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Freitag, 24. August 2012

Bartholomäus - Komm und sieh!

Die Geschichte von Natanaël gibt uns Anregung zu einer weiteren Überlegung: In unserer Beziehung zu Jesus dürfen wir uns nicht allein mit Worten zufriedengeben. In seiner Antwort richtet Philippus eine bedeutsame Einladung an Natanaël: »Komm und sieh!« (Joh 1,46b).

Unsere Kenntnis von Jesus bedarf vor allem einer lebendigen Erfahrung: Das Zeugnis der anderen ist sicherlich wichtig, da ja in der Regel unser ganzes christliches Leben mit der Verkündigung beginnt, die durch einen oder mehrere Zeugen zu uns gelangt.

Aber dann müssen wir es selbst sein, die persönlich in eine innige und tiefe Beziehung zu Jesus hineingenommen werden.

(Papst Benedikt, Generalaudienz, 4.10.2006)


Vollständige Ansprache von Papst Benedikt über den Apostel Bartholomäus

Hl. Bartholomäus, Tod durch Enthäutung,  Lateranbasilika, Rom

Dienstag, 7. August 2012

Zu den Heiligen unterwegs

Wo ich ausspanne, wurde ich "urlaubsreif" gefragt.  Zur geistlichen Erholung hat es mich heuer nach Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland verschlagen. Angesagt war katholisches Sightseeing. Heiligen einen Besuch abzustatten, um an ihren Gräbern und Geburtsstätten ihre Fürsprache zu erbitten.

Nun der Reihe nach:

Verona (Zeno von Verona, "Romeo und Julia")
Mailand (Karl Borromäus, Ambrosius)
Pavia (Augustinus) - dass Augustinus dort begraben liegt, weiß ich erst seit dem Besuch von Papst Benedikt in Pavia)
Genua (Katharina von Genua)

Toulouse (Sernin = Saturnin, Thomas von Aquin)
Arles (Antonius d. Wüstenvater)
Carcasonne (mal was Profanes zwischendurch)
Lourdes (Bernadette Soubirous, Unsere Liebe Frau von Lourdes)

Javier (Franz Xaver)
Puenta la Reina
Estella
Burgos
Leon (Isidor von Sevilla - Anrufung zum rechten Gebrauch des Internets)
Oviedo
San Millan de la Cogolla (Yuso und Suso) - Ämillianus von Cogolla
Caleruega (Dominikus)

Kloster von Silos
Loyola (Ignatius)

NOCH EINMAL LOURDES



NOCH EINMAL TOULOUSE (Reifenplatzer)
Ars (Johannes Maria Vianney) - ein Highlight für mich als Pfarrer
Annecy (Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal)
Genf (Flop, mangels Vorbereitung nur calvinische Kathedrale gefunden :(

Altötting (Abschluß der Wallfahrt mit der Mutter des Herrn und dem Br. Konrad v. Parzham)
Marktl (Papst Benedikt XVI. - Heiligsprechung steht noch aus)
 
Ihr könnt euch sicher denken, dass ich mich nach dieser Wallfahrt auch körperlich erholen musste. Das geschah im Franziskanerkloster Frauenkirchen im Burgenland, in der Nähe des Neusiedlersees. Die Basilika zur "refugium peccatorum" ist die größte Kirche im Burgenland und Wallfahrtsziel nicht nur für Einheimische, sondern auch für Ungarn, Slowaken, Kroaten und viele, viele Radfahrer.
Bei meinen Ausflügen im Nationalpark bin ich Vögeln, Rindern, weißen Eseln, Pferden, Schafen und Mangalizaschweinen begegnet und hab gesehen, dass es auch im Tierreich Arbeit und Ausruhen gibt.

Nach beschwerlichem Unterwegssein

 
habe ich mich ausgeruht




und bin nun voller Tatendrang!

 


Mittwoch, 4. Juli 2012

Fürsprecherin für die Familien

Eine Heilige, die es in ihrer Ehe und Familie glänzend verstanden hat, Frieden zu stiften und bei Streitigkeiten zu vermitteln, ist die hl. Elisabeth (Isabella) von Portugal. Christliche Eheleute könnten sich bei Unstimmigkeit und Streit in ihrer Ehe und Familie diese heilige Gattin und Mutter zum Vorbild nehmen und sie sicher auch mit Erfolg als Fürsprecherin anrufen.

