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Sonntag, 19. Oktober 2025

Heute ist die Heiligsprechung von Bruder Rosenkranz - Bartolo Longo

 

Denkmal des hl. Bartolo Longo vor der Rosenkranzbasilika

Durch beharrliches Beten des Rosenkranzes haben so manche Heilige nicht bloß eine besondere Vertiefung ihres Glaubenslebens, sondern sogar die Vollkommenheit und Heiligkeit erlangt und das ewige Glück im Himmel erworben. So war es jedenfalls bei jenem Rechtsanwalt Bartolo Longo, der am Ende des Rosenkranzmonats Oktober 1980 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde.

Bartolo Longo wurde am 10. Februar 1841 in Laziano bei Brindisi (Süditalien) als Sohn des Bartolomeo Longo und der Antonia geb. Luparelli, geboren. Seine humanistische Bildung bekam der Junge im königlichen Collegium Ferdinandeum der Piaristen in Francavilla Fontana von 1846 bis 1858. Nach einer froh und rein verlebten Kindheit und Jugend studierte er Jus in Lecce und ab 1863 in Neapel. Dort herrschte damals an der Universität ein ausgesprochen unchristlicher, antiklerikaler Geist. Bartolo Longo wurde dadurch in den Jahren seines Hochschulstudiums in seiner bisherigen Gläubigkeit ganz arg erschüttert. Wo der Glaube schwach geworden ist, kehrt oft zuerst der Aberglaube und dann der Unglaube ein. So war es auch bei dem jungen Juristen Longo: Er ließ sich von falschen Freunden für den Spiritismus begeistern, der damals in Neapel beinahe die Gestalt einer institutionalisierten Religion mit Tempeln, Riten, Zeremonien und Kultdienern angenommen hatte und mit dämonischen Kräften fast im Sinn eines Teufelskultes, Menschen anzog. Zum Glück hatte der junge Jurist Longo die freundschaftliche Verbundenheit mit einem tief gläubigen, frommen Professor namens Vincenzo Pepe nicht abbrechen lassen. Dieser brachte den jungen Juristen dazu, sich in seinen Zweifeln und Schwierigkeiten dem sehr gebildeten, heiligmäßigen Dominikaner P. Radente anzuvertrauen. Diesem Priester gelang es, Bartolo Longo wieder zum Glauben, ja sogar zum eifrigen Beten des Rosenkranzes zurückzuführen.

Als Bartolo Longo am 12. Dezember 1864 sein Jus-Studium mit der Erlangung des Doktortitels abgeschlossen hatte, kehrte er zu seiner Familie zurück und begann als Rechtsanwalt zu wirken. Dabei führt er nun ein frommes, überaus caritativ tätiges Glaubensleben. Zweimal war er in dieser Zeit nahe dran sich zu vermählen. Er verzichtete aber darauf auf Grund der prophetischen Worte, die der heiligmäßige Redemptorist P. Emanuel Ribera zu ihm gesprochen hatte: „Der Herr will durch dich ganz große Dinge tun. Du bist dazu berufen, eine ganz wichtige Mission zu erfüllen.“

Schließlich gab Bartolo Longo seinen Rechtsanwaltsberuf auf, er ging wieder nach Neapel, um in den Slums dieser Großstadt apostolisch und caritativ tätig zu sein. Dabei lernte er in Neapel die reiche verwitwete junge Gräfin Marianna de Fusco kennen. Bartolo Longo wurde Verwalter der Güter dieser Gräfin, sowie Lehrer und Erzieher ihrer Kinder und ihr Begleiter bei der Inspizierung ihrer verschiedenen Besitzungen.  Dabei offenbarte sich ihm die materielle und die noch viel größere religiös-sittliche Not der kleinen Pächter und Landarbeiter auf den Landgütern der Gräfin de Fusco. Bartolo Longo spürte immer mehr, dass hier geholfen werden müsse und zwar nicht nur durch soziale Besserstellung dieser Menschen, sondern auch und vor allem dadurch, dass man sie aus ihrer religiösen Unwissenheit und Abgestumpftheit herausführt. Das wollte nun Bartolo Longo bei diesen Menschen, die meistens nicht einmal lesen und schreiben konnten, gerade durch den Rosenkranz erreichen, den richtig zu beten er ihnen zu allererst beibringen wollte. Er war nämlich überzeugt: der Rosenkranz bringt diesen unwissenden, ungebildeten Menschen das fundamentale Wissen um die wichtigsten Heilswahrheiten unseres christlichen Glaubens und die wichtigen Heilsereignisse im Leben Christi und Mariens bei und macht sie, wenn sie den Rosenkranz beharrlich beten, sicher nicht bloß frömmer, sondern auch besser.

