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Samstag, 9. Dezember 2023

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns

 

Juan Diega, während der Erscheinung links, rechts vor dem Bischof, Votivkirche

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 

Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Montag, 12. Dezember 2022

Unsere Liebe Frau von Guadalupe - ein Bild bekehrt Millionen

 

Altar der Jungfrau von Guadalupe in der Wiener Votivkirche,

Bild
Quelle für Text und Bild

Warum dieses Bild Millionen bekehrte

Durch dieses Bild wandten sich innerhalb kürzester Zeit Millionen von Indigenen dem Glauben der katholischen Kirche zu. Aber warum? Hernand Cortéz und seine Soldaten hatten keinen Erfolg mit dem vergeblichen Versuch, den Samen des Glaubens mit Ihren Waffen in die Herzen der Ureinwohner zu säen.

Sie sahen die schrecklichen Menschenopfer der Azteken und wie den Menschen bei lebendigem Leib das Herz aus der Brust gerissen wurde, um so die Götter der Azteken zu beschwichtigen. Sie wollten diesem Treiben ein Ende setzen und versuchten es mit Feuer und Schwert, ja mit Gewalt.

Sie hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, das Volk der Azteken war dadurch ganz und gar verletzt, es fühlte sich seiner Kultur beraubt, verwirrt, verzweifelt. Die Kluft zwischen Cortéz´ Soldaten und den Indigenen wurde immer größer, die Gräben und Wunden immer einschneidender.

Missionare suchten Zugang über Sprache und Kultur

Neben den Soldaten des Cortéz versuchte auch eine Gruppe von Franziskanermissionaren den Glauben an den wahren Gott zu verbreiten. Sie hatten nichts gemein mit den Gewalttaten der Soldaten und deren Gier nach Gold – das es in Mexiko im Überfluss gab – sondern versuchten, durch das mühselige Erlernen der Nahuatl-Sprache und des Studiums ihrer Kultur, einen Zugang zu den Azteken zu finden. Es war ein sehr friedliches Miteinander, das jedoch anfangs sehr wenig Früchte hervorbrachte. Allerdings gab es schon damals einige erste Konvertiten, zu denen auch Juan Diego zählte.

In diese furchtbare und leidvolle Stille hinein kam nun die Wärme der Mutter. Dieses Bild sprach seine eigene Sprache zu den Azteken: Es holte sie in ihrer Kultur ab.

War es das Bild des 12. Kapitels der Offenbarung des Johannes in der Heiligen Schrift, wie es die Eroberer, die Soldaten von Hernand Cortéz, interpretierten? Es war diesem so ähnlich: "Und es erschien am Himmel ein großes Zeichen: eine Frau, umkleidet mit der Sonne, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen; und sie ist schwanger und schreit in Wehen und Geburtswehen."

Die Azteken hingegen konnten in diesem Bild "wie in einem Bilderbuch lesen, es hatte mit ihrer Kultur, mit ihrem Glauben, mit ihrer Sprache, mit ihrer Bildersprache zu tun."

Das Bild erschloss den Ureinwohnern den Glauben

Mit dieser Frage hat sich Pater Maria Rojas Sanchéz, einer der bekanntesten Guadalupeforscher Mexikos und unserer Zeit, auseinandergesetzt. Er spricht nicht nur die alte mexikanische Nahuatl-Sprache, sondern hat sich auch intensiv mit der Kultur der Azteken befasst.

Er beschreibt die Bekehrung der Indigenen durch die Marienerscheinung als Erklärungsmuster, dass den Ureinwohnern nun alles in diesem Bild erschließen konnte. Das Abbild einer  Mutter und Frau, die vor der Sonne stand, die stärker war als ihr Sonnengott Huitzlipochtli.

Die Religion der Azteken hatte einen primitiven Opferkult zum Mittelpunkt: Lebendigen Leibes wurde den Opfern das Herz herausgerissen. Ihr Blut sollte helfen, die Herrschaft des Kriegsgottes Huitzlipochtli aufrechtzuerhalten. Nach ihrem Glauben standen die Götter im Kampf miteinander und bedurften der Beschwichtigung durch Menschenopfer. Auf vielen Bildern in der Aztekenwelt wurde ein Kolibri abgebildet, der Herz und Blut der Opfer zu den Göttern gen Himmel trug. Nun jedoch deutete diese erhabene Frau darauf hin, dass sie diesen blutrünstigen Gott besiegt hatte.

