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Sonntag, 1. Februar 2026

Die Seligpreisungen sind nur von Jesus her verständlich

Jesu Belehrung im Evangelium geht ausdrücklich an seine Jünger, an solche also, die bereit sind, ihn nicht nur anzuhören, sondern mit ihm zu gehen: Die neunte Seligpreisung (Mt 5,11-12a) spricht sie unmittelbar an.
Was Jesus hier programmatisch sagt, ist keine Allerweltsmoral, die jeder verstehen könnte, sondern der reine Ausdruck seines persönlichsten Auftrags und Geschicks.

Er ist der für uns Armgewordene, der über Jerusalem Weinende, der Gewaltlose, an dem alle Gewalt der Welt sich austobt und zerschellt, er der nach dem Gottesrecht Hungernde und Dürstende, bis er es, verdurstend, herbeigeführt hat.

Er ist der auf Erden die Barmherzigkeit Gottes Offenbarende und Durchführende, er hat das reine Herz, das den Vater immerfort schaut, er ist, wie Paulus sagt, "unser Friede", indem er die Feindschaft in seinem gekreuzigten Leib tötet (Eph 2,14-17).

Er ist der von der ganzen Welt um seiner Verkörperung der Gerechtigkeit willen Verfolgte. In all diesen Beziehungen ist er der Selige, weil er das von Gott der Welt zugedachte Heil vollkommen verkörpert und es ihr vermittelt.

Darüber jubelt er schon auf der Welt inmitten aller Drangsale (Lk 10,21) und wird als der die Sendung Vollendende und zum Vater Heimkehrende ewig jubeln. Seine ganze Verkündigung beginnt er mit einer zur Nachfolgenden Selbstdarstellung.
(Hans Urs von Balthasar, Licht des Wortes, 36)

Pfarrkirche Simonsfeld

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit,
1 als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
2Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
3Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
4Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
5Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben.
6Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden gesättigt werden.
7Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
8Selig, die rein sind im Herzen;
denn sie werden Gott schauen.
9Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
11Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt
und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
12aFreut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

Predigt des Herrn

Sonntag, 24. Juli 2022

So sollt ihr beten

 

Apsisbild, Bergpredigt, hl. Matthäus schreibt sie auf, Wallern im Bgld

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 11,1-13

1Jesus betete einmal an einem Ort;
als er das Gebet beendet hatte,
sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten,
wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!


2Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:
Vater, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
3Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen!
4Und erlass uns unsere Sünden;
denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.
Und führe uns nicht in Versuchung!

5Dann sagte er zu ihnen:
Wenn einer von euch einen Freund hat
und um Mitternacht zu ihm geht
und sagt: Freund, leih mir drei Brote;
6denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist,
ist zu mir gekommen
und ich habe ihm nichts anzubieten!,
7wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe,
die Tür ist schon verschlossen
und meine Kinder schlafen bei mir;
ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?
8Ich sage euch:
Wenn er schon nicht deswegen aufsteht
und ihm etwas gibt,
weil er sein Freund ist,
so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen
und ihm geben, was er braucht.

9Darum sage ich euch:
Bittet und es wird euch gegeben;
sucht und ihr werdet finden;
klopft an und es wird euch geöffnet.
10Denn wer bittet, der empfängt;
wer sucht, der findet;
und wer anklopft, dem wird geöffnet.
11Oder welcher Vater unter euch,
den der Sohn um einen Fisch bittet,
gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange
12 oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
13Wenn nun ihr, die ihr böse seid,
euren Kindern gute Gaben zu geben wisst,
wie viel mehr wird der Vater im Himmel
den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
(Evangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis, C)

 

Sonntag, 12. Februar 2017

Ich warne jeden, der auch nur das allerkleinste Tüpfelchen aus dem Gesetz abschafft (Mt 5 nach Berger/Nord)

Blick von Berg der Seligpreisungen auf den See Genesareth

Bergpredigt, Kapelle der Seligpreisungen, Heiliges Land

Früher hat man gesagt: Du sollst nicht ehebrechen.
Doch ich sage euch: jeder, der eine Frau anblickt und sie in Gedanken auszieht, hat schon in seinem Herzen Ehebruch mit ihr begangen.
Und wenn dein rechtes Auge dich dazu verführt, unrecht zu tun, reiß es heraus und wirf es weg. Denn besser einer deiner Körperteile geht verloren, als daß du mit vollständigem Leib in die Hölle geworfen wirst. Und wenn deine rechte Hand dich dazu verführt, unrecht zu tun, schlag sie ab und wirf sie weg. Denn besser einer deiner Körperteile geht verloren, als daß du mit vollständigem Leib in die Hölle geworfen wirst.

