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Montag, 30. März 2026

Salbe die Füße Jesu (Augustinus)

Maria Magdalena salbt Jesus, The Burell Collection, Glasgow
"made by the circle of the Willemsmeister" (Meister Wilhelm, 1470-1500, Köln)

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 12 (Evangelium vom Karmontag)

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betánien,
wo Lázarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
2 Dort bereiteten sie ihm ein Mahl;
Marta bediente
und Lázarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl,
salbte Jesus die Füße
und trocknete sie mit ihren Haaren.
Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
4 Doch einer von seinen Jüngern,
Judas Iskáriot, der ihn später auslieferte, sagte:
Warum hat man dieses Öl
nicht für dreihundert Denáre verkauft
und den Erlös den Armen gegeben?
6 Das sagte er aber nicht,
weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte,
sondern weil er ein Dieb war;
er hatte nämlich die Kasse
und veruntreute die Einkünfte.
7 Jesus jedoch sagte:
Lass sie,
damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt!
8 Die Armen habt ihr immer bei euch,
mich aber habt ihr nicht immer.
9 Eine große Menge der Juden hatte erfahren, dass Jesus dort war,
und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen,
sondern auch um Lázarus zu sehen,
den er von den Toten auferweckt hatte.
10 Die Hohepriester aber beschlossen, auch Lázarus zu töten,
11 weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

 

Quelle: Bibliothek der Kirchenväter, Augustinus, 50. Vortrag über das Johannesevangelium

„Maria“ aber, die andere Schwester des Lazarus, „nahm ein Pfund kostbarer Salbe von pistischem Nardenöl, salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihren Haaren seine Füße, und das Haus wurde mit dem Geruche des Salböls erfüllt.“ Die Tatsache haben wir vernommen, forschen wir nach der Bedeutung. Willst du, wer immer du bist, eine gläubige Seele sein, so salbe mit Maria die Füße des Herrn mit kostbarer Salbe.
Jene Salbe war die Gerechtigkeit, darum war es ein Pfund1; es war aber eine kostbare Salbe von pistischem Nardenöl. Wenn es heißt „pistisch“, so müssen wir das für den Ort halten, woher diese kostbare Salbe war; doch ist dieses Wort nicht belanglos und paßt ganz gut zu der symbolischen Bedeutung.
Pistis heißt im Griechischen Glaube2. Du suchtest Gerechtigkeit zu üben; der Gerechte lebt aus dem Glauben3.
Salbe die Füße Jesu; folge durch ein gutes Leben den Fußtapfen des Herrn. Trockne sie mit den Haaren; wenn du Überfluß hast, gib davon den Armen und du hast die Füße des Herrn getrocknet; denn die Haare erscheinen ja als etwas Überflüssiges am Leibe. Da hast du also Gelegenheit, etwas zu tun mit deinem Überfluß; für dich ist es überflüssig, aber für die Füße des Herrn ist es notwendig. Vielleicht leiden auf Erden die Füße des Herrn Not. Denn von wem andern als von seinen Gliedern wird er am Ende sagen: „Was ihr einem aus meinen Geringsten getan, das habt ihr mir getan“4? Ihr habt euren Überfluß aufgewendet, aber ihr habt meinen Füßen einen Dienst erwiesen.


  1. Libra, zunächst Wage, dann eine Wagschale voll, ein Pfund. 

  2. πιστικός [pistikos] (pisticus) wird vielfach von einer persischen Stadt Pista abgeleitet, so daß es pistisches Nardenöl bedeutet; nach andern kommt es von πίστις [pistis], so daß es echtes, zuverlässiges Nardenöl bedeutet. 

