu uns gütig und barmherzig.
Sei uns Führer und getreuer Begleiter auf dem schweren Lebensweg, damit wir mit dir die ewige Seligkeit genießen können. Amen.
Himmlischer
Arzt, hl. Erzengel Rafael, mit deinem Lichte erleuchte uns, mit deinem
Flügel beschütze uns, mit deinem Heilmittel heile uns!
Bis 1969 gedachte die Kirche am 12. März des hl. Papstes Gregor des Großen, der an diesem Tag bestattet worden war. Die liturgische Reform verlegte seinen Gedenktag auf den 3. September, den Jahrestag seiner Wahl zum Papst im Jahr 590.
Saint Pierre, Chartres
Im Jahre
589 wütete in Rom als Folge von Naturereignissen eine heftige Pest, die Anfang
590 auch den Papst Pelagius II. erfasste und hinwegraffte; Nun wurde Gregor,
der aus dem senatorischen Adel der Stadt stammte und Stadtpräfekt war bevor er
Mönch wurde, zum Papst gewählt und erhielt später das Beiwort „der große“. Er
regierte die Kirche überaus klug und weise.
Gregors
des Grossen Gestalt ist nun gewissermaßen von Engeln umgeben, und man hat ihm
sicher zu Recht den Titel «Doctor angelorum» («Lehrer der Engel»),
beziehungsweise «Doctor coelestis militiae» («Lehrer der himmlischen
Heerscharen») gegeben. So nannte ihn bereits sein erster Biograph Johannes
Diaconus, der auch jene Episode aus dem Leben Gregors des Großen erzählt, wie
dieser beim Anblick der auf dem Sklavenmarkt feilgebotenen Angelsachsen und
nach Beantwortung seiner Frage, welchem Volksstamm sie denn angehörten,
ausgerufen haben soll: «Angeln, die engelgleichen. Erben der Engel sollen sie
werden!»
Schon
seine Bestimmung zum obersten Hirten der Kirche soll dem hl. Gregor d. Gr. von
einem Engel mitgeteilt worden sein; und als er sich nach erfolgter Papstwahl
verbergen wollte, um dem schweren Amt zu entfliehen, habe eine über seinem
Versteck aufleuchtende Lichtsäule, in der Engel auf- und niederstiegen, ihn
auffinden lassen.
Die erste
Tat Gregors als Papst sei dann eine große Bittprozession durch die Straßen Roms
um Abwendung der Pest, die dort im Jahre 590 noch immer wütete, gewesen. Dabei
sei dem Papst eine Vision des Erzengels Michael zuteil geworden, der vom Himmel
auf das Grabmal des Kaisers Hadrian herabstieg und ein blutiges Schwert in die
Scheide steckte. Von da an habe die Pest aufgehört. Seither wurde das Mausoleum
des Kaisers Hadrian «Engelsburg» («Castel Sant' Angelo») genannt.
(Ferdinand
Holböck, Vereint mit den Engeln und Heiligen, 173)
Heiliger Erzengel Michael, bitte für uns! (Engelsburg)