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Donnerstag, 14. Mai 2026

Eine Wolke nahm ihn auf - Christi Himmelfahrt

Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8 Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. 
Apostelgeschichte 1


Liebe Brüder und Schwestern!

In verschiedenen Ländern, darunter auch in Italien, wird heute das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert, jenes Geheimnis des Glaubens, das das Buch der Apostelgeschichte auf den 40. Tag nach der Auferstehung legt (vgl. Apg 1,3-11). Aus diesem Grund ist es im Vatikan und in einigen anderen Nationen der Welt bereits am letzten Donnerstag gefeiert worden.

Nach der Himmelfahrt blieben die ersten Jünger im Abendmahlsaal; sie sammelten sich um die Mutter Jesu, in brennender Erwartung der Gabe des Heiligen Geistes, den Jesus versprochen hatte (vgl. Apg 1,14). An diesem ersten Sonntag im Mai, dem Marienmonat, machen auch wir diese Erfahrung, und fühlen intensiv die geistliche Gegenwart Mariens. Und der Petersplatz gleicht heute fast einem „Abendmahlsaal“ unter freiem Himmel, der mit Gläubigen gefüllt ist, zum Großteil Mitglieder der Katholischen Aktion Italiens, an die ich mich nach dem marianischen Gebet des „Regina Caeli“ wenden werde.

In seiner Abschiedsrede an die Jünger hob Jesus besonders die Bedeutung seiner „Heimkehr zum Vater“ hervor, der Krönung seiner ganzen Sendung. Denn er ist in die Welt gekommen, um den Menschen zu Gott zurückzuführen, und zwar nicht auf einer geistigen Ebene – als Philosoph oder Weisheitslehrer –, sondern in Wirklichkeit, als Hirte, der die Schafe in ihren Stall zurückbringen will. Diesen „Auszug“ (Exodus) zur himmlischen Heimat, den Jesus persönlich erlebte, hat er in allem für uns auf sich genommen: Für uns ist er vom Himmel herabgestiegen, und für uns fuhr er zu ihm auf, nachdem er dem Menschen in allem gleich geworden war, erniedrigt bis zum Tod am Kreuz, und nachdem er den Abgrund der größten Gottesferne berührt hatte. Gerade aus diesem Grund hat Gott an ihm Gefallen gefunden und „ihn über alle erhöht“ (Phil 2,9) und ihm so die Fülle seiner Herrlichkeit zurückerstattet, jetzt aber in unserer menschlichen Natur. Gott im Menschen, der Mensch in Gott: Das ist nun keine theoretische, sondern eine wirkliche Wahrheit. Deshalb ist die christliche Hoffnung, die ihren Grund in Christus hat, keine Illusion, sondern wir haben, wie der Brief an die Hebräer sagt, „in ihr… einen sicheren und festen Anker der Seele“ (Heb 6,19), einen Anker, der in den Himmel eindringt, wohin Christus uns vorangegangen ist.

Und was benötigte der Mensch aller Zeiten eher als das: eine feste Verankerung für das eigene Dasein? Und wiederum also ist der wunderbare Sinn der Gegenwart Mariens mitten unter uns augenfällig. Wenn wir wie die ersten Jünger den Blick auf sie wenden, werden wir unmittelbar auf die Wirklichkeit Jesu verwiesen: Die Mutter verweist auf den Sohn, der nicht mehr leiblich unter uns ist, der uns aber im Haus des Vaters erwartet. Jesus lädt uns ein, nicht dazustehen und nach oben zu schauen, sondern im Gebet vereint zu bleiben, um das Geschenk des Heiligen Geistes zu erbitten. Denn nur für den, der „von oben her neu geboren wird“, das heißt aus dem Geist Gottes, steht der Eingang zum Himmelreich offen (vgl. Joh 3,3-5), und die erste, die „von oben her neu geboren“ ist, ist gerade die Jungfrau Maria. An sie wenden wir uns somit in der Fülle der österlichen Freude.


(B16, 5. Mai 2008)



Christi Himmelfahrt, Wandteppich von Rafael, Vatikanische Museen



 

 
die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,

Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)

Marienkirche in Krakau,

gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),

Chiesa Nuova - Rom 

Donnerstag, 29. Mai 2025

Himmel und Erde vereint

 

