Papst Felix, I., Mosaik in St. Paul vor den Mauern, Rom
Felix I., Papst. Felix war von Geburt Römer, er wurde am 5. Jänner 268 zum Papst gewählt. In einem Brief an den Bischof Maximus von Alexandrien sprach sich Felix gegen
die Lehre des Paulus von Samosata aus und setzte ihn ab. Felix starb am 30. Dezember 274
und wurde in der Kalixtus-Katakombe begraben. (Martyrologium Sancrucense)
Gelasius I., Papst. Gelasius stammte von afrikanischen Vorfahren und wurde in der ersten
Hälfte des 5. Jahrhunderts in Rom geboren.
Er wurde 492 zum Papst gewählt und verteidigte in den christologischen Auseinandersetzungen mit Ostrom vehement die Beschlüsse des
Konzils von Chalcedon von 451 gegen die Monophysiten: der eine Christus ist vollkommener Gott und vollkommener Mensch, die zwei Naturen sind weder miteinander vermischt
noch voneinander getrennt. Gelasius vertrat dabei gegenüber Konstantinopel energisch den
Primatsanspruch des Bischofs von Rom. Er begründete die Lehre über die beiden Gewalten
von Kirche und Staat: Beide seien göttlichen Ursprungs und auf ihren Gebieten selbständig
und gleichberechtigt; aber die priesterliche Gewalt ist höher zu werten als die königliche.
In
den Kämpfen des Mittelalters wurde oft der folgende Satz des Gelasius vom Jahr 494 zitiert: „Zwei Dinge sind es, durch die die Welt gelenkt wird: die geheiligte Autorität der
Priester und die königliche Gewalt. Von ihnen ist das Ansehen der Priester um so gewichtiger, als sie auch für die Könige im göttlichen Gericht Rechenschaft abzulegen haben.“
Gelasius ist nach Leo I. der bedeutendste Papst des 5. Jahrhunderts. Das „Decretum Gelasianum“ mit dem Verzeichnis der kanonischen Bücher stammt nicht von ihm, es ist hundert
Jahre jünger. Auch bei dem sogenannten „Sacramentarium Gelasianum“ handelt es sich um
ein pseudonymes Messbuch aus späterer Zeit. Papst Gelasius I. starb am 19. November 496
in Rom.
Heute feiert die Kirche Unsere Liebe Frau in Jerusalem
Kaiser Konstantin erbaute über den Gräbern der Apostelfürsten prächtige
Basiliken, deren Kirchweihfest seit dem 12. Jh. am 18. November bezeugt
ist. Der heutige Petersdom wurde am 18. November 1626 unter Beachtung
des alten Weihefestes konsekriert, die heutige Kirche St. Paul vor den
Mauern am 10. Dezember 1854.
Papst Nikolaus I., der Große, St. Paul vor den Mauern, Rom
Nikolaus I., der Große, Papst. Nikolaus I. war Papst von 858 bis 867, er hatte zuvor schon
drei Päpsten gedient. Sein neunjähriges Pontifikat war überschattet von Konflikten mit der
Ostkirche.
Nikolaus sah sich als Nachfolger von Petrus, als Herrscher, der die Rechte und
Reinheit der Kirche zu verteidigen hatte. Gegenüber König Lothar II. von Lothringen beharrte er auf der Unauflöslichkeit der Ehe; dieser wollte die kinderlose Ehe mit Theutberga
lösen und seine Geliebte Waldrada, die ihm ein Kind geboren hatte, heiraten. Nikolaus setzte die Erzbischöfe von Köln und Trier ab, als sie Lothar ihr Einverständnis gaben, und exkommunizierte sie. Der Konflikt eskalierte bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Auch die Spannungen mit Konstantinopel wuchsen, als dort Photios unrechtmäßig auf den
Patriarchenstuhl gelangt war. 858 war der rechtmäßige Patriarch Ignatius aufgrund starker
Differenzen mit dem Kaiserhof zurückgetreten, woraufhin der Kaiser einfach den Laien
Photios zum Patriarchen erhob. Nikolaus versagte dem Photios die Anerkennung, da die
nachgeholte Weihe nicht rechtmässig erfolgt war. Photios wiederum rächte sich, indem er
die Ablehnung des Filioque verschärfte und für 867 eine Synode in Konstantinopel zusammenrief, in der er den Papst zum Ketzer erklärte. Das photianische Schisma währte aber nur
kurz, denn schon 870 wurde Photius durch das 6. Konzil von Konstantinopel abgesetzt.
