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Donnerstag, 11. Februar 2021

Bernadette im Verhör - die Untersuchungskommission vom 7.12.1860

Bernadette macht ihre Aussage vor der Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von
Mons. Laurence, Bischof von Tarbes und Lourdes, im Vordergrund der Pfarrer (7.12.1860)
Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes

Die 18 Marienerscheinungen von Lourdes

Alle Bilder von Lourdes (53 Posts)

ln dieser Zeit also, 1858, kam es zu den Erscheinungen. Beschäftigt mit Alltagsdingen, auf dem Weg, um Brennholz zu sammeln, begegnet Bernadette dem Mysterium. Ein Säuseln, das dem Wehen des Windes gleicht, ein Licht, eine Präsenz. Wie reagiert sie? Bernadette zeigt gesunden Menschenverstand. In der Meinung, sich zu täuschen, mobilisiert sie alle Kräfte: Sie schaut genau hin, sie reibt sich die Augen, sie versucht zu begreifen. Dann wendet sie sich ihren Gefährtinnen zu: „Habt ihr nichts gesehen?“ Sie wendet sich an Gott, sie betet den Rosenkranz. Sie wendet sich an die Kirche und holt sich Rat bei Abbé Pomian: ,,Ich habe etwas Weißes gesehen, das aussah wie eine Dame.“ lm Verhör durch Kommissar Jacomet antwortet sie, ähnlich wie die Apostel vor dem Hohen Rat (Apostelgeschichte 4,13) mit einer Sicherheit, Klugheit und Standfestigkeit, die bei einem Mädchen, das keine Schule besucht hat, überraschen: „Aquero [diese da; jene]: Ich habe nicht von der Jungfrau Maria gesprochen …. Monsieur. Sie haben mir jedes Wort verdreht.“ Überraschend gleichmütig und freimütig sagt sie, was sie gesehen hat: „Ich habe den Auftrag, es Ihnen zu sagen, nicht, Sie zum Glauben daran zu bringen.“

Präzise berichtet sie von den Erscheinungen, ohne etwas hinzuzufügen oder auszulassen. Ein einziges Mal, verängstigt durch die Schroffheit von Abbé Peyramale, fügt sie ein Wort hinzu: Herr Pfarrer, die Dame bittet immer noch um eine Kapelle… – und sei sie „ganz klein“! ln seiner schriftlichen Erklärung zu den Erscheinungen unterstreicht Bischof Laurence „die Einfachheit, die Offenheit und Bescheidenheit dieses Kindes …; sie erzählt alles ohne Affektiertheit, mit einer bewegenden Unbefangenheit… und auf die vielen Fragen, die man ihr stellt, gibt sie ohne zu zögern klare, präzise Antworten mit großer Überzeugungskraft“. Von Drohungen oder angebotenen Geschenken ließ sie sich nicht beeinflussen. „Die Aufrichtigkeit Bernadettes ist unzweifelhaft: Sie wollte nicht täuschen“. Aber hat sie sich vielleicht selbst getäuscht, hatte sie Halluzinationen, fragt sich der Bischof.

Er erinnert an ihre Ruhe, ihren gesunden Menschenverstand, das Fehlen jedes Zeichens einer Überspanntheit und an die Tatsache, dass die Erscheinungen nicht von Bernadette abhingen: Sie ereigneten sich, ais Bernadette nicht damit rechnete, und während der zwei Wochen der Erscheinungen passierte es zwei Mal, dass Bernadette zur Grotte ging und die Dame nicht erschien.

Bevor der Bischof urteilte, hatte Bernadette Fragen über Fragen beantworten müssen: von Neugierigen und Bewunderern, von Journalisten und anderen. Sie musste vor zivilen und kirchlichen Untersuchungsausschüssen erscheinen. Aus einem Schattendasein wurde sie ins grelle Licht der Öffentlichkeit gezerrt und sah sich einem regelrechten Ansturm der Medien ausgesetzt.

