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Mittwoch, 20. Mai 2026

Bernhardin von Siena

 Verherrlichung des hl. Bernhardin von Siena in S. Maria in Aracoeli, Rom (2020)

Bernhardin von Siena, Kreuzgang von Maria Lankowitz, Steiermark,
die Bischofsmitren und der Bischofsstab verweisen auf die Ablehnung der Bischofswürde
Das rätselhafte „Sep.“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Abkürzung für den Heiligen selbst, sondern eine verkürzte oder beschädigte Form von: 
Sen. = Senensis („von Siena“), oder eine Fehl-/Übermalung bzw. spätere Restaurierung.


 

Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: der Bärenstarke (althochdeutsch)
Namenstage: Bernhardin, Bernhard, Bernd, Bernard, Bernardino, weibl.: Bernhardine, Bernadette
Gedenktag: 20. Mai

Lebensdaten: geboren am 8. September 1380 in Massa Marittima (Toskana), gestorben am 20. Mai 1444 in L’Aquila

Lebensgeschichte: Bernardino, ein Spross der bedeutenden Familie degli Albizzeschi, wurde nach dem frühen Tod seiner Eltern von Verwandten in Siena erzogen und erhielt eine gediegene Ausbildung. Während einer Pestepidemie pflegte er seine Mitbürger bis zur Aufopferung der eigenen Gesundheit, verzichtete dann auf sein Erbe und trat 1402 in das Sieneser Kloster der Franziskanerobservanten ein.

Nach seiner Priesterweihe wirkte er auf Geheiß seiner Oberen als Volksprediger in Siena und Pavia, bis er 1411 an der Pest erkrankte, knapp überlebte und sich anschließend jahrelang ausschließlich dem Gebet und der Meditation widmete.

Ab 1416 zog er als Bußprediger durch ganz Oberitalien, wo seine Predigten gegen den Sittenverfall bis zu 30.000 Zuhörer fanden. Im Anschluss an seine Worte landeten häufig Spiegel, Kosmetika, Würfel und sogar Schachspiele auf dem Scheiterhaufen. Besonders scharf wandte er sich gegen den Geldwucher und klagte öffentlich auch die Unmoral der anwesenden Mächtigen an.

Um den ganz Italien zerreißenden Streit zwischen Welfen und Ghibellinen, respektive zwischen „Päpstlichen“ und „Kaiserlichen“, zu schlichten, ließ Bernhardin die entsprechenden Wappen abhängen und stattdessen den Namen Jesu auf einem Schild mit dem griechischen Christusmonogramm IHS verehren.

Er war so ungeheuer erfolgreich, dass Neider ihn mehrfach der Ketzerei beschuldigten, die Päpste ihn jedoch unterstützten und ihn sogar dreimal zum Bischof ernennen wollten. Kaiser Sigismund rühmte sich, sein Freund zu sein.

Ab 1438 war Bernhardin Generalvikar der Franziskanerobservanten. 1442 legte er dieses Amt nieder und nahm seine Predigtreisen wieder auf, seiner Schwäche wegen jedoch auf einem Esel reitend. Auf dem Weg nach Neapel erkrankte er und verstarb in L’Aquila.

Verehrung: L’Aquila bereitete ihm ein glanzvolles Begräbnis und richtete eigens ein Observantenkloster für sein Grab ein, an dem sich die Wunder häuften. Seinen Silberschrein stiftete König Ludwig XI. von Frankreich. Bereits 1450 heiliggesprochen, ist er bis heute ein in ganz Italien volkstümlicher Heiliger.

Darstellung: als hagerer Franziskaner, mit einer Sonnenscheibe mit der Inschrift IHS, der Heiligen Schrift oder drei Bischofsmitren

Patron: von Massa Marittima, der Wollweber, Helfer gegen Brust- und Lungenkrankheiten, Blutungen, Heiserkeit

Dienstag, 3. März 2026

Bin bereit den letzten Blutstropfen hinzugeben für das Heil der Seelen - Liberat Weiss OFM

 