Christi Himmelfahrt, Holy Trinity - Skipton

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Vierzig Tage nach der Auferstehung ist Jesus – nach dem Buch der Apostelgeschichte – in den Himmel aufgefahren, das heißt er kehrte zum Vater zurück, von dem er in die Welt gesandt worden war. In vielen Ländern wird dieses Geheimnis nicht am Donnerstag gefeiert, sondern heute, am darauffolgenden Sonntag. Die Himmelfahrt des Herrn bezeichnet die Erfüllung des Heils, das mit der Menschwerdung seinen Anfang genommen hat. Nachdem er seine Jünger zum letzten Mal belehrt hat, wird Jesus in den Himmel aufgenommen (vgl. Mk 16,19). Er aber kehrt heim, »nicht um uns Menschen zu verlassen« (vgl. Präfation); denn in seinem Menschsein hat er mit sich die Menschen in das Innerste des Vaters aufgenommen und so die letzte Bestimmung unserer Pilgerschaft auf Erden offenbart. Wie er für uns vom Himmel herabgekommen ist und für uns am Kreuz gelitten hat und gestorben ist, so ist er für uns auferstanden und zu Gott aufgefahren, der daher nicht mehr fern ist.

Der hl. Leo der Große erklärt, daß uns mit diesem Geheimnis »nicht nur die Unsterblichkeit der Seele, sondern auch jene des Leibes vor Augen geführt wird. Heute ist uns nicht nur der Besitz des Paradieses bestätigt worden, heute sind wir auch durch Christus in die Höhen des Himmels eingezogen« (De Ascensione Domini, Tractatus 73, 2.4: CCL 138 A, 451.453). Als daher die Jünger sahen, wie sich der Meister von der Erde erhob und in die Höhe hinaufstieg, wurden sie nicht, wie man vielleicht glauben könnte, von Trostlosigkeit ergriffen, sondern sie empfanden eine große Freude und fühlten sich gedrängt, den Sieg Christi über den Tod zu verkündigen (vgl. Mk 16,20). Und der auferstandene Herr wirkte mit ihnen und schenkte einem jeden eine ihm eigene Gnadengabe. Wieder ist es der hl. Paulus, der schreibt: »Er gab den Menschen Geschenke… er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer… für den Aufbau des Leibes Christi…, damit wir… Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen« (Eph 4,8.11–13).

Liebe Freunde, die Himmelfahrt sagt uns, daß in Christus unser Menschsein in die Höhe Gottes gebracht ist; so vereinen sich Himmel und Erde jedes Mal, wenn wir beten. Und wie der brennende Weihrauch seinen Rauch in die Höhe steigen läßt, so durchdringt unser Gebet, wenn wir es in Christus vertrauensvoll zum Herrn erheben, den Himmel und erreicht den Thron Gottes und wird von ihm erhört und erfüllt. 

Im berühmten Werk des hl. Johannes vom Kreuz, dem Aufstieg auf den Berg Karmel, lesen wir: »Und um die Bitten zu erlangen, die wir in unserem Herzen haben, gibt es kein besseres Mittel, als die Kraft unseres Betens auf das zu richten, was am meisten Gott zu Gefallen ist; dann wird er nämlich nicht nur das geben, worum wir ihn bitten, nämlich unser Heil, sondern selbst das, von dem er sieht, daß es uns bekommt und gut für uns ist, auch wenn wir ihn nicht darum gebeten haben« (Buch III, Kap. 44, 2, Freiburg–Basel–Wien 1999, S. 460).

Bitten wir nun die Jungfrau, daß sie uns helfe, die himmlischen Güter zu betrachten, die der Herr uns verheißt, und immer glaubhaftere Zeugen seiner Auferstehung und des wahren Lebens zu werden.

B16, Angelus, 20. Mai 2012

 
Christi Himmelfahrt
 
 
 
 
 



 

Balliol College - Oxford
 

 
die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,

Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)

Marienkirche in Krakau,

gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),

Chiesa Nuova - Rom 

Samstag, 3. Mai 2025

Philippus und Jakobus

Philippus aus Betsaida war zuerst Jünger Johannes’ des Täufers und folgte dann Jesus nach. Jakobus war der Sohn des Alphäus und ein Verwandter Jesu. Er leitete die Kirche von Jerusalem und bekehrte viele Juden durch seine strenge Lebensweise. Auf ihn geht auch der Jakobusbrief zurück. Nach alter Berichterstattung wurde Jakobus im Jahre 62 zum Märtyrer. Das Fest wird mit der Weihe der römischen Basilika zu den Zwölf Aposteln (1. Mai) zusammenhängen, die unter Papst Julius I. (337–352) gebaut wurde. Sie war schon im 6. Jh. in besonderer Weise den beiden Aposteln geweiht. Die Verlegung des Festes auf den 3. Mai ist durch den Gedenktag des hl. Josef bedingt.