Es brauchte viel Geduld, Ausgeglichenheit und auch Humor, um das eigene Zeugnis rein und unverfälscht zu bewahren. Bernadette nahm nichts an: „Ich will arm bleiben.“ Sie segnete nicht die Rosenkränze, die man ihr reichte: ,,Ich trage keine Stola.“ Sie verkaufte keine Medaillons: „Ich bin keine Händlerin.“ Und vor den Bildern von ihr, die man für zehn Sous verkaufte, sagte sie: „Zehn Sous, mehr bin ich nicht
wert!“

Unter diesen Gegebenheiten konnte sie nicht länger im Cachot bleiben. Um sie vor dem Andrang zu schützen, setzten sich Abbé Peyramale und Bürgermeister Lacadé dafür ein, Bernadette einen Platz im Hospizinternat der Schwestern von Nevers zu verschaffen. Am 15. Juli 1860 verließ sie ihr Cachot und traf dort ein. Nun, im Alter von 16 Jahren, lernte sie lesen und schreiben. Noch heute kann man in der Kirche von Bartrès Kostproben ihrer Schreibübungen sehen. Später hat sie oft an ihre Familie geschrieben, anlässlich einer Taufe, einer Erstkommunion oder eines Trauerfalls. Sogar an den Papst schrieb sie. Sie hielt den Kontakt zu ihren Eltern. Sie half bei der Krankenpflege, vor allem aber war sie auf der Suche nach ihrem Weg: Ohne besondere Fähigkeiten und ohne Mitgift – wie sollte sie da Ordensfrau werden? Schließlich trat sie bei den Schwestern von Nevers ein, „weil man mich dort nicht angeworben hat“. Schon damals begriff sie: „In Lourdes ist meine Mission beendet.“ Bernadette trat in den Hintergrund, um Maria Platz zu machen.

(lourdesfrance

Montag, 11. Februar 2019

Christus, der Arzt

Maria, du Heil der Kranken, bitte für uns
Lourdes

Christus schenkt sein Heil durch die Sakramente und den Menschen, die an Krankheiten oder unter einer Behinderung leiden, schenkt er es ganz besonders durch die Gnade der Krankensalbung. Das Leiden ist für jeden immer etwas Fremdes. Sein Vorhandensein läßt sich niemals bezähmen. Es fällt daher schwer, das Leiden zu ertragen, und noch schwerer ist es, das Leiden – wie es manche große Zeugen der Heiligkeit Christi getan haben – als Bestandteil unserer Berufung anzunehmen, so wie Bernadette es ausdrückte: „alles schweigend leiden, um Jesus zu gefallen“. Um das sagen zu können, muß man schon einen langen Weg gemeinsam mit Jesus zurückgelegt haben.
Dagegen ist es möglich, sich schon jetzt der Barmherzigkeit Gottes zu überlassen, die in der Gnade des Krankensakraments sichtbar wird. Bernadette selbst hat im Laufe eines Lebens, das oft von der Krankheit gezeichnet war, dieses Sakrament viermal empfangen. Die diesem Sakrament eigene Gnade besteht darin, daß der Kranke Christus, den Arzt, in sich aufnimmt.

Christus ist jedoch nicht ein Arzt nach der Ordnung der Welt. Um uns zu heilen, bleibt er nicht außerhalb des Leidens, das der Kranke erduldetet; er lindert es, indem er in dem von der Krankheit heimgesuchten Menschen Wohnung nimmt, um das Leid mit ihm zu tragen und zu leben. Die Gegenwart Christi durchbricht die Isolierung, die der Schmerz hervorruft. Der Mensch trägt seine Prüfung nun nicht mehr allein, sondern als leidendes Glied Christi wird er Christus ähnlich, der sich dem Vater darbringt, und nimmt in ihm an der Entstehung der neuen Schöpfung teil.

Ohne die Hilfe des Herrn ist das Joch der Krankheit und des Leidens schrecklich schwer. Wenn wir das Sakrament der Krankensalbung empfangen, möchten wir kein anderes als das Joch Christi tragen, denn wir bauen auf sein Versprechen uns gegenüber, daß sein Joch nicht drückt und seine Last leicht ist (vgl. Mt 11,30). (...)

Abschließend möchte ich mich dem Gebet der Pilger und der Kranken anschließen und zusammen mit Euch einen Ausschnitt aus dem Gebet an Maria aufgreifen, das für die Feier dieses Jubiläums vorgeschlagen wurde:
Weil du das Lächeln Gottes bist,
der Abglanz des Lichtes Christi,
die Wohnung des Heiligen Geistes,
weil du Bernadette in ihrer Armseligkeit auserwählt hast,
weil du der Morgenstern bist,
die Pforte des Himmels
und das erste zu neuem Leben erweckte Geschöpf
“,
beten wir zu dir, Unsere Liebe Frau von Lourdes,
zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern,
die an Herz und Leib Schmerzen leiden!
(Papst Benedikt XVI., 15. September 2008 in Lourdes)

