Du aber "strecktest Deine Hand aus der Höhe" und "rissest meine Seele aus" der dichten Finsternis, weil meine Mutter, Deine Getreue, um meinetwillen zu Dir weinte. Sie weinte mehr, als Mütter ein totes Kind beweinen. Durch den Glauben und den Geist, den sie von Dir erhalten hatte, sah sie meinen Tod, und Du, Herr, hast sie erhört. Du hast sie erhört und ihre Tränen nicht gering geachtet, wenn sie strömend den Boden unter ihren Augen netzten, wo immer sie betend verweilte. Ja, Du hast sie erhört. Denn woher sonst kam der Traum, durch den Du sie getröstet hast, so daß sie wieder einwilligte, mit mir zusammenzuleben und im Hause den gleichen Tisch zu teilen? Sie hatte eine Zeitlang sich geweigert, es zu tun, vor Abscheu und Widerwillen gegen meine gotteslästerlichen Verirrungen.
Im Traum aber sah sie sich auf einem hölzernen Richtscheit stehen (Hinweis auf regula fidei, die christliche Glaubenslehre), und ein strahlender, froher, sie anlächelnder Jüngling kam auf sie zu, während sie trauerte und vor Gram ganz gebrochen war. Dieser fragte nach dem Grund ihrer Trauer und warum sie immerfort weine, wie man fragt, um zu helfen, nicht aus Neugier. Sie erwiderte, sie beklage meinen Untergang. Da hieß er sie, getrost zu sein, und ermunterte sie, aufzumerken und genau hinzusehen: dort, wo sie sei, sei auch ich. Und als sie aufmerkte, sah sie, daß ich neben ihr auf dem gleichen Richtscheit stand. (die Erfüllung des Traums)
Wieso das? Doch weil Dein Ohr an ihrem Herzen lag, o Du guter, allmächtiger Gott, der über jeden von uns wacht, als kümmertest Du Dich um ihn allein oder um alle so wie um jeden.
Und wie kam das Weitere, daß, als sie mir ihre Schau erzählte, und ich sie so wegdeuten wollte, als dürfe sie nicht daran verzweifeln, eines Tages dort zu sein, wo ich war, sie sogleich ohne das geringste Zögern erwiderte: "Nein, mir wurde nicht gesagt: Wo er ist, wirst du sein, sondern: Wo du bist, wird auch er sein".
Herr, hier bekenne ich Dir ein weiteres Mal meine Erinnerung, soweit mein Gedächtnis reicht: die Antwort, die Du mir so durch den Mund meiner wachsamen Mutter gabst, ihre Ruhe angesichts meiner falschen, danebengreifenden Antwort, ihre rasche Einsicht in das zu Beachtende - das ich vor ihrer Antwort nicht beachtet hatte-, sie hat mich damals mehr bewegt als der Traum selbst, der dieser frommen Frau lange vorweg zur Tröstung über gegenwärtige Sorgen eine Freude ankündigte, die sich erst viel später verwirklichen sollte.
Denn neun Jahre ungefähr verflossen, während denen ich mich "im tiefen Schlamm" und im finstern Irrtum wälzte; oft suchte ich aufzutauchen und sank nur tiefer zurück, während diese keusche, fromme und nüchterne Witwe, so wie Du sie liebst, schon beflügelter im Hoffen, aber unermüdet im Weinen und Seufzen, zu jeder Stunde ihres Gebets nicht aufhörte, für mich vor Dir zu klagen. Ihren Gebete "drangen vor Deine Augen", aber Du ließest mich indessen noch immer im Finstern suhlen und mich einwühlen. (Augustinus, Confessiones, Hrsg. Hans Urs von Balthasar, 3. Buch, der Traum Monikas, 82ff)
Heilige Monika, bitte für uns und alle, die nicht glauben Salisbury Cathedral
For I was an hungred, and ye gave me meat (King James Version) Ich war hungrig und ihr gab mir zu essen (Mt 25) leibliche Werke der Barmherzigkeit, Salisbury Cathedral
4 Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt.
So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. 5 Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche,
ein Tag, an dem sich der Mensch demütigt:
wenn man den Kopf hängen lässt wie eine Binse,
wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt?
Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt? 6 Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche:
die Fesseln des Unrechts zu lösen,
die Stricke des Jochs zu entfernen,
Unterdrückte freizulassen,
jedes Joch zu zerbrechen? 7Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot
und deine Heilung wird schnell gedeihen.
Deine Gerechtigkeit geht dir voran,
die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. 9a Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben,
und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.
(aus Jeremia 58, Lesung zum Freitag nach Aschermittwoch)
23 Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. 25 Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?
(aus dem Evangelium vom Gründonnerstag nach Lukas 9)
Lesung aus dem Buch Deuteronómium18 (4. Sonntag im Jahreskreis, Markus, 1. Lesung)
Mose sprach zum Volk: 15 Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen.
Auf ihn sollt ihr hören. 16 Der Herr wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den Herrn, deinen Gott, gebeten hast,
als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. 17 Damals sagte der Herr zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. 18 Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen.
Ich will ihm meine Worte in den Mund legen
und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm gebiete. 19 Den aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft. 20 Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht geboten habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben.
Mose übermittelt die zehn Gebote, Salisbury Cathedral
Im ersten Hauptteil „Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung“ wird
Jesus als der neue Mose dargestellt. In zehn Kapiteln werden die Taufe
Jesu, die Versuchung in der Wüste, die Reich-Gottes-Botschaft, die
Bergpredigt, das Vaterunser, die Botschaft der Gleichnisse, die
christologischen Bildworte bei Johannes, das Petrusbekenntnis, die
Verklärung und die Selbstaussagen Jesu behandelt. Das Persongeheimnis
Jesu wird von Benedikt typologisch erschlossen. Das Buch hätte nämlich
auch den Titel tragen können: Jesus von Nazareth, der neue Mose. Weil
die Landnahme noch nicht als endgültige Befreiung zu verstehen sei, wird
im Buch Deuteronomium ein neuer Mose verheißen: „Einen Propheten wie
mich wird der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte heraus … erstehen
lassen, auf ihn sollt ihr hören“ (Dtn 18, 15). Was das Besondere an Mose
war, steht am Ende des Deuteronomiums: „Fortan ist kein Prophet mehr in
Israel aufgetreten wie Mose, mit dem der Herr von Angesicht zu
Angesicht verkehrt hatte …“ (Dtn 34, 10). Darauf baut Benedikt seine
Deutung der Gestalt Jesu auf: „Israel darf auf einen neuen Mose hoffen, …
Und das eigentliche Kennzeichen dieses ,Propheten‘ wird es sein, dass
er mit Gott von Angesicht zu Angesicht wie ein Freund mit dem Freund
verkehren wird. Sein Kennzeichen ist die Unmittelbarkeit zu Gott, so
dass er Gottes Willen und Wort unverfälscht, aus erster Hand mitteilen
kann. Und das ist das Rettende, worauf Israel – worauf die Menschheit –
wartet.“
Die Offenbarungsmittlerschaft des Mose hatte nämlich eine Grenze: Die
Bitte des Mose „Zeige mir doch deine Herrlichkeit“ (Ex 33, 18ff) wurde
von Gott abgelehnt. Mose durfte nur den Rücken Gottes schauen, aber
nicht sein Angesicht. Daraus folgert Benedikt, dass Israel einen
größeren Propheten erwartete, der Gottes Angesicht schaut: In Jesus hat
sich die Verheißung eines neuen Propheten erfüllt, der aus der Schau
Gottes spricht. Mit dem Johannesevangelium gesprochen: „Niemand hat Gott
je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er
hat Kunde gebracht“ (Joh 1, 18). Jesus kann den Vater offenbaren, weil
er „in der Sohnesgemeinschaft mit dem Vater steht“. Eine Deutung der
Taufe Jesu als „Berufungserlebnis“ wird von Benedikt abgelehnt.
Im Kapitel über die Bergpredigt tritt die Mose-Typologie wieder ganz
deutlich hervor: Jesus ist der neue Mose, er ist der Lehrer Israels, der
zu allen Völkern spricht. Der „Berg“ der Seligpreisungen ist der neue
Sinai, die Bergpredigt ist die neue Tora, gesprochen aus der
Gemeinschaft Jesu mit dem Vater. In der Universalisierung des Glaubens
Israels sieht Benedikt eine im Alten Testament angelegte Bewegung, die
in Jesus zu ihrem Ziel kommt. Auch hier wird die Mose-Typologie
besonders deutlich: Mose steht nicht nur für den Glauben Israels,
sondern auch für seine Rechts- und Sozialordnung, die der Messias Jesus
nicht mehr als sakral und damit unveränderliches Recht für alle Zeiten
versteht.
