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Donnerstag, 7. Mai 2026

Die Reliquie der sel. Gisela von Ungarn in der Kathedrale von Veszprém

 Am Grab der seligen Gisela in Passau


Reliquie der sel. Gisela, Kathedrale St. Michael, 



Königin, Äbtissin
Namensdeutung: die Geisel (althochdeutsch)
Namenstage: Gisela, Gisella, Giselle, Silke
Gedenktag: 7. Mai

Lebensdaten: geboren um 985 bei Regensburg, gestorben am 7. Mai 1060 in Niedernburg bei Passau

Lebensgeschichte: Gisela war die älteste Tochter des Bayernherzogs Heinrich und die Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Sie wurde in Regensburg im Umfeld des heiligen Wolfgang erzogen und mit zehn Jahren mit dem vielversprechenden ungarischen Königssohn Stephan vermählt.

Während ihrer 40-jährigen Regierungszeit entstand im weithin noch heidnischen Ungarn eine funktionierende kirchliche Hierarchie mit zehn Bistümern, zahlreiche Kirchen und Klöster wurden mit Hilfe deutscher Ordensleute gegründet und reich ausgestattet. Wegen dieser Christianisierungskampagne war das Königspaar nicht überall beliebt.

Nach dem Tod König Stephans im Jahr 1038 wurde Gisela festgesetzt und kam erst vier Jahre später durch König Heinrich III. wieder frei, der sie nach Passau ins Kloster Niedernburg brachte, das ihre Tante Heilika leitete.

1057 wurde sie selber Äbtissin des Klosters, das unter ihrer Leitung reiche Schenkungen erfuhr. In Niedernburg starb sie am 7. Mai 1060.

Verehrung: Eine von ihr gestiftete Kasel mit ihrem Bild war als ungarischer Krönungsmantel in Gebrauch. Besonders verehrt wird sie in Veszprém, wo sie residiert haben soll. Als 1908 ihr Grab im Kloster Niedernburg geöffnet wurde, fand man die Grabplatte aus dem 11. Jahrhundert und das Skelett der Heiligen erhalten.

Darstellung: als Königin, beim Verteilen von Almosen oder mit einem Kirchenmodell, manchmal mit Rosenkranz

 

Kathedrale St. Michael in Veszprem

Selige Gisela, bitte für uns!

Freitag, 18. Januar 2019

Margarita von Ungarn (aus dem Brief zur Heiligsprechung, Teil II)

Margarita von Ungarn, St. Michael - Veszprem

Fortsetzung von hier:

Auf diese Weise dem Bräutigam der Jungfrauen geweiht, versuchte sie unermüdlich durch Verachtung ihres Leibes dem König der Märtyrer gleich zu werden. Stets einfach gekleidet, fand sie Gefallen daran, niedrige Arbeiten zu tun, das Haus zu kehren, Schmutz zu beseitigen, Essen vorzubereiten und oft mit schweren Lasten beladen zu werden. Den kranken Mitschwestern, ja sogar den Mägden, bei denen die übrigen sich manchmal mit Krankheiten anzustecken fürchteten, diente sie mit solcher Liebe und einer solchen Hingabe, daß sie alle schweren und niedrigen Dienste sich selbst vorbehielt.
Die Geheimnisse des Liedens Jesu betrachtete sie unter Tränen und entbrannte vor Sehnsucht nach dem Martyrium. Sie betete immer wieder vor dem im Tabernakel verborgenen Christus oder vor dem Kreuz, wo sie ihr Herz ausschüttete. dem vorgeschriebenen Lob Gottes fügte sie nicht selten noch den Psalter hinzu, auch andere Gebete an Gott, den Vater, oder an den Heiligen Geist oder zur jungfräulichen Gottesmutter.
Um den Zorn des allmächtigen Gottes zu besänftigen und die göttliche Güte auf ihr Volk herabzuflehen, "hat sie selbst viel geweint, ihren eigenen Körper mit Fasten entkräftet, sie trug einen Bußgürtel; sie flehte Gott mit  ihren Fürbitten an und trauerte über die Sünden aller, die sich so übel gegen Gott verhielten, und beweinte die Mühsale der Unterdrückten. Gott möge mit der Rechten seiner Macht die Unschuldigen verteidigen und die heilige Mutter Kirche, die der Herr Jesus Christus durch sein kostbares Blut gesammelt hat".

