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Sonntag, 12. Januar 2025

Die Taufe öffnet uns den Himmel

 

Taufe des Herrn, Kathedrale von Brüssel

 
Liebe Brüder und Schwestern!

Mit dem heutigen Fest der Taufe Jesu endet die liturgische Weihnachtszeit. Wir finden das Kind, zu dem die Sterndeuter aus dem Osten nach Betlehem kamen, um es anzubeten und ihm ihre symbolischen Gaben zu überbringen, jetzt als Erwachsenen vor, und zwar in dem Moment, in dem er sich vom großen Propheten Johannes im Fluss Jordan taufen lässt (vgl. Mt 3,13). Das Evangelium erzählt, dass sich der Himmel öffnete, als Jesus getauft worden und aus dem Wasser gestiegen war, und dass der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herabkam (vgl. Mt 3,16). Und eine Stimme erklang aus dem Himmel, die sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (Mt 3,17). Dies war nach ungefähr 30 Jahren verborgenem Leben in Nazareth sein erstes öffentliches Auftreten.

Augenzeugen des einzigartigen Ereignisses waren neben dem Täufer auch dessen Jünger, von denen einige dann Jünger Christi wurden (vgl. Joh 1,35-40). Es war dies „Christophanie“ und „Theophanie“ in einem: Vor allem offenbarte sich Jesus als der „Christus“, das griechische Wort, um das hebräische „Messias“ zu übersetzen, was „gesalbt“ heißt. Er wurde nicht wie die Könige und Hohenpriester Israels mit Öl gesalbt, sondern mit dem Heiligen Geist. Im gleichen Moment erschienen zusammen mit dem Sohn Gottes die Zeichen des Heiligen Geistes und des himmlischen Vaters.

Was ist die Bedeutung dieser Tat, die Jesus – den Widerstand des Täufers überwindend –vollbringen wollte, um dem Willen des Vaters zu gehorchen (vgl. Mt 3,14-15)? Der tiefe Sinn wird erst am Ende des irdischen Lebens Christi sichtbar werden, das heißt in seinem Tod und seiner Auferstehung. Dadurch, dass sich Jesus von Johannes zusammen mit den Sündern taufen ließ, begann er damit, die Sündenlast der ganzen Menschheit auf sich zu nehmen, als Lamm Gottes, das die Sünde der Welt „hinwegnimmt“ (vgl. Joh 1,29). Eine Tat, die er am Kreuz vollbrachte, als er auch seine „Taufe“ empfing (vgl. Lk 12,50). Indem er nämlich starb, „tauchte“ er „ein“ in die Liebe des Vaters und goss den Heiligen Geist aus, damit diejenigen, die an ihn glauben, aus dieser unerschöpflichen Quelle des neuen und ewigen Lebens neu geboren werden.

Die ganze Sendung Christi wird damit zusammengefasst: uns im Heiligen Geist zu taufen, um uns von der Knechtschaft des Todes zu befreien und „uns den Himmel zu öffnen“, das heißt den Zugang zum wahren und vollen Leben, das ein „immer neues Eintauchen in die Weite des Seins ist, indem wir einfach von der Freude überwältigt werden“ (Spe salvi, 12).

(Benedikt XVI., 13.1.2008, Angelus)

Taufe des Herrn

Mittwoch, 20. Juli 2022

Was ich dir auftrage, das sollst du verkünden

 

Jeremia beklagt die Zerstörung Jerusalems, Kathedrale von Brüssel

Zur Lesung Jeremia ist in vieler Hinsicht der geistige Erbe des Propheten Hosea. Seine Berufung zum Propheten erfolgte im dreizehnten Jahr des Königs Joschija, also ums Jahr 626 v. Chr. Wie bei keinem anderen Propheten ist bei Jeremia das persönliche Leben unlösbar mit der prophetischen Verkündigung vermischt. Das zeigt sich schon im Bericht über seine Berufung. Jesaja hatte gerufen: Sende mich! (Jes 6,8). Jeremia hatte Bedenken und Einwände, ähnlich wie Mose sie gehabt hatte. Jeremia war jung und schüchtern, und im Verlauf der nächsten vierzig Jahre wurde ihm das Prophetenamt nicht leichter, sondern immer noch schwerer. Jahwe nimmt die Sendung nicht zurück; sie ist beschlossen, noch ehe Jeremia geboren wurde. Ich sende dich - du wirst gehen - du wirst verkünden: das sind Befehle. Zum Befehl kommt die Versicherung hinzu: „Ich bin mit dir, um dich zu retten.“ Mit diesem Wort als einziger Ausrüstung betritt der Prophet seinen Weg. - Jes 49,1.5; Gal 1,15; Ex 3,11-12; 4,10-12; Dtn 18,18; Ez 2,6; 2 Sam 23,2; Jes 59,21; Jer 18,7-10; 31,28.