Pater Mario Rojas Sanchéz, der Jahrzehnte seiner Forschung diesem Bild widmete, erwähnt, dass dem Glauben der Ureinwohner zufolge Huitzlipochtli den vorherigen Herrscher Quetzalcóatl, den gefiederten Schlangengott, aus dem Land vertrieben hatte.

Damit war für die Azteken das Zeitalter "der dritten Sonne" zu Ende. Für die Azteken war der wachsende Mond ein Symbol für Quetzalcóatl, die gefiederte Schlange, die unter anderem auch mit dem "weißen Gott" in Verbindung gebracht wurde, über den eine Legende existierte.

Prophetien, die es schon lange vor der Ankunft der Spanier gab, wiesen darauf hin, dass auch die Zeit der "vierten Sonne" bald zu Ende sein würde, und ein "weißer Gott” kommen werde.

Die schöne Frau auf dem Bild steht auf der Sichel des Mondes. Diese Mondsichel hatte für die Ureinwohner mehrere Bedeutungen. Sie verkörperte unter anderem ihren gefiederten Schlangengott. Diese Dame war also stärker als Ihr Schlangengott, diese “Mestiza", also “Mischling”, die mit dem Sternenhimmel bekleidet war. Ja, der ganze Kosmos und die Sternenwelt dienten ihr als Mantel, alles diente ihr.

Nicht nur war diese tief türkis-grüne Farbe die Farbe der Fürsten, der Könige, Prinzen und Prinzessinnen, sonder auch die Farbe der Jungfräulichkeit. Sie war für sie eine noble Dame, eine "Cihuapilli". Sie wussten also, dass es sich bei dieser schönen "Mestiza" um eine Jungfrau handelte. Die türkise Farbe und die Strahlenmandorla wies auch auf das kostbarste des "Himmels und der Erde" hin.  

Aber wer war dann diese Frau? War sie für die Azteken eine Göttin?

Nein, sie stand geneigten Hauptes auf der Sichel des Mondes. Nicht nur das, sie betete mit ihren in aller Andacht gefalteten Händen an! Aber wen? Wen betete sie denn an? Für die Azteken, die in diesem Bild wie in einem Bilderbuch lesen konnten war es eindeutig.

Diese Dame trägt eine Brosche, auf der ein Kreuz abgebildet ist. Es war wiederum das gleiche Kreuz, das die Spanier, als sie in Veracruz Anker legten, auf der Flagge trugen und das sie auf den wahren Gott hinwies, von dem sie schon durch die Prophetie hörten: die Rückkehr des weißen Gottes Quetzalcóatls.  

Nahui Ollin ist die einzige vierblättrige Blume in diesem Bild, die sich auf Ihrem Kleid, unter den schwarzen Bändern finden lässt. Diese Blume deutete auf den unbekannten Gott hin, auf den einen wahren Gott, der kommen wird. Sie hatte in der Aztekensprache mehr als 80 Bedeutungen wie: der Gott über alle vier Himmelsrichtungen, er, der das Nahe und Nächste beherrscht, den Himmel und die Erde, Schöpfer der Personen.

Hinzu kommt, dass die Azteken erkannten, dass die "Morenita" (die kleine Braungebrannte) ein Kind unterm Herzen trägt. Denn jede Aztekenfrau trug, wenn sie schwanger war, solch ein schwarzes Band, wie auf dem Bild sichtbar.

Also war es klar: sie war schwanger! Es ist auch unverkennbar auf dem Bild zu sehen, dass das schwarze Band etwas hinaufgerutscht ist und sich eine Wölbung in der Bauchgegend abzeichnet. Sie trug also den Erlöser, den wahren Gott in sich. Sie selber war also keine Göttin, sie betete IHN an.

Sie erkannten in ihr also nicht nur eine Jungfrau, sondern sie war auch Mutter und Mutter des bis dahin unbekannten, einen, wahren Gottes.

