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Mittwoch, 13. Februar 2019

Jordan von Sachsen

Jordan von Sachsen, Caleruega

Jordan, um 1185 in Burgberg, Grafschaft Dassel (Weserbergland) geboren, kam mit etwa 25 Jahren als Student nach Paris. Als er im Frühjahr 1219 den heiligen Dominikus kennenlernte, dozierte er als Baccalaureus der Theologie an der Pariser Universität. Dominikus war zur Visitation der seit einem Jahr in Paris lebenden Brüder gekommen. Jordan besprach sich mit ihm und beschloss auf seinen Rat hin, die Diakonenweihe zu empfangen.

Einige Monate später setzte er sich mit dem eben aus Bologna eingetroffenen Bruder Reginald in Verbindung. Bei ihm entschied er sich, gemeinsam mit Heinrich von Köln, in den Orden einzutreten. Die beiden Freunde empfingen den Habit im Konvent von Saint Jacques am Aschermittwoch 1220 (12. Februar).

Schon kurze Zeit später, im April 1220, gehörte Jordan zur Abordnung von vier Brüdern, die dieser Konvent zum ersten Generalkapitel nach Bologna (Pfingsten 1220) entsandte. Dominikus hatte es zur Ausarbeitung der Konstitutionen des Ordens einberufen.

Das Generalkapitel von 1221, das die Gliederung des Ordens in mehrere Provinzen einführte, wählte Jordan zum Provinzial der Lombardei. Er gehörte nicht zu den Kapitelsvätern. Auf die Nachricht von seiner Wahl hin verließ er Paris. Bevor er in Bologna eingetroffen war, starb dort Dominikus am 6. August 1221.

Am 22. Mai 1222 wählte das Generalkapitel von Paris Jordan zum Nachfolger des heiligen Dominikus in der Leitung des Ordens. Während der 15 Jahre seiner Amtszeit wurde die Verfassung des Ordens ausgebaut. Der Predigerorden breitete sich über ganz Europa aus sowie über Teile von Asien und Afrika. Unermüdlich bereiste er alle Provinzen und nahm immer wieder neue Novizen in den Orden auf. Er predigte vor allem in den Universitätsstädten und begeisterte viele Professoren und Studenten für den Orden.

In seiner Sorge, die kommenden Generationen in der "ersten Liebe" des Ordens zu halten, verfasste er das Büchlein "Von den Anfängen des Predigerordens". Dem seligen Jordan von Sachsen verdankt der Orden den Brauch, nach der Komplet das Salve Regina zu singen.

Noch nicht 50 Jahre alt, fand er den Tod bei einem Schiffbruch nahe der syrischen Küste am 13. Februar 1237 anlässlich einer Visitationsreise ins Heilige Land. Papst Leo XII. bestätigte am 10. Mai 1826 seine Verehrung.


Gedenktag: 13. Februar - gebotener Gedenktag

Biographie:
* um 1185, † 13. Februar 1237

Stand:
Ordenspriester

Kanonisation:
Seliggesprochen durch Papst Leo XII. am 10. Mai 1826

(Dominikanisches Proprium)


Wie es zur Einführung des Salve Regina im Dominikanerorden kam 


Caleruega, Geburtsort des hl. Dominikus

Freitag, 12. Februar 2016

Von Maria geheilt - der sel. Reginald von Orleans

Kirche der Dominikanerinnen, Caleruega, Spanien (Geburtsort des hl. Dominikus)

Maria salbt Reginald und er wird gesund, Caleruega


Um 1180 wurde Reginald im Bistum Orleans geboren. Er war Lehrer des Kirchenrechts in Paris und kam als Kanoniker an die Kollegiatskirche Saint-Aignan in Orleans. Auf einer Reise nach Rom 1218 lernte der Dominikus kennen und besuchte die Predigten des Heiligen. Nach seinem Entschluß, dem Predigerorden beizutreten, wurde er schwer krank. Wegen seiner gefährlichen Fieberanfälle konnte er nicht sofort eintreten.
Petrus Ferranda erzählt in seiner `Legende`, daß Reginald auf die Fürbitte der Gottesmutter, - sie salbte ihm Augen, Nase, Mund, Seite, Hände und Füße, damit er die Frohbotschaft des Friedens verkünde -, geheilt und gesund wurde. Nach seiner Genesung wurde er in den Orden aufgenommen. (.....)
Er war es, der Jordan von Sachsen bewog, in den Predigerorden einzutreten. Reginald starb am 1. Februar 1220 in Paris und wurde in der Kirche Notre-Dame des Champs beigesetzt. Papst Pius IX. bestätigte am 8. Juli 1875 seine Verehrung.

