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Dienstag, 9. September 2025

Sklave für die Sklaven

 

Petrus Claver und die ankommenden Sklaven, Museum von Loyola

Gott, du hast den heiligen Petrus Claver zum Sklaven für die Sklaven gemacht
 und ihm die Kraft gegeben, ihnen mit wunderbarer Liebe und Geduld zu helfen.
Auf seine Fürsprache lass auch uns nach dem streben,
was Jesus Christus angehört, und in Tat und Wahrheit die Nächsten lieben. 
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Glasfenster in St Aloysius, Glasgow

Statue in der Basilika von Loyola 

 

 

Montag, 9. September 2024

Sklave der Schwarzen auf ewig

 

Kuppel von St Aloysius mit Glasfenstern von Jesuitischen Heiligen, Glasgow

 
Ordenspriester, Missionar
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 9. September

Lebensdaten: geboren Mitte Juni 1580 in Verdú, Provinz Lérida, Katalonien, gestorben am 9. September 1654 in Cartagena, Kolumbien

Lebensgeschichte: Pere Claver Corberó war der Sohn eines Oliven- und Weinbauern und wurde als 13-jähriger, nach dem Tod seiner Mutter, in die Obhut eines Onkels und Priesters in Barcelona gegeben. Ab 1596 studierte er Philosophie am Jesuitenkolleg von Bélen und schloss sich 1602 dem Orden an. 1605 begegnete er auf der Missionsschule von Palma de Mallorca dem Klosterpförtner Alonso Rodríguez, der ihm den Gedanken eingab, sich der Missionsarbeit zu widmen.

1610 wurde Claver, den seine Ordensoberen abschätzig beurteilten und für die Indianermission empfahlen, in das neue Königreich von Granada (heutiges Kolumbien und Venezuela) entsandt und vollendete sein Theologiestudium in Santa Fé de Bogotá. Vor seiner Priesterweihe 1616 lernte er in der Hafenstadt Cartagena den Jesuitenpater Alonso de Sandoval kennen, den Pionier der Seelsorgearbeit an den schwarzafrikanischen Sklaven, die zu Hunderttausenden angeschifft wurden. Dessen Einfluss führte dahin, dass Claver 1622 seine ewigen Gelübde mit „Petrus Claver, ӕthiopum semper servus – Sklave der Schwarzen auf ewig“ unterschrieb.

Pater Claver ließ sich stets im Voraus von der Ankunft eines Sklavenschiffs in Cartagena benachrichtigen und betrat es in Begleitung geeigneter Übersetzer – später erwarb das Jesuitenkolleg dazu eigens ausgesuchte Sklaven, die zu wichtigen Mitarbeitern wurden. Claver brachte Obst, Brot, Wein, Tabak und Branntwein an Bord, sorgte für medizinische Versorgung im Kolleg und führte die Sklaven mittels Katechesen in den Glauben ein. Bis etwa 1650 soll er 150.000 die Taufe gespendet haben. Claver wirkte als Seelsorger vorrangig für die Sklaven, die er häufig besuchte und gegen ihre Herren in Schutz nahm. Regelmäßig pflegte er die Aussätzigen im Leprosenhospital – es heißt, seine Soutane habe mehrmals täglich gewaschen werden müssen. Sein geistliches Pensum verrichtete er nachts.

Pater Claver überlebte Sumpffieber und Pest, erkrankte jedoch 1650 an Parkinson und musste seine letzten vier Lebensjahre selbst gepflegt werden.

Verehrung: Petrus Claver ruht in einem Kristallsarg in der nach ihm benannten Jesuitenkirche von Cartagena, der Stadt, die ihn als ihren „Apostel“ ehrt. 1851 selig- und 1888 heiliggesprochen, wurde er 1896 von Papst Leo XIII. zum Patron der „Mission unter Schwarzen“ ernannt. In Kolumbien wird zu seinen Ehren der 9. September als Tag der Menschenrechte begangen. (bistumaugsburg)

Darstellung: als Priester mit schwarzen Sklaven

Patron: von Cartagena und der Mission unter Schwarzen

Weitere Heilige des Tages:
Jacques Laval, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin

Heiliger Petrus Claver, bitte für uns!

Mittwoch, 9. September 2020

Petrus Claver, der Apostel der Schwarzen

Statue des Petrus Claver in der Basilika in Loyola


Petrus Claver, Jesuitenmissionar in Kolumbien. Petrus Claver wurde 1580 in Nordostspanien als Sohn einfacher Bauern geboren. Er trat 1602 der Gesellschaft Jesu bei. Während des Studiums begeisterte sich Petrus Claver für die Idee der Mission und wurde 1610 tatsächlich als Missionar nach Westindien, in die Kolonie von Neu-Granada, geschickt, das ist das heutige Kolumbien.
1616 wurde Petrus Claver zum Priester geweiht. Von da an gewann ihn Pater Alonso de Sandoval, der Apostel der Negersklaven, als Helfer in Cartagena in Kolumbien. Er wirkte im Zentrum des Sklavenhandels ebenfalls in heldenmütiger Weise als „Apostel der Schwarzen“. In heroischer Nächstenliebe brachte er ihnen geistige und materielle Hilfe, war ihnen Seelsorger, Pfleger und Helfer. Petrus Claver war einer der größten Jesuitenmissionare, ein kluger und fester Organisator mit starkem Willen, ohne Furcht und ohne Schwäche. Da jeden Monat ein Schiff mit rund 1000 Schwarzen zum Verkauf als Sklaven landete, machte er sich zu deren Tröster, Helfer und Beschützer. Er empfing die Unglücklichen an Land, sorgte für die Kranken, tröstete alle, unterrichtete sie in den notwendigsten Wahrheiten und taufte die Bereitwilligen. Insgesamt hat er etwa 300.000 Schwarze getauft, weil sich kaum jemand seiner Liebe entzog.
Seit 1650 waren seine Lebenskräfte gebrochen, da er halb gelähmt war. In einem Lehnstuhl auf dem Chor der Kirche sitzend wurde er nun zum vielbesuchten Berater und Beichtvater. Er starb am 8. September 1654 in Cartagena, eine ungeheure Menschenmenge nahm von dem „Vater der Schwarzen“ Abschied: Bischöfe, Reiche und Arme, Sklaven und Kinder. Petrus Claver wurde 1888 heilig gesprochen und von Leo XIII. 1896 zum Patron der Schwarzenmission ernannt. Er ist der Patron zahlreicher Missionsinstitute.
(Martyrologium Sancrucense)

Altar des hl. Petrus Claver,  Basilika in Loyola

 
Basilika des hl. Ignatius von Loyola