In der höchst bescheidenen, kleinen, dem Verfall nahen Dorfkirche im Tal von Pompeji suchte Bartolo Longo die Menschen zu sammeln und wieder zum Praktizieren des Glaubens zu bringen. Er hatte anfangs dabei fast nur Misserfolg. Da bekam er ein Bild der Rosenkranzkönigin, das jemand bei einem Trödler in Neapel erworben hatte, geschenkt. Er stellte dieses Bild auf den Altar der kleinen Dorfkirche. Und das „Wunder“ geschah: Bald fanden sich immer mehr Menschen ein, die vor diesem Bild der Rosenkranzkönigin gläubig fromm und beharrlich beteten. Plötzlich stellten sich auch Gebetserhörungen und auffallende Wunder ein, die auf die Fürsprache der Rosenkranzkönigin geschahen. Die Kunde davon verbreitete sich rasch in der ganzen Gegend. Es kamen schließlich so viele Menschen, um vor dem Bild der Rosenkranzkönigin zu beten, dass die Kirche zu klein wurde und die Notwendigkeit entstand, die Kirche zu vergrößern. Bei dem Plan zur Vergrößerung der Kirche wollte man sich nicht mit einer „normalen“ Dorfkirche zufrieden geben, man plante, der Rosenkranzkönigin eine großartige, kunstvoll gestaltete und herrlich ausgeschmückte Basilika zu erbauen. Die treibende Kraft dabei war und blieb Bartolo Longo. Er bettelte die nötigen Gelder zusammen und organisierte alles aus Liebe zu seiner himmlischen Mutter. Der ehemalige Rechtsanwalt setzte alle seine Kräfte aber nicht bloß für den Bau der Rosenkranzbasilika in Neu-Pompeji und für das eifrige Beten des Rosenkranzes in der immer größer werdenden Basilika ein, er verteidigte auch in Wort und Schrift in seiner von ihm geschaffenen und redigierten Zeitschrift „Il Rosario e la Nuova Pompeji“ und in zahlreichen Publikationen, die im Rosenkranzgebet zur Betrachtung vorgelegten, damals wie heute immer wieder angegriffenen, in Frage gestellten oder offen geleugneten und bekämpften Heilswahrheiten.

Bartolo Longo begnügte sich aber nicht damit, die Frömmigkeit der Menschen zu fördern und ihren Glauben zu vertiefen, er wusste, dass der Glaube sich unbedingt, um echt zu sein, in Werken der Nächstenliebe manifestieren muss. So schuf er neben der Rosenkranzbasilika in Neu-Pompeji auch ein Waisenhaus für Buben und Mädchen und ein großes Heim für Kinder straffällig gewordener, eingekerkerter Väter und Mütter. Nie versagte dabei sein Vertrauen in die Rosenkranzkönigin, wenn Misserfolge und Schwierigkeiten, Verkennungen und Missverständnisse auftauchten und seine apostolischen und caritativen Unternehmungen behinderten. Wenn gute Menschen ihn in seinen selbstlosen Bestrebungen verkannten, wenn schlechte Menschen ihn verspotteten oder gar als Defraudanten und Dieb  hinstellten, der Sammelgelder unterschlagen oder zum eigenen Vorteil missbraucht habe, immer hielt der selige Bartolo Longo tapfer durch, auch dann noch, als sich Krankheiten und körperliche Leiden im zunehmenden Alter einstellten.