Detail, Steinigung der franziskanischen Märtyrer

Liberat Weiss Gedenkstätte in der Franziskanerkirche Graz

Glasfenster in der Grazer Franziskanerkirche


Lasset uns beten: 
Allmächtiger Gott,
Du hast den seligen Priestern und Märtyrern Liberat, Samuel und Michael Pius die Gnade geschenkt,
mit ihrem Blut Zeugnis abzulegen für den katholischen Glauben.
Auf ihre Fürbitte und Kraft ihrer Verdienste gewähre,
dass alle Christen ihren Glauben mutig bekennen
und alle Völker zum Licht des Evangeliums gelangen.
Darum bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Liberat Weiss, Franziskanerkloster Maria Lankowitz

Seliger P. Liberat Weiß OFM und Gefährten (1675-1716), Märtyrer (Quelle)

P. Liberat wurde am 4. Jan. 1675 in Konnersreuth in der nördlichen Oberpfalz geboren und auf den Namen „Johannes Laurentius“ getauft. Mit 18 Jahren bat er um Aufnahme in die österreichische Franziskanerprovinz. Am 13. Oktober 1693 wurde er in Graz als ´“Frater Liberat“ eingekleidet
und empfing nach Ablegung der feierlichen Gelübde und theologischer Ausbildung am 14. September
1698 in Wien durch Erzbischof Leopold Kardinal Kolonitz die Priesterweihe. Zunächst als Prediger und
Beichtvater in Langenlois/Niederösterreich und Graz tätig, hörte er, dass König Yasu von Äthiopien Papst
Clemens XI. um Franziskaner-Missionare gebeten habe. Sie sollten die Union der äthiopischen Kirche
mit Rom vorbereiten, um die sich bereits Jesuiten und französische Kapuziner ohne bleibenden Erfolg bemüht hatten.
Als Missionar in Ägypten und Äthiopien In Nachfolge seines Ordensvater Franz von Assisi, der den Missionsgedanken in seine Regel aufgenommen hatte, meldete sich P. Liberat für Äthiopien. Er reiste nach Rom, wo er am 4. April 1704 von der Kongregation für die Glaubensverbreitung als Missionar
angenommen wurde. Nach kurzer Ausbildung, die auch die Vermittlung medizinischer Kenntnisse in sich schloss, begab er sich zusammen mit anderen Mitbrüdern nach Ägypten. Am 1. Januar 1705 brachen die Missionare von Kairo aus auf, um zunächst das Missionshospiz der Franziskaner in Ahmim/Oberägypten zu erreichen. Unter Leitung des Apostolischen Präfekten P. Joseph von Jerusalem reisten die neun Missionare, darunter auch P. Liberat, durch die Wüste weiter und kamen unter großen Strapazen bis nach
Sennar im heutigen Sudan. Der dort herrschende König Bade hinderte sie an der Weiterreise, hielt sie jahrelang fest und bedrohte die Franziskaner mit dem Tode. Einige Mitbrüder, auch P. Joseph, der P. Liberat zum Vizepräfekten ernannt hatte, starben an Entkräftung. Die Überlebenden wurden schließlich von König Bade ausgeraubt und völlig mittellos nach Ägypten zurückgeschickt.
Nach dem Scheitern der ersten Missionsreise berichtete P. Liberat am 28. Dezember 1710 nach Rom, schilderte den Tod des Präfekten und die trostlose Situation. Nur er und P. Michael Pio hätten „hungernd, von allen verachtet und misshandelt, in tausend Nöten und Verfolgungen“ überlebt. Aber er fügte auch hinzu: „Als Untergebener bin ich bereit, auch meinen letzten Blutstropfen hinzugeben, im Dienste Gottes, unserer hl. Mutter der Kirche, für das Heil der Seelen in Äthiopien.“ – 

Gegen seinen Willen am 20. April 1711 von der Kongregation für die Glaubensverbreitung zum Apostolischen Präfekten ernannt, unternahm P. Liberat am 3. November 1711 die zweite Missionsreise nach Äthiopien, diesmal über das Rote Meer. Er wurde begleitet von seinen Mitbrüdern P. Michele
Pio Fasoli (* 3. Mai 1676 in Zerbo/Diözese Pavia) und P. Samuele Marzorato (* 10. Sept. 1670 in Varese/Diözese Mailand). Die Missionare erreichten am 18. April 1712 die äthiopische Hafenstadt Massaua und schließlich die Hauptstadt Gondar. Kaiser Justos, schon der zweite Nachfolger Yasus, empfing die Franziskaner mit allen Ehren und erlaubte ihnen, sich niederzulassen. Sie durften zwar nicht öffentlich predigen, „damit das Volk nicht in Aufruhr gerate“, aber durch gutes Beispiel, unentgeltliche ärztliche Dienste und künstlerische Arbeiten gewannen sie zunehmend an Ansehen. Mit dem Kaiser, aber auch
mit den Mönchen des Landes führten sie immer wieder fruchtbare religiöse Gespräche.

