ehemaliges Kloster Kladruby/Kladrau, Klosterkirche Mariä Himmelfahrt
Gregor der Große berichtet uns von der leiblichen
Schwester des Mönchsvaters Benedikt. Als Benedikt einmal zu ihr kam, um
mit ihr geistliche Gespräche zu führen, entstand auf ihr Gebet hin ein
starkes Gewitter, das jenen zu einem längeren Bleiben, gegen die
klösterlichen Normen, nötigte. Scholastika wurde um 547 in Montecassino
bestattet, wo ihr Grab neben dem des hl. Benedikt verehrt wird.
Erhabener Gott, wir begehen
das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scholastika.
Lass uns nach ihrem Beispiel
dir stets in aufrichtiger Liebe dienen
und gewähre uns in deiner Güte
einst einen seligen Heimgang zu dir.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Über Scholastika haben wir
Nachrichten nur durch den legendären Bericht des Papstes Gregor d. Gr.
Scholastika war eine Schwester des hl. Benedikt und wohnte als gottgeweihte
Jungfrau nicht weit vom Kloster Monte Cassino. Einmal im Jahr besuchte sie
ihren Bruder zu einem geistlichen Gespräch. Das Letzte dieser Gespräche ist
bemerkenswert, dass es bis in die Nacht hinein verlängert wurde; Scholastika
hat den Bruder dazu gezwungen, indem sie durch ihr Gebet ein plötzliches
Gewitter bewirkte, das ein Verlassen des Hauses unmöglich machte. Scholastika
„war mächtiger, weil sie die größere Liebe hatte“, sagt Gregor. Drei Tage
später sah Benedikt die Seele seiner Schwester in Gestalt einer Taube zum
Himmel aufsteigen. Ihren Leib ließ er in dem Grab beisetzen, das für ihn selbst
bestimmt war.
Paulina von Thüringen, Klostergründerin. Paulina war die Tochter des kaiserlichen Truchsess Moricho, sie zog sich nach dem Tod ihres zweiten Gatten Ulrich von Schraplan mit mehreren Frauen in die Einöde des Thüringer Waldes zurück, wo sie 1106 das Doppelkloster Paulinzelle gründete und mit Mönchen aus Hirsau besiedelte. Im folgenden Jahr unternahm sie eine Reise nach Hirsau, erkrankte aber unterwegs und verschied am 14. März 1107 in Münsterschwarzach. 1122 wurde ihr Leib in ein Hochgrab in der neuen Klosterkirche übertragen. (Martyrologium Sancrucense)
Wisinto von Kremsmünster, Mönch. Wisinto war Priestermönch der
Benediktinerabtei Kremsmünster. Er starb nach einem vorbildlichen und
frommen Leben am 2. Dezember um 1079. Der Schrein mit den Reliquien des
Wisinto befindet sich seit 1712 unter der Epistelseite (rechts) des
Hochaltars der Abteikirche.
Hochaltar, Verklärung des Herrn, Stiftskirche Kremsmünster
St. Foillan in Aachen ist die einzige Kirche in Deutschland, die den Namen des Heiligen trägt.
St. Foillan, Aachen
Foillan war irischer Wandermissionar im 7. Jahrhundert. Papst Martin I.
weihte ihn während einer Romreise zum Bischof. Er gründete mit Gertrud
von Nivelles die Benediktinerabtei Fosses in der belgischen Provinz
Namur. Auf einer Reise zum Kloster Fosses wurde er am 30. Oktober 655 von
Heiden ermordet.
Heiliger Foillan, bitte für uns
elegante Corona-absperrung
Tabernakel von Egino Weinert, 1962, Verkündigung, Christus Pantokrator, Sündenfall
Gestern gedachte Wien der sel. Märtyrin Maria Restituta Kafka. Die Büste von Hrdlicka im Wiener Stephansdom werde ich hier nicht zeigen.
Hermann und Otto von Niederaltaich, heiliges Brüderpaar und Mönche. Die beiden Brüder Hermann und Otto stammten aus Heidelberg, sie kamen um 1320 nach Niederaltaich. Dort nahm Hermann als Konverse, Otto als Mönch und Priester das Ordenskleid. Im Jahre 1322 ging Hermann als Einsiedler in das Quellgebiet des Regen und erbaute in Frauenau eine Marienkapelle. Nach seinem Tod am 28. Dezember 1326 wurde Hermann in der Vorhalle der Propsteikirche zu Rinchnach bestattet.
Otto führte zunächst das Leben eines Einsiedlers im Böhmerwald. Dann übernahm er die Sorge um die Marienkapelle seines Bruders in Frauenau. Hier wirkte Otto nun neun Jahre lang auch als Seelsorger. Schließlich übersiedelte er auf den Frauenberg bei Hengersberg. Otto starb 1344 und fand seine letzte Ruhestätte in seinem Professkloster Niederaltaich. Sein Gedenktag ist der 3. September.
