geboren um 1233 zu Viterbo, wurde 1250, von einer schweren Krankheit
wunderbar genesen, Franziskaner-Terziarin. Mit einem Kreuz und unter
geistlichen Gesängen zog sie durch die Stadt und rief zum Gebet für die
Nöte der Christenheit sowie zur Treue gegen die Kirche auf. Zeitweise
verbannt, bat Rosa vergeblich nach ihrer Rückkehr um Aufnahme in das
Klarissen-Kloster zu Viterbo. Nach ihrem Tod vor dem 25. November 1252
wurde ihr Leib 1258 in die Klarissenkirche übertragen. Der 4. September
ist der Translationstag.
dargestellt im Franziskaner-Terziarinnenhabit mit Körbchen, Brot und Rosen. Wallfahrt in Viterbo.
Bonaventura, Fresko in der Franziskanerkirche in Hall in Tirol
Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung:glückliche Fügung (it.)
Namenstage:Bonaventura, Bonaventure, Ventura, Bona
Gedenktag:15. Juli
Lebensdaten: geboren 1221 in Bagnoregio bei Viterbo, gestorben am 15. Juli 1274 in Lyon
Lebensgeschichte: Als Giovanni da Fidanza geboren, soll Bonaventura seinen Namen von Franz von Assisi
erhalten haben. Als seine Mutter ihm den Jungen brachte, um ihm zu
zeigen, wie sein Segen das schwerkranke Kind geheilt hatte, rief
Franziskus aus: „O buona ventura – Welch glückliche Fügung!“ Sein
Vater, ein Arzt, schickte ihn zum Studium nach Paris, wo er 1243 in den
Franziskanerorden eintrat und selber an der Universität zu lehren
begann. 1257 wurde er gemeinsam mit Thomas von Aquin
zum Doktor der Theologie promoviert. Im selben Jahr wurde Bonaventura
Generalminister des Ordens, den ein Streit zwischen den Parteigängern
einer endzeitlichen, radikalen Armut (Spiritualen) und denen einer
gemäßigten Entwicklung sowie Wissenschaft (Konventualen) zu zerreißen
drohte. Bonaventura überarbeitete die Ordensstatuten und beseitigte die
Missverständnisse innerhalb des Ordens, indem er die einzig authentische
Biographie des heiligen Franziskus veröffentlichte und konkurrierende
einziehen ließ. Einen 1265 angebotenen Bischofssitz lehnte er ab, um
sich in Paris der Verteidigung der neuen, misstrauisch beäugten
Bettelorden zu widmen. Dort entstanden aus Universitätspredigten einige
Werke, die zusammen mit seinen früheren Vorlesungen zu den theologischen
Höhepunkten des Mittelalters zählen. 1271 wurde nach einer langen
Sedisvakanz und auf seinen Rat hin Gregor X. zum Papst gewählt, der
Bonaventura zum Kardinalbischof von Albano ernannte und ihn mit der
Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon betraute, das die
Wiedervereinigung der lateinischen mit der byzantinischen Kirche zu
beraten hatte. Kurz vor dem erfolgreichen Abschluss des Konzils starb
Bonaventura am 15. Juli 1274 in Lyon.
Verehrung:
Als 1434 seine Gebeine in die neue Franziskanerkirche übertragen wurden,
die heute seinen Namen Saint-Bonaventure trägt, war sein Haupt
vollständig erhalten, was seine Verehrung sehr gefördert hat. 1482 wurde
Bonaventura heiliggesprochen und 1588 zum Kirchenlehrer erhoben. Darstellung: als Franziskaner, als Bischof, mit Kardinalshut am Baum, Kruzifix, mit Engel und Hostie Patron: von Lyon, der Franziskaner, Arbeiter, Theologen, Lastenträger, Seifensieder und Kinder
(Bistum Augsburg)
Wer
seine Augen entschieden und ausschließlich auf Christus richtet und ihn
dabei am Kreuz hängend betrachtet, und zwar mit Glauben, Hoffnung und
Liebe, mit Ergebenheit und Bewunderung, mit Freude und Dankbarkeit, mit
Lobpreis und Jubel – der feiert mit ihm das Passahfest, das bedeutet: er
bricht auf, um das Rote Meer mit dem Stab des Kreuzes zu durchqueren
(vgl. Ex 14, 16). Er lässt Ägypten hinter sich und zieht in die Wüste,
um dort das „verborgene Manna“ (Offb 2, 17) zu kosten und mit Christus
im Grab zu ruhen: äußerlich als Toter, aber als einer, der – soweit es
ihm seine Fortschritte erlauben – das erfährt, was Christus zum
Schächer, der wie er am Kreuz hing, gesagt hat: „Heute noch wirst du mit
mir im Paradies sein“ (Lk 23, 43)
Wenn
man bei diesem Hindurchgehen vollkommen sein will, so kommt es darauf
an, auf jedwede intellektuelle Spekulation zu verzichten. Schon jeder
Ansatz von Verlangen muss zu Gott gebracht und in ihm umgewandelt
werden. Hier geht es um das Geheimnis der Geheimnisse, das „nur der
kennt, der es empfängt“ (Offb 2, 17)... Wenn du wissen willst, wie das
vor sich geht, dann frag die Gnade und nicht die Wissenschaft, dein tief
inneres Verlangen und nicht deinen Intellekt, das Seufzen deines Gebets
und nicht deine Leselust. Frag den Gemahl und nicht den Professor, frag
Gott und nicht den Menschen. (Bonventura, Itinerarium mentis ad Deum VII, 1-2, 4, 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, Quelle)
vlnr: Petrus Aureoli, Bonaventura, Papst Sixtus IV., Franziskanerkloster Bozen
Bonaventura, Franziskaner, Bischof, Kardinal und Kirchenlehrer. Bonaventura wurde vor 1221 in der Nähe von Viterbo mit dem Taufnamen Johannes geboren und trat 1243 an seinem Studienort Paris in den Franziskanerorden ein. 1257 wurde er zum Ordensgeneral gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte. Als Ordensgeneral hatte sich Bonaventura mit der strengeren Richtung der Spiritualen und der laxeren Auffassung anderer Ordensgenossen auseinanderzusetzen. Das Wort „Nur die Regel, aber die ganze Regel verpflichtet“ kennzeichnet sein Bestreben, mit Milde und Festigkeit das franziskanische Erbe zu bewahren und die Einheit im Orden zu erhalten. Er kann fast als zweiter Gründer des Ordens gelten.