Als am 30. Mai 1925 Bartolo Longo durch Kardinal Augusto Sili in Anerkennung seiner großen Verdienste eine der höchsten Auszeichnungen überreicht wurde, sagte der Geehrte: „Heute will ich in Gegenwart höchster Persönlichkeiten und in Gegenwart meiner vielen Adoptivkinder, meiner lieben Waisenkinder, mein Testament machen, da bald meine letzte Stunde schlagen wird: Ich habe millionenfach Geldsummen gesammelt und wieder ausgegeben, um die Rosenkranzbasilika und die großen caritativen Anstalten zu errichten in dieser neuen Stadt Mariens. Nichts besitze ich mehr, denn ich habe das ganze Werk bereits dem Apostolischen Stuhl übergeben. Nur die Auszeichnungen, die ich erhalten habe, sind mir noch geblieben. Ich vermache sie meinen Waisenkindern, um sie daran zu erinnern, dass man in der Übung der Tugend ritterlich tapfer und im Glauben unerschütterlich stark sein muss. Ihnen aber, Herr Kardinal, der Sie der Päpstliche Delegat und der Verwalter der Basilika und der von mir gegründeten Werke sind, vermache ich meinen gebrechlichen Leib mit der Bitte, dass er im Heiligtum der Basilika zu Füßen des Thrones meiner holden Königin beigesetzt werde, der ich mehr als 50 Jahre lang treu zu dienen versucht habe.“

In einer kleinen Kammer inmitten des Waisenhauses neben der Basilika verbrachte Bartolo Longo, dieser tief fromme, glaubensstarke, die Rosenkranzkönigin von Herzen leibende Laie, seine letzten Lebensjahre in fast ununterbrochenem Gebet. Am 5. Oktober 1926, gewissermaßen am Vorabend des Rosenkranzfestes, starb der selige Bartolo Longo 85jährig, in der rechten Hand das Kreuz, in der linken Hand den Rosenkranz haltend, der immer wieder durch seine Finger geglitten war in beharrlichem Gebet und durch den er so viel erreicht hatte zu ehren der Königin des hl. Rosenkranzes.

Bei der Seligsprechung von Bartolo Longo am 26. Oktober 1980 sagte Papst Johannes Paul II. über ihn folgendes: „Bartolo Longo, der Gründer des berühmten Heiligtums von Pompeji, wohin ich mich 1979 voll tiefer Frömmigkeit begeben habe, dieser Apostel des Rosenkranzes, war ein Laie, der voll und ganz seiner kirchlichen Verpflichtung gemäß gelebt hat. Er war ein Werkzeug der göttlichen Vorsehung für die Verteidigung und das Zeugnis des christlichen Glaubens und für die Verherrlichung der seligsten Jungfrau Maria in einer schmerzlichen Zeit des Skeptizismus und der Kirchenfeindlichkeit. Bekannt  ist, dass sein langes Leben von einem schlichten, heroischen Glauben inspiriert und reich an eindrucksvollen Episoden war, in deren Verlauf das Wunder von Pompeji Gestalt gewann. Bartolo Longo begann mit der bescheidenen Katechese für die Bauern des Tales um Pompeji und mit dem Rosenkranzgebet vor dem berühmten Marienbild. Dann folgte die Errichtung des großartigen Heiligtums und die Schaffung der Werke der Nächstenliebe für die Kinder von Strafgefangenen. So trieb er mit unerschütterlichem Mut ein großes Werk voran, das uns noch heute in Staunen und Bewunderung versetzt.