Mit neuer Radikalität werden etwa in den Antithesen der Bergpredigt
(der Berg ist der neue Sinai, der Ort der Gesetzgebung) die
grundlegenden Normen, die auf die zweite Tafel des Dekalogs (Mose auf
dem Sinai) Bezug nehmen, eingeschärft: Nicht nur nicht töten, sondern
dem unversöhnten Bruder entgegengehen, keine Ehescheidung mehr, nicht
nur gleiches Recht für alle, sondern sich schlagen lassen ohne
zurückzuschlagen, nicht bloß den Nächsten lieben, sondern den Feind. Die
bei den Propheten grundgelegte Einheit von Gottes- und Nächstenliebe
wird zur obersten Norm. Somit legt Jesus den Grund einmal für die
nötigen geschichtlichen Anpassungen der konkreten Rechtsformen durch die
Entsakralisierung und zum anderen festigt er die Anbetung des einen
wahren Gottes und legt den Grund für die Menschenwürde.
Darin hat sich
die Verheißung erfüllt: „Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein
Gott, aus deiner Mitte heraus erstehen lassen.“
Michael Karger über das Jesus Buch von Joseph Ratzinger, hier
Detail der Verklärung d. Herrn, Salisbury Cathedral; Jesus als der neue Mose
Lebensdaten: geboren in Betsaida, heute Syrien, gestorben 81 in Skythien, heutige Ukraine
Lebensgeschichte: Philippus war ein Jünger Johannes’ des Täufers,
bevor ihn Jesus in seine Nachfolge berief. Im Johannesevangelium führt
er Nathanaël dem Jüngerkreis zu und wird vor dem Wunder der
Brotvermehrung von Jesus auf die Probe gestellt.
Neben seinem
ohnehin griechischen Vornamen unterstreicht das Evangelium seine
hellenistische Kultur: Griechen, die Jesus sehen wollen, richten ihre
Bitte ausdrücklich an ihn.
Beim Letzten Abendmahl offenbart er
sein völliges Unverständnis, als er Jesus bittet: „Herr, zeig uns den
Vater.“ Jesus antwortet ihm: „Schon so lange bin ich bei euch, und du
hast mich nicht erkannt, Philippus?“
Der Überlieferung nach wirkte
Philippus 20 Jahre lang als Glaubensbote in Skythien. Eine Legende
inszeniert ihn als Drachenbändiger und Zerstörer von Götzenbildern des
Mars. Zeugnisse von frühchristlichen Autoren wie Eusebius von Cäsarea,
Papias von Hierapolis und Clemens von Alexandrien, denen nach er mit
seinen prophetisch begabten und wundertätigen Töchtern in Hierapolis
lebte, gehen auf eine Verwechslung mit Philippus dem Evangelisten (siehe
Apg 21,8) zurück.
Philippus starb als Märtyrer am Kreuz.
Verehrung:
Philippus’ Reliquien kamen über Konstantinopel nach Rom und werden in
der Basilika SS. Dodici Apostoli verehrt. Weitere Reliquien befinden
sich in Andechs, Altötting, Köln und Paris.
Darstellung: als Apostel mit Kreuz, Buch und Geißel, oder mit Brotlaib, als Drachentöter
Patron: von Speyer, Brabant und Luxemburg, der Walker, Gerber, Hutmacher, Krämer und Konditoren
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Weihekandidaten!
