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Freitag, 8. März 2024

Johannes von Gott auf der Tiberinsel

 

Johannes v. Gott, vor der Basilika des Apostels Bartholomäus
auf der Tiberinsel in Rom

 

Lieben Sie unseren Herrn Jesus Christus

über alle Dinge dieser Welt,

denn je größer Ihre Liebe ist,

desto größer ist auch Seine Liebe.

Haben Sie immer Mitleid und Erbarmen,

denn wo kein Erbarmen ist,

da ist auch Gott nicht,

obwohl er allerorts ist.

Johannes von Gott


Spitalskapelle der Barmherzigen Brüder in Wien

Bild des Heiligen in der Basilika in Granada

Am Grab des hl. Johannes von Gott in Granada

Barmherzige Brüder - Denkmal von Johannes von Gott in Wien

Blick über Granada - Walter Nigg über Johannes von Gott

Die Basilika des hl. Johannes von Gott in Granada - die Predigt des hl. Johannes von Avila 

Mittwoch, 8. März 2023

Johannes von Gott

 


Johannes von Gott heilt/versorgt Kranke, darüber die hl. Familie

Johannes wurde 1495 in Portugal geboren. Als Achtjähriger lief er von zu Hause fort (oder wurde entführt) und führte in Spanien ein abenteuerliches Leben. Abwechselnd war er Schafhirt, Soldat gegen Franzosen und Türken, Handlanger in Afrika und Devotionalienhändler in Gibraltar und Granada. Eine Predigt des seligen Johannes von Avila erschütterte ihn so, dass er von da an (1539) sein Leben ganz in den Dienst der Armen und Kranken stellte. In der Krankenpflege und vor allem durch seine Art, die Geistesgestörten zu behandeln, war Johannes seiner Zeit weit voraus. Er gründete den Orden der Barmherzigen Brüder. Er starb 1550 in Granada und wurde 1690 heilig gesprochen.
erzabteibeuron

Barmherziger Gott, die Liebe zu dir hat den heiligen Johannes gedrängt,

an den Leiden der Kranken Anteil zu nehmen und ihnen zu helfen.

Dränge auch uns zu Werken der Barmherzigkeit

und lass uns zu denen gehören, die dein Reich besitzen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 
 
Spitalskapelle der Barmherzigen Brüder in Wien

Statue des Johannes von Gott vor dem Spital der Barmherzigen Brüder in Wien

Montag, 8. März 2021

Johannes von Gott

 

Basilika des hl. Johannes von Gott, Granada
 

Johannes wurde 1495 in Portugal geboren. Als Achtjähriger lief er von zu Hause fort (oder wurde entführt) und führte in Spanien ein abenteuerliches Leben. Abwechselnd war er Schafhirt, Soldat gegen Franzosen und Türken, Handlanger in Afrika und Devotionalienhändler in Gibraltar und Granada. Eine Predigt des seligen Johannes von Avila erschütterte ihn so, dass er von da an (1539) sein Leben ganz in den Dienst der Armen und Kranken stellte. In der Krankenpflege und vor allem durch seine Art, die Geistesgestörten zu behandeln, war Johannes seiner Zeit weit voraus. Er gründete den Orden der Barmherzigen Brüder. Er starb 1550 in Granada und wurde 1690 heilig gesprochen.
(erzabteibeuron)

 

Heiliger Johannes von Gott, bitte für uns!
 

Barmherziger Gott, die Liebe zu dir hat den heiligen Johannes gedrängt,
an den Leiden der Kranken Anteil zu nehmen und ihnen zu helfen.
Dränge auch uns zu Werken der Barmherzigkeit
und lass uns zu denen gehören,
die dein Reich besitzen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Am Grab des hl. Johannes von Gott in Granada

Barmherzige Brüder - Denkmal von Johannes von Gott in Wien

Blick über Granada - Walter Nigg über Johannes von Gott

Die Basilika des hl. Johannes von Gott in Granada - die Predigt des hl. Johannes von Avila 

