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Samstag, 4. Oktober 2025

Wie Franziskus die Tagzeiten andächtig betete

 

La Porciúncula, Mallorca

Fenster des hl. Franziskus, La Porciúncula
 

Denn wenn er auch viele Jahre lang ein sehr schweres Magen-, Milz- und Leberleiden und eine Augenkrankheit hatte, so war er doch so andächtig und betete mit solcher Ehrfurcht, dass er sich zur Gebetszeit nicht an die Mauer oder Wand anlehnen wollte.

Er blieb vielmehr immer, ohne Kapuze auf dem Kopf, aufrecht stehen, und manchmal kniete er, besonders wenn er sich den größten Teil des Tages und der Nacht dem Gebet widmete.

Selbst wenn er zu Fuß durch die Welt zog, machte er stets halt, um sein Stundengebet zu verrichten. Wenn er aber ritt, weil er stets kränklich war, stieg er sogar ab, um sein Stundengebet zu verrichten.
(Franziskus-Quellen, die Schriften des hl. Franziskus, Sammlung von Perugia, 1204f)

Leben Jesu Fenster

Freitag, 4. Oktober 2024

Erklärung zum Vaterunser (Franz von Assisi)

 

Nuestra señora de la Porciúncula, Kristallkirche, Palma de Mallorca





O heiligster Vater unser:
unser Schöpfer, Erlöser, Tröster und Retter.
Der du bist in den Himmeln: in den Engeln und in den Heiligen.
Du erleuchtest sie zum Erkennen, weil du, Herr, das Licht bist.
Du entflammst sie zur Liebe, weil du, Herr, die Liebe bist.
Du wohnst in ihnen und erfüllst sie zur Seligkeit,
weil du, Herr, das höchste Gut bist,
das ewige Gut, von dem jegliches Gute kommt, ohne den nichts Gutes ist.
Geheiligt werde dein Name:
aufleuchten soll in uns die Kenntnis von dir, damit wir erkennen
die Breite deiner Wohltaten,
die Länge deiner Verheißungen,
die Höhe deiner Majestät
und die Tiefe deiner Urteile.
Dein Reich komme:
damit du in uns durch die Gnade herrschst
und uns in dein Reichkommen lässt,
wo ist die unverhüllte Anschauung deiner selbst,
die vollkommene Liebe zu dir,
die selige Gemeinschaft mit dir,
das ewige Genießen deiner selbst.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden:
damit wir dich lieben
aus ganzem Herzen, indem wir immer an dich denken;
aus ganzer Seele, indem wir immer nach dir verlangen;
aus ganzem Gemüte, indem wir all unser Streben zu dir hinlenken und deine Ehre in allem suchen;
und
aus allen unseren Kräften, indem wir alle unsere Kräfte und Empfindungen der Seele und des Leibes zum Gehorsam gegen deine Liebe und für nichts anderes aufbieten.
Und damit wir unsere Nächsten wie uns selbst lieben,
indem wir alle nach Kräften zu deiner Liebe hinziehen,
uns über das Gute der anderen wie über das unsrige freuen
und in Widerwärtigkeiten Mitleid mit ihnen haben und
niemanden irgendwie beleidigen.
Unser tägliches Brot:
deinen geliebten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus,
gib uns heute:
zum Gedächtnis und Verständnis
und zur Hochachtung der Liebe, die er zu uns gehabt hat,
und dessen, was er für uns gesprochen, getan und erduldet hat.
Und vergib uns unsere Schuld:
durch dein unsagbares Erbarmen
und durch die Kraft des Leidens deines geliebten Sohnes
und durch die Verdienste und Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria
und aller deiner Auserwählten.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern:
Und was wir nicht vollkommen vergeben, mach du, Herr, dass wir es vollkommen vergeben,
damit wir die Feinde um deinetwillen wahrhaft lieben
und für sie bei dir ergeben Fürsprache einlegen,
niemandem Böses mit Bösem vergelten
und in allem in dir nützlich zu sein uns bemühen.
Und führe uns nicht in Versuchung:
in keine verborgene oder offenkundige, unvermutete oder ungestüme.
Sondern erlöse uns von dem Bösen:
dem vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.

