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Sonntag, 28. Juli 2024

Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

 

Gebt ihr ihnen zu essen - Brotvermehrung nach Mt 14
Holy trinity church, St Andrews, by Douglas Strachan

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 6

In jener Zeit
1 ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa,
der auch See von Tibérias heißt.
2 Eine große Menschenmenge folgte ihm,
weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
3 Jesus stieg auf den Berg
und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.
4 Das Pascha Sprich: Pas-cha., das Fest der Juden, war nahe.
5 Als Jesus aufblickte
und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen,
fragte er Philíppus: Wo sollen wir Brot kaufen,
damit diese Leute zu essen haben?
6 Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen;
denn er selbst wusste, was er tun wollte.
7 Philíppus antwortete ihm:

Brot für zweihundert Denáre reicht nicht aus,
wenn jeder von ihnen
auch nur ein kleines Stück bekommen soll.
8 Einer seiner Jünger,
Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
sagte zu ihm:
9 Hier ist ein kleiner Junge,
der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische;
doch was ist das für so viele?
10 Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen!
Es gab dort nämlich viel Gras.
Da setzten sie sich;
es waren etwa fünftausend Männer.
11 Dann nahm Jesus die Brote,
sprach das Dankgebet
und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten;
ebenso machte er es mit den Fischen.
12  Als die Menge satt geworden war,
sagte er zu seinen Jüngern:
Sammelt die übrig gebliebenen Brocken,
damit nichts verdirbt!
13 Sie sammelten
und füllten zwölf Körbe mit den Brocken,
die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.
14 Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte,
sagten sie: Das ist wirklich der Prophet,
der in die Welt kommen soll.
15 Da erkannte Jesus,
dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen
und zum König zu machen.
Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück,
er allein.

(Evangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis, B)

Sonntag, 9. Dezember 2018

Syrus von Pavia

Glasschrein des hl. Syrus, Kathedrale von Pavia


Syrus von Pavia war der erste Bischof der Stadt Pavia in Oberitalien, der in der Mitte des 4. Jh. in Pavia gewirkt hat. Seine Gebeine ruhen seit dem 9. Jahrhundert in einem Glasschrein in der östlichen Seitenkapelle der Kathedrale von Pavia.
Aus dem Spätmittelalter stammt die Überlieferung, dass es sich bei Syrus um den Knaben handelt, der Jesus bei der Speisung der 5000 die fünf Brote und die zwei Fische gegeben hat. (Joh 6,9). Demnach kam er im 1. Jahrhunder nach Pavia und wurde dort der erste Bischof.




Der Knabe Syrus bringt Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, Relief am Altar des hl. Syrus, Dom von Pavia


Relief der Brotvermehrung, Dom von Pavia


Mittwoch, 30. Mai 2018

Ach! Rouen! Rouen! Muss ich an diesem Ort sterben? (Jeanne d´Arc)

Markt unter einer Halle mit schrägem Gerüst, das an die Wellen des Ozeans erinnern soll

Auf dem alten Marktplatz (Place du Vieux Marche) in der Stadt Rouen wurde am 30. Mai 1431 Jeanne d`Arc (Johanna von Orleans) bei lebendigem Leib verbrannt. Sie war neunzehn Jahre alt.

Hier befand sich die im Jahr 1793 zerstörte Kirche Saint-Sauveur, deren Fundamente während der Renovierung des Platzes entdeckt wurden. 1979 wurde die Kirche Saint-Jeanne-d´Arc vom damaligen Präsidenten Valery Giscard d`Estaing "eingeweiht". In die Kirche wurden Glasfenster der ehemaligen Kirche Saint-Vincent eingebaut. Diese befand sich früher in der Rue Jeanne d´Arc und wurde 1944 durch eine Bombe zerstört.

Kirche Sainte Jeanne d´Arc vom Architekten Louis Arretche in Erinnerung an die Hinrichtung der Heiligen

"Einweihung" der Kirche durch den Presidenten am 27. Mai 1979

Wie im Rehabilitierungsprozess im Jahr 1456 festgelegt, ließ man unweit der Stelle des Scheiterhaufens ein Kreuz aufstellen