Freitag, 8. März 2019

Am Grab des hl. Johannes von Gott

Schrein des hl. Johannes von Gott

„Sucht keinen Trost in diesem Leben,
sondern nur im Himmel.
Und wenn Er ihn euch hier schon gewähren möchte,
dann sagt Ihm dafür Dank.“
(Johannes von Gott)




Als der Genil-Fluß im Winter 1549/50 Hochwasser führt, begibt sich auch Johannes an sein Ufer, um für sein Krankenhaus Treibholz aus den Fluten zu fischen.
Nicht weit von ihm entfernt fällt ein Kind ins Wasser. Er versucht – leider vergeblich –, den Buben aus den Fluten, zu retten. Johannes sich dabei eine schwere Erkältung zu. Sein vom selbstlosen Einsatz für die Kranken und Armen ausgezehrter und geschwächter Körper kann sich gegen die Krankheit nicht wehren. Johannes ahnt bereits, dass sein Tod naht. Er regelt alles in seinem Krankenhaus und sorgt dafür, dass sämtliche Schulden bezahlt werden.
Am 8. März, eine halbe Stunde vor dem Morgenläuten, stirbt er im Haus einer befreundeten Familie Pisa, die ihn in seinen letzten Tagen beherbergte. Der Legende nach findet man ihn kniend und mit dem Kreuz in der Hand.
Sein Begräbnis wird zu einem Triumphzug, der eines Herrschers würdig ist. Johannes wird in der Familiengruft der Familie Pisa im Viktoriakloster beigesetzt, 1644 aber in die Spitalskirche der Barmherzigen Brüder (heute Basilika „San Juan de Dio“) überführt.
1552 kommt es in Granada zu einer weiteren Spitalsgründung durch seinen Nachfolger Antón Martin und bald darauf auch in Madrid. Hospitäler der neuen Art gibt es bald auch in anderen Städten Spaniens. 1571 finden die Hospitalbrüder ihre kirchliche Anerkennung durch Papst Pius V.
Wichtige Daten nach dem Tod des hl. Johannes von Gott
  • 1630 Johannes von Gott wird von Papst Urban VIII. am 21. September selig gesprochen.
  • 1644 14 Jahre nach seiner Seligsprechung wird Johannes in die Spitalskirche der Barmherzigen Brüder in Granada überführt.
  • 1690 Johannes von Gott wird von Papst Alexander VIII. am 16. Oktober heilig gesprochen.
  • 1759 Johannes erhält in der barocken Basilika San Juan de Dios in Granada (erbaut 1734-1759) seine letzte Ruhestätte.
  • 1886 Johannes von Gott wird von Papst Leo XIII. am 27. Mai zum Patron der Hospitäler und Kranken erklärt.
  • 1930 Johannes von Gott wird von Papst Pius XI. am 28. August zum Patron der Krankenpfleger und ihrer Vereinigungen erklärt.
1940 Johannes von Gott wird von Papst Pius XII. zum zweiten Patron der Stadt Granada erklärt.

 

Schrein des hl. Johannes von Gott hinter dem Hochaltar
der Basilika S. Juan de Dios, Granada


Barmherzige Brüder - Denkmal von Johannes von Gott in Wien

Blick über Granada - Walter Nigg über Johannes von Gott

Die Basilika des hl. Johannes von Gott in Granada - die Predigt des hl. Johannes von Avila 


