Posts mit dem Label Gertrud die Große werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gertrud die Große werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 17. November 2025

Von der Erneuerung der geistlichen Vemählung (Gertrud von Helfta)

 

Heilige Gertrud bitte für uns!

Sie stammte aus Thüringen und genoss im Kloster Helfta eine humanistische und theologische Ausbildung. Die Christusvisionen begründeten ihren Ruf als größte deutsche Mystikerin. Sie betonte besonders die heilige Eucharistie und das heiligste Herz Jesu; bei ihr finden sich die meisten Anrufungen der späteren Herz-Jesu-Litanei. Gestorben am 13. November 1302.

Gott, du Sehnsucht deiner Geschöpfe, es hat dir gefallen,
im Herzen der heiligen Gertrud Wohnung zu nehmen.
Schenke auch uns auf ihre Fürbitte
die Tröstungen deiner Gegenwart,
bringe Licht in das Dunkel unseres Herzens
und lass uns erfahren,
dass du in uns lebst und wirkst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

S. Guistina, Padua

Am Osterdienstag begehrte sie bei der Kommunion vom Herrn, er möge durch dies lebensspendende Sakrament in ihrer Seele jene geistige Verbindung erneuern, in der sie ihm durch den Glauben und die Ordensgelübde und die unversehrte jungfräuliche Keuschheit war vermählt worden.

Der Herr antwortete mit holder Freundlichkeit: "Dies will ich tun".

Und indem er sich herablassend zu ihr neigte, zog er sie in liebevoller Umarmung an sich und drückte ihrer Seele den beseligenden Kuss auf, hierdurch in ihr erneuernd den inneren Geist; und durch die Umarmung drückte er ihrer Brust ein hell glänzendes Geschmeide auf, das mit kostbaren Edelsteinen in wunderbarer Farbenpracht strahlte; dadurch erneuerte er in ihr, was sie in geistlichen Übungen vernachlässigt hatte.
(Gertrud die Große von Helfta, Gesandter der göttlichen Liebe, 310)

Ekstase der hl. Gertrud, Pietro Liberi (1677/78)



Dienstag, 17. November 2020

Gertrud von Helfta

 

rechts vermutlich Gertrud von Helfta, Stift Schlierbach, Oberösterreich

Hl. Luitgard von Tongern (+ 1246)in der Mitte, die vom Arm Jesu umfasst wird, der ihn vom Kreuz gelöst hat, ist eindeutig. Die zweite Zisterzienserin rechts könnte die hl. Gertrud von Helfta (+ 1302) sein, die auch mit einem Äbtissinnenstab dargestellt wird, da sie oft mit der damaligen Äbtissin von Helfta, Gertrud von Hackeborn, identifiziert wurde. Eine weitere Äbtissin mit Stab setzt sich durch die schwarze Kleidung ab. Als zeitgemäße Mystikerin käme die hl. Hildegard von Bingen (+ 1179) in Frage.

(aus: P. Ludwig Keplinger, Ikonographie der Schlierbacher Stiftskirche)

 
Ordensfrau, Mystikerin
Namensdeutung: Speerzauber (germanisch)
Namenstage: Gertrud, Gertrudis, Gertraud, Gesa, Gesine, Gerrie, Gerti, Geesche, Traudel, Trude
Gedenktag: 17. November

Lebensdaten: geboren am 6. Januar 1256, gestorben am 17. November 1302 im Kloster Helfta bei Eisleben

Lebensgeschichte: Gertrud, über deren Herkunft offenbar Stillschweigen herrschte, kam mit fünf Jahren ins Zisterzienserinnenkloster Helfta. Gefördert durch ihre Äbtissin Gertrud und besonders durch ihre ältere Mitschwester Mechthild von Hackeborn erhielt sie eine außergewöhnlich gute Ausbildung in den Freien Künsten sowie in Theologie und war mit den maßgeblichen geistlichen Autoren vertraut. Ab 1270 lebte auch die Mystikerin Mechthild von Magdeburg im Helftaer Konvent.
Am 27. Januar 1281 erfuhr Gertrud ihre erste große Christusvision und verwandelte sich von der „Buchgelehrten“ in eine „Gottesgelehrte“. Sie verfasste Erbauungsbücher mit Auszügen mystischer Autoren und hielt ab 1289 ihre eigenen Schauungen im Gesandten der göttlichen Liebe fest. Darin schilderte sie mit Worten der Heiligen Schrift und der Liturgie und gestützt auf die geistliche Literatur, wie Christus in den Sakramenten der Kirche lebt und wirkt. Sie verkündete besonders das liebende Herz des Erlösers, mit dem das Innerste des Erlösten einen Dialog führt und mit dem es sich wie mit einem Bräutigam vermählt. Gertrud, die bei ihren Arbeiten von ihren Mitschwestern unterstützt und von vielen Menschen als Ratgeberin aufgesucht wurde, starb mit 46 Jahren im Kloster Helfta.

Verehrung: Obwohl sie erst 1678 in den Heiligenkalender aufgenommen wurde, galt Gertrud bereits im 15. Jahrhundert als Krone der deutschsprachigen Mystik und erhielt von Papst Benedikt XIV. den Beinamen „die Große“. Ihre Verehrung wurde 1739 auf die ganze Kirche ausgedehnt. Ab dem 16. Jahrhundert verbreitete sich Gertruds Gesandter als veritabler Bestseller und gegenreformatorisches Heilmittel in die ganze Welt. Nachdem sich der spanische König Philipp II. 1598 auf dem Totenbett daraus vorlesen ließ, wuchs ihre Verehrung vermehrt im spanischsprachigen Raum, weswegen sie schließlich auf Bitten des Königs Philipp IV. zur Patronin der Westindischen Inseln (Antillen) erklärt wurde und ihr Kult auf ganz Lateinamerika überschwappte. Peru begeht den Festtag der Landespatronin besonders festlich.