(Franziskusquellen, S. 31-32)

Keuschheit, Wahrheit, Gehorsam, Demut

Dienstag, 4. Oktober 2022

Franziskus

Franziskus, Mariä Geburt Laßnitzhöhe, Stmk

 

In Franz von Assisi ist, wie der hl. Bonaventura schreibt, die Güte Gottes, unseres Erlösers, auf Erden sichtbar geworden. Freilich, ein sanfter Heiliger war Franz nicht. Nachdem er, der in Wohlstand aufgewachsen war, mit fünfundzwanzig Jahren den Ruf gehört hatte, Jesus in Armut nachzufolgen, gab es für ihn nur den Weg einer radikalen Armut. Halbe Lösungen waren ihm verhasst. Den Brüdern, die sich ihm seit 1209 anschlossen, wollte er keine andere Regel geben als das Evangelium mit seiner Aufforderung zur Armut und Kreuzesnachfolge (Mt 19,21; Lk 9,1-6; Mt 16,24). Mit der Liebe zur Armut verband sich bei ihm die Liebe zu den Armen und Kranken, in denen er Christus sah. Er selbst wollte ganz Christus ähnlich werden in der Armut, in der Liebe, in der Predigttätigkeit, im Leiden. Gegen Ende seines Lebens empfing er in der Einsamkeit der Berge von La Verna die Wundmale Jesu und wurde so dem Gekreuzigten noch ähnlicher. In den Schmerzen seiner letzten Krankheit wollte er nur den Willen Gottes erfüllen, bis sein „Bruder, der Tod“, dem Leiden ein Ende machte am 3. Oktober 1226. (erzabteibeuron)

 „Gelobt seist du, o Herr, mein Gott, um unserer Schwester willen,
der mütterlichen Erde.
Welche uns hält und nährt,
und sie gebiert viel Früchte und bunte Blumen und Kräuter.

Lobt und preist den Herrn und sagt ihm Dank
und dient ihm in großer Demut.
Gelobt seist du, o Herr, mein Gott, um jener willen,
die Verzeihen lieben aus Liebe zu dir,
und die Schwäche und Trübsal erdulden.

Selig, die ausharren bis ans Ende in Frieden,
Denn von dir, o Höchster, werden sie die Krone empfangen.
Gelobt seist du, o Herr, mein Gott, um unseres Bruders willen,
des leiblichen Todes,

dem kein Mensch, der da lebt, entrinnen kann.
Wehe denjenigen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig, die deinen allerheiligsten Willen erfüllen,

denn der andere Tod wird nicht über sie kommen.“

(Franz von Assisi)

Samstag, 3. Oktober 2020

Salve Maria, Ordinis Seraphici Patrona

Maria, Patronin des  seraphischen Ordens (Franziskaner) mit Franziskus und Duns Scotus

Salve Maria, Ordinis Seraphici Patrona

Sei gegrüßt, Patronin des seraphischen Ordens 

 Heilige Jungfrau Maria,
unter allen Frauen der Welt
bist du besonders gesegnet.
Du bist Tochter und Magd
des höchsten Königs,
des Vaters im Himmel,
Mutter unseres Herrn Jesus Christus,
Braut des Heiligen Geistes.
Bitte für uns
mit dem heiligen Erzengel Michael,
mit allen Mächten des Himmels,
mit allen Heiligen
bei deinem geliebten Sohn,
unserem Herrn und Meister.

Duns Scotus lehrte, dass Maria im voraus durch die Verdienste Jesu Christi von der Empfängnis an von der Erbsünde befreit wurde. Er beglaubigt seine Doktrin mit dem Spruch von Pseudo-Anselmus: „Decuit, potuit, ergo fecit“ (‚Es ziemte sich, er [Gott] konnte es, daher machte er [es]‘). (Bild oben)

Stigmatisierung des Franzikus in der Kathedrale von Marburg, Glasfenster

Tod und Verherrlichung des hl. Franziskus (Glasfenster und Altar in  Schwaz/Tirol)
Grillenlob
Dann lasst uns im Namen Gottes gehen
Fresko in der Wiener Minoritenkirche
Sonnengesang (Franziskanerkircher in Zagreb) 
Erlöst durch das Kreuz (Franziskanerkirche in Split) 
Die Weihnachtskrippe (Wiener Franziskanerkirche)
Marienlob (Franziskanerkirche in Pressburg)
Verherrlichung des Franziskus (Franziskanerkirche in Krakau)
Gedenktag der Wundmale (Frauenkirchen, Budapest, 
La Verna)
Täglich kommt er selber zu uns (Franziskanerkirche in Brünn)
Franziskus und der Wolf, Familiensynode (Franziskanerkirche in Graz)
Franziksus der Heilige, (Franziskanerkirche in Wien)