Hochaltar S. Juan de Dios

Donnerstag, 8. März 2018

Durch eine Predigt bekehrt - Johannes von Gott



Eine Predigt, die bekehrt

Der abenteuerliche, leichtfertige Geselle wußte wohl kaum etwas von einem religiösen Leben, bis der berühmte Prediger Johannes von Avila nach Granada kam, er der Freund von Ignatius von Loyola, Petrus von Alcantara und Theresia von Avila. Der Vater des Johannes von Avila war jüdischer Konvertit. Der volkstümliche Bußprediger gebrauchte zuweilen kühne Formulierungen, bezeichnete er doch einmal die als Ketzer öffentlich verbrannten Menschen als wahre Märtyrer!
Johannes von Avila hielt am Sebastianstag eine von glühender Begeisterung getragene Predigt. Unter den Zuhörern befand sich auch Johannes von Gott. Er hatte in seinem Leben schon mehr als eine Predigt gehört, ohne daß er beeindruckt worden wäre. Alle waren an ihm wie Wasser am Fels abgelaufen.
Dieses eine Mal aber schlug die Predigt bei ihm ein wie ein Blitz. Er fühlte sich von ihr mitten ins Herz getroffen und verlor dabei das innere Gleichgewicht. Ihm war, als ob der Erdboden sich vor ihm auftue und ihn bei lebendigen Leibe verschlinge. Nach der Predigt war er nicht mehr der gleiche Mensch. In seinem seelischen Aufruhr warf er sich zu boden, stieß hernach mit dem Kopf gegen die Wand und raufte sich die Haare. Vor allem Volk bekannte er laut seine Sünden. Er warf seine Kleider fort und gebärdete sich wie wild. Sein Benehmen läßt sich nicht mit dem südländischen  Temperament erklären, denn es nahm derart exaltierte Formen an, daß die Kinder hinter ihm herjohlten und ihn mit Steinen bewarfen. Die Erwachsenen sagten, "er ist verrückt geworden", packten ihn und führten den sich sinnlos wehrenden zu Johannes von Avila. Der Bußprediger hatte wohl vermocht, ihn mit seinen Worten zu erschütter, aber er war nicht fähig, auf die durch das ungeheure Brodeln in seiner Seele aufgeworfenen Fragen eine richtungsweisende Antwort zu geben. Es schien den Bewohnern von Granada nichts anders übrigzubleiben, als Johannes ins Irrenhaus einzuliefern. Darin hat er mehrere Jahre verbracht und dabei - nach der damaligen Sitte - von den Wärtern viele Schläge empfangen. Das Wort, das nach der Legende das göttliche Kind dem Johannes zugerufen hat: "Granada wird dein Kreuz sein" hat sich unheimlich bewahrheitet.
(nach Walter Nigg, Ein Heiliger aus schlechtem Holz)


Johannes von Gott, Basilika San Juan de Dios, Granada
Basilika San Juan de Dios, Granada

Blick von der Alhambra auf Granada

Mittwoch, 8. März 2017

Johannes von Gott - Patron der Kranken, der Krankenpfleger und der Sterbenden

Johannes von Gott, Granada


Johannes von Gott, Gründer der Barmherzigen Brüder. Johannes wurde am 8. März 1495 in Portugal geboren und nach einem unsteten Leben 1539 durch eine Predigt des Bußpredigers Johannes von Avila tief erschüttert. Fortan widmete Johannes sich der Krankenpflege und gründete 1540 zu Granada ein Krankenhaus. Hier entwickelte er neue Methoden der Pflege von Kranken und Geistesgestörten. Für seine Helfer im Krankenhaus gründete Johannes einen Hospitalorden, in Deutschland „Barmherzige Brüder“ genannt.
Beim Versuch, einen jungen Mann aus dem Wasser vor dem Ertrinken zu retten, erkrankte der durch jahrelangen rücksichtslosen Einsatz geschwächte Johannes und starb am 8. März 1550 zu Granada. Sein 65. Geburtstag wurde so zum Geburtstag für das ewige Leben. Der Leib des hl. Johannes von Gott ruht in der nach ihm benannten Kirche in Granada, die Heiligsprechung erfolgte 1691. Er wird mit Jesuskind und Granatapfel dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Basilica San Juan de Dios, Granada




Predigt des hl. Johannes von Avila, die den Ordensstifter Johannes von Gott bekehrte
Einleitung
Die Predigt, die der wortgewaltige Redner und „Apostel von Andalusien" Johannes von Avila am 20. Jänner 1539, dem Festtag des heiligen Sebastian, in der „Kartause der Märtyrer" hält, beeindruckt und erschüttert Johannes zutiefst. Johannes von Avila spricht über die wunderbare Rettung der Menschen durch Jesus Christus und über den Lohn, den Gott all jenen zuteil werden lässt, die Jesus nachfolgen und dafür Leiden und Schmerz auf sich nehmen.