Vor allem aber kann man ohne Übertreibung sagen, dass sein ganzes Leben ein inniger und ständiger Dienst an der Kirche war und zwar im Namen Mariens und aus Liebe zu ihr. Bartolo Longo, der Terziar des Dominikanerordens und Gründer der Schwesternkongregation der Töchter des hl,. Rosenkranzes von Pompeji, darf wirklich ein „marianischer Mann“ genannt werde: aus Liebe zu Maria wurde er Schriftsteller und Apostel des Evangeliums, Verkünder des Rosenkranzgebetes und Begründer des berühmten Marienheiligtums inmitten von ungeheuren Schwierigkeiten und Feindseligkeiten. Aus Liebe zu Maria schuf er Einrichtungen der Nächstenliebe und wurde für die Kinder der Armen zum Bettler. Er verwandelte Pompeji in eine lebendige Hochburg menschlicher und christlicher Güte. Aus Liebe zu Maria ertrug er schweigend Quälereien und Verleumdungen und machte ein langes Getsemani durch, wobei er stets voll Vertrauen in die göttliche Vorsehung und immer dem Papst und der Kirche gehorsam war. In der Hand den Rosenkranz sagte er am 11. März 1905, was auch für uns Christen des 20. Jahrhunderts gilt: „Möge dein Vertrauen in die seligste, jungfräuliche Rosenkranzkönigin wieder erwachen.  Du musst den Glaubens Jobs haben! ... Heilige, hochverehrte Mutter, zu dir bringe ich all meinen Kummer; auf dich setze ich all meine Hoffnung und mein ganzes vertrauen!“

Nach dem Beispiel des seligen Bartolo Longo hat sich in der Rosenkranzbasilika in Neu-Pompeji der Brauch durchgesetzt, zweimal im Jahr, am 8. Mai und am ersten Sonntag im Rosenkranzmonat Oktober, ein vertrauensvolles Sturmgebet („Supplica“) zur Rosenkranzkönigin zu verrichten. Dieser Brauch breitete sich über Italien hinaus in der weiten Welt aus. Daran hat Papst Johannes Paul II: am 8. Mai 1983 in seiner „Angeluls“-Ansprache mit folgenden Worten erinnert: „Heute wird im Heiligtum der seligsten Jungfrau vom Rosenkranz in Pompeji die Hundertjahrfeier des Bittgebetes an die Madonna begangen. Dieses glühende und bewegende Gebet kommt aus dem großen Herzen des seligen Bartolo Longo. Dieser 1841 geborene Rechtsanwalt starb 1926 nach einem langen Leben, das dem intensiven und fruchtbaren Apostolat besonders auf dem Gebiet der Sozialhilfe und Kindererziehung im glänzenden Werke der Nächstenliebe gewidmet war. Er errichtete Kindergärten, Schulen, Erholungsstätten, Waisenhäuser rings um die Wallfahrtskirche von Pompeji, die er zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz erbaut hat. Die Hochherzigkeit von Gläubigen aus allen Erdteilen hat dieses Heiligtum in den vergangen Jahren immer mehr verschönt und zum Erfolg der von dem Seligen geschaffenen Initiativen zur sozialen und christlichen Förderung der Armen beigetragen.

Die göttliche Vorsehung wollte mir die Freude machen, Bartolo Longo durch die Seligsprechung am 26. Oktober 1980 zur Ehre der Altäre zu erheben. Und heute, bei der Hundertjahrfeier des pompejianischen Bittgebetes (der „Supplica“) möchte auch ich mich mit der unermesslichen Menge vereinen, die in glühendem Gebet im Heiligtum der Madonna auf dem großen Platz von Pompeji versammelt ist.

Ich lade deshalb alle ein, sich geistig diesem betenden Chor und dem folgenden Teil des Bittgebetes anzuschließen:

„O gesegneter Rosenkranz Marias, süße Kette, die uns mit Gott verknüpft;
Band der Liebe, das uns mit den Engeln verbindet,
Turm der Rettung vor den Angriffen der Hölle;
sicherer Hafen beim gemeinsamen Schiffbruch,
wir werden nie von dir lassen.
Du wirst unsere Stärkung sein in der Stunde unseres Todes,
dir gehört der letzte Kuss des erlöschenden Lebens.
Und das letzte Wort auf unseren Lippen wird dien süßer Name sein,
o Rosenkranzkönigin von Pompeji, unsere liebe Mutter,
Zuflucht der Sünder, erhabene Trösterin der Betrübten,
sei überall gepriesen, heute und immer, im Himmel und auf Erden.“

(Dr. Ferdinand Holböck)


 

Alle Posts mit Bartolo Longo.




