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Dienstag, 30. Dezember 2025

Papst Felix I.

 

Papst Felix, I., Mosaik in St. Paul vor den Mauern, Rom

 

Felix I., Papst. Felix war von Geburt Römer, er wurde am 5. Jänner 268 zum Papst gewählt. In einem Brief an den Bischof Maximus von Alexandrien sprach sich Felix gegen die Lehre des Paulus von Samosata aus und setzte ihn ab. Felix starb am 30. Dezember 274 und wurde in der Kalixtus-Katakombe begraben. 
(Martyrologium Sancrucense)

Freitag, 21. November 2025

Gelasius I., Papst

 

der 51. Papst Gelasius 492-496

Gelasius I., Papst. Gelasius stammte von afrikanischen Vorfahren und wurde in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in Rom geboren.

Er wurde 492 zum Papst gewählt und verteidigte in den christologischen Auseinandersetzungen mit Ostrom vehement die Beschlüsse des Konzils von Chalcedon von 451 gegen die Monophysiten: der eine Christus ist vollkommener Gott und vollkommener Mensch, die zwei Naturen sind weder miteinander vermischt noch voneinander getrennt. Gelasius vertrat dabei gegenüber Konstantinopel energisch den Primatsanspruch des Bischofs von Rom. Er begründete die Lehre über die beiden Gewalten von Kirche und Staat: Beide seien göttlichen Ursprungs und auf ihren Gebieten selbständig und gleichberechtigt; aber die priesterliche Gewalt ist höher zu werten als die königliche.

In den Kämpfen des Mittelalters wurde oft der folgende Satz des Gelasius vom Jahr 494 zitiert: „Zwei Dinge sind es, durch die die Welt gelenkt wird: die geheiligte Autorität der Priester und die königliche Gewalt. Von ihnen ist das Ansehen der Priester um so gewichtiger, als sie auch für die Könige im göttlichen Gericht Rechenschaft abzulegen haben.“

Gelasius ist nach Leo I. der bedeutendste Papst des 5. Jahrhunderts. Das „Decretum Gelasianum“ mit dem Verzeichnis der kanonischen Bücher stammt nicht von ihm, es ist hundert Jahre jünger. Auch bei dem sogenannten „Sacramentarium Gelasianum“ handelt es sich um ein pseudonymes Messbuch aus späterer Zeit. Papst Gelasius I. starb am 19. November 496 in Rom.

Heute feiert die Kirche Unsere Liebe Frau in Jerusalem

Relief an der Pforte von Maria Maggiore

Glasfenster in Notre Dame en Vaux (Volksmissale)

Glasfenster in der Basilika Koekelberg

Dienstag, 18. November 2025

Weihetag der Apostelfürstenbasiliken

Kaiser Konstantin erbaute über den Gräbern der Apostelfürsten prächtige Basiliken, deren Kirchweihfest seit dem 12. Jh. am 18. November bezeugt ist. Der heutige Petersdom wurde am 18. November 1626 unter Beachtung des alten Weihefestes konsekriert, die heutige Kirche St. Paul vor den Mauern am 10. Dezember 1854.

 

heiliger Apostel Petrus, bitte für uns!

heiliger Apostel Paulus, bitte für uns!

 

 

Donnerstag, 13. November 2025

Papst Nikolaus I. der Große

 

Papst Nikolaus I., der Große, St. Paul vor den Mauern, Rom

Nikolaus I., der Große, Papst. Nikolaus I. war Papst von 858 bis 867, er hatte zuvor schon drei Päpsten gedient. Sein neunjähriges Pontifikat war überschattet von Konflikten mit der Ostkirche. 

Nikolaus sah sich als Nachfolger von Petrus, als Herrscher, der die Rechte und Reinheit der Kirche zu verteidigen hatte. Gegenüber König Lothar II. von Lothringen beharrte er auf der Unauflöslichkeit der Ehe; dieser wollte die kinderlose Ehe mit Theutberga lösen und seine Geliebte Waldrada, die ihm ein Kind geboren hatte, heiraten. Nikolaus setzte die Erzbischöfe von Köln und Trier ab, als sie Lothar ihr Einverständnis gaben, und exkommunizierte sie. Der Konflikt eskalierte bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen.
Auch die Spannungen mit Konstantinopel wuchsen, als dort Photios unrechtmäßig auf den Patriarchenstuhl gelangt war. 858 war der rechtmäßige Patriarch Ignatius aufgrund starker Differenzen mit dem Kaiserhof zurückgetreten, woraufhin der Kaiser einfach den Laien Photios zum Patriarchen erhob. Nikolaus versagte dem Photios die Anerkennung, da die nachgeholte Weihe nicht rechtmässig erfolgt war. Photios wiederum rächte sich, indem er die Ablehnung des Filioque verschärfte und für 867 eine Synode in Konstantinopel zusammenrief, in der er den Papst zum Ketzer erklärte. Das photianische Schisma währte aber nur kurz, denn schon 870 wurde Photius durch das 6. Konzil von Konstantinopel abgesetzt. Nikolaus I. freilich war schon 867 gestorben. Mit Nikolaus setzt sich der Aufstieg des Papsttums zum „Protector imperii“ fort. Die Grabstätte des Papstes Nikolaus des Großen ist unbekannt.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche aus des heiligen Stanislaus Kostka.