Pater Mario Rojas Sanchéz fügt hinzu: "Die weißen Hermelinärmel, Teil des Unterkleides der Morenita, deuteten auf den Erlöser hin. Immer wenn die Franziskaner die Messe feierten, sprachen sie von dem "Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt", indem sie die weiße Hostie hoch erhoben. Die Azteken konnten sich darunter gar nichts vorstellen, da sie keine Lämmer kannten. Erst als die Spanier die Lämmer aus Europa mitbrachten, wussten Sie, was gemeint war. Es war für Sie eine ganz neue Erfahrung und sie verglichen die Lämmer mit Baumwolle, nannten die Lämmer die "hüpfende Baumwolle". Die weiße Hostie, das Lamm Gottes erinnerte sie an die weißen Ärmel Mariens. Diese Frau also trug also das Lamm Gottes in Ihrem Schoß und ihre anbetenden Hände deuteten darauf hin."

Dass in diesem Bild sehr viele wunderbare Entdeckungen gemacht wurden, würde viele Kapitel eines Buches füllen.

Angefangen vom bärtigen Mann, der in den Pupillen der Augen der Jungfrau von Guadalupe sichtbar ist und mittels modernster  Technologie wissenschaftlich erforscht wurde. Dann die Sternenwelt auf dem Mantel, die identisch ist mit dem Sternenhimmel des 12. Dezembers 1531, dem Zeitpunkt der Erscheinung. Die Farben, die nicht aus dieser Welt stammen, die Tilma auf der das Bild wie eingebrannt ist, besteht aus Kakteenfasern, einem groben Stoff, der spätestens innerhalb 25 Jahren verwesen müsste.

Diese Tilma ist jedoch heute noch so intakt, als ob das Wunder sich erst ereignet hätte. Die perfekte Symmetrie, die man im Bild im Blick auf den Goldenen Schnitt bewundern kann, selbst die Blumen haben ihre tiefere Bedeutung, abgesehen von den unzähligen übernatürlichen Wundern, die dieses Bild und die Erscheinungen von Guadalupe begleiteten. Pater Sanchez erklärt:

Als Maria das erste Mal Juan Diego erschien, "rief sie (Maria) ihn an, dass er sich ihr nähere. Als er ihr näherkam, ward er zutiefst ergriffen über ihre Würde. Ihr Gewand strahlte wie die Sonne, löste sich wie in Strahlen auf. Der Stein, der Vorsprung auf dem sie stand, strahlte nur so. Ihr Glanz war wie Edelstein, wie der schönste Smaragd. Die Erde strahlte aus dem Nebel in allen Farben des Regenbogens. Die Disteln und Nopalkakteen und das andere Gewächs, das dort vorkommt, schienen von Smaragd und ihre Blätter von Türkis zu sein. Ihr Stamm aber und ihre Stacheln leuchteten wie Gold.

Er neigte sich zu Boden vor ihrer Gegenwart, horchte auf ihren Hauch, ihr Wort, das strahlte vor Herrlichkeit und doch zugleich liebenswürdig war, ihn anzog und erhob. Und sie sagte: "Höre, kleinster meiner Söhne, lieber Juan, wo gehst du denn hin?" Und er antwortete: "Meine Herrin, Königin, meine Schönste, ich gehe hin in Dein Haus nach Tlatilolco, um den Unterricht zu empfangen von denen, die das Bild unseres Herrn Jesus Christus sind, den Priestern. "

Dann spricht sie mit Juan, übersetzt Pater Sanchez aus dem Nican Mopohua, dem aztekischen Text.

"Wisse und sei dessen ganz sicher, du kleinster meiner Söhne, dass ich die Heilige Jungfrau Maria bin, die Mutter des einen wahren Gottes, durch den wir das Leben empfangen, den Schöpfer der Personen, der das Nahe und das Nächste beherrscht, den Himmel und die Erde.

Mein ganz besonderer Wunsch ist, dass man IHM hier ein Heiliges Haus errichte.

Hier werde ich IHN zeigen, erhöhen und offenbaren. Ich werde IHN verschenken an die Menschen mit meiner ganz persönlichen Liebe, in meinem erbarmenden Blick, durch meine Hilfe, in der Kraft der Erlösung, die mir zuteil geworden ist.