(aus: Proprium des Dominikanerordens, 241)

Kirche der Dominikanerinnen, Caleruega



Im Jahr 1218, als Meister Dominikus zu Rom weilte, traf der Meister Reginald, Dekan von Saint-Aignan in Orleans, dort ein, um übers Meer zu fahren. Dieser war ein Mann von bedeutendem Ruf, großer Gelehrsamkeit und gefeierter Würde. Er hatte fünf Jahre zu Paris den Lehrstuhl für kanonisches Recht inne gehabt. Als der nach Rom kam, wurde er von einer schweren Krankheit befallen. Meister Dominikus kam öfters zu ihm, um ihn zu besuchen. Er munterte ihn auf zur Armut Christi und zum Eintritt in seinen Orden und erreichte auch wirklich seine freie und volle Zustimmung, daß er sich dem Orden anschließe; ja, er verpflichtete sich dazu durch Gelübde.
Er wurde von seiner lebensgefährlichen Krankheit befreit, aber nicht ohne die Kraft eines göttlichen Wunders. Es kam nämlich in der Glut seines Fiebers sichtbar zu ihm die Himmelskönigin und Mutter der Barmherzigkeit, die Jungfrau Maria, und salbte ihm Augen, Nase, Ohren, Mund, Lenden, Hände und Füße mit einer heilsamen Salbe, die sie mitgebracht hatte, und sprach dabei die Worte: "Ich salbe deine Füße mit heiligem Öl zur Bereitschaft für das Evangelium des Friedens."
Außerdem zeigte sie ihm die vollständigen Habit dieses Ordens. Da war er sofort gesund und so plötzlich an seinem ganzen Körper wiederhergestellt, daß die Ärzte, die an seinem Aufkommen gezweifelt hatten, sich angesichts seiner Gesundung verwunderten. Dieses große Wunder hat Meister Dominikus später vielen, die heute noch am Leben sind, berichtet. Und als er es einmal zu Paris in einem Vortrag erzählte, war ich selbst dabei.
Nach Wiederherstellung seiner Gesundheit begann Magister Reginald sogleich, sich ganz der Predigt zu widmen. Seine Rede war sehr feurig. Ganz Bologna geriet in Erregung, denn ein neuer Elias schien erstanden zu sein. In jenen Tagen nahm er viele Bologneser in den Orden auf, die Zahl der Jünger begann zu wachsen, immer mehr wurden ihnen zugesellt.
Danach kam Magister Reginald heiligen Angedenkens nach Paris und predigte mit unermüdlichem Eifer in Wort und Werk Christus, und zwar den Gekreuzigten. Aber bald nahm ihn Gott von der Erde hinweg, und früh vollendet, hat er viele Zeiten ausgefüllt.
Bruder Matthäus, der ihn noch in der Welt in Würden und in feiner Lebensweise gekannt hatte, fragte ihn mehrmals voll Bewunderung: "Meister, ist es euch nicht zuwider, daß ihr dieses Ordenskleid angenommen habt?" Darauf antwortete jener mit gesenktem Antlitz: "Ich glaube, daß ich in diesem Orden keine Verdienste erworben habe; denn allzusehr hat es mir darin gefallen."

(Jordan von Sachsen, Aus dem Buch von den Anfängen des Predigerordens, in: Proprium w. o., 242f)

Heilung des sel. Reginald, Altarretabel, Caleruega

Gepriesen sei der Herr,
der seinem Diener Reginald die Mutter der Barmherzigkeit sandte,
um seine Füße zu salben,
damit er das Evangelium des Friedens verkünde.
(Benedictus-Antiphon)

Kloster der Brüdergemeinschaft, hinter der Fassade der Turm, der auf die Zeit des hl. Dominikus zurückgeht
 
Herr, unser Gott, die Mutter der Barmherzigkeit hat dem seligen Reginald geholfen,
den Dienst der Predigt in evangelischer Armut zu wählen
und andere für diese Lebensform zu gewinnen.
Lenke auf seine Fürsprache unsere Schritte nach deinem Wort,
damit wir mit weitem Herzen den Weg deiner Gebote gehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Blick vom Turm auf die Kirche und das Kloster der Nonnen