Die Hilfe eines Engels bei der Flucht  

Reliquie des hl. Stanislaus in der Kostka Kapelle in Wien

Stanislaus auf der Flucht

Am Grab des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Das Sterbezimmer des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Die Stanislaus Kostka Kapelle in Wien

nochmal die Kapelle in Wien

Mittwoch, 12. November 2025

Martinus I., Papst

 Papst Martinus I., St. Paul vor den Mauern, Rom

 

Martin I., Papst. Martin wurde um 600 in Todi in Umbrien geboren, bis zu seiner Wahl als Papst war er päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in Konstantinopel. 649 wurde er zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht.
Seine Amtszeit war geprägt von hitzigen theologischen Streitigkeiten um das Problem des Monotheletismus, also die Frage, ob nur ein einziger Wille oder zwei Willen, nämlich ein göttlicher und menschlicher, in Jesus wirksam gewesen seien. Nachdem eine in Rom abgehaltene Lateransynode ein kaiserliches Dekret, das den Monotheletismus begünstigte, verurteilt hatte, schickte der Kaiser ein Verhaftungskommando nach Rom. Doch dessen Kommandant revoltierte gegen den Kaiser und erklärte sich selbst zum Beherrscher über Italien. Drei Jahre lang konnte so der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch 653 von einem neuerlichen Exekutionskommando gefangen genommen, 654 nach Konstantinopel gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, dann begnadigt und in die Verbannung auf die Krim geschickt, wo er am 16. November 655 starb. Die Verehrung Martins I. ist vor allem in der Ostkirche verbreitet.
(Martyrologium Sancrucense)

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Josaphat Kunzewitsch.

Mittwoch, 11. Juni 2025

Die Aussendung des Barnabas und des Saulus

 

Weihe von Saulus und Barnabas, F. Podesti, 1826-1901,
St Paul vor den Mauern, Rom
 

1 Es waren aber in Antiochia in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manaën, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. 2 Als sie aber Gottesdienst hielten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. 3 Da fasteten sie und beteten und legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. (Lutherbibel, Apg 13)

Barnabas und Saulus, Glasfenster in St Mary´s Episcopal Church, Glasgow

Glasfenster in der katholischen Kathedrale in Nottingham, Handauflegung und Sendung 

aus dem Pauluszyklus in St. Paul vor den Mauern, Paulus und Barnabas in Lystra, Apg 14,8

Statue in St Alban´s Church /Holborn, London, Tagesgebet

Barnabas, St Mary the Great, Cambridge, Leben 

 
Barnabas, Apostel, Märtyrer
Namensdeutung: Sohn der Prophetie, des Trostes (aramäisch)
Namenstage: Barnabas, Barnabé, Barnabò, Barnaby, Bernabéu, Bernabé
Gedenktag: 11. Juni

Lebensdaten: gestorben 61 in Salamis, Zypern

Lebensgeschichte: Der griechischsprachige Levit Jose, Barnabas genannt, stammte von Zypern und gehörte zu den 72 Jüngern Jesu, die Jesus seit der Taufe im Jordan gefolgt waren. In der Apostelgeschichte heißt es, dass er sein Gut verkaufte und das Geld den Aposteln überließ.

Vielleicht hatte er Paulus schon von gemeinsamen Studientagen gekannt, jedenfalls war er es, der Paulus nach dessen Bekehrung aufnahm und der Jerusalemer Gemeinde als Apostel der Heiden empfahl. Als Barnabas ausgesandt wurde, die Gemeinde in Antiochia zu betreuen, nahm er Paulus mit, und auch später waren sie gemeinsam unterwegs: Sie reisten 51 miteinander zum Apostelkonzil nach Jerusalem und kamen von dort nach Antiochia zurück.

