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Samstag, 1. August 2026

Lebensordung eines Christen (Alfons v. Liguori)

 

Grab des heiligen Alfons von Liguori, Pagani

 

Sobald man des Morgens aufgestanden ist, soll man folgende Gebete verrichten:
 

1. Mein, Gott, ich bete Dich an, ich liebe Dich von ganzem Herzen, und ich danke Dir für alle Wohltaten, die Du mir erwiesen, besonders dafür, daß Du mich diese Nacht erhalten hast.

2. Ich opfere Dir alles auf, was ich heute tun und leiden werde, ich vereinige es mit allem, was Jesus und Maria getan und gelitten haben, und mache zugleich die Meinung, alle Ablässe zu gewinnen, die ich gewinnen kann.

3. Ich nehme mir vor, o Herr, mich vor aller Sünde zu hüten, und bitte Dich, Deine schützende Hand über mich zu halten, damit ich Dich nicht neuerdings beleidige und verrate.
Mutter meines Herrn und meine Mutter Maria, bewahre mich unter deinem Schutzmantel.
Mein heiliger Schutzengel und meine heiligen Schutzpatrone, steht mir bei.
 

Zum Schluß ein Vater unser, ein Ave Maria und den Glauben, und sodann noch drei Ave Maria zu Ehren der unbefleckten Reinheit der allerseligsten Jungfrau. 

(Hl. Alfons Maria von Liguori, Lebensordnung eines Christen, Hrsg. Priesterseminar St. Petrus, Wigratzbad, 9) 

Verherrlichung von Alfons v. Liguori, Basilika des hl. Alfons, Pagani


Heiliger Alfons, bitte für uns!

 

Altar des hl. Alfons in Maria am Gestade, Wien, B16 Generalaudienz vom 1. August 2012 über das Gebet

Totenmaske des hl. Alfons, Leiden und Tod des Heiligen

 

Eucharistie am Grab des hl. Alfons, Bild Sakristei (Brot des Lebens)

Am Grab des hl. Alfons von Liguori in Pagani

Wie der Heiland geliebt zu werden verdient (Bild des Gekreuzigten von Alfons gemalt), Glasfenster des hl. Alfons in Pagani

Bild des hl. Alfons in Maria am Gestade 

Jesus, lass mich Dich inniger lieben (Gebet) 

Belebe mich durch Deine Gnade (Gebet)

 

 

Freitag, 1. August 2025

Wer betet, wird sicher gerettet, wer nicht betet, geht sicher verloren

 

Armut, Keuschheit, Gehorsam, Beharrlichkeit

Altar des hl. Alfons in der Wiener Redemptoristenkirche Maria am Gestade

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Castel Gandolfo
Mittwoch, 1. August 2012

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute feiern wir den liturgischen Gedenktag des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Alfons Maria von Liguori, Gründer der Kongregation des Heiligsten Erlösers, der Redemptoristen, Schutzpatron der Moraltheologen und der Beichtväter.

Der hl. Alfons ist einer der beliebtesten Heiligen des 18. Jahrhunderts aufgrund seines einfachen Stils und seiner Lehre über das Bußsakrament: In einer Zeit des großen Rigorismus, Frucht des jansenistischen Einflusses, legte er den Beichtvätern ans Herz, beim Spenden dieses Sakraments die freudige Umarmung Gottes, des Vaters, zum Ausdruck zu bringen, der in seiner unendlichen Barmherzigkeit nicht müde wird, den reuigen Sohn anzunehmen. Der heutige Gedenktag gibt uns Gelegenheit, bei den Lehren des hl. Alfons über das Gebet zu verweilen, die äußerst kostbar und voll geistlicher Eingebung sind. Seine Abhandlung Das große Gnadenmittel des Gebetes, die er als die nützlichste seiner Schriften betrachtete, geht auf das Jahr 1759 zurück. Sie beschreibt in der Tat das Gebet als »das notwendige und unfehlbare Mittel, die ewige Seligkeit und alle dazu notwendigen Gnaden zu erlangen« (Einleitung).