(aus: Ferdinand Holböck, Heilige Eheleute, 171)

Gott, du Ursprung der Liebe und des Friedens,
du hast der heiligen Königin Elisabeth von Portugal die Gnade verliehen,
Feinde miteinander zu versöhnen.
Auf ihre Fürbitte hin lehre auch uns, Frieden zu stiften,
damit wir uns als deine Kinder erweisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Heilige Elisabeth, bitte für unsere Familien.

Hl. Elisabeth, Igreja da Encarnação, Lissabon

Mittwoch, 30. Mai 2012

Johanna von Orleans

Die heilige Jungfrau (1412-1431), deren 600. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, gilt als Patronin Frankreichs. Jeannes Seligsprechung erfolgte 1909, heilig gesprochen wurde sie 1920 von Papst Benedikt XV. Ihr Gedenktag ist der 30. Mai.

Aus dem Katechismus:

Viele Christen sterben, wie die heilige Jeanne d`Arc, mit dem Wort "Jesus" auf den Lippen. (KKK 435)

Von Jesus und der Kirche denke ich, daß das alles eins ist und daß man daraus kein Problem machen soll. (KKK 795)

Johanna von Orleans - Jeanne d´Arc, Kathedrale in Reims

Samstag, 26. Mai 2012

Der Patron Roms

Insbesondere während der Opfermesse (Eucharistiefeier), dem zentralen Teil der heiligen Messe, geriet der Heilige sehr häufig in Ekstase. Dies betonten unzählige Zeugen, die beim Prozess befragt worden sind.

So erinnerte sich z. B. Giovanni Bernardi: "Bei der Elevation des Leibes des Herrn erzitterte alles, er schwebte ein Stück über dem Boden, und dies geschah noch einmal währenddem die anderen kommunizierten, dass er sich bewegte, als würde er schweben."

(aus: P. B. Wodrazka, Philipp Neri, der Apostel der Freude und das Oratorium, 79f)

Oratorium in der Chiesa Nuova, Privaträume Philipp Neris, Rom

So eine Elevation ist doch ein starkes Argument für die Zelebration zum Herrn hin. Oder kann sich jemand vorstellen, dass der hl. Philipp Richtung Gottesvolk abgehoben hat?

Donnerstag, 10. Mai 2012

Die Schmach hat ein Ende

Endlich darf die hl. Hildegard ganz offiziell als Heilige bezeichnet werden. Mitunter haben die Schutzkinder der hl. Hildegard darunter gelitten, dass ihre Patronin als nicht heilig von der Kanzel verkündet worden ist. Allen Hildegards - im Himmel und auf Erden - herzlichen Glückwunsch!



Wenn man sieht, wie Papst Eugen III. reagiert hat, nachdem er die Sehergabe Hildegards überprüfen hat lassen, wundert man sich, dass die im 13. Jahrhundert begonnene Heiligsprechung nicht zu Ende geführt wurde.

"Nachdem der Papst dies vernommen hatte, liess er sich die Schriften der heiligen Hildegard vorlegen, die ihm aus dem genannten Kloster überbracht worden waren. Er hielt sie mit eigenen Händen, übernahm dann das Amt des Vorlesers und trug dem Erzbischof, den Kardinälen und allen anwesenden Geistlichen daraus vor. Und als er die Antwort der Männer, die er zur Untersuchung entsandt hatte, verkündete, rief er die Herzen aller zum Lob des Schöpfers und zur jubelnden Mitfreude auf.

Auch Abt Bernhard seligen Angedenkens war dort zugegen. Er ergriff das Wort und ermahnte unter dem Beifall aller den Papst, er möge nicht dulden, dass ein solch hellstrahlendes Licht von Schweigen überdeckt würde; er solle vielmehr eine solche Begnadung, die der Herr in seiner Zeit offenbaren wolle, durch seine Autorität bestätigen.

Dem gab der verehrungswürde Vater der Väter ebenso gütig wie klug seine Zustimmung. Er richtete an die heilige Jungfrau ein ehren volles Schreiben, in dem er ihr im Namen Christi und des heiligen Petrus die Erlaubnis erteilte, alles, was sie im Heiligen Geist erkenne, kundzutun, und ermunterte sie zum Schreiben."