Bald hatte es den Anschein, als könne es P. Liberat und seinen Gefährten gelingen, die von Rom getrennten Christen Äthiopiens durch eine Union mit der Mutterkirche zu vereinen. Als aber die Gegner einer solchen Union, besorgt um Macht und politischen Einfluss, diese Entwicklung erkannten, verbreiteten sie Gerüchte über die katholischen Missionare und es gelang ihnen, das Volk aufzuwiegeln. Um die Situation zu entschärfen, sandte Kaiser Justos die Franziskaner in die noch sichere Provinz Tigre. Doch nun richtete sich der Hass der fanatischen Gegner der Union mit Rom und mit ihnen das aufgehetz-
te Volk gegen den Kaiser, den sie durch eine Revolution zur Abdankung zwangen. Nachdem am 26. Januar 1726 David III. den Thron bestiegen hatte, ließ er die drei Missionare nach Gondar zurückholen und vor ein Gericht stellen. Am 2. März kam es zum Prozess.
Weil sich P. Liberat und seine Gefährten treu und furchtlos zu Kirche und Papst bekannten, weil sie König, Richter und Volk der Äthiopier von der Richtigkeit ihres Auftrages im Dienste einer Union zu überzeugen suchten, wurden sie zum Tode durch Steinigung verurteilt. Nach erfolgtem Richterspruch bot ihnen König David die Begnadigung an, wenn sie sich beschneiden ließen und an der äthiopischen Eucharistie teilnehmen würden. Die drei Missionare wiesen das Angebot entschlossen zurück. Sie zogen das Marty-
rium für den katholischen Glauben vor. In Ketten gelegt und ihrer Kleider beraubt wurden sie am 3. März 1716 zum Hinrichtungsplatz Abbo, unweit der Hauptstadt, geschleppt und dort von der aufgebrachten Volksmenge gesteinigt. Standhaft im Glauben und gottergeben bis zuletzt erlitten P. Liberat und seine Gefährten den Martyrertod. Das Andenken an die drei Blutzeugen (Märtyrer) ist im Franziskanerorden, in Bayern, Österreich und Italien, aber auch in Äthiopien niemals erloschen.

Samstag, 8. November 2025

Am Grab des sel. Johannes Duns Scotus

Minoritenkirche in Köln, Grabstätte von Adolf Kolping und Johannes Duns Scotus

Deckengemälde mit Franzisus und Duns Scotus in der Franziskanerkirche Dubrovnik

Glasfenster im Mansfield College, Oxford (Vita und B16 am 7. Juli 2010 über Duns Scotus)




Grab des sel. Duns Scotus


Johannes Paul II. hat am 20. März 1993 bestätigt, dass Duns Scotus selig ist:

Der um 1265 in Schottland geborene Johannes Duns Scotus wurde bald nach seinem frommen Tod, der sich am 8. November 1308 in Köln ereignete, selig genannt. In dieser Diözese, wie auch in den Diözesen von Edinburgh und Nola sowie im Rahmen des Seraphischen Ordens wurde ihm im Laufe der Jahrhunderte öffentlicher Kult erwiesen, den die Kirche am 6. Juli 1991 feierlich anerkannte (vgl. AAS 84 [1992] 396-399) und den sie heute bestätigt. An die erwähnten Teilkirchen, die heute Abend in der Vatikanischen Basilika mit ihren verdienten Hirten sowie der ganzen großen Franziskanerfamilie anwesend sind, richte ich meinen Gruß und alle lade ich dazu ein, den Namen des Herrn zu preisen, dessen Herrlichkeit in der Lehre und Heiligkeit des Lebens des seligen Johannes, Künder des fleischgewordenen Wortes und Verteidiger der Unbefleckten Empfängnis Mariens, erstrahlt.