  3. Röm. 1, 17. 

  4. Matth. 25, 40. 


The Burrell Collection, Glasgow

Samstag, 21. März 2026

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 11

In jener Zeit
1 war ein Mann krank,
Lázarus aus Betánien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
2 Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lázarus war krank.
3 Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
4 Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5 Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
6 Als er hörte, dass Lázarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
10 wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
11 So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lázarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
12 Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
13 Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
14 Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lázarus ist gestorben.
15 Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
16 Da sagte Thomas, genannt Dídymus – Zwilling –,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
17 Als Jesus ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
18 Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
21 Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25 Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
27 Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria
und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
29 Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
30  Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
32 Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
33 Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.
36 Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
44 Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.

(Evangelium vom 5. Fastensonntag, Lesejahr A) 

Mosaik der Auferweckung des Lazarus, St Alysius RC, Glasgow

 

Die Auferweckung des Lazarus ist Jesu letztes Zeichen vor seiner Passion, und sie wird auch zum unmittelbaren Anlaß seiner Gefangennahme (Joh 11,47-56).
Der dem Tod Entgegengehende will vorweg dem Tod in die Augen sehen. Darum läßt er den Lazarus ausdrücklich sterben, unbeschadet der Bitten seiner Freundinnen. Er will vor dem durch einen Stein verschlossenen Grab des Freundes stehen und weinen, "verstört, bestürzt, ergrimmt", wie immer man das Wort übersetzen mag ob der furchtbaren Macht dieses letztes Feindes (1 Kor 15,26), der nur von zuinnerst her überwunden werden kann.
Ohne diese Tränen am Grab wäre er nicht der Mensch, der er ist.
Und dann überstürzt sich alles: erst kommt der Befehl, den Stein (gegen jeden Einspruch) wegzuwälzen, dann das Gebet zum Vater - denn noch erfleht der Sohn jedes Wunder, das er wirkt, von oben, nie ist es Magie, sondern geschenkte Kraft -, dann der Befehl: "Lazarus, komm heraus"!

Seine Macht über den Tod ist Teil seiner Sendung, die doch erst "Vollmacht" auch für uns sein wird, wenn er, den Heiligen Geist zu Gott und zur Kirche aushauchend, selbst sterben wird. Dieser Tod wird nicht mehr Schicksal der Kinder Adams sein, sondern Offenbarung der letzten Hingabe Gottes in Jesus Christus an die Menschen.
Nur weil er diesen Tod selbstloser Liebe stirbt, kann er sich selbst die "Auferstehung und das Leben" nennen und das den Tod überholende Wort sagen: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

(Hans Urs von Balthsar, Licht des Wortes, 52f) 

 

Seitenkapelle von St Alysius` RC, Glasgow

Auferweckung des Lazarus

Bemalte Fliesen in St Paul - Knightsbridge, London, 2017

Glasfenster in Catholic Apostolic Church, London, gleicher Post

Glasfenster in der Kathedrale von Malaga, 2019

mehrere GlasbilderD im Fenster der Maria Magdalena in Unserer Lieben Frau von Chartres
(B16, Angelus, 5. Fastensonntag, 2008) 2020

Glasfenster in der Peterborough Cathedral, 2022 

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, 2023 

Donnerstag, 31. Juli 2025

Wozu ist der Mensch geschaffen?

 

Betet für uns, heiliger Vater Ignatius und alle Heiligen der Gesellschaft Jesu

 

Der Mensch ist dazu geschaffen,
Gott unsern Herrn zu loben,
Ihn zu verehren und Ihm zu dienen,
und so seine Seele zu retten.
(Ignatius von Loyola)


Sonntag, 18. Mai 2025

Paulus und Barnabas stärkten die Seelen der Jünger

 

Barnabas mit Paulus, St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow

Lesung aus der Apostelgeschichte 14

In jenen Tagen
21b kehrten Paulus und Bárnabas
nach Lystra, Ikónion und Antióchia zurück.
22 Sie stärkten die Seelen der Jünger
und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten;
sie sagten:
Durch viele Drangsale
müssen wir in das Reich Gottes gelangen.
23 Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein
und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn,
an den sie nun glaubten.
24 Nachdem sie durch Pisídien gezogen waren,
kamen sie nach Pamphýlien,
25 verkündeten in Perge das Wort
und gingen dann nach Attália hinab.
26 Von dort segelten sie nach Antióchia,
wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten,
der Gnade Gottes übereignet hatte.
27 Als sie dort angekommen waren,
riefen sie die Gemeinde zusammen
und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan
und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte.


