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Donnerstag, 4. September 2025

Rosa von Viterbo

 Statue der hl. Rosa beim Stadttor von Viterbo

 


Rosa v. Viterbo, bitte für uns

geboren um 1233 zu Viterbo, wurde 1250, von einer schweren Krankheit wunderbar genesen, Franziskaner-Terziarin. Mit einem Kreuz und unter geistlichen Gesängen zog sie durch die Stadt und rief zum Gebet für die Nöte der Christenheit sowie zur Treue gegen die Kirche auf. Zeitweise verbannt, bat Rosa vergeblich nach ihrer Rückkehr um Aufnahme in das Klarissen-Kloster zu Viterbo. Nach ihrem Tod vor dem 25. November 1252 wurde ihr Leib 1258 in die Klarissenkirche übertragen. Der 4. September ist der Translationstag.

dargestellt im Franziskaner-Terziarinnenhabit mit Körbchen, Brot und Rosen. Wallfahrt in Viterbo.

(domradio

S. Francesco, Viterbo

Mittwoch, 15. Juli 2020

Wer seine Augen entschieden auf Christus richtet (Bonaventura)

Bonaventura, Fresko in der Franziskanerkirche in Hall in Tirol

Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: glückliche Fügung (it.)
Namenstage: Bonaventura, Bonaventure, Ventura, Bona
Gedenktag: 15. Juli
Lebensdaten: geboren 1221 in Bagnoregio bei Viterbo, gestorben am 15. Juli 1274 in Lyon

Lebensgeschichte: Als Giovanni da Fidanza geboren, soll Bonaventura seinen Namen von Franz von Assisi erhalten haben. Als seine Mutter ihm den Jungen brachte, um ihm zu zeigen, wie sein Segen das schwerkranke Kind geheilt hatte, rief Franziskus aus: „O buona ventura – Welch glückliche Fügung!“
Sein Vater, ein Arzt, schickte ihn zum Studium nach Paris, wo er 1243 in den Franziskanerorden eintrat und selber an der Universität zu lehren begann. 1257 wurde er gemeinsam mit Thomas von Aquin zum Doktor der Theologie promoviert. Im selben Jahr wurde Bonaventura Generalminister des Ordens, den ein Streit zwischen den Parteigängern einer endzeitlichen, radikalen Armut (Spiritualen) und denen einer gemäßigten Entwicklung sowie Wissenschaft (Konventualen) zu zerreißen drohte. Bonaventura überarbeitete die Ordensstatuten und beseitigte die Missverständnisse innerhalb des Ordens, indem er die einzig authentische Biographie des heiligen Franziskus veröffentlichte und konkurrierende einziehen ließ. Einen 1265 angebotenen Bischofssitz lehnte er ab, um sich in Paris der Verteidigung der neuen, misstrauisch beäugten Bettelorden zu widmen. Dort entstanden aus Universitätspredigten einige Werke, die zusammen mit seinen früheren Vorlesungen zu den theologischen Höhepunkten des Mittelalters zählen.
1271 wurde nach einer langen Sedisvakanz und auf seinen Rat hin Gregor X. zum Papst gewählt, der Bonaventura zum Kardinalbischof von Albano ernannte und ihn mit der Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon betraute, das die Wiedervereinigung der lateinischen mit der byzantinischen Kirche zu beraten hatte. Kurz vor dem erfolgreichen Abschluss des Konzils starb Bonaventura am 15. Juli 1274 in Lyon.

Verehrung: Als 1434 seine Gebeine in die neue Franziskanerkirche übertragen wurden, die heute seinen Namen Saint-Bonaventure trägt, war sein Haupt vollständig erhalten, was seine Verehrung sehr gefördert hat. 1482 wurde Bonaventura heiliggesprochen und 1588 zum Kirchenlehrer erhoben.
Darstellung: als Franziskaner, als Bischof, mit Kardinalshut am Baum, Kruzifix, mit Engel und Hostie
Patron: von Lyon, der Franziskaner, Arbeiter, Theologen, Lastenträger, Seifensieder und Kinder
(Bistum Augsburg)




  
Wer seine Augen entschieden und ausschließlich auf Christus richtet und ihn dabei am Kreuz hängend betrachtet, und zwar mit Glauben, Hoffnung und Liebe, mit Ergebenheit und Bewunderung, mit Freude und Dankbarkeit, mit Lobpreis und Jubel – der feiert mit ihm das Passahfest, das bedeutet: er bricht auf, um das Rote Meer mit dem Stab des Kreuzes zu durchqueren (vgl. Ex 14, 16). Er lässt Ägypten hinter sich und zieht in die Wüste, um dort das „verborgene Manna“ (Offb 2, 17) zu kosten und mit Christus im Grab zu ruhen: äußerlich als Toter, aber als einer, der – soweit es ihm seine Fortschritte erlauben – das erfährt, was Christus zum Schächer, der wie er am Kreuz hing, gesagt hat: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23, 43)

Wenn man bei diesem Hindurchgehen vollkommen sein will, so kommt es darauf an, auf jedwede intellektuelle Spekulation zu verzichten. Schon jeder Ansatz von Verlangen muss zu Gott gebracht und in ihm umgewandelt werden. Hier geht es um das Geheimnis der Geheimnisse, das „nur der kennt, der es empfängt“ (Offb 2, 17)... Wenn du wissen willst, wie das vor sich geht, dann frag die Gnade und nicht die Wissenschaft, dein tief inneres Verlangen und nicht deinen Intellekt, das Seufzen deines Gebets und nicht deine Leselust. Frag den Gemahl und nicht den Professor, frag Gott und nicht den Menschen.
(Bonventura, Itinerarium mentis ad Deum VII, 1-2, 4, 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, Quelle)


 Das Doktorenfresko in der Franziskanerkirche Bozen (Katechesen von Papst Benedikt XVI.)


