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Mittwoch, 9. April 2025

Sie sind unversehrt und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn

 

Drei Jünglinge mit dem Engel im Feuerofen, Kings College, Cambridge


Lesung aus dem Buch Daniel 3

In jenen Tagen
14 sprach König Nebukadnézzar:
Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego:
Meinen Göttern dient ihr nicht
und das goldene Standbild, das ich errichtet habe,
verehrt ihr nicht?
15 Nun, wenn ihr bereit seid,
sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern,
der Harfen, Lauten und Sackpfeifen
und aller anderen Instrumente hört,
sofort niederzufallen
und das Standbild zu verehren, das ich habe machen lassen,
ist es gut;
verehrt ihr es aber nicht,
dann werdet ihr noch zur selben Stunde
in den glühenden Feuerofen geworfen.
Wer ist der Gott, der euch retten könnte aus meiner Hand?
16 Schadrach, Meschach und Abed-Nego
erwiderten dem König Nebukadnézzar:
Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten:
17 Siehe, unser Gott, dem wir dienen,
er kann uns retten.
Aus dem glühenden Feuerofen
und aus deiner Hand, König, wird er uns retten.
18 Und wenn nicht,
so sei dir, König, kundgetan,
dass wir deinen Göttern nicht dienen
und das goldene Standbild, das du errichtet hast,
nicht verehren.
19 Da wurde Nebukadnézzar wütend;
sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn
über Schadrach, Meschach und Abed-Nego.
Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen,
als man ihn gewöhnlich heizte.
20 Dann befahl er,
einige der stärksten Männer aus seinem Heer
sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln
und in den glühenden Feuerofen werfen.
21Da wurden die Männer, wie sie waren gefesselt
und in den glühenden Feuerofen geworfen.
49aAber der Engel des Herrn
war zusammen mit ihnen in den Ofen hinabgestiegen.
91Der König Nebukadnézzar fragte seine Räte:
Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen?
Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König!
92 Er erwiderte:
Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen.
Sie sind unversehrt und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.
95 Da rief Nebukadnézzar aus:
Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos.
Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet.
Im Vertrauen auf ihn
haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet
und ihr Leben dahingegeben,
als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott
verehrten und anbeteten.

Holzrelief in der Kathedrale von Cordoba

Sonntag, 1. März 2020

Dem Bösen ins Gesicht blicken

Versuchung, Steine in Brot zu verwandeln, Kings College Cambridge


Was aber bedeutet: »in die Fastenzeit eintreten?« Es bedeutet, eine Zeit besonderer Anstrengung im geistlichen Kampf zu beginnen, wodurch wir dem Bösen entgegentreten, das in der Welt gegenwärtig ist, in einem jeden einzelnen von uns und in unserer Umgebung. Es bedeutet, dem Bösen ins Gesicht zu blicken und sich dafür zu entscheiden, gegen seine Wirkungen zu kämpfen, vor allem gegen seine Ursachen, bis hin zur letzten Ursache, die der Satan ist. Es bedeutet, das Problem des Bösen nicht auf die anderen abzuladen, auf die Gesellschaft oder auf Gott, sondern die eigene Verantwortung anzuerkennen und sie bewußt auf sich zu nehmen.
(Papst Benedikt XVI, Angelus, 1. Sonntag der Fastenzeit, 10.2.2008)


Versuchung Jesu:
Glasfenster im Exeter College, Cambridge
Glasfenster in der Ely Cathedral 
Der Berg der Versuchung im Heiligen Land (inkl. Versuchung Christi in Mariazell, Fresko)

Kings College, Cambridge

Dienstag, 23. April 2019

Frau, warum weinst du?

Jesus erscheint Maria Magdalena,
Kings College, Cambridge


 14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

(Joh 20, Evangelium vom Dienstag in der Osteroktav) 

Kings College, Cambridge

Montag, 13. Februar 2017

Wo ist dein Bruder Abel?


Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben. Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer.

Im oberen Bildteil bringen die Brüder ihr Opfer dar, unten erschlägt
Kain den Abel, Kings College, Cambridge

Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar; auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiß, und sein Blick senkte sich. 
Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß, und warum senkt sich dein Blick? Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er es abgesehen, doch du werde Herr über ihn!
Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und erschlug ihn.



Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel?
Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden. So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen. Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte. Du hast mich heute vom Ackerland verjagt, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der Erde sein, und wer mich findet, wird mich erschlagen.

Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt, siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde. Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set - Setzling -; denn sie sagte: Gott setzte mir anderen Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug. 
(heutige Lesung, Gen 4)