 

 
Ordensgründer
Namensdeutung: der Franke (lat.), der kleine Franzose (ital.)
Namenstage: Franz, Franziskus, Frank, François, Francis, Franco, Ferenc, weibl.: Franziska, Francesca, Françoise, Franka
Gedenktag: 4. Oktober

Lebensdaten: geboren 1181/82 in Assisi, gestorben am 3. Oktober 1226 ebendort

Lebensgeschichte: Giovanni Bernardones Mutter war Französin, oder der Vater, ein wohlhabender Kaufmann, hatte eine Vorliebe für Frankreich – jedenfalls kannte man ihn nur als Francesco: den kleinen Franzosen. Der junge Geck geriet im Städtekrieg zwischen Perugia und Assisi in Gefangenschaft und hatte ein Jahr Zeit, um im Kerker über sein Leben nachzudenken.
1205 hörte er beim Gebet in San Damiano die Stimme Jesu vom Kreuz: „Stell mein verfallenes Haus wieder her!“ Francesco verkaufte einige Stoffballen seines Vaters, um mit dem Geld das Kirchlein wiederaufzubauen. Vom Vater öffentlich zur Rede und vor die Wahl gestellt, das Entwendete zurückzuerstatten oder auf sein Erbe zu verzichten, zog sich Franz die Kleider aus und ging nackt davon. Er nahm das Evangelium von der Entsendung der Jünger mit der Aufforderung „Nehmt weder Beutel noch Tasche mit und keine Schuhe“ (Lk 10,4) wörtlich und zog in einer rauen, mit einem Strick zusammengebundenen Kutte und barfuß durch die Gegend, sprach von Gottes großer Liebe und überzeugte durch seine radikal gelebte Armut. Gefährten schlossen sich ihm und seinem Ideal an, und Franziskus erkannte bald, dass seine Gemeinschaft eine Regel brauchte.
Um das Jahr 1210 holte er in Rom die päpstliche Erlaubnis für den Orden der Minderen Brüder ein – der Franziskanerorden war geboren. In Assisi bezog die junge Gemeinschaft die Kirche S. Maria degli Angeli, die Franziskus liebevoll „Portiuncula – Teilchen“ nannte. Zwei Jahre später gründete er zusammen mit Klara von Assisi einen zweiten, weiblichen Orden: die Klarissen, denen er in San Damiano ein Kloster erbaute. Um das Jahr 1221 kam noch ein dritter Orden für Laien hinzu. Ordenshäuser entstanden in ganz Europa, und Franziskus reiste predigend bis nach Dalmatien und nach Spanien. 1219 versuchte er während des fünften Kreuzzugs vergeblich, den ägyptischen Sultan zu bekehren, erwarb sich jedoch dessen Hochachtung und nahm die Gebetsrufe des Muezzin zum Vorbild für das spätere Angelusläuten. 1224 empfing Franziskus während einer Ekstase als Erster die Wundmale Christi. Immer wieder plagten ihn Krankheiten, seine Sehkraft hatte er fast ganz eingebüßt. Er diktierte sein Testament, ließ sich nach Portiuncula bringen und starb, nackt auf dem Boden der Kirche liegend.

Verehrung: Schon zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen, wurde über seinem Grab eine prächtige Basilika errichtet, die täglich Tausende Pilger besuchen. 1939 wurde er zum Hauptpatron Italiens erklärt.