Johannes von Avila erklärt in seiner Predigt, dass ein Christ immer danach trachtet, Gott zu dienen. Er will eher „tausendmal sterben als ihn beleidigen". Jene Christen jedoch, die Jesus Christus nicht kennen lernen wollen, vergleicht der Redner mit Kranken, die sich nicht heilen lassen wollen.

Die Worte des Johannes von Avila treffen den Buchhändler Johannes mitten ins Herz. Besonders die Stelle über die Menschwerdung Gottes beeindruckt ihn, wo der Redner darauf aufmerksam macht, dass nur dank dieser Selbstentäußerung Gottes sich die lahmen, blinden und kranken Menschen Jesus Christus zu nähern wagen – „und alle werden geheilt". In diesem Zusammenhang denkt der Prediger darüber nach, was wohl geschehen wäre, wenn Jesus Christus nicht „herabgestiegen" wäre.

Ehe Johannes das Geschenk der Hospitalität empfängt, um den Not leidenden Menschen den „gestalt- und menschgewordenen Gott der Barmherzigkeit" zu zeigen, setzt ein tiefer Bekehrungs- und Erneuerungsprozess bei ihm ein: Johannes gibt seinem Leben eine radikale Wende, aber es dauert noch länger, bis ihm der göttliche Plan für sein Leben klar ist.


Die Predigt, die Johannes von Gott bekehrte
IHS – Am Tag der heiligen Fabian und Sebastian
Als Jesus vom Berg stieg (vgl. Lk 6)

Wenn der Herr nicht vom Berg in die Ebene herabgestiegen wäre, d. h. von der Höhe seiner Majestät, um unsere Menschheit durch das Fleisch zu heilen, was wäre aus uns geworden? Wir wären in unserer Schwachheit geblieben. Wenn der Herr nicht das Kleid seiner Größe verlassen hätte, indem er es verbarg, und sich nicht mit der Schürze unserer Menschheit umgürtet hätte, um uns zu waschen, wären die Menschen voll von Elend und Schändlichkeit geblieben. Wenn der große Assuer sich nicht Esther erbarmt hätte, wäre ihr ganzes Volk an einem Tag umgekommen. Wenn Josef nicht nach Ägypten hinabgestiegen wäre, wären seine Brüder an Hunger gestorben. Wenn der Herr nicht in den brennenden Dornbusch herabgestiegen wäre, wären die Israeliten unter dem Joch des Pharao geblieben. Das heißt, wenn Christus aus Liebe zu uns nicht herabgestiegen wäre, um unsere Schwachheiten auf sich zu nehmen, wären wir Gefangene geblieben. Aber da der Herr vom Berg gestiegen ist, wagen es die Lahmen, die Blinden und jeder Kranke, sich ihm zu nähern, und alle werden geheilt. Aber was wäre geschehen, wenn er nicht herabgestiegen wäre? Es wäre uns großer Schaden geschehen. Was sagen wir von jenen, die, obwohl er herabgestiegen ist, um dem Kranken Gesundheit, dem Blinden das Augenlicht und dem Lahmen Heilung sowie dem Toten das Leben zu geben, die trotzdem blind, lahm, krank und tot sind, die nicht geheilt werden, weil sie sich dem Herrn nicht nähern? Wie stufen wir diese Leute ein? Was sollen wir von jenen Kranken denken, die zwar sehen, dass Jesus so viele Gunsterweise und Heilungen schenkte, und obwohl sie krank sind, kein Verlangen haben, Christus berühren zu können und so geheilt zu werden?

Vater, wir würden sagen, die wollen nicht gesunden, da sie ihre eigene Schwachheit lieben.

Und was würden wir sagen von einem, der Gefangener in der Hand der Türken wäre, diese ihm aber den Loskauf anböten, er aber ihn nicht annehmen wollte?

Vater, er liebt die Gefangenschaft, die übergroße Liebe zu seinem Herrn hält ihn gefesselt.