In dieser Stunde, in der Ihr, liebe Freunde, durch das
Sakrament der Priesterweihe zu Hirten im Dienst des großen Hirten Jesus
Christus bestellt werdet, spricht der Herr im Evangelium selber zu uns
über den Dienst für die Herde Gottes. Das Bild vom Hirten kommt von
weither. Im alten Orient hatten die Könige sich als Hirten ihrer Völker
bezeichnet. Im Alten Bund hatten Mose und David zuerst als Hirten
gearbeitet, ehe sie berufen wurden, Führer des Gottesvolkes und dessen
Hirten zu werden. In den Nöten der Exilszeit angesichts des Versagens
der Hirten Israels, seiner politischen und religiösen Führer, hatte
Ezechiel das Bild von Gott selbst als dem Hirten seines Volkes
entworfen. Gott sagt durch den Propheten: »Wie ein Hirt sich um die
Tiere seiner Herde kümmert…, so kümmere ich mich um meine Schafe und
hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren
Tag zerstreut haben« (Ez 34,12). Nun verkündet Jesus, daß diese
Stunde gekommen ist: Er ist selbst der gute Hirte, in dem Gott selbst
sich um sein Geschöpf Mensch kümmert, die Menschen zusammenholt und sie
zur wahren Weide führt. Der heilige Petrus, dem der auferstandene Herr
aufgetragen hatte, seine Schafe zu weiden, Hirte für ihn und mit ihm zu
werden, nennt Jesus in seinem ersten Brief den Archipoimen – den
Erzhirten (5,4) – und will damit sagen, daß jemand Hirte in der
Gemeinschaft Jesu Christi nur sein kann durch ihn und in der innigsten
Gemeinschaft mit ihm. Das eben drückt sich im Sakrament der
Priesterweihe aus: Der Priester wird durch das Sakrament ganz Christus
zugeeignet, um von ihm her und auf ihn hin, in der Gemeinschaft mit ihm
den Dienst des einen Hirten zu tun, Jesus, in dem Gott als Mensch unser
Hirt sein will.
Das Evangelium dieses Sonntags, das wir gehört haben,
ist nur ein Ausschnitt aus der großen Hirtenrede Jesu; darin sagt uns
der Herr dreierlei über den wahren Hirten: Er gibt sein Leben für die
Schafe. Er kennt die Seinen und sie ihn. Er steht im Dienst der Einheit.
Bevor wir über diese drei Kernbestimmungen des Hirteseins nachdenken,
tut es vielleicht gut, einen Augenblick an das vorhergehende Stück der
Hirtenrede zu erinnern, in dem Jesus – bevor er sich Hirte nennt – zu
unserer Überraschung sagt: »Ich bin die Tür« (Joh 10,7). Durch
ihn muß man in den Hirtendienst eintreten. Diese Grundbedingung
verdeutlicht er sehr nachdrücklich, indem er erklärt: »Wer … anderswo
einsteigt, ist ein Dieb und ein Räuber« (Joh 10,1). Dieses Wort
»einsteigt« – griechisch »anabaínei« – schließt die Vorstellung ein von
jemandem, der den Zaun hochklettert, um so – den Zaun übersteigend –
dorthin zu gelangen, wo er rechtmäßig nicht hinkommen kann. Aufsteigen –
das ist aber auch das Bild des Karrierismus, für den Versuch, nach oben
zu kommen, sich durch die Kirche eine Stellung zu verschaffen – sich zu
bedienen und nicht zu dienen. Es ist das Bild des Menschen, der durch
das Priestertum etwas werden und jemand sein möchte, dem es um die
eigene Erhöhung geht und nicht um den demütigen Dienst Jesu Christi.
Aber der einzig rechtmäßige Aufstieg zum Hirtenamt in der Kirche ist das
Kreuz. Das ist der wahre Aufstieg, das ist die wahre Tür. Nicht selber
jemand werden wollen, sondern für den anderen da sein – für Christus und
so, durch ihn und mit ihm für die Menschen, die der Herr sucht, die er
auf den Weg des Lebens führen will. Man tritt zum Priestertum ein durch
das Sakrament – das bedeutet eben: durch die Freigabe seiner selbst an
Christus, daß er über mich verfüge; daß ich ihm zu Diensten sei und
seinem Ruf folge, auch wenn er meinen Wünschen nach Selbstverwirklichung
und Ansehen entgegenläuft. Durch Christus, die Tür, eintreten, heißt:
ihn immer mehr kennen und lieben, damit unser Wille eins werde mit dem
Seinen und unser Handeln eins mit dem Seinen. Liebe Freunde, darum
wollen wir immer von neuem beten, darum uns mühen, daß Christus in uns
wächst; daß unsere Einheit mit ihm immer tiefer werde, so daß durch uns
wirklich Christus weidet.
