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Mittwoch, 22. Mai 2019

Reliefs aus dem Leben der hl. Rita (1/2)

Eingangsportal in die Basilika der hl. Rita in Cascia, Italien


Die hl. Rita von Cascia wuchs in Umbrien auf und musste unfreiwillig einen gewalttätigen Mann heiraten. Nach 18 schweren Ehejahren wurde dieser ermordet, weswegen ihre beiden Söhne Rache schworen. Die hl. Rita von Cascia betete zu Gott, er solle ihre Söhne eher sterben als einen Mord begehen lassen. Sie wurde tatsächlich erhört.
Nach dem Tod ihrer Familie war es ihr Wunsch, bei den Augustiner-Eremiten einzutreten, jedoch konnte ihr Wunsch nicht erfüllt werden, da sie im Kloster von Cascia nicht zugelassen wurde. Erst nachdem sie während einer nächtlichen Vision vom hl. Johannes dem Täufer, dem hl. Augustinus und dem hl. Nikolaus von Tolentino zur Pforte des Klosters geführt wurde, nahm man sie dort auf. Ihre besondere Sorge galt den Armen, Kranken und ihren Familien.
Ihr Leben war geprägt von strenger Buße und mystischen Erfahrungen. 1432 empfing sie die Stigmatisierung durch die Dornenkrone Jesu auf ihrer Stirn, die sie 15 Jahre bis zu ihrem Tode als schmerzende, offene Wunde trug. Kurz vor ihrem Tod bat sie um eine Rose aus dem Garten, und obwohl tiefer Winter herrschte, blühte ein Rosenstrauß. Die Rose wurde zum Symbol für Leiden und Freude im Leben der hl. Rita. Noch heute werden darum am 22. Mai in Italien "Rita Rosen" geweiht. Auch am Grab der Heiligen geschahen weitere Wunder. Als man den Sarg nach zehn Jahren öffnete, fand man ihren Leib unverwest.
Ihr Gedenktag ist der 22. Mai. Rita ist Patronin der Metzger (zusammen mit Lukas und Antonius), bei Notenproblemen, in aussichtslosen Situationen, gegen Pocken
(Kathpedia)

Geburt der hl. Rita?, Santuario di Santa Rita, Cascia


Auf den Säulen des Eingangsportals der Basilika der hl. Rita sind Szenen aus dem Leben der hl. Rita dargestellt. Die Reliefs stammen von Eros Pellini. Im oberem Teil der Fassade tragen sechs Eingel ein Kreuz.


die heilige Rita lehrt ihren Kindern das Beten, Cascia

Der Mann von Rita stirbt, Cascia

Johannes der Täufer, der hl. Nikolaus von Tolentino und Augustinus erscheinen Rita in einer Vision, sie tritt ins Kloster ein

Während des Noviziats, so erzählt man sich, will die Äbtissin Ritas Demut prüfen und beauftragte sie, ein Stück trockenes Holz zu gießen; ihren Gehorsam belohnt Gott mit einem schönen Weinstock.

Allmächtiger Gott, staunend stehe ich vor dem Weinstock der Heiligen. Durch die Gehorsamsübung von Schwester Rita ist er zu neuem Leben erwacht und bringt reiche Frucht. (...) Der lebendige Weinstock lehrt mich bildhaft das Wort Deines Sohnes: "Wer in mir bleibt, bringt reiche Frucht."

In Dir mit Deinem Sohn innig verbunden, brachte der Gehorsam der demütigen Schwester reiche Frucht. Schenke auch mir diese innige Verbindung mit Dir und Deinem Sohn, damit ich in meinem Leben reiche Frucht bringen kann. Lass niemals zu, dass ich von Dir getrennt werde durch den Einfluss des Teufels, durch Stolz, Hochmut und Ungehorsam gegen Deinen göttlichen Willen.

Guter Gott, öffne mein Herz weit für Dein Wort, das Mensch geworden ist.

(Bernhard Stefan Schneider, Die heilige Rita von Cascia, 72)


Am Grab der heiligen Rita von Cascia

Montag, 12. Dezember 2016

Johanna Franziska von Chantal als Mutter der Heimsuchung

 Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

Das fünfte Fenster zeigt ganz oben (abgeschnitten) links das Wappen Frankreichs und rechts das der Heimsuchung Mariens.

