Posts mit dem Label Johannes XXIII. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Johannes XXIII. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 22. Februar 2020

Verkünde ihnen den Namen Jesus

Petrus schickt den hl. Apollinaris zur Mission nach Ravenna,
Filippo Pasquali (1651-1697)

Das Bild geht zurück auf die Passio Sancti Apollenaris, wo sich der Apostelfürst an den ersten Bischof von Ravenna folgendermaßen wandte: "Erhebe dich und empfange den Heiligen Geist und die Bischofswürde, geh zur Stadt namens Ravenna, in der es viele Bewohner gibt. Verkünde ihnen den Namen Jesus und fürchte dich nicht. Du weißt ganz gewiß, wer der Sohn Gottes ist, der den Toten das Leben wiederschenkte und den Kranken Heilung gab."



Petrus sendet Apollinaris nach Ravenna, Kathedrale von Ravenna
darunter Johannes XXIII. und Johannes Paul II.

Freitag, 11. Oktober 2019

Johannes XXIII. - die Wahrheit denken, ehren, sagen und tum

Reliquie von Johannes XXIII., Kathedrale von Bergamo



Die Wahrheit denken, ehren, sagen und tun!
Wenn man diese Grundforderungen des menschlichen und des christlichen Lebens ausspricht, dann steigt aus dem Herzen eine Klage auf die Lippen: Wo bleibt auf Erden die Achtung vor der Wahrheit? Stehen wir nicht bisweilen oder gar sehr oft vor einem frechen und schamlosen Gegen- Dekalog, der das " Nein" abschafft, das in allen fünf Geboten des Herrn, die auf das "Ehre Vater und Mutter" folgen, den klaren und deutlichen Anweisungen voraus gestellt ist? Verläuft das Leben vor unseren Augen nicht praktisch in der vorbedachten Übung des Gegenteils: fünftens - töten, sechstens - Unkeuschheit treiben, siebtens - stehlen, achtens - falsches Zeugnis geben, wie in einer teuflischen Verschwörung gegen die Wahrheit?
Und doch besteht für immer in seiner Klarheit und Gültigkeit das Gebot des göttlichen Gesetzes, das dem Moses auf dem Berge gegeben wurde: "Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten" (Ex. 20, 16; Deut. 5, 20). Dieses Gebot, ebenso wie die anderen, lebt mit allen seinen Folgerungen, den positiven und den negativen: der Pflicht der Wahrhaftigkeit, der Redlichkeit, der Aufrichtigkeit, die in der "Angleichung des Urteils an die Wirklichkeit" (S. Th. I q. 16 art. 1 C.; vgl. Avicenna Metaphys. tract. VIII cap. 6) besteht.
Anderseits die traurige Möglichkeit und die noch traurigere Tatsache der Lüge, der Heuchelei, der Verleumdung bis zur Verdunklung der Wahrheit.
Es ist unser Los, zwischen zwei Auffassungen von menschlichem Zusammenleben zu existieren. Da ist auf der einen Seite die Wirklichkeit der Welt, wie Gottes Plan sie uns zur Forschung, Ergründung und Verwirklichung aufgibt; auf der anderen - Wir scheuen uns nicht, es zu wiederholen - die Fälschung dieser Wirklichkeit, leicht gemacht durch die Technik und moderne, modernste menschliche Kunstgriffe.
Angesichts des vielfachen Ideals, die Wahrheit zu denken, zu ehren, zu sagen und zu tun, und des täglichen Schauspiels von offenem oder getarntem Verrat an diesem Ideal kann das Herz seine Angst nicht bezwingen, und Unsere Stimme zittert.
Allem und allen zum Trotz "bleibt die Wahrheit des Herrn in Ewigkeit" (Ps. 116,2), und sie will immer strahlender vor den Augen leuchten, um von den Herzen vernommen zu werden.
(Papst Johannes XXIII., aus der Weihnachtsansprache 1961)

Am Grab des sel. Johannes XXIII. im Petersdom


außerdem gedenkt die Kirche heute des hl. Alexander Sauli

Statue des hl. Johannes XXIII.

Decke und Kuppel des Doms von Bergamo

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Johannes XXIII. (Castel Gandolfo)

Johannes XXIII., Castel Gandolfo

Am Grab des sel. Johannes XXIII. im Petersdom

Sieh, ich denke alle Tage an mein Ende, und da mir der Gedanke daran ganz vertraut geworden ist, erhält er mich heiter und fröhlich.
Für einen guten Christen ist dies das Glück: sich immer in der Hand und im Herzen Gottes zu fühlen.
(Kardinal Roncalli an den Bruder Giovanni, 12.9.1955, in: Johannes XXIII., Weisheit eines weiten Herzens, 135)



außerdem gedenkt die Kirche heute des hl. Alexander Sauli


Mittwoch, 11. Oktober 2017

Am Grab von Papst Johannes XXIII.