Ja, das ist die Wahrheit, es gibt keine andere. Der Grund ist, du hast Christus, dein Heil, verraten, so kommt dir keine Hilfe zu, denn du liebst die Sklaverei, du liebst die Sünde. Um sie zu tilgen, kam Christus, stieg vom Berg seiner Majestät und bestieg den Kalvarienberg. Du liebst die Sünde mehr als Christus. Der Tempel der Götzenbilder, das sind die Sünden, und zu dessen Sturz trat Samson dem Tod entgegen, diesen Tempel, den du Samson vorziehst. Der Dämon, der dich gefangen hält, den liebst du mehr als den, der kam, um dich zu erlösen. Achte auf den großen Verrat, den du begehst. Was wird wegen dieses Verrats geschehen? Welchen Einfluss hat das auf das Kommen Christi?

Dass Er vom Berg gestiegen ist, bringt nicht nur nicht Heil, sondern im Gegenteil Verderben, ja noch mehr Verderben, als wenn er nicht gekommen wäre; wie die Inkarnation größeres Gewicht hat auf der Waage unseres Heils, so hat sie größeres Gewicht bei der Verdammung des Menschen, der die Inkarnation sich nicht zunutze gemacht hat. Gott befahl im Gesetz, dass im Jubeljahr die Sklaven in Freiheit gesetzt werden, wenn aber einer im Jubeljahr gesagt hätte: „Ich bin anhänglich an meinen Herrn, und ich will ihn nicht verlassen", befiehlt Gott, wenn er so handeln sollte, bliebe er Sklave für immer. Schau und wende an.

Ich versichere euch, dass diese Leute, von denen wir im heutigen Evangelium gelesen haben, die vom Herrn geheilt wurden, sich am Tag des Gerichts erheben werden, um uns zu verdammen - was auch die Bewohner von Ninive mit denen von Israel machen werden - denn sie folgten Christus, sie holten ihn ein und wurden geheilt, nachdem sie die körperliche Heilung erfahren hatten; während wir, die wir mehr Kenntnis als jenes rohe Volk haben, für die Er sein Blut vergossen hat, wir wollen uns Ihm nicht nähern, um von noch größeren Krankheiten geheilt zu werden. So sehr unterscheiden wir uns von jenen, wie die Seele größer ist als der Leib, ja noch mehr, wie sehr Gott das Geschöpf überragt. Die Schwäche des Leibes ist verschieden von der der Seele, nicht wegen der Sünde, sondern wegen der Unwissenheit, der Irrtümer usw., zwischen diesen beiden Krankheiten ist ein Unterschied wie zwischen Leib und Seele. Wie wir durch die Sünde Gott verlieren, so durch die Krankheit die Gesundheit des Leibes, und so groß ist der Unterschied, wie zwischen Gott und der leiblichen Gesundheit.

Was für eine jämmerliche Sache ist das. Der Herr gewährte uns die Gnade, unter denen zu sein, die Christus folgen, und wir hassen seine Lehre und seine Predigt - wir wurden jedoch zum Glauben an Ihn berufen und so Christen zu werden - und wir sind so erhöht worden, und doch bleiben wir schwach, da wir uns nicht Christus nahen. Es ist zum Weinen! Naht euch also dem Heil und achtet darauf, wie es zu tun ist. Es genügt kein Gedränge, es muß euch gelingen, ihn zu berühren. Und das ist das Übel: Wir nähern uns Christus, aber wir berühren ihn nicht; und ist ein Übel in jenen, denen es gelingt, ihn zu berühren und gesund zu werden durch die Berührung, aber sie geben ihm nicht genügend Raum, denn je mehr man erbittet, umso mehr bekommt man, so wie die Gefäße der Witwe: je größer das Gefäß war, umso mehr Öl erhielt sie.

