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Samstag, 17. September 2022

Erlöst (Hildegard)

 

Hildegard von Bingen, v. Rudolf Schillings, 1950

 

Hildegard von Bingen verließ zwischen 1147-1151 ihr Heimatkloster auf dem Disibodenberg und gründete an der Nahe ihr erstes Kloster auf dem Rupertsberg. Heute ist es leider nicht mehr erhalten. Die wenigen Reste der Klosterruine wurden in einem Neubau integriert. Von der Klosterkirche sind sechs Pfeiler der südlichen Mittelschiffwand im Haus Rupertsberg erhalten geblieben und 1976 restauriert und freigestellt worden. Als östlicher Kellereingang des Hauses dient heute ein reich verziertes Portal des Klosters aus dem späten 15. Jahrhundert, dessen ursprünglicher Standort unbekannt ist. Ein Rekonstruktionsmodell der gesamten Klosteranlage ist im Historischen Museum am Strom – Hildegard von Bingen zu besichtigen. (Quelle)

Relief des dornengekrönten Antlitzes Jesu


Erlöst durch das Blut des Gotteslammes
lasst uns von ganzem Herzen frohlocken,
uns freuen aus ganzer Seele in dir,
dreifaltiger Gott, der uns erhält.

Wir wollen gedenken des himmlischen Lohns
für alle Leiden und Nöte,
die uns die Feinde der Wahrheit bereitet.
Sie gelten uns nichts
im vergleich zu der Freude,
mit der wir deine Gebote verkosten.

Wer die Werke der Heiligkeit wirkt,
umfängt dich in wahrer vollkomm´ner Liebe;
den Liebenden gibst du ja alle Güter und schenkst ihnen schließlich
das ewige Leben.

(in Walburga Storch, Gebete der hl. Hildegard von Bingen, 62)


Hildegard-Gedächtniskirche auf dem Rupertsberg

 

 

Malerei auf einem Haus in Bingen (Gebet um Hilfe)

Hymnus zu Ehren der 1100 Jungfrauen (St. Ursula, Köln)

Statue und Bild der hl. Hildegard in der Abtei St. Hildegard, Rüdesheim,Eibingen

Hildegard wird zu Jutta von Disiboden gebracht

Die älteste bekannte Darstellung der hl. Hildegard

Zur Kirchenlehrerin erhoben

Der Hildegardis-Schrein in Eibingen


Der Hildegardis-Altar in der Binger Rochuskapelle


Hildegard-Gedächtniskirche auf dem Rupertsberg in Bingerbrück

Samstag, 15. Februar 2020

Faustinus und Jovita, die Stadtpatrone Brescias

Kreuzkapelle mit den Reliquien von Faustinus und Giovita (rechts)
unter dem Kreuz Reliquien von Honorius, Brescia

Faustinus (= glücklich) und Jovita (= göttlich, himmlisch), zwei leibliche Brüder, ein Herz und eine Seele, stammten aus einer angesehenen Familie zu Brescia in Italien. Sie unterrichteten Unwissende im Glauben, besuchten Gefangene und unterstützten Arme.
Der Bischof Apollonius berief sie zu sich an seinen geheimen Aufenthaltsort und weihte Faustinus zum Priester und Jovita zum Diakon. Nun predigten sie eifrigst und bekehrten viele Heiden. Deshalb wurden sie vom Statthalter eingekerkert. Als Kaiser Hadrian nach Brescia kam, ließ er sich die Brüder vorführen, welche mutig den Glauben bekannten. Da wurde das Götzenbild der Sonne verfinstert; der Kaiser befahl, es zu reinigen – es fiel aber in Stücke. Jetzt wurden Löwen und dann Leoparden gegen die »Zauberer« losgelassen, taten ihnen aber nichts zuleide. Dieses Wunder erfüllte alle mit Schrecken. Viele bekehrten sich. Der Kaiser selbst eilte davon, ließ aber den Befehl zurück, die Brüder ins Feuer zu werfen – sie blieben jedoch unversehrt. Sodann im Gefängnisse ohne Nahrung belassen, lobpriesen sie Gott. Nach einigen Tagen wurden die Martyrer auf kaiserlichen Befehl in Eisen geschmiedet und mit schweren Ketten beladen und so herumgeführt. In Mailand wurden die Heiligen gefoltert und zerfleischt; es ward ihnen geschmolzenes Blei in den Mund gegossen, und mit glühenden Eisen ihnen Pein verursacht. Sie blieben immer standhaft. Unter schweren Misshandlungen nach Rom und Neapel geschleppt und neuerdings gemartert, wurden endlich die heiligen Brüder enthauptet am 15. Februar 120.
(traunsteinertagblatt)

Schrein mit Reliquien v. Faustinus und Giovita, 1925

Gott, Du erfreuest uns alljährlich
durch das Fest Deiner hl. Martyrer Faustinus und Jovita;
so gewähre denn gnädig, daß wir durch das Beispiel
jener entflammt werden, über deren Verdienste wir uns freuen.
Durch unsern Herrn.