Basilika unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, Pompei

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Pompei

Basilika ULF vom Rosenkranz, Pompei

Gnadenbild mit Medaillons der Rosenkranzgeheimnisse,
Dominikus und Katharina v. Siena empfangen den Rosenkranz von Jesus und Maria

 

Gestern, am 6. Oktober, war der Gedenktag des Rechtsanwalts Bartolo Longo. Während seiner Studienzeit verstrickt sich er sich in Okkultismus und Spiritismus. Longo wird depressiv und körperlich krank, so dass er Hilfe bei einem Priester sucht. In einer Beichte findet er zum Glauben seiner Kindheit zurück, er beginnt den Rosenkranz zu beten, um vom Okkultismus loszukommen. Nach seiner Bekehrung wird Bartolo Mitglied im dritten Orden des hl. Dominikus und nimmt den Namen "Bruder Rosenkranz" an.
Er erhält er ein beschädigtes Bild der Rosenkranzkönigin, lässt es renovieren und in einer Kirche auferstellen, die er zu Ehren der Rosenkranzkönigin errichtete (Oktober 1875). Innerhalb weniger Stunden ereignen sich Wunder und Heilungen.

Schon 1876 muss die Kirche vergrößert werden und im Mai 1891 wird sie von Kardinal La Valetta geweiht. Nach einem weiteren Umbau im Jahr 1939 wird sie den Ehrentitel einer Basilika tragen.

Im Alter von 85 Jahren stirbt Bartolo am 28. Oktober 1925. Papst Johannes Paul II. hat ihn am 26. Oktober 1980 selig gesprochen.

Die Rosenkranzkönigin und ihr Anwalt 

 

eine prächtige Kirche

Bartolo Longo kommt mit seinem Anliegen zum Hl. Vater
vlnr: Jesus mit Maria u Josef, Darstellung des Herrn, Verlobung


o Maria, hilf

bitte auch mir

und uns allen

betet den Rosenkranz für den Frieden (Fatima)

bei uns wird der Rosenkranz gesungen

und wir dürfen Maria schauen

 

Der junge Advokat ist ein Mann der Extreme. Intelligent, schön und voller Leidenschaft für seine Ideale, hatte er sich als Student in abgründige Philosophien verloren und dem Spiritismus verschrieben. Nach seiner wundersamen Bekehrung fand seine Hingabe ein neues Ziel: den Willen Gottes und die Ehre seiner himmlischen Mutter. Es fügte sich, dass er die Kinder der verwitweten Gräfin Marianna De Fusco unterrichtete und sich als Rechtsanwalt um ihre Angelegenheiten und Besitztümer im Tal von Pompei kümmerte.

Dort steht er jetzt, ratlos und traurig angesichts des großen materiellen und geistigen Elends der Gegend, in den letzten Sonnenstrahlen des Tages, die alles in goldenes Licht tauchen. Da kommt ihm, wie Ida Lüthold-Minder in ihrem Buch „Die Rosenkranzkönigin von Pompei und ihr Advokat Bartolo Longo“ (1981) schreibt, „auf einmal der glückliche Gedanke, wie das Dunkel der Menschen durch die Gnade in Licht verwandelt werden könnte“ und er spürt deutlich den inneren Ruf: „Wenn Maria hier gekannt und verehrt wird, verwandelt sich das Tal der Finsternis in ein Paradies. Hier muss der Rosenkranz verbreitet werden.“

Es bleiben zwei Konstanten seines Lebens: die feste Überzeugung, dass die Gnade alles zum Guten wenden kann und das Vertrauen auf Maria und die Kraft des Rosenkranzgebetes als große Vermittler dieser Gnade. Bartolo Longo beginnt unter vielen Schwierigkeiten, die Liebe zur Gottesmutter und dem Rosenkranzgebet im Valle di Pompei zu verbreiten. In der armen Dorfkirche will er der Königin des heiligen Rosenkranzes einen Altar errichten, doch der Bischof ermutigt ihn zum Bau eines großen Heiligtums.