(aus: Ferdinand Holböck, Ergriffen vom dreieinigen Gott, 193f)

Vielen Dank, Heiliger Vater!
Heilige Hildegard, bitte für uns!

Montag, 19. März 2012

Wach sein

Hl. Josef, hilf uns,
alle Eingebungen Gottes zu verstehen
und ihnen zu gehorchen.

Kirche zum Hl. Josef, Nazareth

Donnerstag, 15. März 2012

Gott gewinnen in einem Augenblick

„Die Zeit ist so viel wert wie Gott selbst, weil man in einem Augenblick verloren gehen und in einem Augenblick Gott selbst gewinnen kann. Zieht also Nutzen aus dem Augenblick, der in eurer Gewalt steht.

Wenn man auch die vergangene Zeit nicht mehr zurückrufen kann, so kann man sie doch dadurch zurückbekommen, dass man den Eifer im Gutestun verdoppelt.“

Klemens Maria Hofbauer

Grabplatte von Klemens Maria Hofbauer in der Kirche Maria am Gestade, Wien

Mittwoch, 14. März 2012

Stadtpatron von Wien - Klemens Maria Hofbauer

Klemens Maria Hofbauer - sein ursprünglicher Name war Johannes Hoffbauer - wurde am 26. Dezember 1751 in Tasovice (dt.Taßwitz) in Südmähren geboren. Tasswitz liegt etwa hundert Kilometer nördlich von Wien. Die Klemens Maria Hofbauer Kirche wurde an der Stelle erbaut, wo ursprünglich das Geburtshaus von Klemens stand. 1932 wurde die Kirche geweiht. Die Glasfenster der Kirche in Tasswitz erläutern das Leben des heiligen Klemens.

1. 1758 starb sein Vater, kaum 46jährig. Seine Frau erwartete ihr 12. Kind. Klemens hat den Todestag seines Vaters nie vergessen. Besonders die Begebenheit, wo seine Mutter ihn als Sechsjährigen unter ein Kruzifix geführt hatte, blieb ihm immer in Erinnerung.

Mit dem Finger zeigte sie nach oben und sagte: "Mein Kind, von jetzt an ist der da oben dein Vater. Gib acht, dass du auf dem Weg wandelst, der ihm wohl gefällt."

Glasfenster der Klemenskirche in Taßwitz

2. Mit sechzehn verließ Klemens Taßwitz und begann in Znaim  eine dreijährige Bäckerlehre. Im Prämonstratenserstift Klosterbruck fand er Arbeit in der Klosterbäckerei, zugleich durfte er die Klosterschule besuchen.

Später wird er gestehen: "Ich musste alle Augenblicke für die Studien verwenden, sogar die Nächte opferte ich für diesen Zweck auf. Wollte mich der Schlaf überfallen, so nahm ich das Licht in die eine Hand, in die andere das Buch und ging im Zimmer auf und ab, um den Schlaf zu überwinden und so die Zeit zu gewinnen."



3. In der Schule wurden nur die vier unteren Klassen des Gymnasiums geführt, weswegen Klemens dort nicht weiterstudieren konnte. Mehrere Jahre verbrachte Hofbauer dann als Einsiedler. In dieser Zeit lernte er die Stille und das Gebet schätzen und lieben. Bei all seiner späteren Aktivität fand er für das Gebet immer Zeit. Es heißt, er habe seine Predigten nie aufgeschrieben, aber eine Woche lang betrachtet und durchgebetet. Wenn Klemens sich in Wien zu einem Kranken begab, betete er den Rosenkranz und nahm den Kranken, den er besuchen wollte, ins Gebet hinein.

Zu einem Studenten, der viel grübelte, sagte er: "Beten Sie! Das Licht muss von innen kommen".


4. Als Priester ging Klemens nach Warschau, wo die Redemptoristen die Armenschule St. Benno übernahmen. Der Unterricht war unentgeltlich, nur arme Kinder wurden aufgenommen. Die Ordensleute gründeten ein Waisenhaus, da viele Schüler Vollwaisen waren.


5. Oft ging Klemens betteln, um seine große Familie ernähren zu können. Einmal spuckte ihm ein Mann, den er anbettelte, ins Gesicht. Klemens wischte sich den Speichel ab und sagte nur: "So, das war für mich. Und jetzt noch etwas für meine Waisenkinder".