4. In unserer Zeit, die zwar reich an gewaltigen menschlichen, technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten ist, in der viele aber den Sinn des Glaubens verloren haben und ein Leben fern von Christus und seinem Evangelium führen (vgl. Redemptoris missio, 33), zeigt sich der selige Duns Scotus nicht nur mit der Schärfe seines Verstandes und der außergewöhnlichen Fähigkeit, in das Geheimnis Gottes einzudringen, sondern auch mit der Überzeugungskraft seiner Heiligkeit des Lebens, die ihn für die Kirche und für die ganze Menschheit zu einem Meister des Denkens und Lebens macht.

Seine Lehre, von der aus, wie mein verehrter Vorgänger Paul VI. sagte, „wir klare Waffen ableiten, um die schwarze Wolke des Atheismus
, die unser Zeitalter trübt, zu bekämpfen und abzuwehren“ (Epist. Apost. Alma Parens : AAS 58 [1966] 612) baut die Kirche kraftvoll auf und unterstützt sie in ihrer dringenden Mission der Neuevangelisierung der Völker der Erde.

Insbesondere für die Theologen, Priester, Seelenhirten, Ordensleute und in besonderer Weise für die Franziskaner stellt der selige Duns Scotus ein Beispiel für die Treue zur offenbarten Wahrheit, der fruchtbaren priesterlichen Handlung, des ernsthaften Dialogs auf der Suche nach Einheit dar.
Johannes  Gerson sagte, 
dass er "nicht aus einem besonderen Eifer, zu streiten bewegt wurde, sondern aus der Demut, Eintracht zu suchen". (Lectiones duae “Poenitemini”, lect. alt., consid. 5: cit. in Epist. Apost. Alma Parens: AAS 58 [1966] 614).  

Mögen sein Geist und und die Erinnerung an ihn die Mühen und die Hoffnungen unserer Gesellschaft mit dem Christi erleuchten. (übersetzt mit Hilfe von KI)







Seliger Duns Scotus, bitte für uns!

Donnerstag, 28. November 2024

Jakobus von der Mark

 

heiliger Jakobus von der Mark, bitte für uns!

1394 geboren, studierte er zunächst in Perugia Rechtswissenschaft. Nach seinem Eintritt bei den Minderbrüdern (1416) wurde er Priester und widmete sich besonders der Predigttätigkeit in ganz Europa, vor allem in Italien. Mit Eifer verbreitete er die Verehrung des heiligsten Namens Jesus. Er starb 1476 in Neapel.

In einer seiner Predigten heißt es:
Du gnadenreichstes und heiligstes Wort Gottes!
Du erleuchtest die Herzen der Gläubigen, du sättigst die Hungrigen, tröstest die Betrübten. du machst fruchtbar an allen guten Werken, läßt alle Tugenden aufsprießen.
Du reißt die Seelen fort vom Schlund der Hölle, rechtfertigst die Sünder und verwandelst Irdisches in Himmlisches.

 

Maria Lankowitz

Dienstag, 26. November 2024

Leonhard von Porto Maurizio

 

Allmächtiger und barmherziger Gott,
du hast den heiligen Leonhard dazu gesandt,
mit Kraft und Hingabe
das Geheimnis des Kreuzes zu verkünden.
Seine Fürsprache erflehe uns,
auf Erden den Sinn des Kreuzes zu erfassen
und im Himmel
die Freude der Auferstehung zu erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Donnerstag, 14. November 2024

Sveti N. Tavelicu, hvala ti! (Votitvtafel links von der Statue)


rechts der Altar des hl. Nikolaus Tavelikc

Heiliger Nikolaus, bitte für uns!

 

Ordenspriester und Märtyrer

Namensdeutung: Sieger des Volkes (griech.)

Namenstage: Nikola, Nikolaus, Nicolas, Niklaus, Niklas, Nicki, Niko, Niels, Nikolai, Nicolo, Klaus, Collin, Miklós, Mikołaj, Kai, Kolja, weibl.: Nikola, Nicole, Nicki
Gedenktag: 14. November

Lebensdaten: geboren um 1340 in Šibenik, Kroatien, gestorben am 14. November 1391 in Jerusalem

Lebensgeschichte: Der kroatische Adelige Nikola Tavelić wurde Franziskanermönch und 1365 zum Priester geweiht. Von 1372 bis etwa 1384 wirkte er in Bosnien als Missionar unter den Bogumilen, einem Zweig der Katharer.