 

Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes

Dienstag, 21. August 2018

Pius X. (Lourdes)

Mosaik v. Pius X. an der Basilika in Lourdes


Niemand fürwahr, der bedenkt, dass die Jungfrau einzig und allein es gewesen, mit der Jesus wie eben ein Sohn mit seiner Mutter dreißig Jahre lang häuslichen Umgang pflegte und durch die innigste Lebensgemeinschaft verbunden war, kann daran zweifeln, dass sie und sonst niemand uns den Zugang zur Erkenntnis Christi zu eröffnen vermag.
Wer hätte denn tiefer als sie, die Mutter, das Geheimnis der Geburt und der Kindheit Christi erfassen können, vor allem das Geheimnis der Menschwerdung, das den Anfang und das Fundament des Glaubens bildet?
Sie „bewahrte und überdachte nicht bloß in ihrem Herzen“ die Geheimnisse in Bethlehem und im Tempel zu Jerusalem bei der Darbringung, sondern, ganz eingeweiht in die verborgenen Gedanken und Absichten Christi, lebte sie wirklich das Leben ihres Sohnes. Niemand hat deshalb so wie sie Christus ganz erkannt, und so ist sie auch wie niemand anders die geschaffene Weggeleiterin und die Lehrerin hin zur Erkenntnis Christi.

(Enzyklika Ad diem illum laetissimus anlässlich der 50. Jubelfeier der Dogmenverkündigung der Unbefleckten Empfängnis, 2. Februar 1904, vollständiger Text hier


Pius X. an die Priester über Gebet und Heiligkeit
Am Grab von Pius X. im Petersdom - Vorhersage des Krieges
Benedikt XVI. über Pius X.
Wie es zur Frühkommunion der Kinder kam


Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes



Am 13. November 1907 schrieb der heilige Papst Pius X. (1903 - 1914) ein Fest zur Erinnerung an die erste Erscheinung der Gottesmutter Maria in Lourdes am 11. Februar 1858 vor. Das Fest der Erscheinung der unbefleckten Jungfrau oder der Tag "Unsere liebe Frau in Lourdes" wurde am Jahrestag, dem 11. Februar eingerichtet.
Der neue Kalender führt noch am gleichen Termin den (nichtgebotenen) Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes.

Samstag, 11. Februar 2017

18. und letzte Erscheinung in Lourdes am 16. Juli 1858 - trotz des Verbotes und des Zaunes

Unter dem Label "Marienerscheinung Lourdes" findet ihr alle 18 Erscheinungen der Mutter Gottes in Lourdes.

18. Erscheinung, trotz der errichteten Barrieren erschein Maria Bernadette,
Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes



Bernadette fühlt den geheimnisvollen Ruf, zur Grotte zu gehen. Aber der Zugang zur Grotte ist verboten und mit einem Zaun abgesperrt. Also begibt sie sich an das andere Ufer des Flusses Gave und schaut von dort auf die Grotte.

„Mir schien, ich sei an der Grotte ohne größere Entfernung als früher.

Ich sah nur Maria.

Nie sah ich sie so schön!“




Die Erscheinungen waren von Licht umflutet, und Gott hat im Blick von Bernadette eine Flamme entzündet, die zahllose Herzen bekehrt hat. Wie viele Menschen kommen hierher, um ein Wunder zu sehen, und hoffen vielleicht insgeheim, eines an sich selbst zu erfahren; auf dem Heimweg, nachdem sie eine geistliche Erfahrung eines echten kirchlichen Lebens gemacht haben, ändert sich dann ihr Blick auf Gott, auf die anderen und auf sich selbst. Eine kleine Flamme, die sich Hoffnung, Mitleid und Zartgefühl nennt, wohnt in ihnen.
Die verborgene Begegnung mit Bernadette und mit der Jungfrau Maria kann ein Leben verändern, denn sie sind an diesem Ort Massabielle gegenwärtig, um uns zu Christus zu führen, der unser Leben, unsere Kraft und unser Licht ist.
Mögen die Jungfrau Maria und die heilige Bernadette Euch helfen, als Kinder des Lichtes zu leben, um alle Tage Eures Lebens zu bezeugen, dass Christus unser Licht, unsere Hoffnung und unser Leben ist! Amen.
(Papst Benedikt XVI. nach der Lichterprozession im September 2008, Lourdes)

