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Samstag, 29. März 2025

Gott, sei mir Sünder gnädig!

 

Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden
St Mary Abbots, London

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 18

In jener Zeit
9 erzählte Jesus einigen,
die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren
und die anderen verachteten,
dieses Gleichnis:
10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten;
der eine war ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet:
Gott, ich danke dir,
dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,
die Räuber, Betrüger, Ehebrecher
oder auch wie dieser Zöllner dort.
12 Ich faste zweimal in der Woche
und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen
und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben,
sondern schlug sich an die Brust
und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch:
Dieser ging gerechtfertigt nach Hause zurück,
der andere nicht.
Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt,
wer sich aber selbst erniedrigt,
wird erhöht werden.

Sonntag, 30. Juni 2024

Fassungslos vor Entsetzen

 

Mädchen, ich sage dir, steh auf!
St Mary Abbots, London

Mädchen, ich sage dir, steh auf!

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 5

In jener Zeit
21 fuhr Jesus im Boot
an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber
und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn.
Während er noch am See war,
22 kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaírus zu ihm.
Als er Jesus sah,
fiel er ihm zu Füßen
23 und flehte ihn um Hilfe an;
er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben.
Komm und leg ihr die Hände auf,
damit sie geheilt wird und am Leben bleibt!
24 Da ging Jesus mit ihm.
Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn.
25Darunter war eine Frau,
die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt.
26 Sie war von vielen Ärzten behandelt worden
und hatte dabei sehr zu leiden;
ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben,
aber es hatte ihr nichts genutzt,
sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden.
27 Sie hatte von Jesus gehört.
Nun drängte sie sich in der Menge von hinten heran –
und berührte sein Gewand.
28 Denn sie sagte sich:
Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
29 Und sofort versiegte die Quelle des Blutes
und sie spürte in ihrem Leib,
dass sie von ihrem Leiden geheilt war.
30 Im selben Augenblick fühlte Jesus,
dass eine Kraft von ihm ausströmte,
und er wandte sich in dem Gedränge um
und fragte: Wer hat mein Gewand berührt?
31 Seine Jünger sagten zu ihm:
Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen,
und da fragst du: Wer hat mich berührt?
32 Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte.
33 Da kam die Frau,
zitternd vor Furcht,
weil sie wusste, was mit ihr geschehen war;
sie fiel vor ihm nieder
und sagte ihm die ganze Wahrheit.
34 Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter,
dein Glaube hat dich gerettet.
Geh in Frieden!
Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.
35 Während Jesus noch redete,
kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten,
und sagten zu Jaírus: Deine Tochter ist gestorben.
Warum bemühst du den Meister noch länger?
36 Jesus, der diese Worte gehört hatte,
sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht!
Glaube nur!
37 Und er ließ keinen mitkommen
außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
38Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers.
Als Jesus den Tumult sah
und wie sie heftig weinten und klagten,
39 trat er ein
und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr?
Das Kind ist nicht gestorben,
es schläft nur.
40 Da lachten sie ihn aus.

Er aber warf alle hinaus
und nahm den Vater des Kindes und die Mutter
und die, die mit ihm waren,
und ging in den Raum, in dem das Kind lag.
41 Er fasste das Kind an der Hand
und sagte zu ihm: Talíta kum!,
das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
42 Sofort stand das Mädchen auf
und ging umher.
Es war zwölf Jahre alt.
Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen.
43 Doch er schärfte ihnen ein,
niemand dürfe etwas davon erfahren;
dann sagte er,
man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.

Sonntag, 17. März 2024

Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen.

 

Nicht wie ich, sondern wie du willst

 

Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens
mit lautem Schreien und unter Tränen
Gebete und Bitten vor den gebracht,
der ihn aus dem Tod retten konnte,
und er ist erhört worden aufgrund seiner Gottesfurcht.

(Hebr 5,7, 2. Lesung vom 5. Sonntag in der Fastenzeit)

Fürwahr, er trug unsere Krankheit
Jesaja 53,4

27 Jetzt ist meine Seele erschüttert.
Was soll ich sagen:
Vater, rette mich aus dieser Stunde?
Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen.
28 Vater, verherrliche deinen Namen!
(Joh 12,27; aus dem Evangelium des 5. Fastensonntags)

Dienstag, 12. März 2024

Willst du gesund werden?

steh auf, nimm deine Bahre und geh!
St Mary Abbots, London

 

Sofort wurde der Mann gesund

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 5

1Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

2In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda.

3In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte.

5Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.

6Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?

7Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein.

8Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!

9Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.

10Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen.

11Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!

12Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh?

13Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte.

14Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt.

15Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.

16Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.


Sonntag, 19. November 2023

Gott ist verreist, Parabel von den Talenten (H. U. v. Balthasar)

Heute gedenkt die Kirche der heiligen Elisabeth von Thüringen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
14Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging.
Er rief seine Diener
und vertraute ihnen sein Vermögen an.
15Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld,
einem anderen zwei,
wieder einem anderen eines,
jedem nach seinen Fähigkeiten.
Dann reiste er ab.
16Sofort ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte, hin,
wirtschaftete mit ihnen
und gewann noch fünf weitere dazu.
17Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte,
noch zwei weitere dazu.
18Der aber, der das eine Talent erhalten hatte,
ging und grub ein Loch in die Erde
und versteckte das Geld seines Herrn.
19Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück
und hielt Abrechnung mit ihnen.
20Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte,
brachte fünf weitere
und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben;
sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen.
21Sein Herr sagte zu ihm:
Sehr gut,
du tüchtiger und treuer Diener.
Über Weniges warst du treu,
über Vieles werde ich dich setzen.
Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!
22Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte,
und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben;
sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen.
23Sein Herr sagte zu ihm:
Sehr gut,
du tüchtiger und treuer Diener.Über Weniges warst du treu,
über Vieles werde ich dich setzen.
Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!
24Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte,
und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist;
du erntest, wo du nicht gesät hast,
und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
25weil ich Angst hatte,
habe ich dein Geld in der Erde versteckt.
Sieh her, hier hast du das Deine.
26Sein Herr antwortete und sprach zu ihm:
Du bist ein schlechter und fauler Diener!
Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe,
und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.
27Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen,
dann hätte ich es bei meiner Rückkehr
mit Zinsen zurückerhalten.
28Nehmt ihm also das Talent weg
und gebt es dem, der die zehn Talente hat!
29Denn wer hat,
dem wird gegeben werden
und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat,
dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
30Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus
in die äußerste Finsternis!
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

(Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A) 

Gleichnis von den Talenten, St. Mary Abbots, London

"Den ganzen Tag muß ich hören: Wo ist dein Gott?" (Ps 42,4). Er ist verreist. "Ein vornehmer Mann begab sich in ein fernes Land, um dort die Königswürde zu empfangen und nachher zurückzukehren" (Lk 19,12).
Jesus, der die Parabel von diesem Mann erzählt, ist im Begriff, in Kreuz und Tod zu verreisen, den Tag seiner Wiederkunft kann er nicht angeben, weil nicht einmal er, sondern nur der Vater ihn kennt (Mk 13,32). Es hat keinen Sinn, dem Verschwundenen nachzustarren: "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?" (Apg 1,11).

Vor der Abreise hatte der "vornehme Mann" seine Knechte herbeigerufen und "ihnen sein Vermögen anvertraut" (Mt 25,14) - das ganze offenbar, denn es ist von keiner Beschränkung die Rede, und es wird gesagt, daß er ihnen die "exousia", die "Voll-Macht" darüber überließ (Mk 13,42) -, was er aber dem einzelnen zumaß, bestimmte er nach dessen "Fähigkeiten". "Dann verreist er" (ebd. 15).

Was Gott besitzt, vertraut er den Menschen an, darin liegt ein unbegreiflicher Akt  des Vertrauens; indem er ihnen alles, was er hat, in die Hände legt - mehr kann er ihnen nicht geben -, haben sie mit der Fülle des Seinigen ihn selbst, zugleich als das ihnen wirklich Gegebene und dennoch als das Seine, das Ihnen zur Verwaltung anvertraut ist. Und da sie von ihm nichts Höheres erwarten können, verschwindet er hinter der Gabe.

Wer in der Gabe den Geber erkennt, weiß unmittelbar, daß sie nur im Geist des Gebers zu verwalten ist: im ursprünglichen Schenkungsakt liegt eine Großmut und Fruchtbarkeit, die nur durch entsprechende großmütige und fruchtbare Verwaltung beantwortet werden kann. Es ist wichtig, daß die Knechte die vollkommene Einheit sehen zwischen der Gabe und der in ihr liegenden Forderung, die Forderung des Fruchtbarmachens liegt unmittelbar in der Großmut des Geschenks. Keinesfalls werden die Knechte unterscheiden dürfen zwischen "wirklich übergeben" und "bloß geliehen". Das wird vollends evident, wenn wir vom Gleichnis auf die darin gemeinte Wahrheit hindurchblicken: Was uns von Gott anvertraut ist: unser Dasein mit all seinen Möglichkeiten, ist uns wirklich anvertraut, so endgültig, daß es uns gar nicht mehr genommen werden kann, und dennoch ist dieses Geschenk eine Leihgabe aus dem Schatz Gottes (der alles Sein ist), worin liegt, daß das Geschenk entsprechend seinem Gabe-Charakter zu behandeln ist.