Sehen wir nun die drei Grundaussagen näher an, die Jesus
über den guten Hirten macht. Die erste, die mit großem Nachdruck die
ganze Hirtenrede durchzieht, lautet: Der Hirt gibt sein Leben für die
Schafe. Das Geheimnis des Kreuzes steht im Mittelpunkt von Jesu
Hirtendienst – es ist der eigentliche große Dienst, den er für uns alle
tut. Er gibt sich selber, und das nicht nur in einer fernen
Vergangenheit. In der heiligen Eucharistie läßt er das jeden Tag
Wirklichkeit werden, gibt sich selbst hin durch unsere Hände, schenkt
sich uns. Deswegen steht mit Recht die heilige Eucharistie im Zentrum
des priesterlichen Lebens, in der Jesu Hingabe am Kreuz immerfort
wirklich unter uns gegenwärtig bleibt. Und von da aus lernen wir auch,
was es bedeutet, Eucharistie recht zu feiern: in ihr dem Herrn zu
begegnen, der für uns seine göttliche Herrlichkeit ablegt, sich
erniedrigen läßt bis in den Tod am Kreuz und so sich an jeden von uns
verschenkt. Die tägliche Eucharistie ist für den Priester ganz wichtig,
in der er sich immer neu diesem Mysterium aussetzt; sich selber immer
neu dem Herrn in die Hände gibt und zugleich die Freude erfährt, daß ER
da ist, mich annimmt, mich immer wieder neu aufhebt und trägt, mir die
Hand, ja sich selbst gibt. Die Eucharistie muß uns Schule des Lebens
werden, in der wir lernen, unser Leben zu geben. Das Leben gibt man
nicht erst im Augenblick des Todes und nicht nur in der Weise des
Martyriums. Wir müssen es geben, Tag um Tag. Tag um Tag gilt es zu
erlernen, daß ich mein Leben nicht für mich selber habe. Tag um Tag gilt
es zu lernen, mich loszulassen; mich zur Verfügung zu halten für das,
wofür er, der Herr, mich gerade braucht, auch wenn mir anderes schöner
oder wichtiger erscheint. Das Leben geben, nicht nehmen. Gerade so
erfahren wir Freiheit. Freiheit von uns selbst, die Weite des Seins.
Gerade so, im Gebrauchtwerden, dadurch daß wir jemand sind, der in der
Welt gebraucht wird, wird unser Leben wichtig und schön. Nur wer sein
Leben gibt, findet es.
Als zweites sagt uns der Herr: Ich kenne meine Schafe,
und sie kennen mich, wie der Vater mich kennt und ich ihn. Zwei
scheinbar ganz verschiedene Beziehungen sind in diesem Satz ineinander
verwoben: die Beziehung zwischen Jesus und dem Vater; die Beziehung
zwischen ihm und den ihm anvertrauten Menschen. Aber beide Beziehungen
gehören eben zusammen. Denn die Menschen gehören im letzten dem Vater
und sind auf der Suche nach dem Schöpfer, nach Gott. Wenn sie merken,
daß jemand nur für sich selber und aus Eigenem redet, spüren sie, daß
das zu wenig ist und daß er das nicht sein kann, was sie suchen. Wo aber
in einem eine andere Stimme aufklingt, die Stimme des Schöpfers, des
Vaters, da öffnet sich die Türe der Beziehung, auf die der Mensch
wartet. So also muß es bei uns sein: Wir müssen zuerst und zuinnerst in
der Beziehung mit Christus und durch ihn mit dem Vater stehen, dann erst
verstehen wir die Menschen wirklich. Nur im Licht Gottes erfaßt man die
Tiefe des Menschen. Dann merkt derjenige, der uns hört, daß wir nicht
von uns, von irgend etwas, sondern vom wahren Hirten reden. Natürlich
ist in den Worten Jesu die ganz praktische pastorale Aufgabe
mitenthalten, den Menschen nachzugehen, zu ihnen zu kommen, für ihre
Nöte und Fragen offen zu sein. Natürlich ist das praktische, konkrete
Kennen der mir anvertrauten Menschen grundlegend, und natürlich ist
dabei wichtig, daß wir das »Kennen« der anderen im biblischen Sinn
verstehen: Wirkliches Kennen ohne Liebe, ohne innere Beziehung, ohne
inneres Annehmen des anderen gibt es nicht. Der Hirte kann sich nicht
mit einem Wissen um Namen und Daten begnügen. Sein Kennen der Schafe muß
immer mehr auch ein Kennen mit dem Herzen sein. Aber das geht letztlich
nur, wenn der Herr unser Herz geöffnet hat. Wenn unser Kennen die
Menschen nicht an mein privates Ich, an mein eigenes, kleines Herz
bindet, sondern sie das Herz Jesu, das Herz des Herrn spüren läßt. Es
muß ein Kennen mit dem Herzen Jesu und auf ihn hin sein, das den
Menschen nicht an mich bindet, sondern zu Jesus führt und so frei und
weit macht. Und auf diese Weise werden auch wir unter den Menschen zu
Nächsten. Dafür, daß uns dieses Kennen mit dem Herzen Jesu geschenkt
werde, dieses nicht an mich, sondern an das Herz Jesu Binden und das
Stiften wahrer Gemeinschaft. Daß uns dies geschenkt werde, darum wollen
wir immer neu den Herrn bitten.