Wenn sich Klemens nicht mehr zu helfen wusste, ging er in die Kirche und klopfte an die Tabernakeltür: "Herr, es ist Zeit zu helfen!"


6. In Wien wurde Klemens sehr oft zu Kranken und Sterbenden gerufen. Gerne nahm er Blumen  oder sonst eine Kleinigkeit mit, um den Kranken und Sterbenden eine Freude zu machen. Während seines zwölfjährigen Wienaufenthaltes ist er über zweitausend Menschen im Tod beigestanden.


7. Klemens Maria Hofbauer verbrachte unzählige Stunden im Beichtstuhl. Viele bezeugten die Wirksamkeit dieses Apostolats:

"Die meisten Bekehrungen wirkte er als Beichtvater".

"Hofbauer war ein Kenner der Herzen, den niemand zu täuschen vermochte. Als Beichtvater zeigte er sich durchaus als väterlicher Freund und Führer; wer einmal bei ihm gebeichtet hatte, der blieb nimmer weg. Er hatte eine grenzenlose Barmherzigkeit mit den Sündern und übte über die Seelen eine große Macht aus, ohne sich dazu vieler oder gesuchter Worte zu bedienen".

"Hofbauer wirkte seit dem achten Jahr dieses Jahrhunderts unermüdlich apostolisch in der großen Kaiserstadt - als allgemeine Zuflucht der Sünder."

Ein Satz, den er oft wiederholte, blieb den Beichtenden besonders im Gedächtnis: "Nur Mut - Gott lenkt alles"!


8. Das Predigen war an gewöhnlichen Sonntagen verboten. Klemen Maria Hofbauer setzte sich über die josephinistische Anordnung hinweg und stieg auf die Kanzel. Oft sagte er: Das Evangelium muss ganz neu gepredigt werden.

"Ich habe gewöhnlich alle Sonntage seine Predigten gehört. Ich habe noch nie einen so apostolischen Mann gesehen, als Hofbauer es war. Seine Predigten waren voll Salbung und Kraft, frei von Gelehrsamkeit und echt populär, geeignet für die Gelehrten und die Ungelehrten, die ihm mit Liebe zuhörten. Der Eindruck war außerordentlich. Die schönsten Bekehrungen, besonders der Jugend, waren die Folge."

"Heute früh hörte ich in der Kirche der Ursulinerinnen den Pater Hofbauer predigen, seine Rede rührte mich und gefiel mir ungemein. Solche Predigen können nicht ohne Wirkung auf das Herz der Zuhörer sein. Dieser Mann flößt ungemeines Vertrauen ein. Ich habe nie einen Mann gesehen, der einem das Christentum so lieb zu machen weiß, als er. Bei seinen Predigten denke ich oft: So müßten die Apostel gesprochen haben."

"Hofbauer ist ganz einzig. Ihn übertrifft niemand. Aus ihm spricht der Heilige Geist"



Gütiger Gott, in der Sorge für dein Volk
hast du den heiligen Klemens Maria Hofbauer
mit besonderem Eifer für die Seelen erfüllt
und durch ihn den Reichtum deiner Gnade verkündet.
Hilf uns auf seine Fürsprache,
den Glauben zu bewahren, den er gelehrt,
und den Weg zu gehen, den er durch sein Leben gewiesen hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet vom Hl. Klemens Maria Hofbauer)

Quellen: Otto Weiß, Begegnungen mit Klemens Maria Hofbauer, Friedrich Pustet; http://wien2.cssr.at/klemens/

Donnerstag, 2. Februar 2012

Am Tag des geweihten Lebens

sollten wir uns gehörig ins Zeug legen und den Herrn auf Knien anflehen um geistliche Berufungen. Noch ohne darum zu wissen warten in jeder Pfarre Burschen und Mädchen  auf den Empfang dieser Gabe.

O Vater, laß unter den Christen
viele und heilige Berufungen zum Priestertum entstehen,
die den Glauben am Leben erhalten
und die dankbare Erinnerung an deinen Sohn Jesus bewahren,
durch die Verkündigung seines Wortes
und die Verwaltung der Sakramente,
durch die du deine Gläubigen ständig erneuerst.