Lebensdaten: geboren um 480 in Norcia (Umbrien), gestorben am 21. März 547 in Montecassino
Lebensgeschichte: Benedikt
erhielt wie seine Zwillingsschwester Scholastika die hervorragende
Erziehung, die Kindern von Gutsbesitzern entsprach, und zog zur weiteren
Ausbildung nach Rom. Dort trieb ihn aber die Sittenlosigkeit der Stadt
und besonders seiner Mitstudenten in die Flucht nach Affile in den
Sabiner Bergen, wo er sich einer Einsiedlergemeinschaft anschloss. Die
Suche nach noch mehr Einsamkeit führte ihn zu einer Höhle bei Subiaco,
die er drei Jahre nicht verließ. Die Mönche des nahegelegenen
Klosters Vicovaro, die ihn mit Essen versorgten, machten ihn zu ihrem
Vorsteher, doch als er ihre Gemeinschaft nach seinen Vorstellungen
umzugestalten begann, versuchten sie ihn zu vergiften. Im Tal von
Subiaco gründete Benedikt eine Eremitengemeinschaft nach dem Vorbild des
ägyptischen Mönchsvaters Pachomius mit zwölf Klöstern zu je zwölf
Mönchen. Dazu kam der Konvent seiner Schwester Scholastika.
529 zog er mit einigen Gefährten auf den Berg Cassinium, wo er das
Kloster Montecassino errichtete und die Benediktsregel verfasste, mit
der Benedikt die älteren Überlieferungen besonders der ägyptischen und
griechischen Mönche und Väter für die westliche Kirche erschlossen hat.
Benedikt beschränkte seine Sorge nicht auf seine geistliche Familie,
sondern stand den Menschen der Umgebung in ihren Nöten bei – von denen
es in der Zeit der Völkerwanderung mit durchziehenden Volksmassen genug
gab. Der Überlieferung nach starb er am Gründonnerstag des Jahres 547,
stehend am Altar und mit erhobenen Armen.
Verehrung: Papst Gregor der Große,
der nach der Benediktsregel lebte, verfasste um 590 die erste
Biographie des Mönchsvaters und entsandte Benediktiner nach England. Ab
dem 7. Jahrhundert war seine Verehrung im ganzen Abendland verbreitet.
Sein Gedenktag am 11. Juli geht auf die angebliche Übertragung seiner
Gebeine aus dem bereits zerstörten Grab nach Frankreich zurück.
Reliquien Benedikts befinden sich unter anderem in den Klöstern
Benediktbeuren, Metten und Einsiedeln. Bei der Wiedererrichtung der im
Zweiten Weltkrieg zerstörten Abtei Montecassino erhob Papst Paul VI.
Benedikt zum Patron von Europa.
Darstellung: im schwarzen Habit mit Kelch und Schlange, Rabe mit Brot, Regelbuch, Pelikan, mit seiner Zwillingsschwester Scholastika Patron: des
abendländischen Mönchtums, von Europa, der Lehrer, Bergleute,
Kupferschmiede, Höhlenforscher, Schulkinder und Sterbenden, Helfer bei
Fieber, Entzündungen, Vergiftungen, Steinleiden und gegen Zauberei
(Bistum Augsburg)
Morandus, Benediktinermönch aus Cluny, mit Rebmesser in der Hand, Stephansdom
Morandus von Altkirch, Mönch. Morand stammte aus der Umgebung von Worms, wurde dort an der Domschule ausgebildet und anschließend zum Priester geweiht. Auf der Rückkehr von einer Wallfahrt zum Grab des hl. Jakobus in Santiago wurde er Mönch in der Benediktinerabtei Cluny. Zuerst als Prior in der Auvergne tätig, sandte ihn Abt Hugo I. um 1106 als Prior in das neugegründete Kloster Altkirch im Elsass. Hier entfaltete Morand eine ausgedehnte Wirksamkeit als Seelsorger, die ihm den Ehrentitel „Apostel des Sundgaus“ eintrug. Er starb wohl am 3. Juni um 1115 und wurde in der Klosterkirche bestattet, wo das Hochgrab noch erhalten ist.
Ein Teil seines Hauptes befindet sich seit dem 15. Jahrhundert im Stephansdom zu Wien, da Morand einer der Hausheiligen der Habsburger war. Monrand wird dargestellt im Mönchsgewand oder Pilgerkleid, mit Rebmesser und Traube.
Patron der Winzer, des Weines, er soll sich während der gesamten Fastenzeit mit nur einer Traube ernährt haben, gegen Besessenheit
(vgl. Martyrologium Sancrucense)
Eustasius von Weltenburg, Abt. Eustasius wurde 615 als Nachfolger
seines Lehrers Kolumban zum Abt von Luxeuil gewählt. Von dort ging er
als Glaubensbote zu den Waraskern am Doubs und später nach Bayern. Ihm
und Agilus wird die erste Gründung des Klosters Weltenburg
zugeschrieben. Nach Luxeuil zurückgekehrt, musste sich Eustasius mit
seinen Mönchen auf der Synode von Mâcon 626 verpflichten, die
iroschottischen Formen des Gottesdienstes aufzugeben und sich dem Brauch
der gallischen Kirche anzuschließen, die sich wiederum ganz an Rom
orientierte. Eustasius starb am 2. April 629. Seine Reliquien sind
erhalten und befinden sich seit 1921 in Roville-aux-Chênes. Eustasius
wird als Abt mit Stab und Buch dargestellt, wie er Götzenbilder umstößt
oder Besessene heilt.