Grab des hl. Johannes XXIII., Petersdom

Johannes XXIII., Papst. Angelo Giuseppe Roncalli wurde 1881 als Sohn einer Bauernfamilie geboren. 1904 zum Priester geweiht, widmete er sich zunächst der Wissenschaft und veröffentlichte 5 Bände Studien zu Karl Borromäus, dem er zeitlebens in besonderer Weise nacheiferte.

Roncalli wurde Bischofssekretär, später Feldgeistlicher im 1. Weltkrieg, danach Vatikandiplomat in Bulgarien und in Griechenland. 1933 wurde er zum Apostolischen Delegaten für die Türkei mit Sitz in Istanbul bestellt und half in dieser Position während des 2. Weltkriegs vielen Juden auf der Flucht. 1944 wurde er Apostolischer Nuntius in Paris, 1953 Kardinal und Patriarch von Venedig.

Nach dem Tod Pius XII. wurde er im Alter von 77 Jahren am 28. Oktober 1958 überraschend zum Papst gewählt. Als Johannes XXIII. kündigte er schon drei Monate später das 2. Vatikanische Konzil an, da er ein „aggiornamento“ der Erscheinungsform der Kirche wünschte: Keineswegs wollte er eine Liberalisierung von Glaube und Sitten, sondern – wie es seiner persönlichen Art entsprach – die pastorale Öffnung auf die Welt von heute. Johannes XXIII., der sich als „papa buono“ allgemeiner Wertschätzung erfreute, wurde durch seine gewinnende und humorvolle Art, die freilich mit großer Glaubenstreue und Frömmigkeit gepaart war, selbst zum Symbol einer sympathischen Kirche. In seiner Enzyklika „Pacem in Terris“, die er 1963 kurz vor seinem Tod publizierte, forderte er mitten im Kalten Krieg die internationale Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit. Die Ökumene verdankt ihm wichtige Impulse.

Sein „Geistliches Tagebuch“ offenbart eine glühende persönliche Askese, die als Grund für sei-ne Ausstrahlung gelten muss. Als er während des Konzils, am Pfingstmontag 1963 starb, weinten Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche um ihn. Seine Seligsprechung erfolgte am 3. September als einer der Höhepunkte des Jubeljahres 2000 am Petersplatz, zusammen mit ihm wurde Pius IX. selig gesprochen, den Roncalli seit seiner Jugend als Märtyrerpapst verehrt hatte.
Als Gedenktag wurde der 11. Oktober festgelegt. Das ist der Tag, an dem Johannes XXIII. das 2. Vatikanische Konzil eröffnet hatte. Bei der Öffnung des Sarges am 16. Jänner 2001 wurde der Leichnam unverwest vorgefunden, er wird seit Pfingsten 2001 in einem Glasschrein im Petersdom ausgestellt. Johannes XXIII. war mit einem Lächeln gestorben.
(Martyrologium Sancrucense)


Altarbild: die letzte Kommunion des hl. Hieronymus, Domenico Zampieri, Petersdom

Ein neu ernannter Bischof beklagte sich in der ihm von Johannes XXIII. erstmals gewährten Privataudienz, dass die neue Bürde ihn nicht mehr schlafen lasse. "Oh", meinte Johannes in mitleidsvollem Ton, "mir ging es in den ersten Wochen meines Pontifikats genauso, aber dann sah ich einmal im Wachtraum meinen Schutzengel, der mir zuraunte: "Giovanni, nimm dich nicht so wichtig..." Seitdem schlafe ich wieder."
(Johannes XXIII., Weisheit eines weiten Herzens, 74)

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Die Hauptaufgabe des 2. Vatikanischen Konzils

"Die Hauptaufgabe des Konzils liegt darin, das heilige Überlieferungsgut (depositum) der christlichen Lehre mit wirksameren Methoden zu bewahren und zu erklären. Diese Lehre umfaßt den ganzen Menschen, der aus Leib und Geist besteht, und sie heißt uns, die wir diese Erde bewohnen, als Pilger unserem himmlischen Vater entgegenzugehen.

Das zeigt auch, warum dieses sterbliche Leben so zu führen ist, daß wir unsere Pflichten gegenüber dem irdischen wie gegenüber dem himmlischen Reich erfüllen müssen, um das uns von Gott gewiesene Ziel erreichen zu können.

Das heißt, alle Menschen, die Einzelnen wie die zur Gesellschaft vereinten, haben die Pflicht, ohne Unterlaß nach den himmlischen Gütern zu streben, solange dieses Leben währt, und die irdischen Güter nur für diesen Zweck zu gebrauchen, so daß ihr zeitlicher Nutzen den Menschen nicht an ihrer himmlischen Seligkeit Schaden zufügt."

(aus der Rede von Johannes XXIII.  zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils am 11.10.1962)

Kanzel, St. Florian, Oberösterreich