Um 1385 reiste er ins Heilige Land, dessen Seelsorge den Franziskanern anvertraut war, lernte Arabisch und widmete sich im Erlöserkloster auf dem Berg Zion den Pilgern, Armen und Kranken – unter den wachsamen Augen der muslimischen Eroberer.

Am 11. November 1391 sprach er mit seinen Mitbrüdern Deodatus Aribert von Rodez, Stephan von Cuneo und Petrus von Narbonne beim Stadtrichter (Qādī) von Jerusalem vor und kündigte eine öffentliche Predigt auf dem Platz vor der Omer-Moschee an.

Daraufhin wurden die vier Franziskaner verprügelt, in den Kerker geworfen und zum Tod verurteilt. Man zerrte sie vor das Jaffa-Tor, wo sie gevierteilt und anschließend verbrannt wurden. Ihre Asche wurde außerhalb der Stadt verstreut.

Verehrung: 1889 gemeinsam mit seinen Gefährten seliggesprochen, wurde Nikola 1970 als erster Kroate heiliggesprochen. Seit 1937 erinnert eine Kirche auf dem Ölberg an Pater Tavelić. Häufig tragen kroatische Auslandsgemeinden seinen Namen.

(bistumaugsburg)

Kathedrale von Sibenik



Samstag, 26. Oktober 2024

Zum Nationalfeiertag: P. Petrus Pavlicek, Patron der Geschiedenen und aus der Kirche Ausgetretenen

 

Pater Petrus, bitte für uns!
 

RSK:

Otto Pavlicek wurde am 6. Jänner 1902 in Innsbruck geboren. Er widmete sich in jungen Jahren der Kunstmalerei. Das Wenige, das er als junger Mensch über Gott gehört hatte, war bald vergessen; ja, schließlich trat er sogar aus der Kirche aus. Erst als reifer Mann von 35 Jahren erlebte er seine Bekehrung und Berufung zum Priestertum. 1937 trat er in den Franziskanerorden ein und erhielt den Namen Petrus. Er empfing 1941 die Priesterweihe.

Aus dem Krieg heimgekehrt, erhielt er 1946 in Mariazell die Eingebung: „Tut, was ich euch sage, und ihr werdet Frieden haben“ (Worte der Gottesmutter in Fatima). Daraufhin gründete er am 2. Februar 1947 den Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden der Welt. Diese heute weltweite Gebetsgemeinschaft trug wesentlich zur Erlangung der Freiheit Österreichs, aber auch zur Verlebendigung der Marienverehrung im Rosenkranzgebet bei.

P. Petrus starb am Dienstag, dem 14. Dezember 1982, am 41. Jahrestag seiner Priesterweihe. Am 14. Dezember 2001 wurde der Diözesanprozess für seine Seligsprechung von Kardinal Dr. Christoph Schönborn abgeschlossen und wird nun in Rom weitergeführt.

Zwei Aussprüche des Diener Gottes bringen seine großen Anliegen zum Ausdruck:

 „Ich werde nicht aufhören, um die Bekehrung der Sünder zu beten.
Ich dürste danach, Millionen Seelen zu retten durch Maria für Jesus.“

„Geeintes Gebet ist eine Macht,
die Gottes Barmherzigkeit auf diese Welt herabzieht.“




P. Petrus Pavlicek wurde 1902 in Innsbruck als Otto Pavlicek geboren. Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war. Mit seinem Vater übersiedelte Pavlicek erst nach Wien und dann nach Olmütz, wo er 1920 die Matura machte. 1921 trat Pavlicek aus der Kirche aus. Er studierte an der Malerakademie in Breslau und lebte in Paris und London als Künstler. Dort heiratete er 1932 die Künstlerin Kathleen Nell Brockhouse. Die Ehe währte nicht lange und wurde wieder geschieden.

Pavlicek trat nach schwerer Krankheit wieder in die Kirche ein. Im Alter von 35 Jahren wurde er Mitglied der Franziskaner in Prag und erhielt den Ordensnamen Petrus. Rom erteilte dem "Geschiedenen" zum Ordenseintritt die Dispens. Im Dezember 1941 wurde Pavlicek zum Priester geweiht.