St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow

Montag, 17. März 2025

Patrick von Irland

 

Hl. Patrick, St Patrick RC - Glasgow

Mit 16 Jahren von Seeräubern aus seiner römisch-britannischen Heimat nach Irland verschleppt, widmete er sein Leben der Bekehrung dieser Insel. Nach Studien auf dem Festland wurde er Nachfolger des ersten Irenbischofs Palladius und wirkte in Nord- und Westirland, wo noch niemand den Glauben verkündet hatte. Monastisch organisierte Landkirchen als Bischofssitze kennzeichnen durch Jahrhunderte die irische Kirche. Gestorben am 17. März 461 bei Dunum (Down).

Ewiger Gott,
du hast den heiligen Bischof Patrick gesandt,

den Bewohnern Irlands
deine Allmacht und Größe zu verkünden.
Höre auf seine Fürsprache
und hilf allen, die sich Christen nennen,
deine großen Werke zu bezeugen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Gertrud von Nivelles.

Montag, 24. Februar 2025

Das Los fiel auf Matthias

 

St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow

die Wahl des Apostels Matthias, St Mary´s Episcopal Cathedral, Glasgow

Lesung aus der Apostelgeschichte.

15 In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder
– etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen –
und sagte:
16 Brüder!
Es musste sich das Schriftwort erfüllen,
das der Heilige Geist durch den Mund Davids
im Voraus über Judas gesprochen hat.
Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen.
17 Er wurde zu uns gezählt
und hatte Anteil am gleichen Dienst.
20ac Es steht im Buch der Psalmen:
Sein Amt soll ein anderer erhalten!
21 Es ist also nötig, dass einer von den Männern,
die mit uns die ganze Zeit zusammen waren,
als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging,
22 angefangen von der Taufe durch Johannes
bis zu dem Tag,
an dem er von uns ging
und in den Himmel aufgenommen wurde –
einer von diesen muss nun zusammen mit uns
Zeuge seiner Auferstehung sein.
23 Und sie stellten zwei Männer auf:
Josef, genannt Barsábbas, mit dem Beinamen Justus,
und Matthias.
24 Dann beteten sie:
Du, Herr, kennst die Herzen aller;
zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast,
25 diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen!
Denn Judas hat es verlassen
und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war.
26 Sie warfen das Los über sie;
das Los fiel auf Matthias
und er wurde den elf Aposteln zugezählt.


Matthiaskirche in Breslau, Grab von Angelus Silesius

Matthias, Apostelfigur im Wiener Neustädter Dom

Glasfenster in Rochester Cathedral

Die Matthiasreliquien in Padua

Glasfenster im All Souls College in Oxford

Das Matthiasgrab in Trier

Sonntag, 17. November 2024

Den Menschensohn in Wolken kommen sehen

 

Wiederkunft und Jüngstes Gericht, St Patrick RC, Glasgow
 

26 Dann wird man den Menschensohn
in Wolken kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
27 Und er wird die Engel aussenden
und die von ihm Auserwählten
aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,
vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Aus dem Evangelium des 33. Sonntags, Markus 13,26f

Montag, 9. September 2024

Sklave der Schwarzen auf ewig

 

Kuppel von St Aloysius mit Glasfenstern von Jesuitischen Heiligen, Glasgow

 
Ordenspriester, Missionar
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 9. September

Lebensdaten: geboren Mitte Juni 1580 in Verdú, Provinz Lérida, Katalonien, gestorben am 9. September 1654 in Cartagena, Kolumbien

Lebensgeschichte: Pere Claver Corberó war der Sohn eines Oliven- und Weinbauern und wurde als 13-jähriger, nach dem Tod seiner Mutter, in die Obhut eines Onkels und Priesters in Barcelona gegeben. Ab 1596 studierte er Philosophie am Jesuitenkolleg von Bélen und schloss sich 1602 dem Orden an. 1605 begegnete er auf der Missionsschule von Palma de Mallorca dem Klosterpförtner Alonso Rodríguez, der ihm den Gedanken eingab, sich der Missionsarbeit zu widmen.