Nach Meinungsverschiedenheiten wegen der Frage der Verbindlichkeit des jüdischen Gesetzes für die Heidenchristen und darüber, ob Johannes Markus mit auf die zweite Missionsreise genommen werden sollte, trennten sich ihre Wege. Barnabas reiste mit Markus nach Zypern, wo er viele Jahre das Evangelium verkündete und Kranke durch Auflegen des Matthäusevangeliums heilte, das er bei sich trug.

Der Legende nach soll er auch in Rom gepredigt und sogar den späteren Bischof Clemens I. getauft haben. In Mailand soll Barnabas dann selber Bischof gewesen sein. Nach örtlicher Überlieferung wurde er allerdings auf Zypern gesteinigt.

Verehrung: Reliquien des heiligen Barnabas werden in Köln, Andechs, Prag, Toulouse und Namur verehrt. In Mailand feiert man sein Fest bereits seit dem 5. Jahrhundert.

Darstellung: mit Evangelienbuch, Stein oder Ölzweig, häufig mit dem Apostel Paulus zusammen

Patron: von Zypern, Mailand, Florenz und Logroño, der Weber, Böttcher und Küfer, Helfer bei Steinschlag, Hagel, Streit und Traurigkeit

(bistumaugsburg

Apsismosaik in St. Paul vor den Mauern, Rom

Sonntag, 18. Mai 2025

Zur Amtseinführung von Papst Leo XIV. - Papst Johannes I., 18. Mai

 

Papst Johannes I., St Paul vor den Mauern

Johannes I wird in der Toskana geboren, möglicherweise in der Gegend von Siena oder Arezzo, als Sohn eines Adeligen namens Constantius. 523 wird er Papst, doch über sein Pontifikat ist wenig bekannt. Es scheint, dass er zur Erweiterung und Verschönerung einiger römischer Basiliken an der Via Ardeatina und der Via Ostiense beiträgt, unterstützt von der Großzügigkeit des Kaisers Justin I. Johannes unterhält enge Beziehungen zu den Ostkirchen.

Der historische Kontext

Johannes folgt auf Papst Hormisdas, der gemeinsam mit dem oströmischen Kaiser Justin I., dem Onkel Justinians, das Schisma zwischen Rom und Konstantinopel beendet hat. Dieses Schisma war 484 durch das Henotikon ausgelöst worden, eine Glaubenserklärung von Kaiser Zenon und dem Patriarchen von Konstantinopel, Akakios. Sie hatten versucht, einen unmöglichen Kompromiss zwischen dem katholischen Glauben und der monophysitischen Häresie zu schaffen, die nur eine göttliche Natur Jesu Christi anerkannte. Johannes muss sich jedoch mit einer anderen Herausforderung auseinandersetzen: dem Arianismus, der die göttliche Natur des Sohnes als geringer als die des Vaters ansieht. Die Goten, die nun über Italien herrschen, und ihr König Theoderich sind Anhänger dieser Lehre.

Theoderichs Dilemma

Die religiöse Frage ist eng mit der politischen verknüpft. 523 erlässt Kaiser Justin I. ein Edikt, das die arianischen Christen in seinem Reich stark benachteiligt: Sie müssen ihrem Glauben abschwören, besetzte Kirchen und beschlagnahmte Güter zurückgeben und werden von zivilen sowie militärischen Ämtern ausgeschlossen. Theoderich empfindet dies als Bedrohung. Obwohl er in Italien herrscht, kann er nicht akzeptieren, dass seine Glaubensgenossen anderswo so behandelt werden. Sein Unmut wächst, zumal er den Katholiken in seinem Reich viele Freiheiten gewährt hat. Zudem fürchtet er eine zu enge Allianz zwischen Konstantinopel und der römischen Kirche. 524 entsendet er daher eine Delegation nach Konstantinopel, bestehend aus römischen Gesandten und mehreren Bischöfen, darunter die von Fano, Ravenna und Capua. Er zwingt Papst Johannes I., diese Mission zu leiten. Ziel ist es, mit Kaiser Justin I. zu verhandeln.

Die Reise nach Konstantinopel

Johannes ist bereits alt, doch er nimmt die Herausforderung an, um Schaden von den römischen Katholiken abzuwenden. Er befürchtet, dass eine Weigerung Theoderich dazu bringen könnte, härter gegen die Kirche vorzugehen. Zwar hatte Theoderich die Religionsfreiheit gewährt, doch er hatte den Klerus mit hohen Steuern belastet und viele seiner früheren Privilegien entzogen. Johannes weiß, dass Theoderich von ihm erwartet, das Verbot aufzuheben, das es Konvertiten zum Katholizismus untersagt, zum Arianismus zurückzukehren.

