Posts mit dem Label Convento de Santa Teresa - Avila werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Convento de Santa Teresa - Avila werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 14. Dezember 2019

Johannes vom Kreuz

Der Altar des Menschwerdungsklosters in Avila zeigt zentral die Verkündigung des Herrn. Christus nimmt Fleisch an
in der Jungfrau Maria. Auf beiden Seiten die großen Reformer des Karmelitenordens, Theresa von Avila
(es war ihr Konvent) und Johannes vom Kreuz (der sie dort besuchte). Darüber der Prophet Elias, die zentrale Gestalt
der karmelitanischen Spiritualität.

Zeichnung der Kreuzigung Christi von Johannes vom Kreuz

Johannes vom Kreuz im Karmel von London (Our Lady of Carmel and Saint Simon Stock)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (2)

Am Grab des hl. Johannes vom Kreuz (1)



Kelch des hl. Johannes von Kreuz,
den Papst Johannes Paul II am 1. November 1982 verwendete.
Museum Menschwerdungskloster, Avila



Gott wohnt in allen Seelen geheim und verborgen,
sonst könnten sie nicht bestehen.
Aber in einigen weilt er allein,
in anderen nicht allein;
hier mit Wohlgefallen,
dort mit Widerwillen.

In einigen weilt er wie in seinem eigenen Hause,
wo er alles lenkt und leitet,
in anderen wie ein Fremdling,
den man nichts gebieten und nichts tun lässt.

Je weniger eine Seele
von eigenen Begierden und Neigungen eingenommen ist,
desto mehr ist er darin allein und wie im eigenen Haus,
und je mehr allein, desto verborgener weilt er auch darin.

(hl. Johannes vom Kreuz Lebendige Liebesflamme 4,4


Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Berthold von Regensburg.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Die Gnade der geistlichen Vermählung - Theresia von Avila

Theresia von Avila, Museo de Santa Teresa, Avila

Theresia von Jesus, Karmelitin, Ordensreformatorin und Kirchenlehrerin. Theresia wird nicht nur deshalb, „die Große“ genannt, um sie von der „kleinen Therèse“, also von „Theresia vom Kinde Jesu“ zu unterscheiden. Ihr Leben bezeugt das große Gnadenwirken Gottes. Teresa de Cepeda y Ahumada wurde als jüngstes von 11 Geschwistern am 28. März 1515 zu Avila in Spanien geboren. Sie trat als 20-jährige am 2. November 1535 in das Karmelitinnenkloster der Menschwerdung in Avila ein. Die Observanz war oberflächlich, ja verkommen. Nach einem Jahr brach Theresia zusammen, lag einige Tage im Koma, so dass man sie für tot hielt. Man hatte ihre Augen bereits mit Wachs verschlossen und hätte sie beinahe lebendig begraben. Danach hatte Theresia erste mystische Visionen.
1539 kam es nach einer Begegnung mit dem leidenden Christus zur – wie sie es nannte – „endgültigen Bekehrung“. In ihrem Kloster und von der Ordensleitung wurde sie deshalb oft nicht ernst genommen, ja bekämpft. 1560 erlebte sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach Vollkommenheit noch verstärkten. Unter größten Schwierigkeiten und Anfeindungen ihrer Ordensschwestern setzte sie die Reform des Karmeliterordens durch: 1562 erfolgte mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs die Gründung eines Reformklosters in Avila. Die „Unbeschuhten Karmelitinnen“ mit strengster Klosterzucht waren geboren. Zusammen mit Johannes vom Kreuz gründete sie ab 1568 insgesamt 32 solche Reformklöster für Frauen und für Männer. Neuer Widerstand verhinderte die Weiterführung der Reform, bis der Papst 1580 die Unbeschuhten zu einem eigenen Orden erhob. Theresia starb am 4. Oktober 1582 zu Alba de Tormes. Die spanischen Stände erklärten sie 1617 zur Patronin Spaniens. In ihrem Buch „Die Seelenburg“ beschreibt Theresia die Vereinigung der Seele mit Gott. Durch die Lektüre dieses Buches hat sich Edith Stein, die spätere Märtyrin und Patronin Europas, bekehrt. Theresia von Avila wird dargestellt als Karmelitin, wie ein Engel ihr Herz durchbohrt.
(Martyrologium Sancrucense)