"Ein frommer Priester, aber doch sehr menschlich"

"Er war ein frommer Priester, aber doch sehr menschlich", erzählt P. Mikocki im Podcast. Außerdem hatte er auch Humor: "Ich hatte meine Haare nicht immer ordentlich, deshalb hat er mir einmal zwölf Kämme geschenkt. Jedes Mal, wenn er mich dann wieder mit unordentlichen Haaren gesehen hat, hat er gefragt: 'Na Benno, wie viele Kämme hast du eigentlich noch?"

 Für Gallhofer war Pavlicek eine Vaterfigur: "Ich habe meinen leiblichen Vater nie gekannt, weil er aus dem Krieg nicht mehr zurückgekommen ist. P. Petrus war bis zu seinem Tod mein geistlicher Vater." Sie sei dankbar, ihn kennengelernt zu haben und "dass er mir einen geistlichen Weg vorgezeichnet hat".

In seinem Vorhaben, Priester zu werden, wurde Pavlicek von Therese Neumann, auch "Resl von Konnersreuth" genannt, bestärkt. Konnersreuth war eine deutsche Mystikerin, bei der sich auch Stigmata, die Wundmale Christi, zeigten. Als Pavlicek sie 1936 in Deutschland besuchte, fragte er sie, ob er Pfarrer werden solle. "Ihre Antwort war: 'Ja, es ist bereits höchste Zeit'", wie Traude Gallhofer erzählt. Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Pavlicek schließlich den RSK. Ziel der Gebetsgemeinschaft war es, zu einem Ende der Besatzungszeit in Österreich beizutragen. Als dieses Ziel 1955 erreicht wurde, folgt die "Globalisierung" der Bewegung. P. Benno Mikocki übernahm nach dem Tod Pavliceks 1982 die geistliche Leitung des RSK.

erzdiözesewien



Freitag, 6. September 2024

Die Märtyrer der Türkenbelagerung von Wien im Jahr 1529

 

das Bild des ehemaligen Klosters Maria in Paradyso wurde mir privat zur Verfügung gestellt


Das Kloster Sancta Maria in Paradyso (auch: Klosterruine Riederberg oder Sankt Laurentius im Paradies) ist eine Klosterruine im niederösterreichischen Wienerwald, Gemeinde Tullnerbach, ganz am Rand des Gemeindegebiets an der Grenze zu Sieghartskirchen.

Bereits im 14. Jahrhundert wird mehrmals eine St.-Laurentius-Kirche genannt. Gabriel von Verona, damals Vikar der österreichischen Ordensprovinz, gründete auf Grund einer Schenkung durch die Habsburger um 1440, nach anderen Quellen nach 1460, an der Stelle ein Franziskaner-Observantenkloster. Die einschiffige, spätgotische Kirche war der Mutter Gottes und dem hl. Laurentius geweiht und wurde nach einem Brand im Jahre 1509 etwas umgebaut.

Am 26. September 1529 zerstörten Türken das Kloster mit der Kirche, wobei sie 22 Klosterbrüder töteten (darunter der Priester Theobald von Wiener Neustadt und die Laienbrüder Alexius von Tamsweg, Bernhardin von Töllersheim und Zachäus von Zwettl). Sowohl die Kirche als auch das Kloster wurden nicht wieder aufgebaut. vlg Wikipedia

Bei den Franziskanern werden die Märtyrer am 26. September erwähnt:



 

Samstag, 23. Oktober 2021

Johannes von Capestrano

 

Johannes von Capestrano, Franzisklanerkirche Maria Lankowitz

 

(geb. 24.7.1386, gest. 23.10.1456), Quelle

Der italienische Franziskaner Johannes Capistran (auch Kapistran, Capistranus, de Capistrano) zählt zu den großen Predigern des 15. Jahrhunderts. Bei seinen Aufenthalten in Österreich erregte er enormes Aufsehen. Die Menschen strömten in Massen zu seinen oft stundenlangen Predigten. 1451 errichtete er die österreichische Franziskanerprovinz (strenge Observanz) und gründete in Wien- Mariahilf, Klosterneuburg, St. Pölten, Enzersdorf und Langenlois franziskanische Reformklöster.