Schließlich spricht uns der Herr vom Dienst der Einheit,
der dem Hirten aufgetragen ist: »Ich habe noch andere Schafe, die nicht
aus diesem Stall sind; auch sie muß ich führen, und sie werden auf
meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten« (Joh
10,16). Es ist das Gleiche, was Johannes nach dem Tötungsbeschluß des
Hohen Rates wiederholt, als Kaiphas gesagt hatte, es sei besser, einer
sterbe »pro popolo«, als daß die ganze Nation zu Grunde gehe. Johannes
erkennt in diesem Wort des Kajaphas ein prophetisches Wort und fügt
hinzu, »daß Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur
für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes
wieder zu sammeln« (Joh 11,51–52). Der Zusammenhang von Kreuz und
Einheit wird sichtbar; die Einheit kostet das Kreuz. Vor allem aber
wird der universale Horizont von Jesu Wirken aufgerichtet. Hatte
Ezechiel in seiner Hirtenprophetie die Wiederherstellung der Einheit der
getrennten Stämme Israels im Auge (34,22–24), so geht es nun nicht mehr
nur um die Einigung des zerstreuten Israel, sondern um die Einung aller
Kinder Gottes, um die Menschheit – um die Kirche aus Juden und Heiden.
Die Sendung Jesu betrifft die Menschheit im ganzen, und der Kirche ist
daher eine Verantwortung für die Menschheit aufgetragen: daß sie Gott
kennenlerne, den Gott, der in Jesus Christus für uns alle Mensch
geworden ist, gelitten hat, gestorben und auferstanden ist. Die Kirche
darf sich nie mit der Schar derer begnügen, die sie nun einmal erreicht
hat und sagen, daß es den anderen – den Muslimen, den Hindus und so
weiter – auch so gutgehe. Die Kirche kann sich nicht bequem ins bloß
Eigene zurückziehen. Die Sorge um das Ganze, um alle, ist ihr
aufgetragen. Diesen großen allgemeinen Auftrag müssen wir in unsere
jeweiligen Sendungen hinein übersetzen. Natürlich muß ein Priester, ein
Seelsorger, sich zuallererst um die bekümmern, die mit der Kirche
glauben und leben, die in ihr die Straße des Lebens suchen und die
ihrerseits die Kirche als lebendige Steine aufbauen und eben auch den
Priester mit aufbauen und mittragen. Aber wir müssen doch auch immer
wieder – wie der Herr sagt – an die Straßen und Zäune gehen (vgl. Lk 14,22)
und die Einladung Gottes zu seinem Festmahl auch zu den Menschen
bringen, die bisher nicht davon gehört haben oder nicht inwendig davon
berührt worden sind. Dieser universale Dienst, der Dienst an der Einheit
hat viele Formen. Immer gehört auch dazu, um die innere Einheit in der
Kirche selber zu ringen; daß sie über alle Unterscheidungen und Grenzen
hinweg ein Zeichen von Gottes Gegenwart in der Welt sei, der allein
solche Einheit schaffen kann.
Die alte Kirche hat in der Plastik ihrer Zeit die
Gestalt des Hirten vorgefunden, der ein Schaf auf seiner Schulter trägt.