Mittwoch, 8. April 2015

17. Erscheinung in Lourdes am 7.4.1858 - das Kerzenwunder

17. Erscheinung, das Kerzenwunder, Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes

oder: wenn das Übernatürliche die Natur außer Kraft setzt

Am Osterdienstag, dem 6. April, fühlt sich Bernadette wieder zur Grotte hingezogen. Nach der Vesper geht sie zum Beichtstuhl hinüber. Antoinette Tardhivail, die Hilfssakristanin, hat sie gesehen. Sie ahnt etwas und vertraut es einigen Freundinnen unter dem Siegel der Verschwiegenheit an. Die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Freunde Bernadettes sind beunruhigt. In der vorigen Woche hat sie der Staatsanwalt vier Stunden lang verhört und ihr untersagt, noch einmal zu Grotte zu gehen. Vor der Vesper ist Bernadette zu Blazy gegangen, dem ehemaligen Bürgermeister von Ade, der in der Grotte geheilt worden ist und sie nun zu sehen wünscht. Der Sohn Blazy schlägt vor, sie in seinem Wagen mitzunehmen. Dies ist ein Alibi, wie von der Vorsehung geschickt. Am nächsten Morgen, dem Ostermittwoch, ist sie vor Sonnenaufgang in der Grotte. Hunderte von Menschen sind bereits da.  (....)

Doktor Dozour, der Arzt, beschreibt das außerordentliche Ereignis so: "Als Bernadette mehr als gewöhnlich der Anschauung ihrer Erscheinung versunken schien, wurde ich mitsamt den Umstehenden Zeuge folgenden Vorfalls: Sie war auf den Knien und betete ... ihren Rosenkranz, den sie an der linken Hand trug, während sie in der rechten eine dicke, brennende Kerze hielt.
Als sie wie gewöhnlich auf den Knien vorwärtsrutschte, verblieb sie auf dem halben Wege einige Zeit an derselben Stelle. Währenddessen geriet ihre rechte Hand unter die linke, so dass die Flamme letzterer so nahe kam, dass sie durch die starke Zugluft angefacht, zwischen den etwas gespreizten Fingern hindurchdrang. Trotzdem schien die Haut unversehrt zu bleiben. Durch dieses sonderbare Ereignis in Staunen versetzt, .. konnte ich es ... während einer Viertelstunde genau beobachten."


"Aber sie verbrennt sich ja!" schreit man in der Menge. "Lasst sie nur", ruft Dozous. Er traut seinen Augen nicht. Nach der Ekstase untersucht er beide Hände der Seherin, die nichts von seinen Schlichen versteht. "Nou y pas arre - es  ist nichts zu sehen!" verkündet er.
Auf einmal hat der Glaube gesiegt. In der für ihn typischen Überschwenglichkeit gibt er das Wunder (..) in der ganzen Stadt und vor dem Kommissar selbst bekannt, der die hitzigen Äußerungen verstohlen in seinem Notizbuch mitschreibt:
"Für mich ist es etwas Übernatürliches. Bernadette vor der Grotte in Verzückung knien zu sehen, wobei sie eine angezündete Kerze hält und deren Flamme mit beiden Händen bedeckt, ohne dass sie auch nur die geringste Berührung mit dem Feuer spürt. Ich habe sie untersucht und nicht die leiseste Spur einer Verbrennung feststellen könnnen."

(in: Franz-Toni Schallberger, Die 18 Erscheinungen von Lourdes und ihre Bedeutung für den inneren Weg, 173ff, zitiert Laurentin und Estrade)

Mittwoch, 25. März 2015

16. Erscheinung in Lourdes am 25.3.1858 - die Erscheinung nennt ihren Namen

Marienstatue aus Carrara-Marmar vom Bildhauer Fabisch, 4.3.1864, Lourdes

Am 25. März, dem Fest Verkündigung des Herrn, drängt es Bernadette unwiderstehlich zur Grotte hin, wo sich hunderte Personen aufhalten.

"`Die Nische erglänzte schon und die Dame stand wartend da!... ´ Sie stand da, sagte Bernadette später, friedlich lächelnd, und ließ ihren Blick auf der Volksmenge ruhen wie eine liebende Mutter auf ihren Kindern.