Geboren in Capestrano in den italienischen Abruzzen, lebte er nach dem Studium der Rechte zunächst als erfolgreicher Richter in Perugia. 1416  trat er in das Franziskanerkloster der strengen Observanz in Perugia ein und studierte bei Bernhardin von Siena, dem Gründer des Reformzweigs der Franziskaner (Observanten, auch Bernhardiner). Er unterwarf sich einer rigorosen Askese und trat als Wanderprediger scharf gegen Hussiten, Juden, Ungläubige und jegliche Form von Luxus auf.

1451 zog er auf im Auftrag von Papst Nikolaus V. als päpstlicher Legat zur Hussitenmission über die Alpen. Begleitet von zwölf Ordensbrüdern, kam er über Kärnten und die Steiermark nach Niederösterreich. In Wiener Neustadt traf er mit Kaiser Friedrich III. zusammen und besuchte anschließend Wien, wo er 32 Predigten hielt.

Seine im Freien vor der Kirche Am Hof und der Stephanskirche gehaltenen Predigten hatten ungeheuren Zulauf, obwohl sie aus dem Lateinischen übersetzt werden mussten. Er vermochte die Menschen tief zu beeindrucken: So sollen in Wien etwa 50 Studenten dem Franziskanerorden beigetreten sein und nach einer Predigt über die Spielwut große Mengen an Spielgeräten und Luxusgegenständen auf dem Stephansplatz verbrannt worden sein. Die ausgesprochen judenfeindlichen Predigten hatten großen Einfluss auf die öffentliche Meinung, allerdings konnte er seine Vorschläge bezüglich eines Vorgehens gegen die Juden bei Kaiser Friedrich III. nicht durchsetzen.

Johannes Capistran begab sich von Wien aus nach Mähren, um die Hussiten zu bekehren, und er wirkte von Ende 1454 bis März 1455 erneut in Wien und Niederösterreich. 1455/56 erreichte er in Ungarn die Aufstellung eines Kreuzfahrerheeres unter dem ungarischen Gubernator János Hunyadi, der die Osmanen am 22. Juli 1456 in Belgrad besiegte. Er nahm selbst an diesem Kampf teil und starb drei Monate später bei Belgrad an Erschöpfung. 1690 wurde er heilig gesprochen, sein Festtag ist der 23. Oktober. Die Capistrankanzel am Stephansdom ist eine Nachbildung der hölzernen Kanzel, von der gepredigt haben soll, und wurde 1752 an der Außenseite des Doms angebracht.

Maria Lankowitz, gegründet von Johannes von Capestrano

 

Die Rettung Belgrads durch Johannes Capestranus (Franziskanerkirche Stuhlweissenburg, Kapistrankanzel Stephansdom)

 Das Leben des hl. Johannes von Capestrano (kath-info.de)

Sandalen, Habit und Stola des hl. Johannes von Capestran

227 später rettet wieder ein Franziskanermönch die Christenheit vor den Türken

Mittwoch, 3. März 2021

Liberat-Gedenkstätte in der Grazer Franziskanerkirche

 

 

Liberatus Weiß und zwei Gefährten, Märtyrer in Äthiopien. Liberatus Weiß wurde 1675 in Konnersreuth geboren und bei den Zisterzienserinnen von Waldsassen erzogen. Mit 18 trat er in Graz in den Franziskanerorden ein und wurde nach seiner Priesterweihe 1704 für die Mission in Äthiopien bestimmt. 1704 brach Liberatus mit seinen Begleitern auf, aber auf dem Weg über Ägypten und den Sudan wurde er in Khartum vom König aufgehalten und ausgeraubt; acht seiner neun Begleiter starben durch die Strapazen. In Jerusalem wartete Liberatus dann auf eine neue Gelegenheit zur Mission in Äthiopien, 1711 folgte er der Anweisung aus Rom und traf 1712 in Begleitung von Michael Pius Fasoli und Samuel Marzorato in Gonder, der damaligen Hauptstadt Äthiopiens ein. Liberatus litt unter dem ständigen Misstrauen der Kopten, gewann aber das Vertrauen des äthiopischen Königs. Zwar durfte er nicht predigen, aber er konnte lehren und sogar ein kleines Hospital aufbauen. 1715 schlug er der äthiopischen Kirche die Wiedervereinigung mit der katholischen Kirche in Rom vor. Doch es kam im Volk zur Revolte gegen ein solches Vorhaben, Liberatus und seine Begleiter mussten flüchten, der König als ihr Förderer sogar abdanken. Der neue König stellte die drei Franziskaner vor Gericht, sie wurden zum Tod durch Steinigung verurteilt. Liberatus Weiß, Michael Pius Fasoli und Samuel Marzorato fanden am 3. März 1716 unter dem Steinhagel einer aufgebrachten Volksmenge den Martertod. Johannes Paul II. hat sie am 20. November 1988 selig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)

Glasfenster in der Grazer Franziskanerkirche


Heute gedenkt die Kirche auch des sel. Kapuziners Innozenz von Berzo.