 

ERSTE Lesung

Jer 1, 1.4-10

Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt

Lesung aus dem Buch Jeremia

1Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft zu Anatot im Land Benjamin.

4Das Wort des Herrn erging an mich:

5Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.

6Da sagte ich: Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung.

7Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden.

8Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten - Spruch des Herrn.

9Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.

10Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen.

(erzabteibeuron, Lesung vom Mittwoch d. 16. Woche im Jahreskreis)

Montag, 1. November 2021

Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm

 

Anbetung des Lammes, Kathedrale von Brüssel

Lesung aus der Offenbarung des Johannes.

2Ich, Johannes,
sah vom Aufgang der Sonne her
einen anderen Engel emporsteigen;
er hatte das Siegel des lebendigen Gottes
und rief den vier Engeln,
denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,
mit lauter Stimme zu und sprach:
3Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben!
4Und ich erfuhr die Zahl derer,
die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren hundertvierundvierzigtausend
aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
9Danach sah ich und siehe, eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
10Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,
und von dem Lamm.
11Und alle Engel standen rings um den Thron,
um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder,
beteten Gott an
12 und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
Ehre und Macht und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen
13Da nahm einer der Ältesten das Wort und sagte zu mir:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen,
und woher sind sie gekommen?
14Ich erwiderte ihm: Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
(1. Lesung von Allerheiligen)

Mosaik in der Dreifaltigkeitskirche in Fatima, Anbetung des Lammes

kroatisches Allerheiligen, Benedikt 16, 1.11.2006)

Der Thron Gottes, Marylebone, London (Offenbarung)

 Das Allerheiligenfenster im Kölner Dom

Glasfenster, Anbetung des Lammes, Allsaints, Margaret Street, London, Offb 7 

Maria, Königin der Heiligen, Kathedrale von Reims, Romanus der Melode

Hauskirche zu Allerheiligen 

Prozession der Heiligen zum thronenden Christus, Sant`Apollinare Nuove, Ravenna

Kathedrale von Brüssel

 

Sonntag, 28. März 2021

Wer ist Jesus von Nazareth für uns?

Einzug in Jerusalem, Kathedrale von Brüssel

 

Kehren wir zum heutigen Evangelium zurück und fragen wir uns: Was bewegt denn wirklich die Herzen derer, die Christus als den König Israels bejubeln?
Sicher hatten sie eine eigene Vorstellung vom Messias, eine Vorstellung davon, wie der von den Propheten verheißene und lang erwartete König handeln müsse. Es ist kein Zufall, daß wenige Tage später die Menschenmenge von Jerusalem, anstatt Jesus zuzujubeln, Pilatus zuruft: „Kreuzige ihn!“. Selbst die Jünger wie auch andere, die ihn gesehen und ihm zugehört hatten, verstummen und sind verstört. Die meisten waren nämlich enttäuscht von der Art, die Jesus gewählt hatte, sich als Messias und König Israels zu zeigen.
Genau hier liegt der Kern des heutigen Festes, auch für uns. Wer ist Jesus von Nazareth für uns? Welche Vorstellung haben wir vom Messias, welche Vorstellung haben wir von Gott? Das ist eine entscheidende Frage, die wir nicht umgehen können, um so weniger, als wir gerade in dieser Woche aufgefordert sind, unserem König zu folgen, der als Thron das Kreuz wählt; einem Messias zu folgen, der uns nicht ein einfaches irdisches Glück zusichert, sondern das Glück des Himmels, die Seligkeit Gottes. So müssen wir uns also fragen: Was sind unsere wahren Erwartungen? Welches die tiefsten Wünsche, mit denen wir heute hierher gekommen sind, um den Palmsonntag zu feiern und die Karwoche zu beginnen?

(Benedikt XVI., Palmsonntag 2012)

Einzug in Jerusalem
 

Jesus auf einem Esel in St. Nikolaus in Hall in Tirol

Der Einzugsesel war ein weißer Esel😄😄😄
 

Fresko in der Unterkirche von Assisi (Adrienne v. Speyr, Johannesevangelium)
 

Relief in Notre Dame de Paris (Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit)
 

es war einer meiner Vorfahren😁
 

Fresko in rumän.-orthodoxer Kirche in Knittelfeld/Ö (Papst Benedikt, Palmsonntag 2012)
 

Glasfenster in Chartres (Papst Benedikt, Palmsonntag 2009)
 

Glasfenster in der Kathedrale von Canterbury

Mittwoch, 8. April 2020

10. Station: Jesus, du wirst deiner Kleider beraubt


Jesus wird seiner Kleider beraubt, Kathedrale von Brüssel

P: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V: Jesus, sie nehmen deine Kleider weg.
A: Sie verteilen sie unter sich.
V: Dein Körper ist ganz zerschunden.
A: Überall sind Wunden und Beulen.

V: Jesus, sie nehmen dir alles weg.
A: Jesus ich danke dir für deine Liebe. Hab Erbarmen mit uns und unseren Verstorbenen.