1610 wurde Claver, den seine Ordensoberen abschätzig beurteilten und für die Indianermission empfahlen, in das neue Königreich von Granada (heutiges Kolumbien und Venezuela) entsandt und vollendete sein Theologiestudium in Santa Fé de Bogotá. Vor seiner Priesterweihe 1616 lernte er in der Hafenstadt Cartagena den Jesuitenpater Alonso de Sandoval kennen, den Pionier der Seelsorgearbeit an den schwarzafrikanischen Sklaven, die zu Hunderttausenden angeschifft wurden. Dessen Einfluss führte dahin, dass Claver 1622 seine ewigen Gelübde mit „Petrus Claver, ӕthiopum semper servus – Sklave der Schwarzen auf ewig“ unterschrieb.

Pater Claver ließ sich stets im Voraus von der Ankunft eines Sklavenschiffs in Cartagena benachrichtigen und betrat es in Begleitung geeigneter Übersetzer – später erwarb das Jesuitenkolleg dazu eigens ausgesuchte Sklaven, die zu wichtigen Mitarbeitern wurden. Claver brachte Obst, Brot, Wein, Tabak und Branntwein an Bord, sorgte für medizinische Versorgung im Kolleg und führte die Sklaven mittels Katechesen in den Glauben ein. Bis etwa 1650 soll er 150.000 die Taufe gespendet haben. Claver wirkte als Seelsorger vorrangig für die Sklaven, die er häufig besuchte und gegen ihre Herren in Schutz nahm. Regelmäßig pflegte er die Aussätzigen im Leprosenhospital – es heißt, seine Soutane habe mehrmals täglich gewaschen werden müssen. Sein geistliches Pensum verrichtete er nachts.

Pater Claver überlebte Sumpffieber und Pest, erkrankte jedoch 1650 an Parkinson und musste seine letzten vier Lebensjahre selbst gepflegt werden.

Verehrung: Petrus Claver ruht in einem Kristallsarg in der nach ihm benannten Jesuitenkirche von Cartagena, der Stadt, die ihn als ihren „Apostel“ ehrt. 1851 selig- und 1888 heiliggesprochen, wurde er 1896 von Papst Leo XIII. zum Patron der „Mission unter Schwarzen“ ernannt. In Kolumbien wird zu seinen Ehren der 9. September als Tag der Menschenrechte begangen. (bistumaugsburg)

Darstellung: als Priester mit schwarzen Sklaven

Patron: von Cartagena und der Mission unter Schwarzen

Weitere Heilige des Tages:
Jacques Laval, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin

Heiliger Petrus Claver, bitte für uns!

Samstag, 7. September 2024

John Ogilvie, der einzige schottische Märtyrer der Reformation

Gedenktag der seligen und heiligen Märtyrer des Grazer Jesuitenkollegs:

Johannes Ogilvie, Markus Crisin, Stephan Pongracz, Melchior Grodecz und Jan Sarkander.

Das Jesuitenkolleg in Graz, von den Habsburgern zur Rekatholisierung Innerösterreichs gestiftet,
hatte in der Zeit der Gegenreformation eine starke Ausstrahlung. Elf seiner Schüler werden
als Märtyrer des katholischen Bekenntnisses gerühmt, drei sind selig und zwei sogar heilig
gesprochen.
Während sie in ihren Heimatländern an je eigenen Gedenktagen gefeiert werden,
wird ihrer in Österreich an einem einzigen Tag, dem 7. September, gedacht. Es handelt sich u. a.  um den Jesuiten John Ogilvie. Er stammte aus einer calvinischen Familie in Schottland, studierte in
Graz und wurde Priester. Er wurde am 10. März 1615 in Glasgow öffentlich gehängt. Papst
Paul Vl. sprach ihn am 17. Oktober 1976 heilig.