Denn ich bin in Wahrheit eure erbarmende Mutter; deiner und aller Menschen, die ihr auf dieser Erde eins seid; ja der verschiedensten Arten von Menschen, die mich lieben, die mich anrufen, die mich suchen und mir vertrauen. Denn hier werde ich hören auf ihre Klage, ihre Traurigkeit, um ihr abzuhelfen, um alle ihre Not, Bedrängnis und ihren Schmerz zu heilen."

Das ist die Hauptbotschaft von Guadalupe. Durch Bild und Wort konnte Maria so die Herzen einer ganzen Nation gewinnen. Innerhalb weniger Jahre bekehrten sich acht bis neun Millionen Azteken. Die Franziskaner mussten Massentaufen abhalten, da sie dem großen Andrang nicht mehr stand halten konnten. Alle wollten sie Kinder des einen wahren Gottes sein. Alle wollten sie in ihrer mütterlichen Liebe geborgen sein. Bis heute ist Guadalupe der größte Wallfahrtsort der Welt.
(von Christine Hein-Moosbrugger auf CNA)

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 

Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns!

Freitag, 10. März 2017

Der Prophet Ezechiel

Die Sixtina in der Votivkirche, Wien



Lesung aus dem Buch Ezechiel
So spricht Gott, der Herr: Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben.
Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?
Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.
Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig. Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.
Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.
(Ezechiel 18,21-28, Lesung vom Freitag der 1. Fastenwoche)



Ezechiel, die Größe der Darstellung entspricht dem Original in der Sixtinischen Kapelle

Freitag, 9. Dezember 2016

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche



Am 9. Dezember ist im Jahr 1531 die Mutter Gottes dem hl. Juan Diego in Guadalupe erschienen. Paul Badde beschreibt die Begegnung in seinem Buch "Maria von Guadalupe":


Und während sich die letzte Stimme noch verlor, hörte er, wie nach ihm gerufen wurde. Von der Spitze des Gipfels rief man ihn: Kleiner Juan, Juanitzin! Diegotzin! Da machte er sich auf, dem Ruf zu folgen.
Nichts verwirrte sein Herz, nichts ängstigte ihn. Er fühlte sich nur sehr froh, sehr glücklich. Eilig stieg er den Weg hinauf, um zu sehen, wer ihn gerufen hatte. Als er die Höhe erreicht hatte, sah er eine edle Dame auf dem Gipfel des Hügels stehen. Sie bedeutete ihm, näher zu treten. Als er aber vor ihr stand, überwältigte ihn ihre Schönheit, die alles übertraf, was er je gesehen hatte. Sie war vollkommen. Ihr Gewand leuchtete wie die Sonne. Der Stein und die Felsen, auf denen sie stand, funkelten unter ihren Strahlen wie schimmerndes Geschmeide aus reinstem Smaragd. Die Erde leuchtete um sie herum wie ein Regenbogen im Nebel. Die Kakteen, die Nopales und die übrigen Kräuter, die am Boden wucherten, blitzten strahlend grün wie Smaragde. Das Blattwerk leuchtete blau wie Türkis. Die Strünke, Zweige, Dornen und Stacheln glitzerten golden im Morgenlicht.
Da warf er sich vor ihr nieder und lauschte den Worten ihrer Stimme. Friede und Liebe gingen von ihr aus. Unwiderstehlich zog ihre Zärtlichkeit ihn zu sich heran.

 "Höre, Juantzin, Juanito, mein Kleinster!" sagte sie: "Kleinster meiner Söhne! Wo willst du hin?"

Er antwortete: "Meine Herrin! Königin! Mi niña! Mein Kleines, mein Töchterlein, mein Mädchen! Dort drüben geh ich hin. Ich geh zu deinem Häuschen nach Mexico-Tlatelolco. Da will ich Gott dienen und ehren, wie seine Priester es uns lehren, die hier unseren Herrn vertreten."