In Konstantinopel wird Johannes I. feierlich empfangen. Er darf sowohl Weihnachten als auch Ostern feiern und erreicht einige Zugeständnisse für die Arianer – jedoch nicht alle, die Theoderich gefordert hatte. Als er nach Rom zurückkehrt, ist Theoderich erzürnt. Er lässt Johannes in Ravenna inhaftieren, wo dieser 526 stirbt. Später werden seine Reliquien in den Petersdom überführt, wo er als Märtyrer des Glaubens verehrt wird.

Quelle

Mittwoch, 8. Mai 2024

Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkündige ich euch

Rede des Paulus auf dem Areopag, St. Paul vor den Mauern


Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 17, 15.22 - 18, 1

In jenen Tagen

15brachten die Begleiter des Paulus ihn nach Athen. Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen, kehrten sie zurück.

22Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen.

23Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.

24Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind.

25Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt.

26Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.

27Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern.

28Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art.

29Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.

30Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen.

31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte.

32Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören.

33So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.

34Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen.

1Hierauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth.

 

(Lesung vom Mittwoch der 6. Osterwoche)




 

Mittwoch, 25. Januar 2023

Ich bin Jesus, den du verfolgst

 

Bekehrung des Apostels Paulus, Pauluszyklus, St Paul vor den Mauern
Ich bin Jesus, den du verfolgst

 

Das Fest der Bekehrung des hl. Paulus führt uns wieder die Gestalt dieses großen Apostels vor Augen, der von Gott dazu auserwählt wurde, »vor allen Menschen sein Zeuge« zu sein (Apg 22,15). Für Saulus aus Tarsus markierte der Augenblick der Begegnung mit dem auferstandenen Christus auf dem Weg nach Damaskus die entscheidende Wende seines Lebens. Da vollzog sich seine vollkommene Verwandlung, eine regelrechte geistliche Bekehrung.

Der unerbittliche Verfolger der Kirche Gottes war in diesem Augenblick zu einem im Dunkeln herumtappenden Blinden geworden, aber mit einem großen Licht im Herzen, das ihn schon bald dahin bringen würde, ein glühender Apostel des Evangeliums zu werden. Das Bewußtsein, daß allein die göttliche Gnade eine derartige Bekehrung hatte bewirken können, hat Paulus nie mehr losgelassen. Als er durch die unermüdliche Verkündigung des Evangeliums bereits sein Bestes gegeben hatte, schrieb er neuerlich voll Seeleneifer: »Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir« (1 Kor 15,10). Unermüdlich, als hinge das Werk der Mission ganz von seinen Kräften ab, war der hl. Paulus jedoch zutiefst davon überzeugt, daß seine ganze Kraft aus der in ihm wirkenden Gnade Gottes stammte.
(B16, 25. Jänner 2008)

Fenster der Bekehrung in Ely (b16, 25.1.2012)

Das Paulustor des Stephansdoms (Benedikt XVI., 25.1.2008)

Bekehrung Pauli in der St Paul´s Cathedral, London

Bekehrung Pauli - St. Paul vor den Mauern in Rom

Bekehrung Pauli - Unterstinkenbrunn

Bekehrung Pauli - Westminster Cathedral (Benedikt XVI., 25.1.2012)

Bekehrung und Berufung Pauli - St John´s College in Oxford  (Benedikt XVI., 25. Oktober 2006)

Bekehrung Pauli in Pöllau (Kanzel) Benedit XVI., Angelus 25.1.2009)

Bekehrung Pauli und Stephanus, Türrelief, (St Paul vor den Mauern) Kardinal Schönborn, Katechese, 2.2.2003)

In jenen Tagen

1wütete Saulus immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester

2und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.

3Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte.

4Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

5Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst.

6Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.

7Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand.

8Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein.

9Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht. (APG 9)


Donnerstag, 10. November 2022

Leo der Große

 

Leo der Große in St. Paul von den Mauern, Rom

Papst, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Löwe (lat.)
Namenstage: Leo, Leon, Leonas, Lionel, Lew, weibl.: Leonie, Leonore
Gedenktag: 10. November

Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom

Lebensgeschichte: Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger gewählt.

Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des heiligen Petrus sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen aus.

Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“

Als 452 die Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen. Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten, jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde.