Darstellung: mit Kapuze, Totenkopf, Kreuz, Erdkugel, einstürzendem Haus, Lilie, Lamm oder Wolf

Patron: von Italien, Assisi, Basel, der Armen, Franziskaner, Flachshändler, Kaufleute, Schneider, Sozialarbeit, Tapeten- und Tuchhändler, des Umweltschutzes, der Weber, gegen Kopfschmerzen und die Pest

(bistumaugsburg)

Franziskanerkirche Dubrovnik

Freitag, 2. Oktober 2020

Das Zeichen der Erlösung - Schutzengelfest

 

Das Tau ist der letzte Buchstaben des hebräischen Alphabetes. Es wird verwendet mit dem symbolischen Zeichen von dem der Prophet Ezechiel in 9, 4 spricht: „Der Herr sagte zu ihm: Geh mitten durch die Stadt Jerusalem und schreib ein T auf die Stirn aller Männer, die über die in der Stadt begangenen Greueltaten seufzen und stöhnen.“ Es ist also ein Rettungszeichen für die Armen Israels.
Von diesem Zeichen spricht auch die Apokalypse 7,2-3 „Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen er Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.“

Das Tau ist also ein Zeichen der Rettung, der Erlösung. Es ist ein äusseres Zeichen des neuen christlichen Lebens, das innerlich mit dem Hl. Geist besiegelt ist, das uns am Tag der Taufe geschenkt wurde wie dies in Eph 1, 13 gesagt wird, wenn der Apostel Paulus schreibt: „Durch ihn (Christus) habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung, durch ihn habt ihr das Siegel des verheissenen Hl. Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.“

Engel bezeichnen mit dem Siegel (Offenbarung), All Souls College, Oxford

„Ich bin das Alfa und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer Durst hat werde ich umsonst vom lebendigen Quell zu trinken geben...Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende (Off 21, 6; 22,13). Die Christen sahen das Tau immer auch als Zeichen des Kreuzes, an dem sich Christus für das Heil der Welt geopfert hat.
Papst Innozenz III., der ja auch die Lebensform der ersten Brüder mündlich bestätigte, bringt in einem Schreiben zum 4. Laterankonzil 1215 das Zeichen des Taus mit der Liturgie der Eucharistie in Verbindung. Schon in altchristlichen Darstellungen sah man am Mantelssaum bei Christus das Tau als das Zeichen des Heiles und des Lebens. Der Papst sieht im ‚Te igitur’ ‚Dich Gott bitten wir’, mit dem das römische Hochgebet begann und deren Initialen so schön geziert waren, dieses Tau.

 



Der hl. Franziskus nahm diese Idee auf und sah in diesem Zeichen auch ein ganz besonderes Heilszeichen. In ihm sah er die alten Verheissungen in Erfüllung gehen, er sieht in diesem Zeichen auch die Seligpreisung der Armen, das wichtigste Element der franziskanischen Lebensform. Aus diesem Grund hatte Br. Franziskus eine so grosse Liebe und einen so grossen Glauben in dieses Zeichen.

„Mit diesem Zeichen pflegte der hl. Franziskus seine Briefe zu beglaubigen, sooft er aus Notwendigkeit oder Liebe irgend ein Schreiben an jemanden richtete.“ 3Cel 159. So finden wir es auch unter einem Segensspruch, den er für Bruder Leo aufschrieb, als dieser in Not und Angst war. Es bedeutete für Bruder Leo Kraft und Trost, dass er diesen Segen des hl. Franziskus ständig bei sich tragen konnte. Auf der Rückseite des Segens schrieb der hl. Franziskus einen Lobpreis Gottes. Hier wendet er sich durch ein wiederholtes DU an seinen Herrn, dessen Grösse und Demut er bewundert. So sind für Franziskus Hinwendung zu Gott und Hinwendung zum Bruder "zwei Seiten" eines Medaillons.
Das Tau war für ihn das liebste Zeichen, sein Siegel, der seine tiefe geistliche Überzeugung ausdrückt, dass nämlich allein im Kreuz
Jesu Christi das Heil für jeden Menschen sich ereignet hat. Für Br. Franziskus ist dieses kleine Zeichen Tau wie ein Schatz, den er gefunden hat, wie ein Schlüssel zum Geheimnis des Lebens der Welt und eine Freude über diesen Reichtum, den ihm letztlich niemand nehmen konnte.
Das Tau ist also ein Symbol für die Franziskanische Familie: ein Vermächtnis des heiligen Vaters Franziskus, ein Zeichen des Segens und des Friedens. Es erinnert uns auch an das Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung.