Nikolaus I. freilich war schon 867 gestorben. Mit Nikolaus setzt sich der Aufstieg des
Papsttums zum „Protector imperii“ fort. Die Grabstätte des Papstes Nikolaus des Großen ist
unbekannt. (Martyrologium Sancrucense)
Heute gedenkt die Kirche aus des heiligen Stanislaus Kostka.
Martin I., Papst. Martin wurde um 600 in Todi in Umbrien geboren, bis zu seiner Wahl als
Papst war er päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in Konstantinopel. 649 wurde er
zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht. Seine Amtszeit war geprägt
von hitzigen theologischen Streitigkeiten um das Problem des Monotheletismus, also die
Frage, ob nur ein einziger Wille oder zwei Willen, nämlich ein göttlicher und menschlicher,
in Jesus wirksam gewesen seien. Nachdem eine in Rom abgehaltene Lateransynode ein
kaiserliches Dekret, das den Monotheletismus begünstigte, verurteilt hatte, schickte der
Kaiser ein Verhaftungskommando nach Rom. Doch dessen Kommandant revoltierte gegen
den Kaiser und erklärte sich selbst zum Beherrscher über Italien. Drei Jahre lang konnte so
der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch 653
von einem neuerlichen Exekutionskommando gefangen genommen, 654 nach Konstantinopel gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, dann begnadigt und in die Verbannung auf die Krim geschickt, wo er am 16. November 655 starb. Die Verehrung Martins I.
ist vor allem in der Ostkirche verbreitet. (Martyrologium Sancrucense)
Weihe von Saulus und Barnabas, F. Podesti, 1826-1901, St Paul vor den Mauern, Rom
1 Es waren aber in Antiochia in der Gemeinde Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Luzius von Kyrene und Manaën, der mit dem Landesfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. 2 Als sie aber Gottesdienst hielten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. 3 Da fasteten sie und beteten und legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. (Lutherbibel, Apg 13)
Lebensgeschichte:
Der griechischsprachige Levit Jose, Barnabas genannt, stammte von
Zypern und gehörte zu den 72 Jüngern Jesu, die Jesus seit der Taufe im
Jordan gefolgt waren. In der Apostelgeschichte heißt es, dass er sein
Gut verkaufte und das Geld den Aposteln überließ.
Vielleicht hatte er Paulus
schon von gemeinsamen Studientagen gekannt, jedenfalls war er es, der
Paulus nach dessen Bekehrung aufnahm und der Jerusalemer Gemeinde als
Apostel der Heiden empfahl. Als Barnabas ausgesandt wurde, die Gemeinde
in Antiochia zu betreuen, nahm er Paulus mit, und auch später waren sie
gemeinsam unterwegs: Sie reisten 51 miteinander zum Apostelkonzil nach
Jerusalem und kamen von dort nach Antiochia zurück.
Nach
Meinungsverschiedenheiten wegen der Frage der Verbindlichkeit des
jüdischen Gesetzes für die Heidenchristen und darüber, ob Johannes Markus
mit auf die zweite Missionsreise genommen werden sollte, trennten sich
ihre Wege. Barnabas reiste mit Markus nach Zypern, wo er viele Jahre das
Evangelium verkündete und Kranke durch Auflegen des Matthäusevangeliums
heilte, das er bei sich trug.