Vielleicht gehören diese Bilder dem Traum nach der Idylle des
ländlichen Lebens zu, der damals die Gesellschaft ergriffen hatte. Aber
für die Christen wurde diese Figur ganz von selbst zum Bild für den, der
aufgebrochen ist, das verlorene Schaf – die Menschheit – zu suchen; das
Bild für ihn, der uns Menschen nachgeht in unsere Wüsten und Wirrnisse
hinein; das Bild für den, der dieses verlorene Schaf – die Menschheit –
auf seine Schultern genommen hat und heim trägt. Es wurde zum Bild für
den wahren Hirten Jesus Christus. Ihm vertrauen wir uns an. Ihm
vertrauen wir Euch, liebe Brüder, in dieser Stunde ganz besonders an,
daß er Euch führe und trage alle Tage; daß er Euch helfe, durch ihn und
mit ihm gute Hirten seiner Herde zu werden. Amen.
Der Auferstandene und die Frauen, Salisbury Cathedral
+Aus dem heiligen Evangelium
nach Matthäus 28
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engelsvernommen
hatten,
8 verließen sie sogleich das Grab und eilten voll
Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu
verkünden.
9Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid
gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine
Füße.
10Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht
und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich
sehen.
11Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen
einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles,
was geschehen war.
12Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den
Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld
13und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind
bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
14Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn
beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
15Die Soldaten nahmen das Geld
und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses
Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.
Wennjemand von einer Schlange gebissen wurde
und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am
Leben
Lesung
aus dem Buch Numeri 21,4-9 (Lesung vom Dienstag der 5. Fastenwoche)
In
jenen Tagen
4brachen
die
Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer
ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den
Mut,
5es
lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus
Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot
noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
6Da
schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und
viele Israeliten starben.
7Die
Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen
den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den
Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.
8Der
Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange
auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie
ansieht.
9Mose
machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf.
Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange
aufblickte, blieb er am Leben.
Liebe Brüder und Schwestern!
(...) Es ist ein Weg, den wir zusammen mit Jesus durch die
»Wüste« gehen, das heißt eine Zeit, um vermehrt die Stimme Gottes zu
hören und auch die Versuchungen aufzudecken, die in uns ertönen. Am
Horizont dieser Wüste zeichnet sich das Kreuz ab.
Jesus weiß, daß es der
Höhepunkt seiner Sendung ist: Tatsächlich ist das Kreuz der Höhepunkt
der Liebe, die uns das Heil schenkt. Er selbst sagt dies im heutigen
Evangelium: »Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der
Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das
ewige Leben hat« (Joh 3,14–15). Der Verweis bezieht sich auf eine
Begebenheit, bei der die Israeliten während des Auszugs aus Ägypten von
giftigen Schlangen angegriffen wurden und viele starben; so gebot Gott
dem Mose, eine Schlange aus Kupfer zu machen und sie an einer
Fahnenstange aufzuhängen: wenn nun jemand von einer Schlange gebissen
wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, wurde er geheilt (vgl. Num 21,4–9).
Auch Jesus wird am Kreuz erhöht werden, damit jeder, der wegen der
Sünde in Todesgefahr ist und sich mit Glauben an ihn wendet, der für uns
gestorben ist, gerettet werde. »Denn Gott«, schreibt der hl. Johannes,
»hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird« (Joh 3,17).
Der hl. Augustinus kommentiert: »Soweit es auf den Arzt ankommt, kam
er den Kranken zu heilen. Der tötet sich selbst, der die Vorschriften
des Arztes nicht beobachten will. Es kam der Heiland in die Welt […] Du
willst dich von ihm nicht heilen lassen, du wirst von dir selbst
gerichtet werden« (Tractatus in Ioannis Evangelium 12,12: PL 35,
1190). Wenn nun die barmherzige Liebe Gottes, der bis zu dem Punkt
gegangen ist, seinen einzigen Sohn als Lösegeld für unser Leben
hinzugeben, unendlich ist, dann ist auch unsere Verantwortung groß: ein
jeder nämlich muß erkennen, daß er krank ist, um geheilt werden zu
können; jeder muß seine Sünde bekennen, damit die schon am Kreuz
geschenkte Vergebung Gottes in seinem Herzen und Leben wirksam werden
kann.