Darstellung der geistlichen Vemählung, Museo de Santa Teresa, Avila

Als ich im zweiten Jahr des Priorats, das ich im Kloster der Menschwerdung innehatte, am Oktavtag des hl. Martin kommunizierte, teilte P. Johannes vom Kreuz, der mir das Heiligste Sakrament gab, die Hostie für eine andere Schwester.
Ich dachte, das geschah nicht, weil es an Hostien fehlte, sondern weil er mir einen Verzicht auferlegen wollte, denn ich hatte ihm gesagt, daß es mir sehr gut tat, wenn die Hostien groß waren (aber nicht, weil ich nicht verstanden hätte, daß das unwichtig ist, da der Herr ja ganz zugegen ist, auch wenn das Stückchen sehr klein wäre).
Da sagte mir seine Majestät: Hab keine Angst, Tochter, daß jemand dazu beitragen könnte, um dich von mir zu trennen, womit er mir zu verstehen gab, daß das nichts ausmachte. Daraufhin stellte er sich mir wie andere Male in einer imaginativen Vision tief im Innern dar, gab mir seine rechte Hand und sagte zu mir: Sieh diesen Nagel! Er ist das Zeichen, daß du von heute an meine Braut bist. Bis jetzt hattest du das nicht verdient; von jetzt an wirst du nicht nur auf meine Ehre achten, weil ich dein Schöpfer, dein König und dein Gott bin, sondern weil du meine wahre Braut bist: Meine Ehre ist bereits deine, und deine meine.
Es hinterließ diese Gnade eine solche Wirkung in mir, daß sie nicht genügend Raum in mir fand, und ich wie von Sinnen war. Da sagte ich zum Herrn, daß er mich in meiner Unzulänglichkeit entweder weiter mache oder mir keine solche Gnade mehr erweise, denn ich glaubte wirklich nicht, daß meine Natur das aushalten könnte. So verbrachte ich den ganzen Tag ganz weggetreten. Hinterher habe ich einen großen Fortschritt verspürt, aber auch größere Beschämung und Niedergeschlagenheit, als ich sah, daß ich in keiner Hinsicht für so große Gnaden tauge.
(Teresa von Avila, Gesammelte Werke Bd. 3, Die geistlichen Erfahrungsberichte, 25; S 242)

Geistliche Vermählung Theresias, Convento de Santa Teresa, Avila

Samstag, 15. Oktober 2016

Wie der Herr begonnen hat, meine Seele wachzurufen (Teresa von Avila)




Im Alter von 20 Jahren trat sie in den Karmel der Menschwerdung ein, der sich in Ávila befand. Drei Jahre danach wurde sie schwer krank, so sehr, dass sie für vier Tage ins Koma fiel und scheintot war (vgl. Leben, 5). Auch im Kampf gegen ihre eigenen Krankheiten sah die Heilige den Kampf gegen die Abschwächung und den Widerstand gegen den Ruf Gottes: „Ich wünschte mir zu leben", so schrieb sie, „weil ich verstand, dass ich nicht lebte, sondern gegen den Schatten des Todes kämpfte und keinen hatte, der mir Leben gab und ich konnte es mir selber nicht geben. Derjenige, der es mir geben konnte, tat Recht daran, mir nicht zu helfen, denn so oft hatte er mir sein Antlitz gezeigt und ich habe ihn verlassen" (Leben 8, 2). 1543 verlor sie die Nähe ihrer Familienmitglieder: der Vater starb und alle ihre Geschwister wanderten einer nach dem anderen nach Amerika aus. In der Fastenzeit von 1554, mit 39 Jahren, erreichte Teresa den Höhepunkt ihres Kampfes gegen ihre eigene Schwäche. Der zufällige Fund einer Statue „eines mit Wunden übersäten Jesus" prägte ihr Leben sehr tief (vgl. Leben 9). Die Heilige fand in dieser Zeit tiefen Trost in den ‚Bekenntnissen‘ des hl. Augustinus, so sehr, dass sie am wichtigsten Tag ihrer mystischen Erfahrung schrieb: „Es geschah..., dass mir plötzlich die Präsenz Gottes deutlich wurde, so sehr, dass ich sie auf keinem Wege leugnen konnte, ich wurde ganz in ihn aufgenommen" (Leben 10, 1).
(Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz am 2.2.2011 über Teresa von Avila)