`Ich kniete vor der Dame... Dann ließ ich alle meine Liebe und Verehrung zu ihr emporsteigen und sprach ihr mein ganzes Glück aus, sie wiederzusehen. Nachdem ich ihr alles gesagt hatte, was meinem Herzen einfiel, ergriff ich meinen Rosenkranz. Während ich diesen betete, kam mir der Gedanke, sie um ihren Namen zu bitten. Dieser Gedanke prägte sich so nachdrücklich in mir ein, dass ich bald alles andere vergaß,...
Schließlich konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und bat die Dame, mir zu sagen, wer sie sei.
Wie vordem, neigte die Dame ihr Haupt, lächelte, aber antwortete nicht. Ich weiß nicht warum: ich wurde auf einmal mutiger und bat erneut um die Gunst, mir ihren Namen zu nennen. Sie antwortete mir nochmals mit einem Lächeln und einem freundlichen Zunicken, schwieg aber weiter.

16. Erscheinung in Lourdes, die Dame sagt: "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis"
Basilika der Unbefleckten Empfängnis, Lourdes


(...) Die Dame stand über dem Rosenstrauch, wie man sie auf der Wundermedaille sehen kann. Bei meiner dritten Bitte wurde sie ernst und schien sich in Demut zu versenken...

Darauf faltete sie die Hände und hob sie in Brusthöhe... schaute empor zum Himmel .... löste ihre Hände, neigte sich mir zu und sagte mir (im französischem Pyrenäendialekt) mit bebender Stimme:

Que soy era Immaculada Councepciou
Ich bin die Unbefleckte Empfängnis´ "

"Ich bin die Unbefleckte Empfängnis, Pfarrkirche in Lourdes


Bernadette eilt zum Pfarrhaus und wiederholt die soeben gehörten Wort, denn sie will sie nicht vergessen wie jene über die Prozession. Sie weicht allen Fragen aus und murmelt pausenlos: `Immaculada Coun...cep-ciou, Immaculada Coun...cep-ciou.´
Sie stolpert über die letzten beiden Silben. Sie kommt im Pfarrhof an und ruft dem Pfarrer zu:

`Que soy era Immaculada Councepciou.
Ich bin die Unbefleckte Empfängnis´

Peyramale erzittert unter dem Schock. Er will sagen: Hochmütige Kleine, du willst die Unbefleckte Empfängnis sein!
Aber die Worte bleiben in seiner heiseren Kehle stecken. Er begreift, dass Bernadette das nicht von sich selbst sagt. Sein Verstand wehrt sich gegen ein blendendes Licht. Die Vernunft kommt seinem Widerstand zu Hilfe. Die Jungfrau ist zwar ohne Sünde empfangen, aber sie ist nicht ihre Empfängnis.
Endlich vermag er zu sprechen. `Eine Dame kann keinen solchen Namen tragen! Du irrst dich! Weißt du überhaupt, was das heißt?´

Bernadette Soubirous sagt Pfarrer Peyramale den Namen der Dame, Lourdes


Bernadette schüttelt verneinend den Kopf. `Also, wie kannst du so etwas sagen, wenn du es nicht verstehst?´ `Ich habe es unterwegs immer wieder vor mich hin gesagt.´ Peyramale fühlt, wie sein Zorn verfliegt. Welch eigenartiges Gefühlt bewegt seine Brust? Ist er krank? Er hält ein Schluchzen zurück.
`Sie will immer noch die Kapelle´, flüstert Bernadette in die Stille hinein. Der Pfarrer nimmt seine ganze Autorität zusammen, um sein Gesicht zu wahren. `Geh nach Hause, ich sehe dich ein andermal.´"

(Jean B. Estrade, Die Erscheinungen in Lourdes, 104f, und Rene Laurentin, Das Leben der Bernadette, 92, zit. in: Franz-Toni Schallberger, Die 18 Erscheinungen von Lourdes und ihre Bedeutung für den inneren Weg, 158-160)

Dienstag, 3. März 2015

14. Erscheinung in Lourdes am 3.3.1858 - ein Lächeln



Der Polizeikommissar Jacomet vermerkt in seinem Bericht vom 3. März: "Ich glaube nicht, falsch zu liegen, wenn ich behaupte, dass heute morgen 4000 Mensch am Fluss entlang, auf dem Felsen der Grotte und in der Grotte selbst versammelt waren."