Bonaventuras Schriften fußen auf den Anschauungen Augustins, mit denen er Gedankengut des Aristoteles geschickt verbindet. Im Mittelpunkt seiner Theologie steht Christus. Als erster trennt Bonaventura die Erklärung der Heiligen Schrift von theologischer Spekulation. Papst Gregor X. berief Bonaventura 1273 als Kardinalbischof von Albano nach Rom, wo er sich der Vorbereitung des zweiten Konzils von Lyon, besonders der Wiedervereinigung mit der griechischen Kirche, widmen sollte. Auf dem Konzil erlebte Bonaventura noch die Wiedervereinigung, starb aber kurz darauf zu Lyon am 15. Juli 1274.
Neben Thomas von Aquin ist Bonaventura, der den Beinamen „Doctor Seraphicus“ erhielt, einer der großen Lehrer der Scholastik. Bonaventura wird im Franziskanerhabit mit Kardinalshut vor einem Schreibpult dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)
Franziskanerkirche Bozen, links das Doktorenfresko, das die großen franziskanischen Universitätsgelehrten zeigt, um 1500
Liebe Brüder und Schwestern!
Wenn ich bei der heutigen Katechese über
den heiligen Bonaventura spreche, so tue ich dies nicht ohne eine gewisse
Nostalgie. Dieser Heilige ist mir im Studium und zu Beginn meiner
wissenschaftlichen Tätigkeit ein hochgeschätztes Vorbild und ein Begleiter
geworden, dem ich Wesentliches für meine geistliche Prägung verdanke. Bonaventura wurde um 1217 in Bagnoregio etwa 80 km nördlich von Rom geboren.
Seine Lebenszeit fällt mitten in jenes 13. Jahrhundert, das sich durch eine
große Blüte des Glaubens, des Wissens und der Kultur auszeichnete. Schon früh
wurde Bonaventura, der mit weltlichem Namen Giovanni Fidanza hieß, von der
Gestalt des heiligen Franz von Assisi, den er persönlich nicht mehr erlebt hat,
berührt. Bonaventura berichtet, dass er als Kind schwer erkrankte. Keiner
konnte ihm helfen. Da rief die Mutter in ihrer Not den gerade
heiliggesprochenen Franziskus zu Hilfe, und der Knabe wurde wieder gesund. Bei
seinem Studium in Paris begegnete Bonaventura dann den Franziskanerbrüdern, die
auch als Professoren an der Universität wirkten. Er war von ihrem Glaubenseifer
und ihrer Bedürfnislosigkeit so fasziniert, dass er selbst in diesen Orden
eintrat. Er hatte im Laufe seines Lebens hohe Ämter inne, er wurde selbst
Professor in Paris, dann Generalminister seines Ordens und schließlich
Kardinal. Bei allem blieb er dem Armutsideal seines Ordens verpflichtet. Die
Leuchtkraft der Kirche, das war seine tiefe Überzeugung, gründet in der
Berufungstreue gerade jener Söhne und Töchter, die nicht nur die Gebote Gottes
in die Tat umsetzen, sondern durch ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam
dafür Zeugnis ablegen, dass das Evangelium Quelle der Freude und des erfüllten
Lebens ist. Als bedeutender Theologe nahm Bonaventura schließlich an den
Vorbereitungen zum 2. Konzil von Lyon teil. Dort wirkte er maßgeblich an
Verhandlungen um eine Versöhnung der griechischen und der lateinischen Kirche
mit. Er konnte noch die Union erleben und starb dann 1274 in Lyon. (Zusammenfassung der 1. Generalaudienz über den hl. Bonaventura, Papst Benedikt XVI., 3.3.2010) 1. Katechese von Papst Benedikt XVI über Bonaventura