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Dienstag, 26. März 2024

Du willst für mich dein Leben hingeben?

 

Petrus verleugnet den Herrn, Chalons en Champagne, Kathedrale

Einer von euch wird mich verraten. -

Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 13

In jener Zeit,

21als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.

22Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.

23Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.

24Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.

25Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?

26Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

27Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!

28Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.

29Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.

30Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.

31Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.

32Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.

33Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

36Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.

37Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.

38Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.


Freitag, 10. April 2020

Das Heilige Land 30 (1/3) - St. Peter vom Hahnenschrei / St. Petrus in Gallicantu (Oberkirche)

St. Peter vom Hahnenschrei, Jerusalem

Zu den menschlich bittersten Geschehnissen der Passion Jesu gehört sicherlich, wie Simon Petrus, der ein Fels sein sollte, seinen Meister verleugnete. Diese Geschichte von der Verleugnung des Petrus ist in allen vier Evangelien mit einem nächtlichen Verhör im Haus des Hohenpriesters Kajaphas verknüpft. Sie lautet beim Evangelisten Matthäus (Elberfelder Bibel):

57 Die aber Jesus gegriffen hatten, führten ihn weg zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. 58 Petrus aber folgte ihm von weitem bis zu dem Hof des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang zu sehen. 59 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat[13] suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; 60 und sie fanden keins, obwohl viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei falsche Zeugen herbei 61 und sprachen: Dieser sagte: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen ihn wieder aufbauen. 62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was zeugen diese gegen dich? 63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! 64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels. 65 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. 66 Was meint ihr? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 67 Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht 68 und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug?

69 Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer. 70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71 Als er aber in das Torgebäude hinausgegangen war, sah ihn eine andere; und sie spricht zu denen, die dort waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazoräer[14]. 72 Und wieder leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht! 73 Kurz nachher aber traten die Umstehenden herbei und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, auch du bist einer von ihnen, denn auch deine Sprache verrät dich. 74 Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und gleich darauf krähte der Hahn. 75 Und Petrus gedachte des Wortes Jesu, der gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.


über der Eingangstür: Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst
unten: Lk: 22,34: Jesus aber sagte: Ich sage dir, Petrus,
ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.

Bei Ausgrabungen am westlichen Hang des Tyropoeon-Tals fanden 1889 französische Assumptionistenpatres den Kajaphas-Palast. Sie fanden die Reste einer byzantinischen Kirche (20x14), die über mehreren Höhlen an den Hang gebaut war. Der Zugang war von Norden her. Räume neben der Kirche lassen auf ein Kloster schließen. Eine Inschrift auf deren Fußboden zitierte den Psalmvers: Der Hüte behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst (Ps 121,8), während eine Stifterinschrift lautete: Für das Heil Marias.
Nach dem Vorbild dieser Kirche erbauten die Assumptionisten 1924-31 eine neue Kirche, die sie mittelalterlichen Pilgerberichten entsprechend St. Petrus in Gallicantu nannten, d.h. St. Peter vom Hahnenschrei. Diese Kirche wurde von 1994-97 renoviert (..).
Die Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes mit kleineren Nischen zwischen den Kreuzarmen.




Über dem Hauptaltar steht Jesus als Angeklagter vor dem Hohen Rat, der Hohepriester zerreißt wegen der vermeintlichen Gotteslästerung sein Gewand.

Jesus vor dem Hohen Rat


die Zwischenapsiden (dünkler) sind Heiligen gewidmet, die in den Spuren des reumütigen Petrus getreten sind
und im Heiligen Land Buße getan haben (ein andermal)



Im rechten Kreuzesarm sieht man oben das letzte Abendmahl Jesu, darunter den Apostel und Evangelisten Johannes.

einer der Jünger lehnte an der Brust Jesu

der Evangelist Johannes

Gegenüber links blickt Petrus seinen Herrn an, den er eben verleugnet hat; darunter thront er als Papst, der krasseste Gegensatz, den einzig das Erbarmen Jesu zu überwinden vermochte.


da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an

56 Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen, schaute ihn genau an und sagte: Der war auch mit ihm zusammen. 57 Petrus aber leugnete es und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht. 58 Kurz danach sah ihn ein anderer und bemerkte: Du gehörst auch zu ihnen. Petrus aber sagte: Nein, Mensch, ich nicht! 59 Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer. 60 Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst. Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn. 61 Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 62 Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
(Lukas 22)




Im rückwärtigen Kreuzesarm fehlt wohl noch das Hauptbild, im unteren Teil hält die Muttergottes die Leidenswerkzeuge ihres Sohn in ihrem Schoß.


Maria mit den Leidenswerkzeugen

Der Kirchenraum wird an der durchbrochenen Decke von einem Kreuz aus Glas überwölbt mit der Inschrift: Dieses Zeichen des Kreuzes wird am Himmel erscheinen, wenn der Herr zum Gericht kommt (vgl Mt 24,30). Darunter sind die 12 Apostel zu sehen mit der Verheißung: Ihr werdet auf 12 Thronen sitzen und die 12 Stämme Israels richten (Mt 19,28).
(H. Fürst, Im Land des Herrn, 359ff)




Wiederkunft des Herrn

Dienstag, 27. März 2018

Mein Leben will ich für dich hingeben (Petrus)




+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit, 21als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.
22Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.
23Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.
24Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.
25Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?
26Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
27Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!
28Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.
29Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
30Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
31Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.
32Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
33Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
36Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.
37Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.
38Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

(Johannes 13, Evangelium vom Kardienstag)



Seine ungestüme Großherzigkeit bewahrt Petrus allerdings nicht vor den Risiken, die mit der menschlichen Schwäche einhergehen. Es ist nichts anderes als das, was auch wir in unserem Leben erfahren. Petrus ist Jesus voller Begeisterung gefolgt, er überwand die Prüfungen des Glaubens und gab sich ihm hin.
Trotzdem kommt der Augenblick, in dem er der Furcht nachgibt und fällt: Er verrät den Meister (vgl. Mk 14,66-72). Die Schule des Glaubens ist kein Triumphmarsch, sondern ein Weg voller Leid und Liebe, voller Prüfungen und [gekennzeichnet von] einer Treue, die jeden Tag zu erneuern ist. Petrus, der absolute Treue versprochen hat, kennt die Bitternis und die Erniedrigung der Verleugnung: Der Dreiste erfährt auf eigene Kosten die Demut. Auch Petrus muss lernen, schwach und der Vergebung bedürftig zu sein! Als ihm endlich die Maske abfällt und er die Wahrheit seines schwachen Herzens eines gläubigen Sünders erkennt, bricht er in befreiende Tränen der Reue aus. Nach diesem Weinen ist er nun für seine Sendung bereit.
(Generalaudienz Papst Benedikt XVI., 24.3.2006)



Petrus verleugnet seinen Meister, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau, Mosaik von Marko Ivan Rupnik