In diesem Wort ist die alfonsianische Weise, das Gebet zu verstehen, zusammengefaßt. Indem er sagt, daß es ein Mittel ist, verweist er uns zunächst auf das zu erlangende Ziel: Gott hat aus Liebe erschaffen, um uns das Leben in Fülle schenken zu können. Dieses Ziel, dieses Leben in Fülle, hat sich jedoch – wie wir alle wissen – aufgrund der Sünde sozusagen entfernt, und nur die Gnade Gottes kann es zugänglich machen. Um diese Grundwahrheit zu erläutern und unmittelbar verständlich zu machen, wie konkret für den Menschen die Gefahr ist, »verlorenzugehen «, hatte der hl. Alfons einen sehr einfachen Leitsatz geprägt, der lautet: »Wer betet, wird sicher gerettet; wer nicht betet, geht sicher verloren.« Als Kommentar zu diesem schlichten Satz fügte er hinzu: »Ohne das Gebet ist es sehr schwer, ja … sogar unmöglich, selig zu werden; mit dem Gebete aber ist es leicht und sicher, daß man selig werde« (II, Schluß). Und er sagt auch, daß »wenn wir nicht beten, wir keine Entschuldigung verdienen; denn die Gnade zu beten, wird jedem gegeben … wenn wir nicht gerettet werden, so ist es ganz unsere Schuld, weil wir nicht gebetet haben« (ebd.). Indem er sagte, daß das Gebet ein notwendiges Mittel ist, wollte der hl. Alfons also zu verstehen geben, daß man in keiner Lebenssituation darauf verzichten kann zu beten, insbesondere im Augenblick der Prüfung und in den Schwierigkeiten. Immer müssen wir mit Vertrauen an die Tür des Herrn klopfen, im Wissen, daß er in allem für seine Kinder, für uns, Sorge trägt. Wir sind daher eingeladen, keine Furcht zu haben, uns an ihn zu wenden und ihm mit Vertrauen unsere Bitten darzubringen, in der Gewißheit, das zu erhalten, was wir brauchen.

Liebe Freunde, das ist die zentrale Frage: Was ist in meinem Leben wirklich notwendig? Ich antworte mit dem hl. Alfons: »Das Heil und alle dazu notwendigen Gnaden« (ebd.). Natürlich meint er damit nicht nur das leibliche Heil, sondern vor allem das der Seele, das Jesus uns schenkt. Mehr als alles andere brauchen wir seine befreiende Gegenwart, die unser Leben wirklich zutiefst menschlich macht und daher mit Freude erfüllt. Und nur durch das Gebet können wir ihn, seine Gnade annehmen, die uns in jeder Situation erleuchtet und uns das wahre Wohl erkennen läßt. Und indem sie uns stärkt, macht sie auch unseren Willen wirkkräftig, das heißt, sie macht ihn fähig, das erkannte Gute umzusetzen. Oft erkennen wir das Gute, sind aber nicht in der Lage, es zu tun. Mit dem Gebet gelangen wir dahin, es zu tun. Der Jünger des Herrn weiß, daß er stets der Versuchung ausgesetzt ist, und versäumt es nicht, Gott im Gebet um Hilfe zu bitten, um sie zu überwinden.

Der hl. Alfons führt das – sehr interessante – Beispiel des hl. Philipp Neri an, der, »sobald er des Morgens erwachte, zu Gott sprach: Herr! Halte heute deine Hand über Philipp! Denn sonst wird Philipp dich noch verraten!« (III,3). Ein großer Realist! Er bittet Gott, seine Hand über ihn zu halten. Auch wir müssen im Bewußtsein unserer Schwäche mit Demut um Gottes Hilfe bitten, im Vertrauen auf den Reichtum seiner Barmherzigkeit. An einer anderen Stelle sagt der hl. Alfons: »Wir sind arm an allem; aber wenn wir beten, so werden wir aufhören, arm zu sein. Und wenn wir auch arm sind, so ist Gott reich« (II,4). Und dem hl. Augustinus folgend lädt er jeden Christen ein, keine Angst zu haben, sich von Gott durch das Gebet jene Kraft zu verschaffen, die er nicht hat und derer er bedarf, um Gutes zu tun, in der Gewißheit, daß der Herr dem, der ihn mit Demut anruft, seine Hilfe nicht versagt (vgl. III,3).

Liebe Freunde, der hl. Alfons erinnert uns daran, daß die Beziehung zu Gott in unserem Leben wesentlich ist. Ohne die Beziehung zu Gott fehlt der wesentliche Bezug, und die Beziehung zu Gott wird verwirklicht im Sprechen mit Gott, im täglichen persönlichen Gebet, und durch die Teilhabe an den Sakramenten. Und so kann diese Beziehung in uns wachsen, kann die göttliche Gegenwart in uns wachsen, die unseren Weg ausrichtet, ihn erleuchtet und ihn sicher und ruhig macht, auch inmitten von Schwierigkeiten und Gefahren. Danke.

* * *

Ganz herzlich heiße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen. Wir feiern heute den Gedenktag des heiligen Alfons von Liguori. Er ist der Gründer der Redemptoristen und der Patron der Beichtväter. In seinen Schriften erinnert uns der Heilige daran, vor allem eine lebendige Beziehung zu Gott zu verwirklichen. Er hat ein kleines, schönes Buch über das Gebet geschrieben, in dem er uns sagt: Der Mensch braucht die Beziehung zu Gott. Und wie soll er sie haben, wenn nicht anders als dadurch, daß er mit ihm spricht. Das tägliche Gebet und die Teilnahme an den Sakramenten lassen dann die Nähe und Gegenwart Gottes in uns wachsen, die uns hilft, den wahren Lebensweg zu finden. Es gibt ein Wort des heiligen Alfons, das sehr elementar ist: »Wer betet, wird sicher gerettet, wer nicht betet, geht sicher verloren«. Der Heilige Geist helfe uns, daß wir Lust am Beten finden, gerade in den Ferien, und so die innere Beziehung zu Gott herstellen und unser Leben weiter, reicher und größer wird.