Im oberen Bildteil ist zu sehen, wie Johanna Franziska von Chantal unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Annecy verläßt, um die Herzogin von Montmorency, die Witwe des Herzogs Henry II. von Montmorency, in Moulins einzukleiden. Die zukünftige Schwester der Heimsuchung ist die Nichte von Papst Sixtus V., die Großnichte und das Patenkind von Maria von Medici.

Die Königin von Frankreich, Anna von Österreich, bittet Johanna Franziska von Chantal nach St. Germain-en-Laye zu kommen. Sie heißt Franziska in ihrer Kutsche willkommen und sagte zu ihr: Ich wünsche, meine Mutter, Sie lange hier zu behalten, zu meinem Trost, und um Ihren Rat zu erhalten.



In der großen Szene stellt die Königin Johanna von Chantal den Thronfolger vor, den späteren Ludwig XIV., und bittet sie, ihn zu segnen. Im Hintergrund Msgr. Octave de Bellegarde, Erzbischof von Sens, und Msgr. Jean-Jacques de Neufchezes, Bischof von Chalon-sur-Saone.


Meine lieben Töchter, ich muß gehen und bin an meinem Ende angelangt.
Nicht mehr werde ich den Trost erleben, den mir eure Tugend bereitet.
Die Tugend und die Gottesliebe ausgenommen,
besteht die Vollkommenheit darin,
nichts zu verlangen und nichts abzuschlagen,
sondern sich bereitzuhalten für den Gehorsam.

(Letzte Worte Franz von Sales an die Töchter der Heimsuchung,
in: Lajeunie OP, Franz von Sales, 603)


Adieu, mes cheres Filles, jusquà l´Eternite.

Auf Wiedersehen, meine lieben Töchter, bis zur Ewigkeit.

Die letzten Worte der Mutter von Chantal zu ihrer Schwestern am 11. November 1641, als sie spürte, dass ihr irdisches Leben dem Ende entgegenging.

Freitag, 14. August 2015

Maximilian Kolbe und die Unbefleckte



Maximilian Maria Kolbe, Minoritenpriester und Märtyrer. Maximilian Kolbe wurde am 7. Jänner 1894 zu Zdunska-Wola in Polen geboren. Er wurde Minorit und 1918 Priester. Ein besonderer Akzent seiner Frömmigkeit lag auf der Verehrung Mariens als „Immaculata“.
So rief er eine Marianische Apostolatsvereinigung ins Leben und baute seit 1922 in Polen die katholische Presse auf. Dazu errichtete er eine eigene „Stadt der Unbefleckten“, in der er mit einer großen Zahl arbeitsamer Mitbrüder unermüdlich apostolische Zeitschriften herstellte, die eine Auflage von mehreren Millionen erreichten. Ab 1930 wirkte Maximilian Kolbe in Japan in ähnlich fruchtbarer Weise. 1936 nach Polen zurückgekehrt, wurde er 1940 ins Konzentrationslager Oranienburg, dann 1941 nach Auschwitz verschleppt.
Im August 1941 opferte sich Maximilian Kolbe freiwillig in Stellvertretung für einen jungen polnischen Familienvater, der in einem Vergeltungsakt hätte hingerichtet werden sollen. Den Mitsterbenden im Hungerbunker spach er Trost zu, hörte die Beichte und sorgte dafür, dass sie im Frieden ohne Hass auf ihre unmenschlichen Mörder sterben konnten. Er starb als letzter durch die Giftspritze am 14. August 1941. Papst Paul VI. hat Maximilian Kolbe selig gesprochen, die Heiligsprechung nahm Johannes Paul II. am 10. Oktober 1982 vor.
(Martyrologium Sancrucense)

Sant` Andrea delle Fratte, Rom


Am 28. April 1918 wird Maximilian Kolbe im Rom zum Priester geweiht. Am nächsten Tag feiert er seine erste heilige Messe am Altar der Madonna del Miracolo in S. Andrea delle Fratte. Hier war 1842 die selige Jungfrau dem Juden Alfons Ratisbonne, der die Kirche abgrundtief hasste, erschienen. Ratisbonne hatte sich einen Tag zuvor von Baron Theodor de Bussierre überreden lassen, eine wunderbare Medaille zu tragen und das Memorare des hl. Bernhard zu sprechen. Tief erschüttert über die Erscheinung ließ Ratisbonne sich taufen. Von dem Tag an, als P. Maximilian von der Bekehrung Ratisbonnes erfahren hatte, begab er sich oft zur Kirche Sant´Andrea delle Fratte, um vor dem Altar der Unbefleckten zu beten, hier wollte er auch seine erste hl. Messe feiern.