(aus dem Evangelium des 6. Sonntags, Mt 5,27-30, Berger-Nord)


Selig, die im Herzen rein sind, denn sie werden Gott sehen, Mt 5,8, Kapelle der Seligpreisungen

SUSANNA IM BADE - DANIEL 13


7 Hatten sich nun die Leute um die Mittagszeit wieder entfernt, dann kam Susanna und ging im Garten ihres Mannes spazieren.
8 Die beiden Ältesten sahen sie täglich kommen und umhergehen; da regte sich in ihnen die Begierde nach ihr.
9 Ihre Gedanken gerieten auf Abwege und ihre Augen gingen in die Irre; sie sahen weder zum Himmel auf, noch dachten sie an die gerechten Strafen Gottes.
10 Beide hatten wegen Susanna Liebeskummer; doch keiner sagte dem anderen etwas von seinem Schmerz.
11 Denn sie schämten sich darüber, dass sie so begierig waren, mit ihr zusammen zu sein.
12 Ungeduldig warteten sie jeden Tag darauf, sie zu sehen.
13 Eines Tages sagte der eine zum andern: Gehen wir nach Hause, es ist Zeit zum Essen. Sie trennten sich also und gingen weg,
14 dann aber kehrte jeder um und sie trafen wieder zusammen. Sie fragten einander nach der Ursache und gestanden sich ihre Leidenschaft. Daraufhin verabredeten sie eine Zeit, zu der es ihnen möglich sein sollte, Susanna allein anzutreffen.
15 Während sie auf einen günstigen Tag warteten, kam Susanna eines Tages wie gewöhnlich in den Garten, nur von zwei Mädchen begleitet, und wollte baden; denn es war heiß.
16 Niemand war dort außer den beiden Ältesten, die sich versteckt hatten und ihr auflauerten.
17 Sie sagte zu den Mädchen: Holt mir Öl und Salben und verriegelt das Gartentor, damit ich baden kann.
18 Die Mädchen taten, wie ihnen befohlen war. Sie verriegelten das Tor und verließen den Garten durch die Seitenpforte, um zu holen, was ihnen aufgetragen war. Von den Ältesten bemerkten sie nichts, denn diese hatten sich versteckt.
19 Als die Mädchen weg waren, standen die beiden Ältesten auf, liefen zu Susanna hin
20 und sagten: Das Gartentor ist verschlossen und niemand sieht uns; wir brennen vor Verlangen nach dir: Sei uns zu Willen und gib dich uns hin!
21 Weigerst du dich, dann bezeugen wir gegen dich, dass ein junger Mann bei dir war und dass du deshalb die Mädchen weggeschickt hast.
22 Da seufzte Susanna und sagte: Ich bin bedrängt von allen Seiten: Wenn ich es tue, so droht mir der Tod; tue ich es aber nicht, so werde ich euch nicht entrinnen.
23 Es ist besser für mich, es nicht zu tun und euch in die Hände zu fallen, als gegen den Herrn zu sündigen.
24 Dann schrie Susanna, so laut sie konnte. Aber zugleich mit ihr schrien auch die beiden Ältesten
25 und einer von ihnen lief zum Gartentor und öffnete es.
(........)

61 Dann erhoben sie sich gegen die beiden Ältesten, die Daniel durch ihre eigenen Worte als falsche Zeugen entlarvt hatte. Das Böse, das sie ihrem Nächsten hatten antun wollen, tat man
62 nach dem Gesetz des Mose ihnen an: Man tötete sie.

Susanna im Bade, Georg Schweigger, 1641, Kalkstein, Kunsthistor. Museum, Wien