Samstag, 24. Mai 2014

Übertragung der Gebeine des heiligen Vaters Dominikus

Dominikus wollte in Bologna in der Kirche des hl. Nikolaus "unter den Füßen der Brüder" begraben werden. Als er am 6. August 1221 in Bologna starb, bestatteten ihn die Brüder in einem einfachen Grab. Es wird überliefert, daß viele Kranke an seinem Grab Heilung und Gesundheit erhalten haben. Seine Brüder aber weigerten sich, diese Wunder anzuerkennen und erfüllten nicht das gegebene Versprechen.
Durch einen Umbau des Klosters kam die Grabstätte ins Freie und war so den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Jordan von Sachsen war deshalb bestrebt, eine Übertragung des Leichnams an eine würdigere Stätte durchzusetzen.
Unter Papst Gregor IX. wurde in Anwesenheit des Erzbischofs Theodoricus von Ravenna in einer offiziellen kirchlichen Feier die Übertragung vorgenommen. Es war am Pfingstdienstag 1233, zur Zeit, als das Generalkapitel des Ordens in Bologna versammelt war. Die Gebeine des Dominikus wurden in einen kostbaren Marmorsarkophag gelegt. Es wird berichtet, daß beim Öffnen des Grabes ein wunderbarer Duft entströmte, "der allen klar zeigte, welch guter Wohlgeruch Christi dieser sei. Der Erzbischof zelebrierte das feierliche Hochamt. Und da es gerade der dritte Pfingstag war, der strahlend aufging, stimmte der Chor den Eröffnungsvers an: Nehmt in Besitz die Wonne eurer Herrlichkeit".
Im selben Jahr begann der kanonische Heiligsprechungsprozeß, der am 3. Juli 1234 zur Heiligsprechung des Dominikus durch Papst Gregor IX. führte.
Der sel. Johannes von Vercelli, der 6. Ordensmeister, ließ ein prächtiges Grabmal errichten und am 5. Juli 1267 die Gebeine des hl. Dominikus dort beisetzen.
(aus dem Proprium des Predigerordens, 376f)

Grabstätte des hl. Dominikus in San Domenico in Bologna

Heiligster Priester Gottes,
erhabener Bekenner und erlesener Prediger,
seliger Vater Dominikus,
vom Herrn als jungfräulicher Mensch erwählt
und vor allen anderen in deinen Tagen
Gott wohlgefällig und von Gott geliebt,
ruhmreich durch Leben, Lehre und Wunder,
den wir zu unserer Freude
beim Herrn, unserem Gott,
als besonderen Beistand besitzen:
zur dir, den ich unter den Heiligen
und erwählten Gottes voll Hingabe verehre,
rufe ich aus der Tiefe
in diesem Tal des Elends.
(aus dem Gebet des sel. Jordan von Sachsen zum hl. Dominikus)

Schädelreliquie des hl. Dominikus in einem kostbaren Reliquiar aus dem Jahr 1383

Donnerstag, 13. Februar 2014

Seliger Jordan von Sachsen - und wie es zur Einführung des Salve Regina bei den Dominikanern kam


Jordan von Sachsen war der Nachfolger des hl. Dominikus in der Leitung des Ordens. Während der 15 Jahre seiner Amtszeit wurde die Verfassung des Ordens ausgebaut. Der Predigerorden breitete sich über ganz Europa und über Teile von Asien und Afrika aus.
In seiner Sorge, die kommenden Generationen in der "ersten Liebe" des Ordens zu erhalten, verfaßte er das Büchlein "Von den Anfängen des Predigerordens". Dem sel. Jordan von Sachsen verdankt der Orden den Brauch, nach der Komplet das Salve Regina zu singen.
(aus dem Proprium des Predigerordens, 245)

Nach dem Tod des Meisters Dominikus lebte ein gewisser Bruder Bernhard zu Bologna, der von einem grimmigen Dämon besessen und derart von ihm gequält war, daß er Tag und Nacht in schrecklicher Raserei umhergetrieben wurde und die Gemeinschaft der Brüder in übermäßige Aufregung brachte. Diese Plage hatte die Barmherzigkeit Gottes zweifellos ausersehen zur Übung der Geduld seiner Diener.
Die furchtbare Plage des Bruders Bernhard war der erste Anlaß, daß wir das Singen der Antiphon Salve Regina nach der Komplet zu Bologna eingeführt haben. Von dort begann sich nachher dieser Brauch über die ganze Provinz der Lombardei zu verbreiten, und schließlich setzte sich die fromme, heilsame Gewohnheit im gesamten Orden durch. Ein frommer, vertrauenswürdiger Mann erzählte mir, er habe häufig im Geiste geschaut: Während die Brüder singen "Eja ergo advocata nostra - Wohlan denn unsere Fürsprecherin", liege die Mutter des Herrn selbst vor ihrem anwesenden Sohn auf den Knien und bete für die Erhaltung des gesamten Ordens. Das sei deshalb erwähnt, um die Andacht der Brüder, die es lesen, mehr und mehr zum Lobe der Jungfrau anzufachen.

(Jordan von Sachsen, aus dem Buch von den Anfängen des Predigerordens)

und hier das Dominikanische Salve Regina


Jordan von Sachsen mit Behörden/Beamten von Bologna, S. Domenico, Bologna
und hier der Link, der mich auf die Idee brachte, dieses Bild zu posten


Herr, unser Gott, du hast den seligen Jordan mit Eifer für das Heil der Menschen ausgezeichnet
und ihm die besondere Gnade geschenkt, viele für das Ordensleben zu gewinnen.
Laß uns nach seinem Beispiel den Weg des Heiles treu verkünden und im gleichen Geist leben,
damit wir fähig werden, das Reich Gottes überall zu verbreiten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.