Ist es möglich, dass unsere Feinde eine solche Tatkraft entfalten, um uns zu besiegen, während dessen wir die Hände in den Schoss legen und nichts tun? Haben wir denn nicht viel mächtigere Waffen, können wir nicht auf den ganzen Himmel zählen, und insbesondere auf die Immaculata?" (hl. Maximilian)


Kapelle der wundertätigen Muttergottes, S. Andrea delle Fratte, Rom


Hier brachte P. Maximilien  nach seiner Priesterweihe das erste hl. Mesopfer dar

Büste links: Alfons Ratisbonne, rechts: P. Maximilian Kolbe




Liebe Brüder, wir wollen den liebevollen himmlischen Vater innig lieben. Der Beweis unserer vollkommenen Liebe soll unser Gehorsam sein, besonders dann, wenn uns das Opfer unseres eigenen Willens abverlangt wird. Für den Fortschritt in der Liebe zu Gott kennen wir kein erhabeneres Buch als Jesus Christus, den Gekreuzigten.
Das alles werden wir durch die unbefleckte Jungfrau leichter erlangen. Ihr hat Gott in seiner Güte die Ausspendung seiner Barmherzigkeit anvertraut. Es besteht kein Zweifel, daß für uns der Wille Marias der höchsteigene Wille Gottes ist.
Wenn wir uns ihr weihen, werden wir in ihren Händen Werkzeuge der göttlichen Barmherzigkeit, wie sie es selbst in den Händen Gottes ist. Lassen wir uns also von Maria leiten! Lassen wir uns von ihr ander Hand nehmen! Seien wir unter ihrer Führung ruhig und unbekümmert; denn sie selbst wird sich in allem um uns kümmern, sie wird für uns alle Vorsorge treffen. Sie wird bereitwillig in allen Nöten des Leibes und der Seele zu Hilfe kommen un die Schwierigkeiten und Bedrängnisse aus dem Wege räumen.
(Maximilien Kolbe, in: Franziskanisches Proprium zum Stundenbuch, 256)

Montag, 10. März 2014

1. Fastensonntag: der Sündenfall - Bilderupdate

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte.
Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
Die Frau entgegnete der Schlange:
Von den Früchten der Baume im Garten dürfen wir essen;
nur von den Früchten des Baumes,
der in der Mitte des Gartens steht,
hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen,
und daran dürft ihr nicht rühren,
sonst werdet ihr sterben.
Darauf sagte die Schlange zur Frau:
Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf;
ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Da sah die Frau, daß es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, daß der Baum eine Augenweide war
und dazu verlockte, klug zu werden.
Sie nahm von seinen Früchten und aß;
sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war,
und auch er aß. (Genesis 3,1-6)


"Im Paradies also stand der Mensch in Gottes Gehorsam, und an diesem Gehorsam hing es, daß er frei und königlich über die ganze Erde herrschte. Es verhielt sich gerade nicht so, wie die Schlange es darzustellen versucht: daß der Mensch, der an sich zur Freiheit berufen war, durch dieses Verbot Gottes in einer unerträglichen Weise eingeengt wurde. "Sie sagte zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Listig läßt die Schlange das eine Verbot seinen Schatten über alle Baume werfen. Sie läßt die Freiheit des Gehorsams als Entzug der herrschaftlichen Macht über alle Kreatur erscheinen. Bisher hatte Eva den Gehorsam Gott gegenüber keineswegs als im Gegensatz zu ihrer Freiheit stehend empfunden. Er war für sie die Ordnung selbst: sie gehorsam zu Gott und dadurch alle Wesen gehorsam zum Menschen. Diese Ordnung war so durchsichtig, so evident, daß sie keine Reflexion erforderte. Nichts war einfacher als diese Ordnung, denn in ihr dienten die Menschen Gott, und alles übrige diente ihnen. Es war ein Gehorsam, den sich sie nicht abringen mußten, weil es ihnen nicht einfiel, den Willen Gottes ihrem eigenen Willen vergleichend gegenüberzustellen, sie deshalb auf ihren eigenen Willen gar nicht verzichten mußten, um den Willen Gottes zu tun.
Ihr Wille war einfach und selbstverständlich identisch mit diesem Gehorsam, er war nur das Werkzeug, das sie zum Gehorchen brauchten, und kraft dieses Einvernehmens mit Gott wußten und fühlten sie sich in der Schöpfung königlich frei. Ihre Freiheit war innerhalb ihres Gehorsams geborgen, dieser aber war Gottes-Dienst in Vertrauen, Dankbarkeit, Liebe. Sie war wesentlich Glaube. Glaube war die Regung, in der sie ihr Sein von Gott entgegennahmen und es ihm in Liebe  immer wieder zurückgaben."
(H. U. v. Balthasar, Christlicher Stand 71f)