Wer verstanden hat, daß sein Dasein untrennbar echtes Geschenk und Leihgabe ist, der wird darin die Artung des "verreisten" Gebers erkennen, der sich darum unsichtbar macht, damit wir ihn am Gabe-Charakter unseres Daseins erkennen - denn darin ist er gegenwärtig, "denn keinem von uns ist er fern" (Apg 17,27), "seine Unsichtbarkeit wird, am Gewirkten erkennbar, geschaut" (Röm 1,20). Andere, denen diese Schau des Unsichtbaren am Gewirkten nicht gelingt, schreien freilich den ganzen Tag: "Wo ist dein Gott?" Und da sie ihn (weil sie so schreien) nicht finden, werden sie sich im Bereich dessen, was sie zu erkennen vermögen, einen Gott-Ersatz bilden: "Nichtigkeiten" (Röm 1,21).

Der Mann in der Parabel, der nur ein Talent erhalten hat, hat die Einheit von Geschenk und Leihgabe nicht verstanden. Er erkennt im Geschenk die Güte nicht, sondern nur die Forderung, und verstrickt sich deshalb in  offenen Widerspruch. Da er zur Rechenschaft gezogen wird, bekennt er: "Ich wußte, daß du ein strenger Mann bist: du erntest, was du nicht gesät hast und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast", und "weil ich Angst hatte" - nun meint man, hätte er sich im Schweiß seines Angesichts angestrengt, diesem unerbittlichen Hernn zu genügen, aber nein: "weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde vergraben. Da hast du es wieder."
Sein Dasein hat er im Zeichen der Angst empfangen, einer lähmenden Angst, daraus etwas dem Sinn des Geschenkes Entsprechendes zu wirken. Was er vergrub, war der Sinn für Gabe und Fruchtbarkeit , und so wurde die Gabe selbst für ihn sinnlos. Er gibt das Empfangene nicht mit der darin liegenden Fruchtbarkeit zurück, sondern wirft es dem Geber hin, ähnlich wie Judas die Silberlinge im Tempel hinwirft, da weder er noch die Hohenpriester mehr Verwendung dafür haben (Mt 27,5). Dem "faulen Knecht" wird weggenommen, was er hatte , ohne es zu verwerten, und dem gegeben, der das Wesen der Gabe erkannt hat. "Wer nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat" (Mt 25,29), heißt also: Wer im "verreisten Gott" den in seiner Gabe gegenwärtigen nicht erkennt - obwohl er es könnte (denn er widerspricht sich damit selbst) -, für den wird sein Dasein (das "er hat") so wertlos, daß er an ihm nichts mehr hat.
(Hans Urs von Balthasar, Du hast Worte ewigen Lebens, 17ff.)

St. Mary Abbots, London

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Simon der Eiferer und Judas Thaddäus

Heute gedenkt die Kirche auch des Königs Alfred des Großen (Winchester Cathedral), seinTodestag ist der 26.10., manchmal wird als Gedenktag auch der 28.10. angegeben.

St Mary Abbots, London

Apostel, Märtyrer
Namensdeutung: Gott erhört (hebr.)
Namenstage: Simon, Simeon, Schimon, weibl.: Simone, Simona
Gedenktag: 28. Oktober