Sofort macht sich Longo auf die Suche nach einem geeigneten Marienbild. Wer heute in der wunderschönen Basilika in Pompei zu Füßen der Rosenkranzkönigin kniet, ahnt wohl kaum die Geschichte dieses Gemäldes. Hoch oben über dem Altar, eingefasst in einen kunstvollen Rahmen, der die mittlerweile 20 Rosenkranzgeheimnisse darstellt, erwartet es täglich die unzähligen Beter und Besucher. Die Gesichtszüge sind durch die Entfernung kaum zu erkennen und doch wird man seltsam berührt von der Güte und Wärme, die es ausstrahlt. Die ersten Reaktionen auf das Gnadenbild vom Pompei waren jedoch gänzlich anders. „Man könnte meinen, es sei dazu gemalt worden, dass man jede Andacht verliere“, zitiert Lüthold-Minder eine mit Longo bekannte Gräfin. Das Bild war tatsächlich von sehr schlechter künstlerischer Qualität und außerdem stark beschädigt. Ein befreundeter Priester hatte es einmal auf dem Trödel erworben und dem Advokaten mit dem Hinweis geschenkt, dass es für die Leute von Pompei wohl genügen würde. Ein frommer Mönch sollte es einst gemalt haben. Mehr aus Höflichkeit und Geldmangel als aus Überzeugung, aber doch im festen Glauben, dass dieses Bild einmal großen Segen bringen wird, nimmt Longo es an, lässt es ein erstes Mal restaurieren und in Pompei aufstellen.

Und tatsächlich: „Alte kamen, Kinder kamen, Väter und Mütter beteten davor, alles kleine und arme Menschen, die ihre Madonna um Hilfe anflehten und ihr oft eine Kerze brachten. Sie spürten, dass die Muttergottes durch das armselige Bild auf sie schaute. Sie wurden getröstet, sie wurden erhört“, beschreibt Lüthold-Minder die aufflammende Verehrung des Gnadenbildes. Schon am ersten Tag ereignet sich ein aufsehenerregendes Heilungswunder, zahlreiche weitere Gebetserhörungen und Heilungen folgen.

Auf eines dieser Wunder geht die sogenannte pompejische Novene zurück. Einer schwer kranken jungen Frau war Maria erschienen und hatte ihr mit folgenden Worten Hilfe versprochen: „Kind, du hast mich unter verschiedenen Titeln angerufen und von mir immer Gnaden erlangt. Jetzt, da du mich unter dem mir so wohlgefälligen Titel der Königin des heiligen Rosenkranzes angerufen hast, kann ich dir die gewünschte Gnade nicht länger versagen, weil mir dieser Name vor allen lieb und teuer ist. Halte drei neuntägige Andachten und du wirst alles erlangen.“

 Später sagte sie: „Wer immer Gnaden von mir erbitten will, halte drei Novenen mit dem Gebet des Rosenkranzes und drei Novenen zur Danksagung.“ Die Kranke wurde geheilt und der Ruf der Rosenkranzkönigin von Pompei verbreitete sich ebenso wie die wunderbare Novene immer weiter. 54 Tage an der Hand Mariens können nicht ohne Folgen bleiben und so gilt die Novene zur Königin des heiligen Rosenkranzes von Pompei als sichere Hilfe in allen Anliegen.

(DieTagespost)

 

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!

Die Lepantomonstranz in der Asamkirche

Lourdes und der Rosenkranz

Lepanto und der Rosenkranz

Eine kleine Geschichte des Rosenkranzes

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima

Pius V. und der Rosenkranz

Am Rosenkranzfest den ganzen Psalter beten

Papst Benedikt ermutigt Kinder, den Rosenkranz zu beten

Freitag, 7. Oktober 2016

Siegreiches Gebet

Herabkunft des hl. Geistes auf Maria und die 12 Apostel, Mosaik des Altars Pius V., Rosenkranzbasilika, Pompei

Dem Sieger über Höll und Tod
lobsinge die befreite Welt.
Er hat der Sünde Bann gelöst,
das Tor des Himmels aufgetan.

Durch vierzig Tage bleibt der Herr
den Seinen friedenspendend nah;
dann kehrt zum Vater er zurück
und nimmt zu seiner Rechten Platz.

An Pfingsten sendet er den Geist,
verheißen aller Welt zum Trost.
Maria und der Jünger Schar
empfangen ihn im Feuersturm.

