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Karlsbrunnen od. Markbrunnen vor dem Aachener Rathaus
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(...) Am 28. Januar 814
starb Karl der Große in seiner Aachener Pfalz. Seit der zweiten Hälfte des 12.
Jahrhunderts wird er, nachdem seine Heiligsprechung vom Papst anerkannt worden
war, als Heiliger auch kultisch verehrt: in Aachen, Osnabrück, Frankfurt, aber
auch in Frankreich, der Schweiz, Italien, Spanien und Tschechien. Sein
liturgischer Festtag ist sein Sterbetag: der 28. Januar.
Nur durch das Evangelium wurde Europa ein Kontinent. Papst Johannes
Paul II. über die Bedeutung Karls des Großen
Papst Leo III. krönte am Weihnachtstag des Jahres 800 in der damaligen
konstantinischen Peterskirche in Rom Karl den Großen zum Kaiser. Mit dieser
Kaiserkrönung avancierte Karl zum Nachfolger der römischen Kaiser des
Westens. Das Sacrum Imperium Romanum (das Heilige Römische Reich) war
damit gegründet, das abendländische Kaisertum wiederhergestellt. Das Imperium
der Römer ging mit der Kaiserkrönung auf die Franken über. Durch diesen
als Translatio Imperii Romanorum (Übertragung des Reiches der
Römer) in die Geschichte eingegangener Akt stieg Aachen, die Hauptresidenz
Karls des Großen, – nach Köln und Trier – zur Roma secunda (zweites
Rom), zum „Rom des Nordens“ auf.
Anlässlich der 1200-Jahrfeier der Kaiserkrönung Karls des Großen sagte Papst
Johannes Paul II., selbst Träger des (außerordentlichen) Internationalen Karlspreises
zu Aachen, den er 2004, ein Jahr vor seinem Tod, im Apostolischen Palast
empfangen hat: „Der von Karl dem Großen angestoßenen Reform kommt auch heute
Bedeutung zu: Ihre Tragweite ist in der Tat weit höher als sein Werk der
äußeren Vereinigung der verschiedenen politischen Wirklichkeiten der damaligen
Zeit. Der große Beitrag, den Karl der Große für die Gestaltwerdung des
Kontinentes geleistet hat, besteht in einer großartigen Synthese zwischen der
Kultur der klassischen, vorwiegend römischen Antike und den Kulturen der
germanischen und keltischen Völker. Diese Synthese hat ihre Grundlage im
Evangelium Jesu Christi. Denn Europas Einheit wurde nicht vom geographischen
Standpunkt aus umschrieben. Nur durch die Annahme des christlichen Glaubens
wurde Europa Kontinent. Diesem Kontinent gelang es über Jahrhunderte hinweg,
seine Werte in fast alle Teile der Welt auszubreiten und so dem Wohl der
Menschheit zu dienen. … Die große Gestalt der Geschichte, Kaiser Karl der
Große, ruft die christlichen Ursprünge Europas neu in Erinnerung. Wer auf diese
Gestalt schaut, wird in die Epoche geführt, die – trotz der menschlichen
Grenzen, die es immer gibt – eine beeindruckende kulturelle Blüte auf fast
allen Erfahrungsfeldern auszeichnet. Auf der Suche nach seiner Identität
darf Europa nicht darauf verzichten, mit aller Kraft das kulturelle Erbe
zurückzugewinnen, das von Karl dem Großen hinterlassen und mehr als ein
Jahrtausend lang bewahrt wurde. So wollen wir jene Werte wiederentdecken, in
denen die tiefere ‚Seele‘ Euorpas erkennbar wird“ (in: Osservatore Romano, dt.
Ausgabe, 17.12.2000).
Karl als Bekenner und Heiliger
Karl der Große war nicht nur der „erste Europäer“ und der „Vater Europas“.
Karl ist auch ein Heiliger, dessen geistliche Bedeutung über seine politische hinausgeht,
was häufig in unseren Tagen übersehen wird. Seit hunderten von Jahren wird Karl
der Große als Heiliger verehrt. In der sogenannten Barbarossa-Urkunde vom 8.
Januar 1166, wenige Tage nach der Heiligsprechung Karls in Aachen am 29.
Dezember 1065 promulgiert, wird Karl als ein fortis athleta et verus
apostolus (starker Kämpfer und wahrer Apostel) und wahrer Bekenner
bezeichnet. (...) Die liturgische Verehrung des am 29. Dezember
1165 heiliggesprochenen Kaisers bildete die geistige Klammer des
mittelalterlichen Reiches.
(G. Weishaupt, Kathnews)
Karl der Große beim Lateranpalast
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Karl der Große, Kopie, Original im Museum Centra Charlemagne, Aachen
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