Lebensdaten: gestorben 65 in Südarmenien

Lebensgeschichte: Simon mit dem Beinamen „Kananäus“ oder „der Zelot“ wird in den Apostellisten der drei synoptischen Evangelien sowie in der Apostelgeschichte erwähnt (Mt 10,4, Mk 3,18, Lk 6,15, Apg 1,13). Obwohl sein Beiname kananaios (von hebräisch qana) oder zelotes schlicht „der Eiferer“ bedeutet, wurde Simon der antirömischen Widerstandsgruppe der Zeloten zugerechnet und mit dem Bräutigam von der Hochzeit in Kana identifiziert. Da die Bezeichnung eines Apostels als „Zelot“ Anstoß im Römischen Reich erregt hätte, benutzte man lieber die griechische Transliteration des hebräischen Ausdrucks – den aber niemand mehr verstand.
Während die ostkirchliche Tradition diesen Simon vom Herrenbruder Simon, dem Sohn des Klopas und zweiten Vorsteher der Jerusalemer Gemeinde, stets unterschieden hat, stifteten die lateinischen Väter weiter Verwirrung: Hippolyt von Rom behauptete, auch der Herrenbruder Simon hätte „der Zelot“ geheißen, Hieronymus, der ihn nicht einordnen konnte, überging ihn einfach, und Isidor von Sevilla setzte beide gleich, was sich in der Goldenen Legende niedergeschlagen hat.
Der glaubwürdigsten Überlieferung nach wirkte Simon zuerst in Ägypten und bei den Berbern als Glaubensbote, bevor er „jenseits des Euphrats“, das heißt im Partherreich, zusammen mit Judas Thaddäus missionarisch tätig wurde. Im heutigen Armenien erlitten beide gemeinsam das Martyrium: Judas wurde zu Tode geprügelt, Simon mit einer Säge entzweigeteilt. Nach der Geschichte Armeniens von Moses von Choren (5. Jahrhundert) geschah dies in Weriosphora im Königreich Iberien (entspricht in etwa Südarmenien). Auch das heutige Kloster Nowy Afon (Neuer Athos) im heutigen Abchasien beansprucht, über Simons Grab errichtet worden zu sein.

Verehrung und Brauchtum: Reliquien der Apostel Simon und Judas Thaddäus werden unter anderem im Petersdom und in der Kölner St. Andreaskirche verehrt. Heilkräftig soll der Simonsbrunnen hinter der Abteikirche von Sayn bei Neuwied sein.

Darstellung: mit Säge, Keule, Schwert, Lanze oder Beil, mit Judas Thaddäus

Patron: von Goslar, der Färber, Gerber, Holzhauer, Lederarbeiter, Maurer, Waldarbeiter und Weber

(BistumAugsburg)

Simon und Judas im Wiener Neustädter Dom

Simon und Judas in der Lateranbasilika

Judas Thaddäus in der Michaelerkirche, Wien, in Wien hat Klemens Maria Hofbauer seine Verehrung begründet

 

Simon der Zelot, Attribut Säge, St Mary Abbots, London

 

Gott, der Du uns gewährt hast,

dass wir durch Deine heiligen Apostel Simon und Judas 

zur Erkenntnis Deines Namens gelangen,

gib, dass wir, indem wir voranschreiten, ihre ewige Glorie feiern,

und indem wir sie feiern, voranschreiten. 

Durch unseren Herrn.

 

Judas Thaddäus, das seltene Attribut des Bootes
verweist auf sein missionarisches Bemühen

Sonntag, 26. Juli 2020

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz

der Schatz im Acker, St Mary Abbots, London


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 13,44-52

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
44 Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.
Ein Mann entdeckte ihn
und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin,
verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte den Acker.
45 Auch ist es mit dem Himmelreich
wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand,
ging er hin, verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte sie.
47 Wiederum ist es mit dem Himmelreich
wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurdeund in dem sich Fische aller Art fingen.
48 Als es voll war,
zogen es die Fischer ans Ufer;
sie setzten sich,
sammelten die guten Fische in Körbe,
die schlechten aber warfen sie weg.
49 So wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
Die Engel werden kommen
und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
50 und sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
51 Habt ihr das alles verstanden?
Sie antworteten ihm: Ja.
52 Da sagte er zu ihnen:
Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte,
der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist,
einem Hausherrn,
der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
(Evangelium vom 17. Sonntag, Lesejahr A)

Heute gedenkt die Kirche der Eltern der Gottesmutter Maria, Joachim und Anna.

Sonntag, 14. Juni 2020

Versöhnung durch Christus

er hat unsere Krankheiten getragen; seht, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt; und unsere Schmerzen hat er getragen
St Mary Abbot, London

Aus dem Römerbrief 5,6-11

Schwestern und Brüder!
6 Christus ist, als wir noch schwach waren,
für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben.
7 Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben;
vielleicht wird er jedoch
für einen guten Menschen sein Leben wagen.
8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.
9 Nachdem wir jetzt
durch sein Blut gerecht gemacht sind,
werden wir durch ihn erst recht
vor dem Zorn gerettet werden.
10 Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes,
als wir noch Gottes Feinde waren,
werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind,
gerettet werden durch sein Leben.
11 Mehr noch,
ebenso rühmen wir uns Gottes
durch Jesus Christus, unseren Herrn,
durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.

(2. Lesung vom 11. Sonntag, Lesejahr A)

Heute, am 14.6.,  gedenkt die Kirche des Propheten Elischa