Der Legende nach soll er auch in Rom gepredigt und sogar den späteren Bischof Clemens I.
getauft haben. In Mailand soll Barnabas dann selber Bischof gewesen
sein. Nach örtlicher Überlieferung wurde er allerdings auf Zypern
gesteinigt.
Verehrung: Reliquien des heiligen
Barnabas werden in Köln, Andechs, Prag, Toulouse und Namur verehrt. In
Mailand feiert man sein Fest bereits seit dem 5. Jahrhundert.
Darstellung: mit Evangelienbuch, Stein oder Ölzweig, häufig mit dem Apostel Paulus zusammen
Patron: von Zypern, Mailand, Florenz und Logroño, der Weber, Böttcher und Küfer, Helfer bei Steinschlag, Hagel, Streit und Traurigkeit
Johannes I wird in der Toskana geboren, möglicherweise in der Gegend
von Siena oder Arezzo, als Sohn eines Adeligen namens Constantius. 523
wird er Papst, doch über sein Pontifikat ist wenig bekannt. Es scheint,
dass er zur Erweiterung und Verschönerung einiger römischer Basiliken an
der Via Ardeatina und der Via Ostiense beiträgt, unterstützt von der
Großzügigkeit des Kaisers Justin I. Johannes unterhält enge Beziehungen
zu den Ostkirchen.
Der historische Kontext
Johannes folgt auf Papst Hormisdas, der gemeinsam mit dem
oströmischen Kaiser Justin I., dem Onkel Justinians, das Schisma
zwischen Rom und Konstantinopel beendet hat. Dieses Schisma war 484
durch das Henotikon ausgelöst worden, eine Glaubenserklärung von Kaiser
Zenon und dem Patriarchen von Konstantinopel, Akakios. Sie hatten
versucht, einen unmöglichen Kompromiss zwischen dem katholischen Glauben
und der monophysitischen Häresie zu schaffen, die nur eine göttliche
Natur Jesu Christi anerkannte. Johannes muss sich jedoch mit einer
anderen Herausforderung auseinandersetzen: dem Arianismus, der die
göttliche Natur des Sohnes als geringer als die des Vaters ansieht. Die
Goten, die nun über Italien herrschen, und ihr König Theoderich sind
Anhänger dieser Lehre.
Theoderichs Dilemma
Die religiöse Frage ist eng mit der politischen verknüpft. 523
erlässt Kaiser Justin I. ein Edikt, das die arianischen Christen in
seinem Reich stark benachteiligt: Sie müssen ihrem Glauben abschwören,
besetzte Kirchen und beschlagnahmte Güter zurückgeben und werden von
zivilen sowie militärischen Ämtern ausgeschlossen. Theoderich empfindet
dies als Bedrohung. Obwohl er in Italien herrscht, kann er nicht
akzeptieren, dass seine Glaubensgenossen anderswo so behandelt werden.
Sein Unmut wächst, zumal er den Katholiken in seinem Reich viele
Freiheiten gewährt hat. Zudem fürchtet er eine zu enge Allianz zwischen
Konstantinopel und der römischen Kirche. 524 entsendet er daher eine
Delegation nach Konstantinopel, bestehend aus römischen Gesandten und
mehreren Bischöfen, darunter die von Fano, Ravenna und Capua. Er zwingt
Papst Johannes I., diese Mission zu leiten. Ziel ist es, mit Kaiser
Justin I. zu verhandeln.
Die Reise nach Konstantinopel
Johannes ist bereits alt, doch er nimmt die Herausforderung an, um
Schaden von den römischen Katholiken abzuwenden. Er befürchtet, dass
eine Weigerung Theoderich dazu bringen könnte, härter gegen die Kirche
vorzugehen. Zwar hatte Theoderich die Religionsfreiheit gewährt, doch er
hatte den Klerus mit hohen Steuern belastet und viele seiner früheren
Privilegien entzogen. Johannes weiß, dass Theoderich von ihm erwartet,
das Verbot aufzuheben, das es Konvertiten zum Katholizismus untersagt,
zum Arianismus zurückzukehren.