Unmittelbar nach diesen Worten enthüllte sie ihm ihren kostbaren Willen und sprach:

"Präge dir Folgendes gut ein, Allerkleinster meiner Söhne! Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des Leben spendenden Schöpfers aller Menschen. Er ist der Herr des Nahen und des Fernen, des Himmels und der Erde. Ich wünsche mir sehr, dass mir hier ein Heiligtum errichtet wird, wo ich ihn zeigen, preisen und für immer bezeugen kann. Hier werde ich den Menschen meine ganze Liebe geben, meinen erbarmenden Blick, meine Hilfe, meinen Trost, meine Rettung. Denn ich bin wahrhaftig eure mitleidende Mutter: deine Mutter und die aller Menschen, die dieses Land bewohnen - wie auch die Mutter aller übrigen Stämme und Menschen, die mich lieben, rufen und anflehen.
Ich bin die Mutter all derer, die mich suchen und mir vertrauen. Hier werde ich ihr Weinen und ihr Klagen hören. Hier werde ich sie in ihrer Trauer trösten und all ihre Schmerzen lindern. Hier werde ich sie heilen in ihrer Pein, ihrem Elend und Leid. Um nun aber auszuführen, was meine mitleidigen und barmherzigen Augen vorhaben, geh zum Bischof von Mexiko. Sag ihm, dass ich dich geschickt habe, und eröffne ihm, mit welcher Sehnsucht es mich danach verlangt, hier eine Heimstatt zu haben. An dieser flachen Stelle soll er mir ein Heiligtum errichten. Sag ihm das alles und erzähle, was du hier gesehen, bewundert und gehört hast.
Sei dir sicher, dass ich dich reich belohnen und entlohnen werde: Ich werde es dir zu danken wissen. Ja, ich werde dich glücklich machen und dir viel Freude schenken. Denn das Verdienst, das du mit diesem Dienst erwirbst, ist groß. Entsprechend werde ich dir deine Mühe vergelten. Und nun geh, um den Auftrag auszuführen, den ich dir erteilt habe. Jetzt, mein Allerkleinster, hast du die Worte meines Atems gehört. Jetzt geh und tu deinen Teil."


in der Mitte die Guadalupe-Kaplle, Votivkirche

Am 18. Februar 1853 verübte der Ungar Libeny ein Attentat auf den jungen Kaiser Franz Josef I. (1848-1916). Der Kaiser blieb unverletzt. Aus Dank für die Errettung rief sein Bruder Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko, zu Spenden für die Erbauung einer Kirche auf. Der Name der Kirche, Votivkirche, weist auf den Anlaß des Baues hin.
Das Gnadenbild von Guadalupe wurde von Kardinal Innitzer 1954 gesegnet. Der Maler schuf später auch das dazugehörige Fenster, das die Ereignisse der Erscheinungen von Guadalupe darstellt.






Die Schrift am unteren Bildrand aus der Offenbarung des Johannes: " Es erschien ein großes Zeichen am Himmel. Ein Weib mit der Sonne bekleidet" (Offb. 12). In der Mitte des Fensters ist die Mutter Gottes in einem Medaillon abgebildet, so wie sie in der Apokalypse beschrieben wird. Links kniet Juan Diego, das Abbild Mariens hat sich bereits in sein Gewand (Tilma) geprägt. Zu Füßen Mariens wachsen Rosen, selbst die Steine erblühen zu Rosen. Im rechten Feld empfängt der Bischof Juan, der seinen Mantel öffnet und das Bild sichtbar macht.

Unterhalb der Mutter Gottes enthüllen zwei Engel das Herz Mariens, in das sich die Gnaden des Heiligen Geistes (in der Gestalt der Taube) ergießen.

Darüber ist das göttliche Jesuskind sichtbar, das auf der Weltkugel steht und der Schlange den Kopf zertritt. Das strahlende Kreuz macht deutlich, das sich durch das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus der Sieg über Sünde, Tod und Teufel verwirlicht.

Links von Jesus sieht Johannes, der Lieblingsjünger, liebevoll auf Maria. Rechts zeigt Johannes der Täufer auf Jesus: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.




Es wundert nicht, dass der Bau dieser Kirche zwanzig Jahre gedauert hat:








Votivkirche bei Sonnenuntergang