Bild des hl. John Ogilvie von Peter Howson
in der Sakramentskapelle von St Andrews RC, Glasgow

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: John, Johannes, Youhanan, Jan, Jannis, Juan, João, Jean, Johann, Hans, Hannes, Iwan, Jovan, Yannik, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Jean, Jane, Janis
Gedenktag: 10. März in Schottland

Lebensdaten: geboren 1579 bei Keith, Schottland, gestorben am 10. März 1615 in Glasgow

Lebensgeschichte: John Ogilvie stammte aus einer teils calvinistischen, teils katholischen Adelsfamilie, wurde selber calvinistisch erzogen und mit 13 Jahren zur Ausbildung auf den Kontinent geschickt. Er studierte in Löwen, wo er 1596 unter dem Einfluss des Jesuiten Cornelius a Lapide, des katholischen Bibelexperten bei kontroversen Diskussionen mit den Protestanten, katholisch wurde. Ogilvie setzte seine Studien zunächst am Schottischen Kolleg in Douai fort und gelangte über einen Aufenthalt im Regensburger Benediktinerkloster St. Jakob ans Olmützer Jesuitenkolleg, wo er sich 1598 der Gesellschaft Jesu anschloss. Nach der Ordensausbildung und weiterführenden Studien in Graz, Wien und Brünn wurde er 1610 in Paris zum Priester geweiht und in Rouen eingesetzt.

Nach der Begegnung mit zwei Jesuiten, die als Missionare im inzwischen katholikenfeindlichen Schottland eingekerkert gewesen waren, lag Ogilvie zweieinhalb Jahre seinen Ordensoberen in den Ohren, ihn doch in seine Heimat zu entsenden, wo er im November 1613 eintraf. Ogilvie gab sich als Pferdehändler namens John Watson oder als ein aus den europäischen Kriegen heimgekehrter Soldat aus, um inkognito unter den heimlichen Katholiken zu wirken und politische Kontakte zu knüpfen, hatte aber keinen Erfolg und kehrte alsbald nach Paris zurück. Scharf dafür ermahnt, seine Mission aufgegeben zu haben, landete er im April 1614 wiederum in Schottland, wo er eine Anstellung als Hauslehrer fand, die verbliebenen Katholiken seelsorgerisch betreute und sich erste Erfolge bei der Bekehrung einiger Landsleute abzeichneten.

Im Herbst 1614 wurde er nach der Feier der heiligen Messe in Glasgow verraten und verhaftet. Ogilvie weigerte sich in drei Prozessen und trotz aller Misshandlungen, Namen von Katholiken preiszugeben oder die Vollmacht des Königs in geistlichen Belangen anzuerkennen, konnte noch einen Haftbericht für seine Oberen aus dem Gefängnis schmuggeln und wurde am 10. März 1615 wegen Hochverrats öffentlich gehängt, ausgeweidet und gevierteilt. Als man ihm unterm Galgen den Hocker wegstieß, warf er noch seinen Rosenkranz in die Menge.

Verehrung: 1929 seliggesprochen, wurde der Jesuit 1976 im Beisein mehrerer Angehöriger der Familie Ogilvie als erster Schotte seit 1250 feierlich für heilig erklärt. 2015 wurde sein 400. Todestag von der katholischen Kirche in Schottland festlich begangen. (Bistumaugsburg)

 

Heute gedenkt die Kirche auch der alttestamentlichen Judith und des sel. Otto von Freising.

Heiliger John, bitte für uns