Ich garantiere euch, wenn ihr wüsstet, was es bedeutet, zu Christus zu gehen, würdet ihr nicht fliehen und würdet mehr Sehnsucht empfinden, ihn zu erreichen, wenn auch der Weg dornig und voll morastiger Wiesen ist. Nehmt Anteil an dem, was Er heute im Evangelium seinen Jüngern sagt: Selig die Armen usf. Sucht zu erfahren, was es bedeutet, zu Christus zu gelangen und seine Jünger zu sein. Wisset, dass das, was in den Augen der Welt als mühselig, armselig und demütigend erscheint, gerade das ist, das größeren Wert hat, als das, was die Nicht-Jünger für wertvoll halten. Überzeugt euch davon. Was fliehen die Söhne der Welt? Die Demut, das Weinen, die Verfolgungen. Was suchen sie? Die Reichtümer, die Ehren, die Freuden. Nun, wenn es so ist, hören wir den Herrn, der uns sagt, welcher Unterschied besteht zwischen dem Weinen seiner Schüler, das von der Welt verachtet wird und den Freuden der Weltkinder, die sie höher achten als alles andere. Höre den Anspruch, höre auf die Verschiedenheit: Das Weinen des Jüngers Christi ist Seligkeit, und die Freude des Weltkindes ist Ächzen, Schmerz und Unglück! Es sind Worte dessen, der nicht lügen kann, dessen, der sich nicht täuschen kann und der uns nicht täuschen kann.

Und wisset den Grund, dem Weinen, der Armut und der Verfolgung, die die Seinen erleiden, fügt Gott eine so schmackhafte Würze hinzu, die sie besser macht als alle Freuden und Reichtümer der Weltkinder. Und das geschieht vor allem um zu verstehen, dass das der Weg ist, um zu Gott zu gelangen und sich für immer an ihm zu erfreuen, ohne jedes Leid, ja der Herr selbst wird uns so sehr belohnen, dass er mit seinen eigenen Händen uns die Tränen abwaschen wird. Dank dieser Überzeugung verachtete Mose den Palast des Pharao und als Sohn seiner Tochter geehrt zu werden, und er zog es vor, verfolgt und verjagt zu werden. Respiciebat enim etc. Vide et die. Aus derselben Überzeugung verhielten sich viele andere Heilige in gleicher Weise. Und aus derselben Überzeugung entschließen sich viele junge Mädchen zu verachten usf. Wenn ihr noch einen anderen Beweggrund kennenlernen wollt, der imstande ist, die Tränen in Freude zu verwandeln und die Unbequemlichkeiten schmackhaft zu machen, so überlegt, dass das der Weg unseres Anführers ist. Denkt an das Beispiel Christi, der usf. Dic et amplia.

Darüber hinaus ist der Herr noch nicht zufrieden, er mildert nicht nur die Mühen seiner Knechte, indem er sie schmackhafter macht als alles, was in der Welt süß ist, sondern er zieht sie aus der Schande und macht sie zu Geehrten, die in Verfolgung waren, triumphieren, aus der Armut kommen die Reichsten. Schaut auf Mose, der es vorzog, lieber mit Gott verachtet zu werden, als ohne Gott geachtet zu sein, so wurde er vom Herrn erhöht und zum Führer und Herrscher einer besseren Bevölkerung, als wenn er Herr und König von ganz Ägypten geworden wäre, eine Ehre, die er verachtete. Schaut auf Josef, er wurde als Sklave verkauft und von seinen Brüdern verfolgt, in den Kerker geworfen wie ein Übeltäter, wurde dann aber zum Herrscher über ganz Ägypten erhoben und erhielt die Huldigungen derer, die ihn verkauft und verfolgt hatten. Schaut auf Mardochäus usf.

Welcher Unterschied zu denen, die Gott nicht dienen! Ihr Lachen wird Weinen; ihre Reichtümer werden Armut; ihr Befehlen wird Sklavendasein. Und das alles, weil sie Freude, Reichtümer und Glück suchen in Dingen voll Gift, das schon ihr Herz befleckt hat und sie sterben lässt, ehe sie es zum Munde führen. Sie gründen ihren eigenen Reichtum auf die Beherrschung des anderen, ihre eigene Freude auf die Unterdrückung des Nächsten, ihr eigenes Vergnügen auf Ausschweifung. Diese Dinge voll Gift und Schuld, die dich schon töten und das Herz verdunkeln, ehe du sie tust, ja schon wenn du sie begehrst. Und der Tod durch Sünden ist die schwerste aller Todesarten.