(franciscanch

Stigmatisation des hl. Franziskus, Klara mit Eucharistie
Kathedrale von Marburg

Freitag, 4. Oktober 2019

Willkommen Bruder Tod


Tod des hl. Franziskus, Franziskanerkirche Schwaz in Tirol, Fred Hochschwarzer, 1965


Fröhlich ging er ihm entgegen und lud ihn ein zu Gast: "Sei willkommen, mein Bruder Tod"! Zum Arzt aber sagte er: "Mut, Bruder Arzt, sag es mir nur, dass der Tod sehr nahe ist; er wird mir die Pforte zum Leben sein!" Und zu den Brüdern sprach er: "Wenn ihr seht, dass es mit mir zu Ende geht, so legt mich nackt, wie ihr mich vorgestern gesehen habt, auf den Boden und laßt mich, wenn ich verschieden bin, solange so liegen als man braucht, um gemächlich eine Meile weit gehen zu können." - So kam seine Stunde und, da sich Christi Geheimnisse alle an ihm erfüllt hatten, entschwebte er glückselig zu Gott. (2 Cel 214 - 217).
Franziskus starb am Abend des 3. Oktober 1226.



Franziskus, arm und gering auf Erden,
zieht reich in den Himmel ein,
und festlicher Gesang erklingt zu seiner Ehre.
(Benediktusantiphon)

Grillenlob
Dann lasst uns im Namen Gottes gehen
Fresko in der Wiener Minoritenkirche
Sonnengesang (Franziskanerkircher in Zagreb) 
Erlöst durch das Kreuz (Franziskanerkirche in Split) 
Die Weihnachtskrippe (Wiener Franziskanerkirche)
Marienlob (Franziskanerkirche in Pressburg)
Verherrlichung des Franziskus (Franziskanerkirche in Krakau)
Gedenktag der Wundmale (Frauenkirchen, Budapest, 
La Verna)
Täglich kommt er selber zu uns (Franziskanerkirche in Brünn)
Franziskus und der Wolf, Familiensynode (Franziskanerkirche in Graz)
Franziksus der Heilige, (Franziskanerkirche in Wien)


Glorie, Verherrlichung des hl. Franzikus, Gebhard Flatz,1844
diente bis 1965 als Hauptbild des Hochaltars, Franziskanerkirche Schwarz

Franziskanerkirche Schwaz in Tirol

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Franziskus, der Heilige

Franz von Assisi, Franziskanerkirche, Wien

Da predigte er mit solcher Inbrunst, daß alle, Männer und Frauen aufbrechen und ihm folgen wollten - solchen Eindruck machte die Predigt, wie auch das Wunder der zwitschernden Schwalben, die auf sein Geheiß hin schwiegen. Der heilige Franz aber sagte zu ihnen:

"Habt es nicht zu eilig!
Ich will anordnen, was ihr zu eurem Heile tun könnt."

(O. Karrer, Franz von Assisi, 385)

Montag, 17. September 2018

Gedenktag der Wundmale des hl. Franziskus

Franziskus empfängt die Wundmale, Franziskanerkirche, Frauenkirchen


Vom Beginn seiner Bekehrung an war der heilige Franziskus von einer tiefen Verehrung und Liebe zum gekreuzigten Christus erfüllt. Als  er 1224 auf dem Berg Alverna ganz in Betrachtung versunken war, prägte Christus der Herr ihm - in einem außerordentlichen Wunder - die Wundmale seiner eigenen Passion ein.
(Franziskanisches Proprium, 279ff)

Stigmatisation des Franziskus (Franziskanerkirche in Budapest)

Festlich ist der neue Tag,
wunderbar, was einst geschah.
Zeichen ewger Herrlichkeit:
Christi Wunden trägt ein Mensch.

Gleich mit dem Gekreuzigten - 
Frucht des Lebens, die der Knecht
weinend als Geschenk erfährt:
Dank dir, Christus, unser Herr.

Bergeshöhleneinsamkeit
widerhallt vom Leid des Herrn,
Gott gibt seinem Knecht den Lohn:
Christi Wunden trägt ein Mensch.

Bildnis, dem Erlöser gleich,
Auserwählter, Vater du,
Liebe, zeichenhaft gelebt:
Dank dir, Christus, unser Herr.

Preis und Ruhm, du großer Gott,
dreifach eins in Herrlichkeit.
Dank, Erlöser, ewig dir:
Dank dir, Christus, unser Herr. Amen.
(w.o.)