Hochaltarbild Christi Himmelfahrt, Pfarrkirche Hainburg
 

Hochaltar 1713, Entwurf und Altarbild von Hans Michael Beckhl, Bildhauer Mathias Roth und Jeremias Weißkopf.Säulenretabel über hoher Staffel mit Opfergangsportalen, korinthisierenden Säulen und gesprengtem Giebel; Altarbild Christi Himmelfahrt, Statuen Hll. Philippus und Jakobus, Leopold und Florian. (Dehio Niederösterreich, Teil 1)

neben dem Hochaltarbild die Apostel Philippus und Jakobus

Donnerstag, 9. Mai 2024

Das Himmelfahrtsglasfenster der Kathedrale von Worcester auf Missionsreise

 


Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?

 

Christi Himmelfahrt nach der Apg, Kathedrale von Worcester, England

 

Dieser Jesus, der in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen

Lesung aus der Apostelgeschichte 1,1-11

1 Im ersten Buch, lieber Theóphilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
2 bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
3 Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
4 Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
5 Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
6 Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
7 Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8 Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samárien
und bis an die Grenzen der Erde.
9 Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
10 Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
11 und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Worcester Cathedral

Freitag, 19. Mai 2023

Himmelfahrt aus dem 20. Jahrhundert

 

Christi Himmelfahrt, ungarische Kapelle in Fatima

 
 »Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken« (Apg 1,9). Das ist das Geheimnis von Christi Himmelfahrt, das wir heute feierlich begehen. Was aber wollen uns die Bibel und die Liturgie mitteilen, wenn es heißt, daß Jesus »emporgehoben« wurde? Der Sinn dieses Ausdrucks ist nicht allein einem einzigen Textabschnitt zu entnehmen, ebensowenig einem einzigen Buch des Neuen Testaments, sondern einem aufmerksamen Hören auf die Heilige Schrift insgesamt. Der Gebrauch des Verbums »emporheben« stammt nämlich aus dem Alten Testament und ist auf die Einsetzung in die Königswürde bezogen. Die Himmelfahrt Christi bedeutet also an erster Stelle die Einsetzung des gekreuzigten und auferstandenen Menschensohnes in das Königtum Gottes über die Welt.

Es gibt allerdings einen tieferen, nicht unmittelbar wahrnehmbaren Sinn. In der Apostelgeschichte heißt es zunächst, daß Jesus »emporgehoben « wurde (V. 9), und unmittelbar folgend wird hinzugefügt, daß er »aufgenommen wurde« (V. 11). Das Ereignis ist nicht so beschrieben, als handle es sich um eine Reise in die Höhe, sondern als ein Wirken der Kraft Gottes, die Jesus in den Raum der göttlichen Nähe einführt. Die Gegenwart der Wolke, die »ihn ihren Blicken entzog « (V. 9), bezieht sich auf ein sehr altes Bild der alttestamentlichen Theologie und fügt den Bericht über die Himmelfahrt in die Geschichte Gottes mit Israel ein, von der Wolke des Sinai und über dem Bundeszelt in der Wüste bis hin zur leuchtenden Wolke auf dem Berg der Verklärung. Dadurch, daß der Herr in die Wolke gehüllt dargestellt wird, wird schließlich auf dasselbe Geheimnis Bezug genommen, das auch im Symbol des »zur Rechten Gottes Sitzens« zum Ausdruck gebracht wird. Im zum Himmel aufgefahrenen Christus ist der Mensch in einer unerhörten und neuen Weise in die Vertrautheit mit Gott eingetreten, der Mensch findet nunmehr für immer Raum in Gott. Der »Himmel« verweist auf keinen Ort über den Sternen, sondern auf etwas viel Kühneres und Erhabeneres: Er verweist auf Christus selbst, die göttliche Person, die voll und für immer das Menschsein in sich aufnimmt, auf ihn, in dem Gott und Mensch für immer untrennbar vereint sind. Und wir nähern uns dem Himmel, ja wir treten in den Himmel in dem Maß ein, in dem wir uns Jesus nähern und in Gemeinschaft mit ihm treten. Das heutige Hochfest Christi Himmelfahrt lädt uns daher zu einer tiefen Gemeinschaft mit dem gestorbenen und auferstandenen Jesus ein, der unsichtbar im Leben eines jeden von uns gegenwärtig ist.

(B16, zu Christi Himmelfahrt 2009, Montecassino)

Christi Himmelfahrt
 
Balliol College - Oxford
Stift Lilienfeld,
S. Maria dell´Anima - Rom,

die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,
Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)
Marienkirche in Krakau,
gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),
Chiesa Nuova - Rom 

Donnerstag, 18. Mai 2023

Himmelfahrt aus dem 13. Jahrhundert

 

Christi Himmelfahrt, Notre Dame de Chartres

 

Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,

denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

Apostelfenster, 13. Jh., Chartres, vlnr der Auferstandene mit den Aposteln, Himmelfahrt, Pfingsten, oben segnender Christus

Mittwoch, 25. Mai 2022

Christi Himmelfahrt

 