Die junge Kirche auf dem Weg
schaut sehnend aus nach ihrem Herrn.
Maria darf zuerst ihn sehn:
Er nimmt sie in den Himmel auf.

Die schönste Krone schmückt ihr Haupt,
die Engel singen ihr zum Preis.
die Menschen wissen um ihr Herz,
das jedem Armen offensteht.

Dem heiligen dreieinen Gott
sei unsrer Herzen Lob geweiht.
Durch Gottes und Mariens Sohn
erhoffen wir das ewge Heil. Amen.

(Hymnus zu den glorreichen Geheimnissen,
Rosenkranzfest, Proprium des Predigerordens)

In einer Vision sieht Papst Pius V. durch das Fenster den Sieg von Lepanto,
Basilika in Pompei

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bedrohte das muslimische türkische Reich in seinem Hass gegen den katholischen Glauben und seiner Gier nach neuen Eroberungen die europäische Christenheit aufs Gefährlichste.

Der Angriff fand im heiligen Pius V., der zu dieser Zeit den Apostolischen Stuhl innehatte, einen entscheidenden, wirksamen Gegner.
Nach hartnäckigen diplomatischen Bemühungen gelang es diesem großen Papst schließlich, eine von dem spanischen und dem neapolitanisch-sizilianischen Reich, von den Republiken Venedig und Genua, sowie vom Malteserorden und dem Kirchenstaat selbst beschickte Flotte von zweihundert Galeeren zusammenzustellen. Ermuntert von der Aussicht auf Sieg, die ihr der Papst mit auf den Weg gegeben hatte, steuerte die Flotte zuversichtlich die Gewässer an, in denen schließlich am 7. Oktober 1571 in der Nähe des Hafens von Lepanto, an der Einfahrt des Golfs von Korinth, zur Schlacht kommen sollte.

Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes und schweren Einbußen zu Beginn des Kampfes, änderte sich die Lage endlich zugunsten der katholischen Flotte, dank des wunderbaren Eingreifens der Gottesmutter, deren Erscheinen am Himmel, die muslimischen Truppen mit Entsetzen erfüllte.

Genau zu der Zeit, zu der dies geschah, hatte der heilige Pius V. eine Offenbarung: Er unterbrach plötzlich die Arbeit mit einem seiner Gehilfen und ging ans Fenster, wo er zum Himmel schaute und den glücklichen Ausgang der Schlacht verkündete.

Zwei Wochen später kam ein Kurier mit der Siegesmeldung nach Rom ein erneuter Beweis der Wirksamkeit des Rosenkranzes. Denn die Rosenkranzbruderschaften hatten am gleichen Tag, an dem die Schlacht stattfand, Bittgänge und öffentliche Andachten für den Sieg der katholischen Waffen veranstaltet.

Zur Erinnerung an diese außerordentliche Begebenheit führte der heilige Pius V. das Fest Unserer Lieben Frau vom Sieg ein, das jedes Jahr am ersten Oktobersamstag (dem Wochentag, an dem die Schlacht von Lepanto stattgefunden hatte) gefeiert werden sollte; außerdem ließ er in die Lauretanische Litanei den Aufruf „Hilfe der Christen, bitte für uns! Aufnehmen.

1673 änderte Papst Gregor XIII. den Namen des Festes in das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz um. Damit wird wohl deutlich genug die Wichtigkeit dieser Gebetsübung für den damaligen Sieg hervorgehoben.
1716 hat Papst Klemens XI. das Fest auf die ganze abendländische Kirche ausgedehnt. Am 5. August des genannten Jahres waren die muslimischen Türken erneut geschlagen worden, dieses Mal durch Prinz Eugen von Savoyen im ungarischen Peterwardein.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hat schließlich der große, heilige Papst Pius X. das Rosenkranzfest auf den 7. Oktober festgelegt.


(Antonio Borelli Machado, Der Rosenkranz)

Basilka unserer Lieben Frau vom Rosenkranz in Pompei, Santuario della Beata Vergine del Santo Rosario di Pompei,

Zu Bartolo Longo, auch genannt Bruder Rosenkranz (Gedenktag 6.10.)