Sündenfall, Kapelle des hl. Sakraments in nördl. Querschiff,
Dom zu Pisa, S. Maria Assunta
Adam und Eva verstecken sich hinter dem Altaraufbau, wo der Auferstandene
als Herrscher über Sünde und Tod zu sehen ist

Schiefer Turm und Dom zu Pisa

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Witwe Johanna Franziska von Chantal in geistlicher Begleitung von Franz von Sales

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

Das dritte Fenster (mittlerer Teil des Fensters) erzählt, wie es zur Begegnung von Franz von Sales mit Frau von Chantal kommt. Anfang des Jahres 1604 bereitet Franz von Sales im Schloss Thorens seine Fastenpredigten vor. Eines Morgens sieht er nach der hl. Messe in einer Vision die drei Frauen, mit denen er später den Heimsuchungsorden gründen wird, Frau von Chantal, Marie-Jaqueline Favre und Jeanne-Charlotte de Brechard.



Der obere Teil des Fensters zeigt Franz von Sales am 5. März 1604 in Dijon bei einer Fastenpredigt, der Johanna Franziska aufmerksam zuhört.

"Halten Sie sich ganz fest in Gottes Gegenwart. Tun Sie es mit allen Mitteln, die Sie kennen. Hüten Sie sich vor Hast und Unruhe, denn nichts hindert den inneren Fortschritt mehr als dies. Versenken Sie ohne Gewalt und ganz ruhig ihr Herz in die Wunden des Herrn. Haben Sie unbegrenztes Vertrauen, daß seine Barmherzigkeit und Güte sie nie verlassen wird. Hören Sie darob nicht auf, sein heiliges Kreuz zu umfassen.
Nach der Liebe zu unserem Herrn empfehle ich Ihnen die Liebe zu seiner Braut, der Kirche. Sie ist die edle und sanfte Taube, die als einzige ihrem göttlichen Bräutigam Kinder zu schenken vermag. Danken Sie Gott oft und oft für die Gnade, eine `Tochter der Kirche´ sein zu dürfen. So tat es Mutter Theresia, die dieses Wort auf dem Sterbebett mit großer Freude aussprach. Richten Sie Ihre Blicke auf den Bräutigam und die Braut; sagen Sie zum Herrn: `Wie schön ist doch Deine Braut!´ und zu ihr: `O Braut, welches Glück, einem göttlichen Herrn vermählt zu sein!´

(aus dem 2. Brief des hl. Franz von Sales an Frau von Chantal, 3. Mai 1604)



Am 24. August übernimmt der Bischof von Genf die geistliche Leitung von Johanna Franziska und gibt ihr Lebensregeln: tägliche Meditation und Besuch der hl. Messe, Gebet beim Stundenschlag und die Gehorsamsregel: Alles soll man aus Liebe tun und nichts gezwungen, man soll den Gehorsam mehr lieben als den Ungehorsam fürchten.
 


Andre Fremyot, der Bruder von Frau von Chantal, war Erzbischof von Bourges und stellt Franziska Franz von Sales vor (Hauptszene im unteren Teil).

Franz von Sales mit Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy, Frankreich

Il est fort vrai
que c´est la volonte de Dieu
qui me charge de votre conduite spirituelle.

Es ist sehr wahr, dass es Gottes Wille ist, der mir aufträgt, sie geistlich zu führen.

Mit diesen Worten übernahm Franz von Sales am 22. August 1604 anlässlich einer Pilgerreise nach Saint-Claude (Jura) die geistliche Vaterschaft von Frau von Chantal.

Montag, 23. September 2013

P. Pio von Pietrelcina

P. Pio von Pietrelcina kam zum ersten Mal am 28. Juli 1916 nach San Giovanni Rotondo, wo er bis zu seinem Tod am 23. September 1968 als Priester wirkte.

