Heute hat Papst Franzikus die Mystikerin
Angela von Foligno zur Ehre der Altäre erhoben. Im Oktober 2010 hat Papst Benedikt XVI. über diese große Frauengestalt des 13. Jahrhunderts gesagt:
"Liebe Brüder und Schwestern, das Leben der sel. Angela beginnt mit
einem weltlichen Dasein, das recht weit von Gott entfernt ist. Aber dann
weckt die Begegnung mit der Gestalt des hl. Franziskus und schließlich
die Begegnung mit dem gekreuzigten Christus die Seele für die Gegenwart
Gottes, denn nur mit Gott wird das Leben zu wahrem Leben, weil es im
Schmerz um die Sünde zu Liebe und Freude wird. Das sagt uns die sel.
Angela. Heute sind wir alle in Gefahr, so zu leben, als ob es Gott nicht
gäbe: Er scheint dem heutigen Leben so fern zu sein. Aber Gott hat
tausenderlei Weisen – für jeden die seine –, um sich in der Seele zu
vergegenwärtigen, um zu zeigen, daß es ihn gibt und daß er mich kennt
und mich liebt. Und die sel. Angela will uns auf diese Zeichen
aufmerksam machen, mit denen der Herr unsere Seele berührt, sie will uns
aufmerksam auf die Gegenwart Gottes machen, damit wir so den Weg mit
Gott und zu Gott erlernen, in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten
Christus. Bitten wir den Herrn, uns aufmerksam zu machen auf die Zeichen
seiner Gegenwart, uns zu lehren, wirklich zu leben. Danke." (
vollständiger Text der Generalaudienz)
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Angela von Foligno, Vision des Jesuskindes, zwei Engel reichen ihr eine Dornenkrone
und eine Rosenkrone, kleine Engel mit den Leidenswerkzeugen, S. Francesco, Foligno |
"Das Gebet ist nichts anderes als eine Offenbarung Gottes und seiner selbst, ist also die vollkommene und wahre Verdemütigung. Denn die Seele befindet sich im Zustand der Demut, wenn sie Gott sieht und sich selbst; dann ist sie in tiefer Demut, die ihrerseits die Gnade Gottes in der Seele vergrößert und vertieft. Denn je mehr die göttliche Gnade die Seele in der Verdemütigung erniedrigt, um so mehr kann sie darin wachsen; und je mehr die göttliche Gnade wächst, um so tiefer kann sie in der wahren Demut gründen und ruhen.
Durch ein andauerndes gutes Gebet werden in der Seele das göttliche Licht und die Gnade vermehrt; und diese wiederum verankern die Seele immer tiefer in der wahren Demut, indem sie ohne Unterlaß das Leben des Gottmenschen Jesus Christus liest. Nichts Größeres kann ich erkennen als dies Offenbar-werden Gottes und seiner selbst. Aber das Zusammentreffen von beiden wird nur den rechtmäßigen Kindern Gottes geschenkt, die wahrhaft beten."
(aus: Angela von Foligno, Zwischen den Abgründen, 53)
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| S. Francesco, Foligno, links der Sarg der hl. Angela von Foligno |
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| Grab der hl. Angela von Foligno, S. Francesco, Foligno |