Christi Himmelfahrt, Fresko von der Decke der Spanischen Kapelle, S. Maria Novella, Florenz

 

1. Die Himmelfahrt des Heilandes ist die Krönung und Vollendung seines gottmenschlichen Lebens auf Erden. Unter den Siegesgesängen der vereinigten Himmelschöre öffnen sich für ihn die Tore des Himmels; mit seiner verklärten Menschheit, begleitet von den Erstlingen der Erlösung, den Vätern aus der Vorhölle, tritt Jesus als König ein in die blendende Gottesherrlichkeit. Statt mit der schimpflichen Dornenkrone ist er nun mit «Ehre und Herrlichkeit» gekrönt. Er sitzt auf dem höchsten Throne und hat von seinem Vater unumschränkte Herrschergewalt erhalten über alle Völker der Erde. Als mitleidsvoller, mit unsern Schwachheiten vertrauter Hoherpriester zeigt er dem Vater ohne Unterlaß die Wundmale, die er auch in seiner Verklärung beibehalten wollte, und bewegt ihn dadurch zum Erbarmen. Er ist unser Fürsprecher beim Vater (1 Joh. 2, 1).
 

2. Christus zog nicht allein in den Himmel ein, an seinem Triumphzug nahm die ganze menschliche Natur teil. «Gott», sagt der hl. Paulus (Eph. 2, 4-6), «hat uns mitbelebt in Christus und mitauferweckt und in Christus Jesus mitversetzt in den Himmel.» Er ist nicht allein aufgefahren, er hat nicht allein den Thron der Herrlichkeit bestiegen, sondern wir mit ihm: «Gottes Sohn hat die mit ihm als Glieder zu einem Leibe zusammengeschlossenen Gläubigen zur Rechten des Vaters gesetzt» (hl. Leo der Große). So findet das erhabene Geheimnis der Himmelfahrt seine Fortsetzung, bis mit der Aufnahme des letzten Auserwählten der mystische Leib Christi seine Vollendung erreicht haben wird.
 

3. Freuen wir uns über den Triumph unsres göttlichen Heilandes, der nun der «König der Glorie» ist. «Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe» (Joh. 14, 28). Wir sollen aber auch selbst ein sehnsüchtiges Verlangen erwecken nach der Seligkeit des Himmels, unsrer einstigen Heimat. «Was droben ist, suchet, wo Christus ist zur Rechten des Vaters» (Kol. 3, 1). Beachten wir auch, daß der Heiland vom Ölberg, der Stätte seines Leidensbeginnes, zum Himmel aufgefahren ist; so müssen auch wir «durch viele Trübsale ins Himmelreich eingehen» (Act. 14, 22).
 

4. Ursprünglich war die gottesdienstliche Feier der Auffahrt des Herrn mit dem Pfingsttage verbunden gewesen (s. S. 567). Um das Jahr 400 aber war ihr bereits auch ein eigener Tag geweiht. Als selbständiges Fest gewann es von den ältesten Zeiten her gerade in der Mutterkirche von Rom eine hervorragende Stellung. War Ostern das Fest des Sieges Jesu Christi, so erscheint das heutige als das Fest des triumphierenden Einzuges des Ostersiegers in die ewige Lichtstadt des Himmels, wo er als unser glorreicher Mittler und König thront («Rex gloriae»). In der Frühzeit des Kirchenjahres war dieser Tag der Abschluß der großen Feste des Erlösers. «Die Himmelfahrt Christi ist die Vollendung und Erfüllung aller seiner übrigen Feste und ein glückseliger Beschluß der ganzen irdischen Laufbahn des Gottessohnes» (hl. Bernhard, † 1153).
 

5. Wir sind um Petrus geschart (Stationskirche). Mit ihm schauen wir zu dem in den Himmel Erhöhten auf, an dem wir liebend hängen. Er tröstet uns durch die Versicherung seiner Wiederkunft (Intr.). Wir verlangen, dem Geiste nach im Himmel zu leben (Oratio). Lukas und Markus berichten uns die näheren Einzelheiten der Himmelfahrt Christi (Lesung, Evang.). Freudig begrüßen wir Christus als König (Allel., Offert.) und gehen ihm entgegen, der als verklärter Gottkönig in der hl. Wandlung zu uns kommt und in uns die Gnaden seiner Himmelfahrt wirkt (Comm.). (Schott 1954)


die Eleona-Basilika als urspr. Stätte der Himmelfahrt Christi,

Kathedrale von Toledo,
Notre Dame de Chartres (Skulpturengruppe)
Marienkirche in Krakau,
gesegnetes Himmelfahrtsfest - nimm dir Zeit zum Beten (Froschi),
Chiesa Nuova - Rom 

Kreuzgang, S. Maria Novella, Florenz