Der Leichnam von P. Pio wird in der Krypta der zwischen 1991 und 2004 errichteten Wallfahrtsbasilika San Pio da Pietrelcina aufbewahrt. Auf der rechten Wandseite des Gangs, der zur Krypta führt, zeigen Mosaike von P. Ivan Rupnik SJ Szenen aus dem Leben des Heiligen.


Mosaik in San Pio da Pietrelcina, San Giovanni Rotonda

"Mein Vater, warum weint ihr denn, wenn Ihr Jesus in der heiligen Kommunion empfangt?"

P. Pio: "Wenn die Kirche den Ruf ausstößt: Du hast den Schoß der Jungfrau nicht gescheut, indem sie von der Fleischwerdung des Wortes im Leib der Unbefleckten spricht, was wird man dann über uns Armselige sagen? Aber Jesus hat zu uns gesagt:  Wer nicht von meinem Fleisch ist und nicht von meinem Blut trinkt, der wird kein ewiges Leben erlangen; deshalb müssen wir uns der hl. Kommunion mit viel Liebe und Ehrfurcht nähern. Der ganze Tag soll Vorbereitung und Danksagung für die heilige Kommunion sein".


Stigmatisierung von P. Pio

Es war am Morgen des 20. des vergangenen Monats auf dem Chor, nach der Feier der heiligen Messe, als mich eine Ruhe überkam, ähnlich einem süßen Schlummer. Alle inneren und äußeren Sinne und selbst die Fähigkeiten der Seele befanden sich in einer unbeschreiblichen Regungslosigkeit. Bei all dem herrschte vollkommene Stille in mir und um mich herum, und darauf folgte sofort ein tiefer Friede und eine Hingabebereitschaft zur vollkommenen Entäußerung sowie ein Ruhen in der eigenen Vernichtung. All das geschah in Blitzesschnelle.

Und während dies alles vor sich ging, sah ich vor mir eine geheimnisvolle Gestalt, ähnlich jener, die ich am Abend des 5. August gesehen hatte. Sie unterschied sich von dieser einzig darin, dass von ihren Händen, den Füßen und der Seite Blut tropfte.
Ihr Anblick entsetzte mich! Was ich in jenem Augenblick empfand, wüßte ich Euch nicht zu sagen. Ich fühlte mich sterben und wäre auch gestorben, wenn der Herr nicht eingegriffen  und mein Herz gestärkt hätte, das mir aus der Brust zu springen drohte.

Die Erscheinung verschwand, und ich merkte, dass meine Hände, Füße und die Seite durchbohrt waren und Blut hervorquoll. Stellt euch die Qual vor, die ich damals erfuhr und die ich fortwährend, fast täglich, aufs Neue erfahre.
Aus der Herzwunde fließt ständig Blut, besonders vom Donnerstag abend bis zum Samstag. Mein Vater ich sterbe vor Schmerzen an dieser Qual und an der daraus folgenden Verwirrung, die ich im Innersten der Seele empfinde.

(aus dem Brief von P. Pio an P. Benedetto vom 22. Oktober 1918)

P. Pio ist es verboten, die hl. Messe öffentlich zu feiern

1923 bekommt P. Pio massive Einschränkungen auferlegt, zehn Jahre lang darf er die hl. Messe nicht öffentlich feiern.

Kurz, der Gehorsam bedeutet mir alles, doch ich verspüre keinen Trost, wenn ich mich dem Gehorsam unterwerfe.

P. Pio im Gebet vor dem Gekreuzigten

Mein Jesus, rette alle!
Ich biete mich für alle zum Opfer an. Gib mir Kraft.
Nimm mein Herz, erfülle es mit Deiner Liebe
und befiehl mir dann, was Du willst.

Christus schützt P. Pio vor den Angriffen des Bösen

Die vorletzte Nacht habe ich sehr schlecht verbracht: ungefähr von zehn Uhr an, als ich zu Bett ging, bis um fünf Uhr morgens, hat jenes Scheusal nichts anderes getan, als mich pausenlos zu verprügeln. Viele teuflische Gedanken ließ er mir in den Sinn kommen. Gedanken der Verzweiflung, des Mißtrauens gegen Gott. Aber gelobt sei Jesus, denn ich habe mich schützen können, indem ich immer wieder zu Jesus sagte: Deine Wunden sind mein Verdienst. (...)
Schließlich kam das Jesuskindlein, dem ich sagte, ich wolle allein seinen Willen tun. Es tröstete mich und ließ mich die Qualen der Nacht vergessen.