Montag, 15. Juli 2019

Bonaventura


vlnr: Petrus Aureoli, Bonaventura, Papst Sixtus IV., Franziskanerkloster Bozen

Bonaventura, Franziskaner, Bischof, Kardinal und Kirchenlehrer. Bonaventura wurde vor 1221 in der Nähe von Viterbo mit dem Taufnamen Johannes geboren und trat 1243 an seinem Studienort Paris in den Franziskanerorden ein. 1257 wurde er zum Ordensgeneral gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod ausübte. Als Ordensgeneral hatte sich Bonaventura mit der strengeren Richtung der Spiritualen und der laxeren Auffassung anderer Ordensgenossen auseinanderzusetzen. Das Wort „Nur die Regel, aber die ganze Regel verpflichtet“ kennzeichnet sein Bestreben, mit Milde und Festigkeit das franziskanische Erbe zu bewahren und die Einheit im Orden zu erhalten. Er kann fast als zweiter Gründer des Ordens gelten.
Bonaventuras Schriften fußen auf den Anschauungen Augustins, mit denen er Gedankengut des Aristoteles geschickt verbindet. Im Mittelpunkt seiner Theologie steht Christus. Als erster trennt Bonaventura die Erklärung der Heiligen Schrift von theologischer Spekulation. Papst Gregor X. berief Bonaventura 1273 als Kardinalbischof von Albano nach Rom, wo er sich der Vorbereitung des zweiten Konzils von Lyon, besonders der Wiedervereinigung mit der griechischen Kirche, widmen sollte. Auf dem Konzil erlebte Bonaventura noch die Wiedervereinigung, starb aber kurz darauf zu Lyon am 15. Juli 1274.
Neben Thomas von Aquin ist Bonaventura, der den Beinamen „Doctor Seraphicus“ erhielt, einer der großen Lehrer der Scholastik. Bonaventura wird im Franziskanerhabit mit Kardinalshut vor einem Schreibpult dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Franziskanerkirche Bozen, links das Doktorenfresko, das die großen franziskanischen Universitätsgelehrten zeigt, um 1500


Liebe Brüder und Schwestern!

Wenn ich bei der heutigen Katechese über den heiligen Bonaventura spreche, so tue ich dies nicht ohne eine gewisse Nostalgie. Dieser Heilige ist mir im Studium und zu Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit ein hochgeschätztes Vorbild und ein Begleiter geworden, dem ich Wesentliches für meine geistliche Prägung verdanke.
Bonaventura wurde um 1217 in Bagnoregio etwa 80 km nördlich von Rom geboren. Seine Lebenszeit fällt mitten in jenes 13. Jahrhundert, das sich durch eine große Blüte des Glaubens, des Wissens und der Kultur auszeichnete. Schon früh wurde Bonaventura, der mit weltlichem Namen Giovanni Fidanza hieß, von der Gestalt des heiligen Franz von Assisi, den er persönlich nicht mehr erlebt hat, berührt. Bonaventura berichtet, dass er als Kind schwer erkrankte. Keiner konnte ihm helfen. Da rief die Mutter in ihrer Not den gerade heiliggesprochenen Franziskus zu Hilfe, und der Knabe wurde wieder gesund.
Bei seinem Studium in Paris begegnete Bonaventura dann den Franziskanerbrüdern, die auch als Professoren an der Universität wirkten. Er war von ihrem Glaubenseifer und ihrer Bedürfnislosigkeit so fasziniert, dass er selbst in diesen Orden eintrat. Er hatte im Laufe seines Lebens hohe Ämter inne, er wurde selbst Professor in Paris, dann Generalminister seines Ordens und schließlich Kardinal. Bei allem blieb er dem Armutsideal seines Ordens verpflichtet. Die Leuchtkraft der Kirche, das war seine tiefe Überzeugung, gründet in der Berufungstreue gerade jener Söhne und Töchter, die nicht nur die Gebote Gottes in die Tat umsetzen, sondern durch ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam dafür Zeugnis ablegen, dass das Evangelium Quelle der Freude und des erfüllten Lebens ist. Als bedeutender Theologe nahm Bonaventura schließlich an den Vorbereitungen zum 2. Konzil von Lyon teil. Dort wirkte er maßgeblich an Verhandlungen um eine Versöhnung der griechischen und der lateinischen Kirche mit. Er konnte noch die Union erleben und starb dann 1274 in Lyon.
(Zusammenfassung der 1. Generalaudienz über den hl. Bonaventura, Papst Benedikt XVI., 3.3.2010) 

1. Katechese von Papst Benedikt XVI über Bonaventura

2. Katechese über Bonaventura

3. Katechese über Bonaventura



Apsis der Bozener Franziskanerkirche