Brescia

Kirche der heiligen Faustinus und Jovita, Brescia (deutsch übersetzt)

Donnerstag, 6. Februar 2020

Dorothea von Cäsarea

Stadtpfarrkirche Steyr



Märtyrin
Namensdeutung: Geschenk Gottes (griech.)
Namenstage: Dorothea, Dorothee, Dorothy, Doreen, Dora, Doro, Doris, Dorita, Dörte, Theodora, Thea
Gedenktag: 6. Februar
Lebensdaten: geboren um 290 in Caesarea, heute Kayseri, Türkei, gestorben 305 ebendort
Lebensgeschichte und Legende: Dorothea wuchs in einer vornehmen Familie auf, die während der Christenverfolgungen von Rom nach Caesarea geflohen war. Als der römische Statthalter Apricius um sie warb und sie ihn ihres Glaubens wegen abwies, ließ er sie zuerst martern – sie wurde mit Öl verbrüht, in den Hungerkerker gesperrt, gegeißelt und mit Fackeln verbrannt – und schließlich enthaupten.
Auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung sagte sie: „Ich freue mich auf den Garten meines Herrn Jesus Christus, zu dem ich jetzt gehe, in dem ewig die Sonne scheint und ich Äpfel und Rosen pflücken werde. Dafür will ich gerne leiden.“ Ein Schreiber namens Theophilus, der ihre Worte gehört hatte, spottete, sie solle ihm doch solche Äpfel und Rosen zukommen lassen, wenn sie in diesem besonderen Land wäre. Dorothea versprach es, ohne auf seinen Spott zu achten. Dann kniete sie sich vor dem Scharfrichter nieder. Genau in dem Moment, da dieser ihr den Kopf abschlug, kam ein Kind auf Theophilus zu und übergab ihm – mitten im Winter – einen Korb schönster Äpfel und Rosen. Der Schreiber erschrak, sank auf die Knie und bereute seinen Spott zutiefst. Er bekehrte sich und ließ sich taufen. Auch er musste später den Märtyrertod sterben.
Verehrung/Brauchtum: Die Nothelferin Dorothea gehört mit Katharina, Barbara und Margareta zu den verehrtesten jungfräulichen Märtyrinnen. Ihre Reliquien werden in Rom, Bologna und Breslau verehrt. In Cheb/Tschechien zogen früher Schulkinder am Dorotheentag singend durch die Straßen und erhielten dafür kleine Geschenke.
Darstellung: mit einem Korb Rosen und/oder Äpfeln dargestellt, häufig auch mit den „drei heiligen Madln“ und der Gottesmutter, mit einem Blumenkranz um den Kopf
Patronin: der Gärtner, Blumenhändler, Bergleute, Bierbrauer, Bräute, Jungverheirateten, Wöchnerinnen; Helferin bei Geburtswehen, Armut, Todesnot und falschen Anschuldigungen
(Bistum Augsburg)


hl. Dorothea, bitte für uns!
um 1410, Stadtpfarrkirche Steyr

Der Herr wird mit Dornen gekrönt und verspottet, Stadtpfarrkirche Steyr

vlrn: Agnes Jakobus, Dorothea, Meister von Großlobming, um 1410, Johannes 2.v.r., neugotisch, um 1900

Stadtpfarrkirche Steyr


Heute gedenkt die Kirche des hl. Amandus, des hl. Paul Miki und seiner Gefährten und der Marthe Robin.

Freitag, 30. März 2018

Dornenkrönung

Dornenkrönung, Saint Etienne, Metz

Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn
und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
Denn deine Pfeile haben mich getroffen,
deine Hand lastet schwer auf mir. (Ps 38)

Mittwoch, 5. April 2017

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle in der Wiener Dominikanerkirche

südliche Langhauswand der Dominikanerkirche Wien, links Querschiffkapelle des hl. Dominikus
(Anbetung der heiligsten Dreifaltigkeit durch Dominikus)

Langhauskapellen, rechts: Hl. Mutter Anna, Mitte: Vinzenz-Ferrer-Kapelle, links: Katharina v. Alexandrien


Vinzenz Ferrer Kapelle, Dominikanerkirche Wien

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle ist eine Stiftung des Malers Francois Roettiers. Die einheitliche Ausstattung in rötlichem und vergoldetem Stuckmarmor geht auf seinen Entwurf zurück.
(...) Das Altarbild (signiert 1726) ist von Roettiers selbst gemalt und stellt den Heiligen bei einer Totenerweckung dar.

Vinzenz Ferrer bei einer Totenerweckung, Dominikanerkirche, Wien

Die Engelfiguren mit Posaune sowie die Stuckembleme weisen auf die Sendung des großen spätmittelalterlichen Bußpredigers Ferrer hin.








Das qualitätsvolle Predellabild in goldgefasstem Rahmen mit einer Dornenkrönung ist wohl der Rest des Altarblattes der Vorgängerkapelle (Krönungskapelle).
(Text aus dem Kirchenführer)

Dornenkrönung, Dominikanerkirche Wien

Von hoher Qualität und dem Umkreis Johann Bendls zuzurechnen sind die 1840 bronzierten Holzfiguren von Hieronymus und Maria Magdalena (nach 1760).



Hieronymus, Dominikanerkirche, Wien

Maria Magdalena, Dominikanerkirche, Wien


Hochaltarbild von Leopold Kuppelwieser, Einsetzung und Feier des Rosenkranzfestes durch Papst Pius V

Freitag, 3. April 2015

Heil dir, König der Juden!

Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.
Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein, das heißt in das Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen.
Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Heil dir, König der Juden!
Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm.
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.
(Markus 15,15-20a)

die geschlossene rechte Schauseite des Wiener Neustädter Altars zeigt die Geisselung und die Dornenkrönung Jesu