(Brief an P. Augustino über die Erlebnisse der letzten Nächte, 28. Juni 1912))

Gabe der Bilokation, 1956 ist P. Pio bei Kardinal Mindszenty,
der in Budapest gefangen gehalten wurde

In 1956, Padre Pio served Holy Mass for Joseph Cardinal Mindszenty of Hungary in his Budapest prison. Someone who had news of the imprisonment had asked Father Pio directly: “Father Pio you have served the Mass to the Cardinal of Hungary, so you have spoken to him! So you have been in jail with him and you have seen him!” - Father Pio answered: “Of course, if I had spoken to him I have also seen him”. He was bilocating.


P. Pio unterhielt eine umfangreiche Korrespondenz

Jesus möge Euch heilig machen und Euch all das Gute gewähren, das Ihr den Seelen anderer wünscht. Amen.

Jesus und Maria mögen Euch immer mehr in der Liebe wachsen lassen und Euch helfen, der himmlischen Heimat immer würdiger zu werden. Amen.

Jesus sei immer mit Euch und vergelte Euch hundertfach all das Gute, das ihr immer für meine Seele zu tun bemüht seid.

Jesus und Maria seien immer in Eurem Herzen und mögen Euch heilig machen.

Jesus sei immer mit Euch und schenke Euch die Gnade, seiner Liebe noch würdiger zu werden! Amen.

Jesus möge immer mehr der Friedensfürst aller Herzen sein!

Jesus stehe Euch immer bei und mache Euch ganz sein. Amen.

Jesus möge uns mit seiner wachsamen Gnade immer beistehen und uns die Kraft geben, die Last des Kreuzes, das er uns schickt, zu tragen.

(Briefanfänge an seine geistlichen Führer)

P. Pio als Seelenführer

Die Bewegung des gemeinschaftlichen Gebetes war eine Antwort auf die wiederholten Aufrufe von Papst Pius XII. inmitten der Wirren des zweiten Weltkriegs. Nach einer langen Zeit des Nachdenkens entwarf Pater Pio den Charakter der Gebetsgruppen in einer am 5. Mai 1966 gehaltenen Rede: überall sollten "Pflanzschulen des Glaubens" entstehen, "Feuerstellen der Liebe, in deren Mitte Christus selbst gegenwärtig ist, jedesmal wenn sie sich zum Gebet und zur eucharistischen Agape versammeln".
Ein kleiner Same, der schon bald zu einem üppigen und mit Früchten beladenen Baum heranwachsen sollte. Dazu ein paar nüchterne Zahlen: am 20. September 1968 wirken 726 Gebetsgruppen in etwa 20 verschiedenen Ländern der Erde; die Gesamtzahl ihrer eingetragenen Mitglieder beläuft sich auf 68000.
(Pater Pio von Petrelcina, Briefe I, 28)

Montag, 19. März 2012

Wie kommt man in den Himmel?

Wortlos erfüllst du
Gottes dunklen Willen,
tust ohne Frage,
was er dir gebietet,
demütig dienst du
seinem großen Plane,
treu und beharrlich.

Weil du gehorchtest,
wurdest du erhoben.
Christus verlieh dir Seligkeit und Leben.
Er, der die Kleinen,
vor der Welt Geringen, 
seliggepriesen.
 (aus dem Hymnus der Lesehore vom hl. Josef)

Hl. Josef, bitte für die Sterbenden.

Kirche zum Hl. Josef, Nazareth

Donnerstag, 19. Januar 2012

Der Kirche treu

Weil jedoch der priesterliche Dienst ein Dienst der Kirche ist, kann er nur in der hierarchischen Gemeinschaft des ganzen Leibes ausgeübt werden.

Die Hirtenliebe drängt also die Priester dazu, in dieser Gemeinschaft zu handeln und darum den eigenen Willen gehorsam in den Dienst für Gott und die Brüder zu stellen, indem sie gläubigen Geistes annehmen und ausführen, was der Papst oder der eigene Bischof sowie andere Vorgesetzte vorschreiben oder nahelegen ...

Durch diese Demut und diesen verantwortungsbewußten und freien Gehorsam machen sich die Priester Christus gleichförmig.

Presbyterorum ordinis, Dekret über Dienst und Leben der Priester, 15.

Karmeliterkirche, Wien