Margarita zögerte nicht, in offener Weise Verbrechen anzuprangern, vom wem auch immer sie begangen wurden, selbst dann, wenn sie von Menschen in königlichem Rang oder von anderen hohen Würdenträgern verübt wurden. Sie beschränkte ihre Tätigkeit nicht nur auf glühende Gebete zu Gott und harte Buße, sondern war auch von apostolischem Eifer  entflammt und mit großer Tapferkeit ausgezeichnet.
Eine ihr zum dritten Mal angetragene Hochzeit wies Margarita zurück, indem sie freimütig antwortete, sie wollte ihre Jungfräulichkeit dem Herrn Jesus Christus bewahren. Und dieser göttliche Bräutigam, der im Herzen seiner Dienerin Wohnung genommen hatte, überhäufte sie in reichem Maß mit seinen Gaben. Er gab ihr Anteil an seinen Leiden wie auch an seiner Tröstung und seiner Macht zu Lebzeiten wie nach dem Tod.

(Pius XII., aus dem Brief zur Heiligsprechung, in: Dominikanisches Proprium, 174ff)

Kathedrale von Veszprem
links Kathedrale von Veszprem

Veszprem, sichtbar sind die beiden Türme der Kathedrale

Margarita von Ungarn (aus dem Brief zur Heiligsprechung, Teil I)

Margarita von Ungarn, Kathedrale von Veszprem


Margarita stammte aus der ungarischen Familie der Arpaden. Diese Familie hat im 13. Jahrhundert der Kirche vier weitere durch Heiligkeit des Lebens ausgezeichnete Frauen geschenkt, nämlich die heilige Elisabeth, ihre Nichte, die selige Agnes von Prag, sowie die Tochter des Königs Bela IV,, Kunigunde und Jolante, deren Kult vom Apostolischen Stuhl bestätigt worden ist.
Margarita wurde als Tochter des Königs Bela IV. von Ungarn und seiner Gemahlin Maria Lascaris geboren. Schon vor der Geburt weihten die frommen Eltern das Kind, falls es eine Tochter sein sollte, Gott als Opfergabe für die Freiheit und das Wohlergehen des Königsreiches. Die Wünsche und Bitten der Eltern wurden erfüllt. Eingedenk des Versprechens und der empfangenen Wohltat, brachten die Eltern das Kind vor dem vierten Lebensjahr in das Dominikanerinnenkloster in Vezprem, damit es dort schon im frühen Alter in die klösterlichen Gebräuche eingeführt werde und Gott besser diene.

Dort blühte Margarita in gelehrigem und gehorsamem Geist auf; sie wurde von Herzen eine Jüngerin des Kreuzes und vergaß ihr königliches Elternhaus. Trotz ihres kindlichen Alters pflegte sie eine tiefe liebe zu Jesus Christus und der jungfräulichen Gottesmutter; sie zeigte hochherzige Tugend und Reinheit des Geistes.

Ihr Vater ließ ein Kloster bauen, damit seine Tochter und die anderen Ordensfrauen sicherer und wirksamer für die königliche Familie und das Königreich Gottes Hilfe erflehen könnten. Das Kloster stand auf einer Donauinsel und war der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht. Im Alter von zwölf Jahren legte Margarita in die Hände des Ordensmeisters Humbert von Romans die feierliche Profeß ab, nachdem sie die Hochzeit mit einem polnischen Adeligen ausgeschlagen hatte. Später wurde sie auch vom König von Böhmen zur Frau erbeten.
Um die dem göttlichen Bräutigam versprochene Treue mit allen Kräften bewahren zu können und um diesen und weitere Heiratsanträge abzuwenden, wollte sie sich öffentlich Christus als Braut vermählen. Sie begehrte inständig die Jungfrauenweihe und erhielt den Schleider mit größter Freude von dem Erzbischof von Gran.
(Papst Pius XII., aus dem Brief zur Heiligsprechung, 2. Teil hier)



Kathedrale von Veszprem, St Michael


Margarita von Ungarn

in der Kirche Teresa von Avila in Budapest (Lebensbeschreibung)
in der Blauen Kirche in Pressburg