O weltlicher Mensch, o Mensch, der du Gott nicht dienen willst, das ist der Grund, weshalb dein Wohlergehen ohne Vergleich bejammernswerter ist als jegliche Not. Du aber legst dein Glück in das Trinken der Milch, die Sisara trank, und sie scheint dir schmackhaft, aber diese scheinbare Auserlesenheit dient dazu, dich sterben zu lassen. Das Wertvollste, das du hast, ist wie das Anerbieten Dalilas, mit dem sie dich einschläfert, dir die Augen auskratzt, dir Hände und Füße mit Ketten bindet und dich in einen Spottvogel für die Philister verwandelt. Das, was du mit so großer Inbrunst und Qual suchst und ersehnst, ist wie das Linsengericht Esaus, der im Tausch, um das Verlangen grobe Sinnlichkeit zu befriedigen, auf das Erbe des Himmels verzichtete, und was das Schlimmste ist, kaum ist der Tausch abgeschlossen, gehst du lachend weg, als wenn du nichts verloren hättest.

Willst du noch wissen, warum das größte Wohlergehen der Bösen viel bejammernswerter ist als das Schlimmste, das die Jünger Christi erleiden? Überlege, dass letztere für die Herrlichkeit bestimmt sind, während deine Freude sich in Weinen wendet; die guten Reichtümer, die dir zufallen ohne Sünde, die Ehren, die dir zuteilwerden ohne Sünde, die Freude, die du erfährst ohne Sünde, das alles schickt dir Gott wie klares Wasser, damit es, wenn es in deine Seele fällt, diese lindere und anleite, dem zu danken, der diese Güter schickt, du bist so beschaffen, dass du in dieses klare Wasser deine Unbedenklichkeit und den schlechten Gebrauch der Gaben Gottes wirfst und es umwandelst in Schlamm, der dich blendet und besudelt.

Wenn Gott dir Ehren gewährt, um dich anzustacheln, den zu lieben und dem zu dienen, der sie dir schickt, dankst du ihm nicht nur nicht, sondern im Gegenteil, du bedienst dich ihrer als Waffe gegen Gott und gegen deine eigene Seele, denn du wirst stolz auf sie und begehst mit ihnen Gewalttaten.


(Quelle)


Grab des hl. Johannes von Gott oberhalb des Hochaltarbilde,
Basilica San Juan de Dios, Granada




Basilica San Juan de Dios, Granada





„Ich finde keinen besseren Trost in der Not,
als unseren gekreuzigten Herrn Jesus zu betrachten,
an Seine heiligste Passion zu denken, an seine Qualen und die Todesangst,
die er in seinem Leben für uns Sünder, Übeltäter, Undankbare und Unbekannte
auf sich genommen hat, desgleichen im Blick auf das Lamm Gottes ohne Makel,
das schuldlos so viel Leid auf sich genommen hat. 
Weshalb wollen wir Genuss und Ruhe in dieser Erde suchen,
wo man unserem Herrn Jesus Christus so großes Leid zufügt,
der uns erschaffen und erlöst hat?
Welcherart ist eigentlich unsere Erwartung?“
(Johannes von Gott)




Ihr, liebe Kranke, die ihr am Körper oder im Geist vom Leiden gezeichnet seid, seid mit dem Kreuz Christi am engsten verbunden; gleichzeitig seid ihr aber auch die beredtsten Zeugen der Barmherzigkeit Gottes. Durch euch und euer Leid beugt sich Gott liebevoll über die Menschheit. Wenn ihr in der Stille eures Herzens sagt: "Jesus, ich vertraue dir", dann lehrt ihr uns, dass es keinen tieferen Glauben, keine lebendigere Hoffnung und keine brennendere Liebe gibt als den Glauben, die Hoffnung und die Liebe derer, die sich in ihrem Leid den sicheren Händen Gottes überlassen. Und die Hände derjenigen, die euch im Namen der Barmherzigkeit helfen, mögen eine Verlängerung der Hand Gottes sein.

Ich würde sehr gerne jeden und jede von euch umarmen. Auch wenn dies konkret nicht möglich ist, so drücke ich euch doch im Geiste an mein Herz und erteile euch meinen Segen: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


(Benedikt XVI. mit den Kranken in Polen, 20. Juni 2006)