Schenke uns heilige Diener deines Altars,
die aufmerksame und eifrige Bewahrer der Eucharistie seien,
des Sakraments der höchsten Gabe Christi
für die Erlösung der Welt.


Rufe Diener deiner Barmherzigkeit,
die durch das Sakrament der Versöhnung
die Freude deiner Vergebung verbreiten.
O Vater, laß die Kirche mit Freuden die
zahlreichen Inspirationen  des Geistes deines Sohnes aufnehmen
und laß sie – deiner Lehre fügsam – Sorge tragen
für die Berufungen zum priesterlichen Dienst und zum geweihten Leben.


Unterstütze die Bischöfe, die Priester,
die Diakone, die Menschen des geweihten Lebens
und alle in Christus Getauften, damit sie treu
ihre Sendung erfüllen im Dienst des Evangeliums.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.


Maria, Königin der Apostel, bitte für uns!


(Papst Benedikt XVI.)

Darstellung im Tempel, Kleinmariazell, Niederösterreich

Sonntag, 8. Januar 2012

Unschlüssig

Was soll ich nur von den Lichtinstallationen in unserer Kathedrale halten? Vielleicht haben sie zumindest am Fest der Taufe des Herrn ihre Berechtigung?

Der Herzenswunde des Herrn entströmen doch Blut und Wasser, die Sakramente der Kirche.
Was sagt ihr? 



Stephansdom, Wien

Dienstag, 29. November 2011

Aslan bist du es?

Darf ich dich mal knuddeln?


Aha, doch nicht, während Markus sein Evangelium niederschreibt, hat sein Reisegefährte  es sich gemütlich gemacht.

Hochaltarbild Engelhartstetten, Niederösterreich


Donnerstag, 24. November 2011

Die hl. Katharina in der Kunst am Lande und in der Stadt

Der Bildstock mit seinen vier Seiten bringt den Künstler in gewisse Schwierigkeiten: sind es nun drei oder vier hl. Madeln?

In der Dominikanerkirche ist eine Langhauskapelle der hl. Katharina von Alexandrien geweiht. Als Patronin der Philosophen hat ihr Fest in der Ordenskirche Tradition, war doch das Hausstudium mit der Universität in Wien verbunden.

"Anfangs war Maximin höchst erstaunt, daß ein junges Mädchen es wage, mit solcher Kühnheit zu ihm zu sprechen. Als er aber ihre wunderbare Schönheit wahrnahm, und die große Gewandtheit, mit der sie ihm Dinge sagte, welche Alles überstiegen, was er je vernommen hatte, lud er sie ein, in seinen Palast zu kommen, wo er ein Mehreres von ihr hören wollte. Wohl fühlend, daß er unvermögend sei ihr zu antworten, ließ er die gelehrtesten Männer der Stadt und der Provinz um sich versammeln, damit diese mit der Jungfrau über die Religion streiten und sie besiegen möchten. Aber wie sehr täuschte sich der Tyrann! Katharina wußte wohl, was ihr bevorstand; heiß flehte sie zu Gott um den Beistand des heiligen Geistes. Siehe, da erschien ihr ein Engel, der also zu ihr sprach:
„Fürchte dich nicht, Katharina, denn der Herr wird dich ausrüsten mit himmlischer Weisheit, und wird erhöhen deine Kenntnisse, die du dir erworben hast. Du wirst über die Weisen der Welt triumphieren; auf dein Wort werden sie Christum erkennen, an ihn glauben, und für diesen Glauben die Krone der Märtyrer erlangen.”
Der Engel verschwand, und Katharina erhob sich freudigen Mutes, um zu streiten für die Wahrheit, und wenn es sein müsse, auch dafür zu sterben.

Um die bestimmte Stunde erschienen fünfzig der gelehrtesten Männer im Palaste des Kaisers; ein ungeheure Menge Volkes hatte sich bereits versammelt, um den Ausgang des wunderbaren Schauspiels zu sehen. Auch die heilige Jungfrau Katharina erschien. Das Gespräch begann. Einer der Weltweisen um den andern fing an, die triftigsten Beweise für die Wahrheit des Götzendienstes beizubringen. Was nur die weltliche Gelehrsamkeit für Gründe aufzufinden wußte, wurde aufgetischt, um die Jungfrau zu besiegen, welche, vom Geiste Gottes erfüllt, inmitten der Versammlung stand, ohne Furcht und Zittern. Doch es sollte sich bewahrheiten, was der Herr Jesus gesagt hat:
„Vater! Ich danke dir, daß du es den Klugen und Weisen verborgen, den Kleinen aber offenbart hast!”