(Martyrologium Sancrucense)
Ich bin nicht Eustachius, ich bin der Architekt und Maler Cosmas Damian Asam, freut mich!
Verherrlichung der hl. Walburga und Anbetung des Lammes Gottes, Hochaltarbild, Joachim von Sandrart, um 1664
Der Auftraggeber des riesigen Altarbildes (770x480 cm) in der Eichstätter
Klosterkirche der Benediktinerinnen war Bischof Marquard II. Schenk von
Castell, der sich umgeben von den Kapitelherren am linken Bildrand aufschauend zur heiligen Walpurga befindet. Im Zentrum des Bildes steht die
heilige Walpurga, flankiert von ihren Brüdern Wunibald und Willibald,
dem Gründer des Bistums Eichstätt. Unter den Kapitelherren links am
Bildrand hat Sandrart sich selbst eingefügt und schaut als einziger aus
dem Bild heraus.
Engel gießen das Öl der hl. Walburga auf die Kranken
»… nach
Stockau/ und mahlte daselbst/ unter andren/ für S. Hochfürstl. Gn. den H.
Bischof zu Aichstett/ das herrliche Altar-Stuck zu S.
Walburg/ in größe von 30 Schuhen. Diß Gemälde praesentiret S. Hochfürstl. Gn.
auf einer Galleria im Bischoflichen Ornat und Pontifical stehend/ von allen
dero und des HochStiffts Capitel-Herren umgeben/ und ganz andächtig gen Himmel
sehend: als gleichsam flehentlich ansuchend um Hülfe für eine große Mänge
armer/ blinder/ lahmer/ kranker und bresthafter Leute/ die vor ihme stehen und
um Erledigung seufzen.
Aus dem Himmel fället ein Strahl der Glori auf S.
Walburgen Begräbnis: aus welchem das daselbst für heilig und heilsam gehaltene
Oel schwitzet/ welches durch etliche Engel unter die Bresthaften/ zu ihrer
Genesung/ ausgetheilet wird. In dieser Schaar sind hohe und niedere Personen/
und nicht allein von Christlichen Nationen/ sondern auch Türken/ Persianer/
Mohren und andere Ausländische/ theils zu Pferd/ theils herzu gehend/ theils getragen
und geführet: derer aller unterschiedliche Stellungen/ Affecten und bewegliche
passiones, so kunstreich ausgebildet/ daß man diß Werk nicht genug beschauen
und bewundern kan/ auch ein ganzes Buch davon zu schreiben wäre. Daher
viel Fürsten und Herren/ allein um dieses WunderStucks willen/ diesen Ort
besuchet/ welcher hierdurch…«
Lebensdaten: geboren um 710 in Wessex,
gestorben am 25. Februar 779 in Heidenheim
Lebensgeschichte:
Walburga,
der Legende nach ein Königskind wie ihre Geschwister Willibald und Wunibald, lebte von ihrem
zehnten Lebensjahr an im Kloster Wimborne, wo sie 25 Jahre lang blieb und
vielleicht bereits für die Entsendung als Missionarin ausgebildet wurde.
Nachdem sich ihre Brüder im Auftrag ihres Onkels Bonifatius im süddeutschen
Raum niedergelassen hatten, zog auch Walburga auf den Kontinent und lebte im
Kloster ihrer Verwandten Lioba in Tauberbischofsheim. Als ihr Bruder Wunibald
erkrankte, pflegte sie ihn bis zu seinem Tod 761 und übernahm von ihm das
Eigenkloster Heidenheim, dem sie ein Frauenkloster hinzufügte. Unter ihrer
Führung entwickelte sich das Doppelkloster zu einem Zentrum der Mission auf
deutschem Boden.
Die bereits zu Lebzeiten als wundertätig verehrte Walburga starb am 25. Februar
779 in Heidenheim.
Verehrung/Brauchtum:
Walburgas
Gebeine wurden am 1. Mai 870 feierlich erhoben und nach Eichstätt verbracht,
der Gründung ihres Bruders Willibald. Daher rührt auch der Name der Walpurgisnacht
zum 1. Mai. Die Wallfahrt zu ihrem Grab war eine der größten des Mittelalters.
In der Krypta des Benediktinerinnenklosters Sankt Walburg bildet sich an ihrem
Reliquienschrein das sogenannte Walburgisöl, eine Flüssigkeit, die Pilger als
Heilmittel an der Klosterpforte erhalten können.
Darstellung: als Äbtissin mit Stab,
Regelbuch, Ölflasche, manchmal auch mit drei Ähren
Patronin: des Bistums Eichstätt, der
Wöchnerinnen, Bauern, Haustiere, Helferin bei Husten, Hundebiss, Tollwut, in
Seenot, für gutes Wachstum der Feldfrüchte und gegen Augenleiden