Darstellung: mit Jesuskind im Herzen und Spruchband „Ihr findet mich im Herzen Gertruds“, häufig auch als Äbtissin

Patronin: von Peru, der Antillen, von Tarragona/Spanien und des Bistums Magdeburg

(Bistum Augsburg

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Acislus und der seligen Salome von Krakau.

Hochaltarbild Franz Werner Tamm, Aufnahme Mariens, darüber der Auferstandene, der ihr
entgegeneilt, Klosterkirche Schlierbach

Freitag, 17. November 2017

Gertrud von Helfta (Gertrud die Große)

Spruchband: in corde gertrudis invenietis me - im Herzen Gertruds werdet ihr mich finden, St. Hildegard, Rüdesheim

Gertrud die Große, Zisterzienserin in Helfta. Gertrud wurde am 6. Jänner 1256 geboren, über Heimat und Elternhaus wissen wir nichts, vielleicht war sie ein Waisenkind. Sie kam mit fünf Jahren nach Helfta, das damals von Gertrud von Hackeborn als Äbtissin geleitet wurde. Die Äbtissin wurde der kleinen Gertrud eine liebevolle Mutter und Förderin, sie ließ das hochbegabte Mädchen in allen sieben freien Künsten unterrichten, später sogar in theologischen Fächern. So wurde Gertrud eine berühmte „Theologa“, die von vielen Gelehrten zu Rate gezogen wurde. Eine Zeitlang verhängte Gott über Gertrud den Zustand geistiger Finsternis und Trockenheit, der sich jedoch als Gnade erwies, denn so wurde sie von den geschaffenen Dingen immer mehr losgelöst.

1281 wurde ihr vom Herrn in einer Vision prophezeit, dass er sie „mit dem Strom seiner göttlichen Lust berauschen werde“. Das war der Anfang einer mystischen Liebes- und Lebensgemeinschaft mit Jesus. 1289 begann Gertrud ihre Visionen niederzuschreiben, ihre beiden Hauptwerke heißen „Gesandter der göttlichen Liebe“ und „Geistliche Übungen“. In Helfta befanden sich damals nicht weniger als vier bedeutende Mystikerinnen: neben Gertrud der Großen noch Gertrud von Hackeborn und deren Schwester Mechtildis von Hackeborn, schließlich als vierte Mechtildis von Magdeburg.

Gertrud nennt als die drei größten Gnaden ihres Lebens
„erstens die fühlbare Gegenwart Christi in ihrem Herzen,
zweitens die Einprägung der fünf Wunden in dasselbe und 
drittens den Herzenstausch zwischen dem göttlichen Bräutigam und ihr.“

Gertrud von Helfta blieb nach außen hin unauffällig, lebte als schlichte Nonne mitten unter den Ihren. Sie starb am 17. November 1302 in ihrem Kloster Helfta.
(Martyrologium Sancrucensis)

Gertrud von Helfta (Braut des Lammes)



Besonders zwei Gnaden stehen über allen anderen, wie Gertrud selber schreibt: „Die Stigmata deiner heilbringenden Wunden, die du mir aufgedrückt hast, und die, wie edle Schmuckstücke, in meinem Herzen die tiefe Wunde der Liebe hinterlassen, mit denen Du Dich gezeichnet hast. Du hast mich mit diesen, deinen seligen Gaben beschenkt, so dass, auch wenn ich tausend Jahre ohne innerlichen oder äußerlichen Trost leben müsste, mir nur die Erinnerung reicht, mich zu erleuchten und mich mit Dankbarkeit zu erfüllen.
Wolltest du mich nochmals in die Tiefe deiner Freundschaft hineinführen und mich auf die verschiedenen Arten in deine erhebendste, heiligste Göttlichkeit hinein nehmen, die Dein göttliches Herz ist (...). Dieser reichen Sammlung von Gütern fügst du noch unsere Fürsprecherin, die heilige Jungfrau Maria hinzu, deine Mutter, und ihrer Fürsprache habe ich mich empfohlen, wie sich die treueste aller Bräute der eigenen Mutter als Braut ihrer Wahl empfehlen könnte"(ebd., II, 23.S. 145).
 
Die ewige Kommunion erwartend, vollendete sie ihr irdisches Leben am 17. November des Jahres 1301 oder 1302, im Alter von 46 Jahren. In der siebten Übung zur Vorbereitung des Todes schrieb die hl. Gertrud:
„O Jesus, Du, der Du mir so unendlich lieb bist,
mögest du immer bei mir sein,
weil mein Herz bei Dir bleibt
und bewahre deine Liebe für mich,
ohne die Möglichkeit der Trennung.
Mein Scheiden sei von Dir gesegnet,
sodass mein Geist, befreit von den Fesseln des Fleisches,
sofort in Dir seine Ruhe findet. Amen
(Exerzitien, Mailand 2006, S. 148).

(Benedikt XVI., Generalaudienz am 6. Oktober 2010)


St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen, ganz rechts die hl. Gertrud