In Konstantinopel wird Johannes I. feierlich empfangen. Er darf
sowohl Weihnachten als auch Ostern feiern und erreicht einige
Zugeständnisse für die Arianer – jedoch nicht alle, die Theoderich
gefordert hatte. Als er nach Rom zurückkehrt, ist Theoderich erzürnt. Er
lässt Johannes in Ravenna inhaftieren, wo dieser 526 stirbt. Später
werden seine Reliquien in den Petersdom überführt, wo er als Märtyrer
des Glaubens verehrt wird.
Rede des Paulus auf dem Areopag, St. Paul vor den Mauern
Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 17, 15.22 - 18, 1
In
jenen Tagen
15brachten die Begleiter des Paulus ihn nach Athen.
Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen,
kehrten sie zurück.
22Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und
sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen.
23Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer
ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT.
Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.
24Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr,
er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand
gemacht sind.
25Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als
brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt.
26Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze
Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie
bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.
27Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und
finden könnten; denn keinem von uns ist er fern.
28Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir,
wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art.
29Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht
meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes
Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.
30Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen
hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen.
31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den
Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt
und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten
auferweckte.
32Als sie von der Auferstehung der Toten hörten,
spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal
hören.
33So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.
34Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden
gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens
Damaris und noch andere mit ihnen.
1Hierauf verließ Paulus Athen
und ging nach Korinth.
Bekehrung des Apostels Paulus, Pauluszyklus, St Paul vor den Mauern Ich bin Jesus, den du verfolgst
Das Fest der Bekehrung des hl. Paulus führt uns wieder die Gestalt dieses
großen Apostels vor Augen, der von Gott dazu auserwählt wurde, »vor allen
Menschen sein Zeuge« zu sein (Apg 22,15). Für Saulus aus Tarsus
markierte der Augenblick der Begegnung mit dem auferstandenen Christus auf dem
Weg nach Damaskus die entscheidende Wende seines Lebens. Da vollzog sich seine
vollkommene Verwandlung, eine regelrechte geistliche Bekehrung.
Der
unerbittliche Verfolger der Kirche Gottes war in diesem Augenblick zu einem im
Dunkeln herumtappenden Blinden geworden, aber mit einem großen Licht im Herzen,
das ihn schon bald dahin bringen würde, ein glühender Apostel des Evangeliums
zu werden. Das Bewußtsein, daß allein die göttliche Gnade eine derartige
Bekehrung hatte bewirken können, hat Paulus nie mehr losgelassen. Als er durch
die unermüdliche Verkündigung des Evangeliums bereits sein Bestes gegeben
hatte, schrieb er neuerlich voll Seeleneifer: »Mehr als sie alle habe ich mich
abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir« (1 Kor
15,10). Unermüdlich, als hinge das Werk der Mission ganz von seinen Kräften ab,
war der hl. Paulus jedoch zutiefst davon überzeugt, daß seine ganze Kraft aus
der in ihm wirkenden Gnade Gottes stammte. (B16, 25. Jänner 2008)
1wütete
Saulus immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum
Hohenpriester
2und
erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des
neuen Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem
zu bringen.
3Unterwegs
aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein
Licht vom Himmel umstrahlte.
4Er
stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum
verfolgst du mich?
5Er
antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst.
6Steh
auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.
7Seine
Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand.
8Saulus
erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen
ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein.
9Und er
war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht. (APG 9)
Namenstage:Leo, Leon, Leonas, Lionel, Lew, weibl.: Leonie, Leonore
Gedenktag:10. November
Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom
Lebensgeschichte:
Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen
Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste
Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war
gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger
gewählt.
Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das
künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des
heiligen Petrus
sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen
Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf
die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende
Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen
Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen
aus.
Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des
dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden
Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das
Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre
durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen
vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter
akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“
Als 452 die
Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen.
Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der
Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt
unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten,
jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und
verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde.
Leo, der den größten
Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte,
starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der
damaligen Petersbasilika bestattet.
Verehrung:
688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen.
Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom.
1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt.
Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch
Lebensdaten: geboren vielleicht in Rom, gestorben 235 auf Sardinien
Lebensgeschichte: Pontianus soll gebürtiger Römer gewesen sein und wurde am 21. Juli 230 zum Bischof von Rom gewählt. Dass sein Vater dem Liber Pontificalis zufolge Calpurnius geheißen hätte, ist wegen der Bedeutung der römischen Familie der Calpurnier zum mindesten unwahrscheinlich.
Ebenso falsch ist die völlig anachronistische Annahme, auf Pontianus gingen die Einführung des Confiteor
(Schuldbekenntnis) sowie die Formel „Dominus vobiscum – Der Herr sei
mit euch“ in der heiligen Messe zurück. Gesichert ist dagegen, dass
Pontianus 231 auf einer römischen Synode die Verurteilung des
bedeutenden Theologen Origenes durch Patriarch Demetrios von Alexandrien
bestätigen ließ.
Von seinen Vorgängern Calixt und Urban hatte Pontianus das Schisma mit dem römischen Gegenbischof Hippolyt
als Anführer einer in der Bußpraxis strengeren Partei geerbt. Dieser
Kirchenspaltung machte die Christenverfolgung ein Ende, die 235 unter
Kaiser Maximinus Thrax ausbrach. In ihrem Verlauf wurden sowohl
Pontianus als auch Hippolyt zur Zwangsarbeit in den sardischen
Steinbrüchen oder Salzbergwerken verurteilt. Diese „damnatio ad
metallas“ war ein sicheres Todesurteil.
Nach übereinstimmender
Auffassung versöhnten sich Bischof und Gegenbischof im Bergwerk.
Pontianus verzichtete am 28. September 235 zugunsten eines
beiderseitigen Nachfolgers auf sein Bischofsamt, was das erste genau
dokumentierte Datum der Papstgeschichte darstellt, und starb an Malaria
oder an den Strapazen in den Minen.
Der Legende nach wurde er in der Verbannung auf Geheiß des Kaisers zu Tode geprügelt.
Verehrung: Unter seinem zweiten Nachfolger Fabian
wurde Pontianus gemeinsam mit Hippolyt nach Rom überführt. Pontianus
wurde am 13. August 236 oder 237 in der „Krypta der Päpste“ der
Calixtus-Katakombe beigesetzt. Teile seiner Grabplatte wurden 1909
wiederentdeckt. Seine mutmaßlichen sterblichen Überreste liegen seit 820
in der Kirche Santa Prassede. Reliquien werden auch in Trani (Apulien)
und in Toscanella bei Orvieto verehrt.
Darstellung: bei seinem legendenhaft ausgeschmückten Martyrium
Kallistus
kam aus niederem Stand. Papst Zephyrin machte ihn um 199 zum Diakon und
übertrug ihm die Sorge für die christlichen Begräbnisstätten (Katakomben) an
der Via Appia. 217 wurde er von Klerus und Volk von Rom zum Papst gewählt,
gegen den heftigen Protest des Presbyters Hippolyt (vgl. 13. August), der ihn -
zu Unrecht - der Irrlehre und des Laxismus beschuldigte. Die Nachrichten über
das Martyrium des hl. Kallistus (222) sind unsicher. Seine Beisetzung in Trastevere
wird im römischen Staatskalender von 354 erwähnt.
Gütiger Gott, erhöre unsere Gebete, die wir am Gedenktag
des heiligen Märtyrerpapstes Kallistus vor dich bringen.
Sieh auf sein heiliges Leben und Sterben
und gewähre der Kirche allezeit deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.