Ort der Hinrichtung v. Johanna v. Orleans, Rouen



JOHANNA VON ORLÉANS, Jungfrau, Märtyrin
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Jeanne, Johanna, Jana, Janina, Jeanine, Jeanette, Janice, Jolina, Iwana, Gianna, Hanna, männl.: Johannes, Jean
Gedenktag: 30. Mai
Lebensdaten: geboren 1412 in Domrémy, Lothringen, gestorben am 30. Mai 1431 in Rouen
Lebensgeschichte: Jeanne d’Arc war ein überaus frommes Bauernkind, das mit 13 Jahren „Stimmen“ hörte: Die heiligen Katharina, Margareta und Michael trugen ihr vom Himmel auf, Frankreich vom Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer zu befreien und den Thronfolger zum König zu krönen. Jeanne zog sich von ihrer Umgebung zurück, löste zuletzt ihre Verlobung und schaffte es durch ihr Charisma, ihre Weissagungs- und Heilungsgabe tatsächlich, bis zu Karl VII. vorgelassen zu werden, der seinen Herrschaftsanspruch schon aufgegeben hatte.
Sie erhielt eine Eskorte, um das belagerte Orléans mit Lebensmitteln zu versorgen, schnitt sich die Haare kurz, bekam eine Rüstung und – hatte durchschlagenden Erfolg. Jeanne gab den Soldaten neuen Mut, sie säuberte den Tross von Gesindel und Prostituierten, ließ Geistliche den Heeresbannern voranschreiten und begann, die Engländer zurückzudrängen. Als Karl VII. 1429 in Reims gekrönt wurde, war sie in der ersten Reihe dabei.
1430 wurde sie bei einem Ausfall feindlicher Burgunder gefangengenommen und an die Engländer verkauft, die sie in Paris der Ketzerei anklagen ließen. Obwohl sich die ungebildete „Jungfrau“, wie sie sich selber nannte, souverän verteidigte, wurde sie auf politischen Druck zum Feuertod verurteilt. Vor einen Scheiterhaufen geführt, versprach man ihr für den Fall ihres Geständnisses, sie in einem kirchlichen Gefängnis zu verwahren. Als man sie aber in den Kerker zurückbrachte, widerrief sie ihre Unterschrift und wurde am 30. Mai 1431 als rückfällige Ketzerin auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.
Verehrung: 1450 ließ Karl VII., der seinen Thron keiner Ketzerin verdanken konnte, ihren Prozess wiederaufnehmen, der 1456 mit ihrer vollständigen Rehabilitierung endete. Sie wurde 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen und 1922 zur Patronin Frankreichs erklärt.




Statue der hl. Johanna v. Orleans von Real del Sarte

Aus dem Katechismus:

Viele Christen sterben, wie die heilige Jeanne d`Arc, mit dem Wort "Jesus" auf den Lippen.
(KKK 435)

Glasfenster von 1510-1530

Brotvermehrung, Leben Jesu Fenster



Büste der hl. Jeanne d´Arc im Kircheninneren


Aus Lieb' zu dir, o Herr,
begrüß ich froh die Peinen;
Nicht fürcht' ich grausen Tod
Und nicht des Feuers Glut.

Mit dir, o Jesus,
will die Seele sich vereinen;
Nur eines ist mein Wunsch,
du bist es, höchstes Gut.

Ich nehm' das Kreuz; zu folgen dir,
geh' ich von hinnen.
Ich will sonst nichts als sterben,
Herr, für dich allein,
Um dann im Tod ein neues Leben zu beginnen.
Ich sterbe, um mit dir, o Jesus, eins zu sein.

(Gebet der hl. Johanna von Orleans, v. Theresia von Lisieux)




O Johanna, ohne Grab und ohne Bildnis, du wusstest, dass das Grab der Helden das Herz der Lebenden ist





Grundmauern der Kirche Saint-Sauveur

Kirche in der Form eines umgekehrten Schiffkiels



Montag, 7. August 2017

Manna, Brotvermehrung und Eucharistie

Manna fällt vom Himmel, Basilika Mariazell



In jenen Tagen sagten die Israeliten: Wenn uns doch jemand Fleisch zu essen gäbe!
Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst zu essen bekamen, an die Gurken und Melonen, an den Lauch, an die Zwiebeln und an den Knoblauch.
Doch jetzt vertrocknet uns die Kehle, nichts bekommen wir zu sehen als immer nur Manna.
Das Manna war wie Koriandersamen, und es sah wie Bdelliumharz aus.
Die Leute pflegten umherzugehen und es zu sammeln; sie mahlten es mit der Handmühle oder zerstampften es im Mörser, kochten es in einem Topf und bereiteten daraus Brotfladen. Es schmeckte wie Ölkuchen.
Wenn bei Nacht der Tau auf das Lager fiel, fiel auch das Manna.
(Numeri 11,4b-9, aus der heutigen Lesung) 





und das Tagesevangelium:

Brotvermehrung, Basilika Mariazell



In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren.
Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können.
Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!
Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns.
Darauf antwortete er: Bringt sie her!
Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten,
und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.
Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

(Mt 14,13-21, heutiges Evangelium)









Die Eucharistie ist eine Speise, die jenen vorbehalten ist, die durch die Taufe von der Sklaverei befreit und Kinder wurden; jene Speise, die sie auf ihrem langen Weg des Exodus durch die Wüste der menschlichen Existenz am Leben hält.
Wie das "Manna" für das Volk Israel, so ist die Eucharistie für jede christliche Generation die unentbehrliche Nahrung, die uns auf unserem Weg durch die Wüsten der Welt begleitet, die ausgetrocknet ist von ideologischen und wirtschaftlichen Systemen, die das Leben nicht fördern sondern vielmehr erniedrigen; eine Welt, in der die Logik der Macht und des Besitzes vorherrscht und nicht die Logik des Dienens und der Liebe. Eine Welt, in der nicht selten die Kultur der Gewalt und des Todes dominiert.
Doch Christus kommt uns entgegen und schenkt uns die Gewissheit. Er selbst ist das "Brot des Lebens". Er hat es im Ruf vor dem Evangelium wiederholt: " Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben."
(Papst Benedikt XVI. beim Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 7. Juni 2007)

Manna vom Himmel und die Brotvermehrung, Basilika Mariazell