Um sieben Uhr morgens begibt sich Bernadette mit ihrer Mutter zur Grotte. Aber die Dame erscheint nicht. Nach der Schule verspürt Bernadette jene "unwiderstehliche Kraft", die sie mittlerweile zu deuten versteht. Sie geht zur Grotte, begleitet von ihrer Tante Bernarde und von Andre Sajous, der folgendes schildert: "Am Morgen sah Bernadette die Erscheinung nicht. Sehr traurig ging sie mit mir fort. Wir kehrten am Nachmittag zurück. An der Grotte angekommen, kniete sie nieder, nahm ihren Rosenkranz und sah die Erscheinung. Zufrieden kehrte sie nach Hause zurück."

Erneut fragt Bernadette die Dame nach ihrem Namen. Die Antwort ist ein Lächeln.

Am Abend geht Bernadette das dritte Mal zu Pfarrer Peyramale. Dieser wiederholt seine Forderung: "Wenn die Dame wirklich eine Kapelle haben will, so soll sie ihren Namen sagen und den Rosenstrauch der Grotte zum Blühen bringen."

(vgl. Bernardo, Lourdes, 37f; PURspezial, Bewegt vom Wunder, 8)
Offizielle HP von Lourdes

Du fragst nach dem Namen dieser Dame!



Internationale hl. Messe in der Basilika Pius X.

Montag, 2. März 2015

13. Erscheinung in Lourdes am 2.3.1858 - Botschaft an die Priester

Die Dame wünscht, dass eine Kapelle erbaut wird, Basilika der UE, Lourdes

Am Ende der Erscheinung, es war ein Dienstag, fragte man Bernadette, was ihr die Dame gesagt habe: "Sie hat mich um eine Prozession am Donnerstag gebeten."

Bernadette berichtet: "Sie sagte mir: "Sie werden den Geistlichen sagen, sie sollen an dieser Stelle eine Kapelle erbauen lassen."
Ich begab mich zum Pfarrer, um ihm die Mission zu übermitteln. Er starrte mich einen Augenblick an und fragte mich dann in einem keineswegs beruhigenden Ton: "Wie heißt diese Dame?" Ich erwiderte, ich wisse es nicht. Er sagte, ich solle fragen. Das tat ich am nächsten Tag. Sie lächelte, ohne zu antworten.

Erst am Abend kehrt Bernadette zum Pfarrer zurück und überbringt ihm den zweiten Teil der Botschaft: die Bitte um die Wallfahrt zur Grotte. Pfarrer Peyramale will erneut den Namen der Dame wissen und fordert als Beweis für die Wahrheit des Erzählten, dass der wilde Rosenstrauch an der Grotte mitten im Winter erblühen soll.
(vgl. Bernardo, Lourdes, 35f)

Bernadette bei Pfarrer Peyramale, Pfarrkirche Lourdes

Sonntag, 1. März 2015

12. Erscheinung in Lourdes am 1. März - das erste Wunder

eine Frau bringt ihr krankes Kind zur Quelle, Basilika der UE, Lourdes



Das Glasfenster zeigt das 5. anerkannte Wunder:

"Sachverhalt: Justin Bouhort wurde am 28. Juli 1856 in Lourdes geboren und lebte dort auch zum Zeitpunkt der Heilung, Anfang Juli 1858. 
Diagnose: Chronische post-infektiöse Unterernährung mit zurückgebliebener motorischer Entwicklung. Damalige Diagnose: „Schwindsucht“.
Prognose: Keine Aussicht auf Heilung und Lebensgefahr (infaust quoad valetudinem et vitam).
Therapie
: Angemessen, aber unwirksam.
Art der Heilung: Plötzlich, vollständig und dauerhaft, medizinisch nicht erklärbar.
Am 18. Januar 1862 wurde die Heilung von Justin Bouhort durch Bischof Bertrand-Sévère Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt."
(Quelle)


Die Erscheinung findet um sieben morgens statt. Laut dem Bericht des Kommiassars Jacomet sind mehr als 1450 Personen bei der Grotte: " Es wurden 1300 Personen gezählt, die von der Grotte in den Ort zurückkehrten. Zu diesen muss man mindestens weitere 150 hinzuzählen. Es sind diejenigen, die von der anderen Seite des Flusses aus den Tälern herübergekommen sind."
Der Erscheinung wohnt erstmals ein Priester bei, Pfarrer Antoine Dezirat aus Bordes. In der darauffolgenden Nacht taucht Catherine Latapie ihren seit 1856 gelähmten Arm in die Quelle und wird sofort geheilt. Ihr kurz darauf geborener Sohn Jean-Baptiste wird später Priester. Diese Heilung wird 1862 als erstes Wunder kirchlich anerkannt.