Teresa erblickt den Schmerzensmann, Convento de Santa Teresa

Meine Seele lebte schon ganz müde dahin, aber die schlechten Gewohnheiten, die sie an sich hatte, ließen sie nicht in Ruhe, obwohl sie das wollte.
Da geschah es mir, daß ich eines Tages beim Eintritt in den Gebetsraum ein Bild sah, das man zur Verehrung dorthin gebracht und für das Fest, das im Haus gefeiert wurde aufgestellt hatte. Es war das Bild eines ganz mit Wunden bedeckten Christus und so andachtserweckend, daß es mich beim Anblick zuinnerst erschütterte, ihn so zu sehen, denn es stellt gut dar, was er für uns durchlitten hatte. Das, was ich empfand, weil ich mich für diese Wunden kaum dankbar gezeigt hatte, war so gewaltig, daß es mir war, als würde es mir das Herz zerreißen. Aufgelöst in Tränen warf ich mich vor ihm nieder und flehte ihn an, mir ein für allemal Kraft zu geben, ihn nicht mehr zu beleidigen. (1)
(.....)
Aber dieses letzte Mal, ich meine mit diesem Bild, scheint mir doch mehr genutzt zu haben, denn ich hatte zu mir kaum noch Vertrauen, sondern setzte mein ganzes Vertrauen auf Gott. Ich glaube, ich habe ihm damals gesagt, daß ich von dort nicht mehr aufstehen würde, bis er tat, worum ich ihn anflehte. Ich glaube sicher, daß mir das das geholfen hat, denn seitdem ging es viel besser mit mir. (3)

(Teresa von Avila, das Buch meines Lebens, 9,1 und 3; Hrsg. Dobhan, Peeters)


In der Fußnote merken die Übersetzer an:
Die hier geschilderte Episode, die die endgültige Bekehrung (sog. "Zweite Bekehrung") Teresas markierte, dürfte während der Fastenzeit 1554 stattgefunden haben; sie war damals 39 Jahre alt. Man geht heute zumeist davon aus, daß es sich beim "ganz mit Wunden bedeckten Christus" nicht, wie eine aus San Jose stammende Tradition behauptet, um ein Gemälde, sondern um eine Holzskulptur handelte, die sich vermutlich in ihrem persönlichen Gebetsraum innerhalb ihrer Zelle befand und nicht, wie ebenfalls behauptet worden ist, den gegeißelten Heiland, sondern den Schmerzensmann darstellte.
Im Menschwerdungskloster wird bis heute eine farblich gefaßte, etwa 10 bis 20 cm hohe Holzskulptur des Schmerzensmannes (Ecce Homo) aufbewahrt, die nach der Übewrlieferung mit der von der Autorin beschriebenen Statue identisch sei.

Schmerzensmann, Convento de Santa Teresa

Dein bin ich, Dir geboren -
Was wünscht Du, Herr, von mir?

Gib, wenn Du willst, Gebetes Kraft,
wenn nicht, gib Trockenheit;
gib Frömmigkeit, die Andacht schafft,
wenn nicht Vergeblichkeit.
O Majestät, in Dir allein
kann mir auf Erden Frieden sein:

Dein bin ich, Dir geboren -
Was wünscht Du, Herr, von mir?