Leo, der den größten Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte, starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der damaligen Petersbasilika bestattet.

Verehrung: 688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen. Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom. 1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt.

Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch

Patron: der Musiker, Organisten und Sänger

(Bistum Augsburg

Samstag, 13. August 2022

Pontianus, Papst

 

Papst Pontianus, St. Paul vor den Mauern

Papst, Märtyrer
Namensdeutung: Brückenmann (lat.)
Namenstage: Pontianus, Pontian, Pontien
Gedenktag: 13. August

Lebensdaten: geboren vielleicht in Rom, gestorben 235 auf Sardinien

Lebensgeschichte: Pontianus soll gebürtiger Römer gewesen sein und wurde am 21. Juli 230 zum Bischof von Rom gewählt. Dass sein Vater dem Liber Pontificalis zufolge Calpurnius geheißen hätte, ist wegen der Bedeutung der römischen Familie der Calpurnier zum mindesten unwahrscheinlich.

Ebenso falsch ist die völlig anachronistische Annahme, auf Pontianus gingen die Einführung des Confiteor (Schuldbekenntnis) sowie die Formel „Dominus vobiscum – Der Herr sei mit euch“ in der heiligen Messe zurück. Gesichert ist dagegen, dass Pontianus 231 auf einer römischen Synode die Verurteilung des bedeutenden Theologen Origenes durch Patriarch Demetrios von Alexandrien bestätigen ließ.

Von seinen Vorgängern Calixt und Urban hatte Pontianus das Schisma mit dem römischen Gegenbischof Hippolyt als Anführer einer in der Bußpraxis strengeren Partei geerbt. Dieser Kirchenspaltung machte die Christenverfolgung ein Ende, die 235 unter Kaiser Maximinus Thrax ausbrach. In ihrem Verlauf wurden sowohl Pontianus als auch Hippolyt zur Zwangsarbeit in den sardischen Steinbrüchen oder Salzbergwerken verurteilt. Diese „damnatio ad metallas“ war ein sicheres Todesurteil.

Nach übereinstimmender Auffassung versöhnten sich Bischof und Gegenbischof im Bergwerk. Pontianus verzichtete am 28. September 235 zugunsten eines beiderseitigen Nachfolgers auf sein Bischofsamt, was das erste genau dokumentierte Datum der Papstgeschichte darstellt, und starb an Malaria oder an den Strapazen in den Minen.

Der Legende nach wurde er in der Verbannung auf Geheiß des Kaisers zu Tode geprügelt.

Verehrung: Unter seinem zweiten Nachfolger Fabian wurde Pontianus gemeinsam mit Hippolyt nach Rom überführt. Pontianus wurde am 13. August 236 oder 237 in der „Krypta der Päpste“ der Calixtus-Katakombe beigesetzt. Teile seiner Grabplatte wurden 1909 wiederentdeckt. Seine mutmaßlichen sterblichen Überreste liegen seit 820 in der Kirche Santa Prassede. Reliquien werden auch in Trani (Apulien) und in Toscanella bei Orvieto verehrt.

Darstellung: bei seinem legendenhaft ausgeschmückten Martyrium

Patron: von Carbonia auf Sardinien

(bistumaugsburg)

brauch ich jetzt

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Hippolyt, des sel. Markus von Aviano (Retter von Wien) und des hl. Johannes Berchmans SJ

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Papst Callistus I.

 

Heiliger Kallistus, bitte für uns!

 

Kallistus kam aus niederem Stand. Papst Zephyrin machte ihn um 199 zum Diakon und übertrug ihm die Sorge für die christlichen Begräbnisstätten (Katakomben) an der Via Appia. 217 wurde er von Klerus und Volk von Rom zum Papst gewählt, gegen den heftigen Protest des Presbyters Hippolyt (vgl. 13. August), der ihn - zu Unrecht - der Irrlehre und des Laxismus beschuldigte. Die Nachrichten über das Martyrium des hl. Kallistus (222) sind unsicher. Seine Beisetzung in Trastevere wird im römischen Staatskalender von 354 erwähnt.

Gütiger Gott, erhöre unsere Gebete, die wir am Gedenktag
des heiligen Märtyrerpapstes Kallistus vor dich bringen.
Sieh auf sein heiliges Leben und Sterben
und gewähre der Kirche allezeit deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Statue des hl. Kallistus, Kathedrale von Reims

Mosaik in S. Maria in Trastevere, Rom


Papst Callistus I., St. Paul vor den Mauern, Rom