Der hl. Augustinus schreibt weiter: »Gott klagt deine Sünden an;
wenn auch du sie anklagst, bist du mit Gott verbunden […] Wenn dir aber
einmal das zu mißfallen anfängt, was du gemacht hast, dann beginnen
deine guten Werke, weil du deine schlechten Werke anklagst. Der Anfang
der guten Werke ist das Bekenntnis der bösen Werke« (ebd., 13: PL
35,1191).
Bisweilen liebt der Mensch mehr die Dunkelheit als das Licht,
da er an seinen Sünden hängt. Doch nur wenn er sich dem Licht öffnet,
nur wenn er Gott aufrichtig seine Schuld bekennt, findet er den wahren
Frieden und die wahre Freude. Daher ist es wichtig, regelmäßig das
Sakrament der Buße zu empfangen, vor allem in der Fastenzeit, um der
Vergebung des Herrn teilhaftig zu werden und auf unserem Weg der Umkehr
weiter voranzukommen.
Auf unserem Weg durch die Fastenzeit sind wir beim fünften Fastensonntag
angekommen; ihn kennzeichnet das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus
(Joh 11,1-45). Es ist dies das letzte große Zeichen, das Jesus vollbrachte,
bevor die Hohenpriester den Hohen Rat einberiefen, um darüber zu beraten, ihn
zu töten. Und sie fassten den Beschluss, auch Lazarus zu töten, der der lebende
Beweis für die Göttlichkeit Christi war, des Herrn über das Leben und den Tod.
Dieser Abschnitt aus dem Evangelium zeigt uns nämlich Jesus als wahren Menschen
und wahren Gott.
Der Evangelist unterstreicht vor allem die Freundschaft mit Lazarus und den
Schwestern Marta und Maria. Er betont, dass „Jesus sie liebte“ (Joh 11,5).
Gerade deshalb wollte er das große Wunder vollbringen. „Lazarus, unser Freund,
schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken“ (Joh 11,11), so sprach er zu
seinen Jüngern. Und mit der Metapher des Schlafes brachte er Gottes Sichtweise
hinsichtlich des leiblichen Todes zum Ausdruck: Gott sieht ihn als einen
Schlaf, von dem man aufwachen kann. Jesus hat absolute Gewalt über diesen Tod
an den Tag gelegt: Das zeigt sich, als er dem jungen Sohn der Witwe von Nain
(vgl. Lk 7,11-17) und dem zwölfjährigen Mädchen (vgl. Mk 5,35-43) das Leben
zurückerstattet. Eben von ihr sagt er: „Das Kind ist nicht gestorben, es
schläft nur“ (Mk 5,39), und dadurch das Gelächter der Anwesenden erregt. In
Wahrheit aber ist es so: Der leibliche Tod ist ein Schlaf, von dem Gott uns zu
jedem Zeitpunkt wecken kann.
Diese Herrschaft über den Tod hielt Jesus nicht davon ab, angesichts des
Schmerzes der Trennung aufrichtiges Mit-leid zu fühlen. Als er Marta und Maria
sowie die anderen weinen sah, die gekommen waren, um sie zu trösten, „war er im
Innersten erregt und erschüttert“, und „weinte“ schließlich (Joh 11,33.35). Das
Herz Christi ist göttlich-menschlich: In ihm sind Gott und Mensch einander in
vollkommener Weise begegnet, ungetrennt und unvermischt. Er ist das Bild, ja,
mehr noch: die Fleischwerdung Gottes, der Liebe, Barmherzigkeit, väterliche und
mütterliche Zärtlichkeit ist, des Gottes, der Leben ist. Deshalb erklärt er vor
Marta feierlich: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird
auf ewig nicht sterben.“ Und er fügte hinzu: „Glaubst du das?“ (Joh 11,25-26).
Ja, Herr! Auch wir glauben, trotz unserer Zweifel und unserer dunklen Seiten.
Wir glauben an dich, weil du Worte des ewigen Lebens hast. Wir wollen an dich
glauben, da du uns eine verlässliche Hoffnung auf Leben jenseits des Lebens
schenkst, auf wahres und volles Leben in deinem Reich des Lichtes und des
Friedens.
Stellen wir dieses Gebet der allerseligsten Maria anheim. Ihre Fürbitte möge
unseren Glauben und unsere Hoffnung in Jesus beleben, besonders in den Momenten
der größten Prüfung und Not.