Deckengemälde der Franziskanerkirche Frauenkirchen

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Franziskaner in Krakau - die Verherrlichung

Hochaltarbild Verherrlichung des Franziskus, Franziskanerkirche, Krakau



Wie ihm durch den göttlichen Willen kundgegeben worden war, sollte die Zeit seiner Bekehrung schon mit zwanzig Jahren vollendet sein. Als nämlich der selige Vater einmal mit Bruder Elias in Foligno weilte, trat eines Nachts, als sie sich schon zur Ruhe begeben hatten, ein weißgekleideter Priester, hochbetagt und vorgerückten Alters, von ehrwürdigem Aussehen vor Bruder Elias und sprach: "Steh auf, Bruder, und sage Bruder Franziskus, daß achtzehn Jahre verflossen sind, seit er die Welt verließ und Christus anhing, daß er von heute ab nur noch zwei Jahre auf dieser Welt bleiben wird, daß ihn dann Gott zu sich ruft und er den Weg allen Fleisches gehen wird!" Und so ging das Wort des Herrn, das er lange vorher gesagt, in der festgesetzten Zeit in Erfüllung. Als er an der heißersehnten Stätte einige Tage geruht hatte und nun erkannte, daß die Stunde seines Todes nahe bevorstehe, rief er zwei Brüder , die ihm besonders liebe Söhne waren, zu sich und hieß sie wegen des nahen Todes oder vielmehr wegen des so nahe bevorstehenden Lebens im Jubel des Geistes dem Herrn mit lauter Stimme die Lobpreisungen singen.
Er selbst brach, so gut er konnte, in den Psalm Davids aus: "Mit meiner Stimme rufe ich zum Herrn, mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn." - Einer von den anwesenden Brüdern aber, den der Heilige ganz besonders liebte und der für alle Brüder außerordentlich besorgt war, sagte zum heiligen Vater, als er seinen Zustand sah und erkannte, daß sein Ende nahe sei: "Gütiger Vater, wehe, ohne Vater müssen die Kinder zurückbleiben und werden ihres wahren Augenlichtes beraubt . Gedenk daher der Waisen, die du zurücklässest, laß allen ihre Schuld nach und erfreue alle, die Anwesenden und die Abwesenden, mit deinem heiligen Segen!" Ihm erwiderte der Heilige: "Mein Sohn, sieh an, Gott ruft mich zu sich. Meinen Brüdern in der Nähe und in der Ferne lasse ich alle Vergehen und alle Schuld nach und spreche sie davon los, soviel ich kann. Tue ihnen das kund und segne alle an meiner Statt" !

Zuletzt ließ er sich das Evangelienbuch bringen und bat, man möge ihm das Evangelium nach Johannes vorlesen von der Stelle an, wo es heißt : "Sechs Tage vor Ostern, da Jesus wußte, daß für ihn die Stunde gekommen sei, aus dieser Welt hinüber zum Vater zu gehen ..." Auch der Minister hatte sich vorgenommen, dieses Evangelium zu lesen, noch ehe es ihm geboten ward. Er stieß sofort auf diese Stelle, als er das Buch zum ersten Male öffnete, obwohl es eine vollständige Ausgabe der ganzen Heiligen Schrift war, aus der das Evangelium gelesen werden sollte. Darauf ließ sich der Heilige auf ein Zilizium legen und mit Asche bestreuen, da er ja bald Staub und Asche werden sollte. Während nun viele Brüder herbeikamen, denen er Vater und Führer war, und ehrfürchtig ihn umstanden und alle sein seliges Scheiden und glückliches Ende erwarteten, löste sich seine heiligste Seele vom Leibe und wurde in dem grundlosen Meer des Lichtes verschlungen; der Leib aber entschlief im Herrn. - Einer aber von den Brüdern und Jüngern des Heiligen - sein Ruhm ist weithin bekannt, aber ich glaube seinen Namen verschweigen zu müssen, da er bei Lebzeiten ob solcher Auszeichnung nicht gerühmt sein will - sah die Seele des heiligsten Vaters geradewegs über viele Wasser hinweg in den Himmel aufsteigen. Sie war wie ein Gestirn, an Größe dem Mond gleich, hatte aber irgendwie den Glanz der Sonne und ward von einem lichten Wölkchen emporgetragen.