Maria am Gestade, des Nachts


Donnerstag, 1. August 2024

Ich beteuere, daß ich Dich über alles liebe (für die Todesstunde)

 

Totenmaske des hl. Alfons v. Liguori in Pagani

Am 27. Juli 1775 zieht Alfons als Altbischof und noch immer Generalober der Kongregation in sein Kloster in Pagani ein. Die Geschichte der Ordensgemeinschaft war inzwischen weitergegangen: Neugründungen in Sizilien und auch im Kirchenstaat, die Mitgliederzahl war angewachsen. Dazu kommt durch politische Spannungen zwischen dem Kirchenstaat und dem Königreich Neapel eine Spaltung in die Kongregation hinein, so daß der Ordensgeneral eine Zeit lang nicht in der vom Papst approbierten Gemeinschaft leben kann und um das Weiterbestehen seines Ordens kämpfen und bangen muß. Am 28. Juni 1783, Alfons ist 87 Jahre alt, ließ er die Rektoren der Klöster wissen: "Infolge meines hohen Alters und meiner Gebrechlichkeit bin ich nicht mehr fähig, die Gemeinschaft zu leiten." Diesem dringlichen Aufruf, zurücktreten zu können, wird nun stattgegeben und ein neuer Generaloberer wird gewählt.

Die letzten vier Jahre seines Lebens waren vom Leiden gekennzeichnet. Die Gicht hatte ihn schon Jahre vorher gekrümmt gemacht und er konnte den Kopf kaum noch von der Brust emporheben, so daß essen und trinken eine unwahrscheinlich Tortur wurden. Zudem überfielen ihn Gewissensängste, die ihn bis ins Innerste aufwühlten. Eine grausam Glaubensnot suchte ihn heim. Er zweifelte an allem, sogar an der Existenz Gottes. Selbst das Gebet wurde ihm zur Qual. In den letzten zwei Jahren seines Lebens verschwanden die Gewissensängste wieder. Das körperliche Leiden hingegen wurde manchmal fast unerträglich. Am 17. Juli 1787 zeichnete sich der Todeskampf ab.
1. August in Pagani: Brüder aus allen Redemptoristenklöstern waren an diesem Tag dort zusammengetroffen. Gegen 11 Uhr rief die Hausglocke alle in die Zelle des Sterbenden. Am Mittag, als eben die Glocke der Kirche zum Angelus rief, entschlief er sanft. Alfons hatte Heimkehr gefeiert zu seinem Gott, den er ein Leben lang so leidenschaftlich gesucht hatte. Ein langer und mühsamer Pilgerweg war zu Ende gegangen. (P. Feri Schermann 1998)


 

O mein Gott! Da mein Tod gewiß, die Zeit meines Todes aber ungewiß ist, so mache ich die Meinung, schon jetzt mich darauf vorzubereiten. Ich beteuere also, daß ich alles glaube, was die heilige Kirche glaubt, und insbesondere das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit, die Menschwerdung, das Leiden und den Tod Jesu Christi, die Belohnung der Gerechten durch die ewigen Freuden des Himmels und die Bestrafung der Bösen durch die ewigen Peinen der Hölle; weil Du, der Du die Wahrheit selber bist, dies alles Deiner heiligen Kirche geoffenbart hast.

Ich habe tausendmal die Hölle verdient, aber ich hoffe von deiner unendlichen Barmherzigkeit durch die Verdienste Jesu Christi die Vergebung meiner Sünden, die endliche Beharrlichkeit und die ewige Seligkeit.

Ich beteuere, daß ich Dich über alles liebe, weil Du ein unendliches Gut bist, und weil ich Dich liebe, bereue und verabscheue ich mehr als jedes andere Übel alle Beleidigungen, die ich Dir zugefügt habe, und nehme mir vor, lieber zu sterben, als Dich je wieder zu beleidigen. Ich bitte Dich, mich lieber von dieser Welt hinwegzunehmen, als zu gestatten, daß ich nochmals durch eine schwere Sünde deine Gnade verliere. (Alfons v. Liguori)

 

Eucharistie am Grab des hl. Alfons, Bild Sakristei (Brot des Lebens)

Am Grab des hl. Alfons von Liguori in Pagani

Wie der Heiland geliebt zu werden verdient (Bild des Gekreuzigten von Alfons gemalt) 

Bild des hl. Alfons in Maria am Gestade 

Jesus, lass mich Dich inniger lieben (Gebet) 

Belebe mich durch Deine Gnade (Gebet)