Nichtwissen oder Weisheit schenk
um Deiner Liebe willen.
Im Überfluß ich Dein gedenk,
im Hunger, nicht zu stillen.
Schick Finsternis, schick helles Licht,
wenn nur Dein Wille in mir spricht!

Dein bin ich, Dir geboren -
Was wünscht Du, Herr, von mir?

(Teresa von Avila, Ich bin ein Weib - und obendrein kein gutes, 114, Hrsg Sartory)

Samstag, 28. März 2015

An den 500. Geburtstag

der hl. Theresia von Avila erinnert das Blog 500 Jahre Theresa von Avila. Über dem Haus, in dem die hl. Theresia am 28.3.1515 geboren wurde, errichtete man den Konvent der barfüßigen Karmeliterinnen (Iglesia - Convento de Santa Teresa). (mehr Bilder)

Künstlerisch bedeutsam ist der Hauptaltar. Er zeigt die Gottesmutter und den hl. Josef, die der hl. Theresia eine Halskette umlegen.


Hauptaltar von Gregorio Fernandez



„... Zu meinem Fürsprecher und Herrn erwählte ich den glorreichen heiligen Joseph und empfahl mich ihm recht inständig. Und in der Tat, ich habe klar erkannt, daß dieser mein Vater und Herr es gewesen, der mich sowohl aus meiner damaligen Not als auch aus andern noch größeren Nöten, die meine Ehre und das Heil meiner Seele betrafen, gerettet und mir sogar mehr noch verschafft hat, als ich zu bitten gewußt. Ich erinnere mich nicht, ihn bis jetzt um etwas gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte.
Ja es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat. Andern Heiligen scheint der Herr die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennengelernt. Der Herr will uns ohne Zweifel zeigen, daß er ihm im Himmel alles gewähre, was er von ihm begehrt, nachdem er ihm auf Erden als seinem Nähr- und Pflegevater, der das Recht hatte, zu befehlen, untertänig gewesen war.
Dies haben auch einige andere Personen erfahren, denen ich geraten, sich ihm zu empfehlen. Jetzt ist die Zahl derer, die diesen Heiligen aufs neue verehren, schon eine große, und sie alle finden die Wahrheit des hier Gesagten an sich bestätigt.
Seinen Festtag trachtete ich stets mit aller Feierlichkeit zu begehen, soweit mir dies nur möglich war. Dabei war ich jedoch weniger vom Geiste wahrer Andacht beseelt als von Eitelkeit erfüllt, da ich wollte, daß alles recht schön und glänzend veranstaltet werde. Meine Absicht dabei war zwar gut; aber das Üble hatte ich einmal, daß sich bei allem Guten, wozu mir der Herr seine Gnade verlieh, lauter Unvollkommenheiten und viele Fehler einschlichen. Im Bösen dagegen, in der Prunksucht und in der Eitelkeit, war mir eine große Geschicklichkeit und Sorgfalt eigen. Der Herr wolle es mir verzeihen!
Ich möchte jedermann zureden, diesen glorreichen Heiligen zu verehren, weil ich aus vieler Erfahrung weiß, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt. Niemals habe ich jemand kennengelernt, der eine wahre Andacht zu ihm trug und durch besondere Übungen ihm diente, an dem ich nicht auch einen größeren Fortschritt in der Tugend wahrgenommen hätte; denn er fördert die Seelen, die sich ihm anempfehlen, gar sehr. Soviel ich glaube, flehe ich ihn schon seit einigen Jahren, jedesmal an seinem Festtage, um eine besondere Gnade an, und immer sehe ich meine Bitte erfüllt. Ist dieselbe nicht ganz rechter Art, so lenkt er sie zu etwas Besserem für mich.“ (Quelle)

(Theresia von Avila, Libro de la vida, Sechstes Haupstück)

Maria und Josef legen der hl. Theresia von Avila eine kostbare Kette um