Man darf darum wohl über ihn ausbrechen in den Ruf: "Wie herrlich ist dieser Heilige, dessen Seele sein Jünger in den Himmel aufsteigen sah! Schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, und als sie aufstieg auf lichter Wolke, erstrahlte sie überaus herrlich. Du wahres Licht der Welt, heller leuchtend als die Sonne in der Kirche Christi, siehe, du hast uns jetzt die Strahlen deines Lichtes entzogen, bist in jene lichterfüllte Heimat eingegangen und hast statt uns Armseligen die Versammlung der Engel und Heiligen zu deinen Genossen erwählt! Du gütiger, glorreicher Vater, hehrsten Lobes würdig, entziehe dich nicht der Sorge für deine Söhne, wenn du auch vom sterblichen Leib, den du mit ihnen gemein hattest, schon geschieden bist. Du weißt, ja wirklich, du weißt, in welch gefährlicher Lage du sie zurückgelassen hast; ihre ungezählten Mühen und vielfachen Bedrängnisse hat allein schon deine beglückende Gegenwart zu jeder Stunde barmherziglich gemildert. Wirklich barmherzig warst du, heiligster Vater, da du in deiner Güte immer bereit warst, dich deiner sündigen Söhne zu erbarmen und ihrer zu schonen! Dich also lobpreisen wir, würdiger Vater, den der Allerhöchste gesegnet hat, der immer der über alles gebenedeite Gott ist. Amen."
Es strömte darob viel Volk zusammen, das Gott lobte und sprach: "Gelobt und gepriesen seist du, Herr, unser Gott, der uns Unwürdigen ein so kostbares Gut anvertraut hat! Lob und Ruhm sei dir, unaussprechliche Dreieinigkeit!"-In Scharen strömte die ganze Stadt Assisi herzu, und alle Leute der Umgebung eilten herbei, die Großtaten Gottes zu sehen, die der Herr der Herrlichkeit an seinem heiligen Knechte so glorreich kundgetan hatte. Jedermann sang ein Lied der Freude, wie es sein Herzensjubel ihm eingab, und alle benedeiten die Allmacht des Erlösers, daß ihr Verlangen erfüllt worden. Gleichwohl klagten die Söhne, die ihren großen Vater verloren hatten, und taten die kindliche Liebe ihres Herzens kund durch Tränen und Seufzer. Doch eine unerhörte Freude linderte ihre Trauer, und die Neuheit des Wunders versetzte sie in übergroßes Staunen. Ihre Trauer kehrte sich in Lobgesang und ihr Wehklagen in Freudenjubel. Denn noch nie hatten sie gehört oder in Büchern gelesen, was sich ihren Augen darbot und wovon sie sich hätten kaum überzeugen lassen, wenn es nicht durch einen so klaren Beweis bestätigt worden wäre. Es strahlte an ihm wider das wahrhafte Bild des Kreuzes und des Leidens des unbefleckten Lammes, das die Sünden der Welt abgewaschen hat; er sah aus, als sei er frisch vom Kreuz herabgenommen, als seien Hände und Füße von Nägeln durchbohrt und die rechte Seite wie von einer Lanze verwundet. Die Beschreibung des toten Franziskus und seiner Wundmale hier und in 1 Celano 113 stützt sich offensichtlich auf das Rundschreiben des Bruders Elias (5. 6 [S. 102-103]).

Sie sahen nämlich seinen Leib, der zuvor dunkel gewesen war, in blendendem Glanze erstrahlen und durch seine Schönheit den Lohn der seligen Auferstehung verheißen. Sie schauten endlich sein Antlitz gleich dem Antlitz eines Engels, und so, als ob er lebe und nicht gestorben sei, und seine übrigen Glieder zart und beweglich wie die eines unschuldigen Kindes. Seine Sehnen verkrampften sich nicht, wie es bei Toten gewöhnlich der Fall ist, seine Haut wurde nicht hart, seine Glieder wurden nicht starr, sondern ließen sich hin- und herbewegen, wie man sie gerade legte.

(Thomas von Celano, Erste Lebensbeschreibung, VIII und IX)



Franziskanerkirche, Krakau