Katharina, die demütige Jungfrau, öffnete ihren Mund, und sprach über die Erhabenheit der christlichen Geheimnisse und über die Abscheulichkeit des Götzendienstes mit einem solch tiefen Wissen, mit solch großem Scharfsinne, mit so durchgreifenden Worten, daß sich alle Gelehrten, von Bewunderung ergriffen und durch die Macht ihrer Rede bewogen, als Christen bekannten, welche sie noch kurz vorher gelästert hatten.

Unglaublich aber war die Wut des Tyrannen Maximin über den Sieg der Jungfrau. - Sogleich befahl er, einen Scheiterhaufen zu errichten und die 50 Weisen lebendig zu verbrennen. Diese blieben standhaft in ihrem Bekenntnisse, aber geängstiget über ihre Sünden, warfen sie sich der Heiligen zu Füßen und baten sie, sie möchte zu Gott flehen, daß er ihnen vergebe. - Katharina tröstete, ermunterte und stärkte sie, sagte ihnen, daß der Feuertod, den sie für Christus leiden werden, die heilige Taufe ersetze , und begleitete sie selbst zur Richtstätte, wo sie, den Namen „Jesus” auf den Lippen, von den Flammen verzehrt wurden."
Altarbild von Tobias Pock, Dominikanerkirche Wien

Samstag, 19. November 2011

In der Burg Bratislava

hat sich Elisabeth in ihrer Kindheit aufgehalten. Eine Statue im Park der Burganlage erinnert an die Freigebigkeit der Heiligen.

"Als Kind liebte sie das Spiel, als Mädchen das Reiten, ihren Gatten, dem sie drei Kinder schenkte, liebte sie leidenschaftlich und innig. Sie war eine außerordentliche Frau, die wusste, was sie wollte, die konsequent ihren Weg ging. Es war nicht der Weg des Aufstiegs, der Karriere, des guten Lebens, das ihr, der zum europäischen Hochadel gehörigen ungarischen Königstochter und der Landesfürstin, offen gestanden wäre. Sie ging den Weg des Abstiegs vom Fürstensitz auf der Wartburg hinab zu den Armen, Kranken, Hungernden. Sie pflegte nicht sich, sie pflegte die anderen. Ihre Freude war es, anderen Freude zu machen."
Aus einer Predigt von Kardinal Kasper aus Anlass des 800. Geburtstags d. Heiligen


Gott, du Vater der Armen,
du hast der heiligen Elisabeth ein waches Herz für die Armen gegeben,
in denen sie Christus erkannte und verehrte.
Auf ihre Fürsprache  gib auch uns den Geist deiner Liebe
und leite uns an zu helfen,
wo Menschen in Not und Bedrängnis sind.
(Tagesgebet vom Gedenktag der Hl. Elisabeth)

Freitag, 4. November 2011

Gefunden in der Blogozese

Dank Josef Bordat, Morgenländer, Giovanni und Alipius (als sein hundertster Blogverfolger) wurde ich aufgenommen in eure Gemeinschaft. Ein paar nette Kommentare hab ich auch bekommen - hier gibts das Dankeschön, weil technisch schaff ich das noch nicht mit der Kommentarfunktion.

Danke, Heiliger Antonius, auf dich ist Verlass

in einer Kirche in Freising, Pfarrkirche St. Georg?

Dienstag, 1. November 2011

Auf Christus zu

der auf einem Thron zwischen Engeln sitzt,

Sant´Apollinare Nuovo, Ravenna

schreiten weißgewandete Märtyrer, voran der Heilige Martin in Purpur als ursprünglicher Patron der Basilika.

Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund die heilige Kirche;
dich, den Vater unermeßbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.


Samstag, 22. Oktober 2011

Sel. Karl aus dem Hause Österreich

Am 21.10. wurde das Gedächtnis des sel. Kaiser Karl begangen.

"Im täglichen Umgang mit seiner Majestät bewunderte ich seinen außerordentlichen, tätigen Glauben. Alles, was er tat, stellte er unter den göttlichen Willen; mit größter Ergebenheit ertrug er alle Missgeschicke und Widrigkeiten, ohne je ein Wort der Verbitterung gegen seine Feinde zu äußern. Ja er suchte sie sogar zu entschuldigen, indem er in ihnen Werkzeuge der göttlichen Vorsehung sah.

Lange Stunden der Nächte verbrachte er vor dem Allerheiligsten in seiner Hauskapelle. Und nie hat er wichtige Geschäfte erledigt, und wären sie noch so dringend gewesen, ohne sich vorher zum Allerheiligsten Sakrament zu begeben".

(Bischof Antonio Homen de Gouveia von Madeira, in: Jan Mikrut, Kaiser Karl I. (IV.) als Christ, Staatsmann, Ehemann und Familienvater, 82)

Seliger Kaiser Karl, du hast dein schweres Amt und alle schwierigen Herausforderungen deines Lebens als Auftrag Gottes übernommen und in deinem Denken, Entscheiden und Handeln allein dem Dreifaltigen Gott vertraut.

Wir bitten dich, tritt bei Gott für uns ein und erflehe uns Vertrauen und Mut, damit wir selbst in menschlich aussichtslosen Situationen nicht verzagen, sondern gläubig den Weg Christi gehen.

Erbitte uns die Gnade, unser Herz vom Herzen Jesu formen zu lassen. Steh uns bei, damit wir uns für die Armen und Notleidenden mitfühlend und tatkräftig einsetzen, unerschrocken für den Frieden im Kleinen und in der Welt kämpfen und unser ganzes Leben in jeder Lage hoffnungsfroh in Gottes Hand legen – damit wir alle wie du zu Ihm gelangen durch Christus unsern Herrn.

Reliquie des sel. Kaiser Karl

Sonntag, 16. Oktober 2011

Göttliches Herz - erbarme dich unser

Macht ihr keinen Fortschritt im Gebet? Dann genüge es euch, Gott jene Gebete darzubringen, die der Heiland für uns im Sakrament des Altares spricht, und seine Glut aufzuopfern, zur Heilung eurer Lauheit.
Sooft ihr etwas tut, betet:

"O Gott, das tue ich - oder: das nehme ich auf mich - aus Liebe zum Herzen deines Sohnes und nach seinen heiligen Plänen, die ich dir darbringe, um alles gutzumachen, was an meinem Tun schlecht und unvollkommen ist."

(aus einem Brief über die Bedeutung des göttlichen Herzens von Margareta Maria Alacoque, Stundenbuch)

HERZ JESU, DU SÜHNE FÜR UNSERE SÜNDEN - ERBARME DICH UNSER

Erscheinungskapelle, Paray Le Monial

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Heiligenkreuzer Kreuzweg (Teil 2): Hl. Florian

Dem Hl. Leopold gegenüber, face to face, steht die Statue des Hl. Florian. In Oberösterreich teilen sich die beiden das Patronat, ein frühchristlicher Märtyrer lässt sich nicht so leicht von einem Herrscher verdrängen.

"Als er (der Statthalter Aquilinus) ihn dazu nicht überreden konnte (den Götzen zu opfern), ordnete er an, ihn mit Stöcken zu schlagen. Florian aber erhob seine Stimme zum Herrn und betete: "Herr mein Gott, auf dich hoffe ich, dich kann ich nicht verleugnen. Für dich kämpfe ich, und dir bringe ich das Opfer des Lobes dar. Deine Rechte schütze mich, denn dein Name ist gepriesen im Himmel und auf Erden. Herr, gib mir die Kraft zum Leiden und nimm mich auf unter deine heiligen Kämpfer, die vor mir Bekenner deines Namens geworden sind. Sei mir Führer auf dem Weg der Gerechtigkeit und stärke mich mit deiner Kraft, damit ich dich preise und dir das Loblied singe. Denn du bist gepriesen in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen." Man band ihm einen Stein um den Hals und stürzte ihn vor aller Augen kopfüber von der Brücke in den Ennsfluss (am 4. Mai 304)."
(AUS EINEM BERICHT ÜBER DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN FLORIAN)

Heiliger Florian, erbitte allen Christen Zeugnis- und Bekennermut.
Hilf unseren Priestern und Bischöfen,
furchtlos den wahren Glauben zu verteidigen,
auch wenn sie dafür leiden müssen. Amen.