Franziskanerkirche Graz

Dienstag, 19. Mai 2020

Bernhardin von Siena


Bernhardin von Siena, Franziskanerprediger. Bernhardin wurde am 8. September 1380 zu Massa-Carrara geboren. Er wurde mit 22 Jahren Franziskaner. Nach der Priesterweihe wirkte er äußerst erfolgreich als Volksprediger. Seit 1417 wanderte er verkündigend durch ganz Italien. In Perugia hielt er 1425 eine berühmte Predigt, dort wird er noch heute besonders verehrt. Bernhardin bemühte sich durch seine Predigten, in den zahllosen italienischen Städtekriegen Frieden zu stiften. Sein Orden ernannte ihn 1438 zum Generalvikar, doch legte er diese Würde schon nach 4 Jahren nieder; auch drei ihm angebotene Bistümer lehnte er ab.
Bernhardin förderte die Verehrung der Muttergottes, des hl. Josef und des Namens Jesu. Die Buchstaben IHS, ursprünglich die ersten drei Buchstaben des griechischen Wortes IESOUS, deutete er als „Jesus Hominum Salvator“, „Jesus, Retter der Menschen“. Hundert Jahre später wählte Ignatius von Loyola dieses Zeichen zum Wappen des Jesuitenordens.
Bernhardin wirkte auf dem Konzil von Florenz 1439 für die Union mit den Griechen. Er starb am 20. Mai 1444 zu Aquila und liegt dort in der Kirche San Bernardino begraben. Dargestellt wird Bernhardin von Siena im Franziskanerhabit: mit Sonne, in der das Christusmonogram IHS steht.

Verherrlichung des hl. Bernhardin von Siena, S. Maria in Aracoeli, Rom




Sonntag, 17. Mai 2020

Paschalis Baylon, Franziskanerlaienbruder




Blick auf Ostra Vetere



Paschalis/Pasquale Baylon

Paschalis Baylon, Franziskanerlaienbruder. Paschalis Baylon wurde 1540 in Aragonien als Sohn frommer Landarbeiter geboren. Er arbeitete bis zu seinem 24. Lebensjahr als Hirte und wurde dann Laienbruder bei den Franziskanern.
Dort diente Paschalis als Koch.
Er zeichnete sich durch Demut und Nächstenliebe aus, vor allem aber durch die innige Verehrung der Eucharistie. Auf einer Reise durch Frankreich verteidigte Bruder Paschalis die wahre Gegenwart Christi in der Eucharistie gegen einen kalvinistischen Prediger. Nur mit knapper Not konnte er daraufhin den aufgebrachten Hugenotten entkommen, die ihn lynchen wollten. Seine Demut und Weisheit machten ihn zu einem gefragten Ratgeber für reich und arm.
Paschalis starb am 15. Mai 1592 zu Villa Reale in Spanien, wurde 1690 kanonisiert und von Leo XIII. zum Patron der Eucharistischen Kongresse ernannt. Sein Grab in Villa Reale wurde im spanischen Bürgerkrieg entehrt und die Reliquien verbrannt, sein Kult ist in Südamerika und auf den Philippinen weit verbreitet. Paschalis ist auch Patron der Köche.
(Martyrologium Sancrucense)


Reliquiar ex ossibus, Paschalis Baylon

Dank gegen Gott besteht in der inneren Haltung, mit der wir die himmlischen Gaben empfangen, wenn wir nämlich den erhabenen Gott, den Herrn aller Dinge anerkennen als den einzigen Geber alles Guten.
Sich der überwältigenden Herrlichkeit Gottes zu freuen wie auch bereit zu sein, den Geber alles Guten zu lieben und ihm zu dienen, ist die Gesinnung, die seiner Wohltaten würdig macht. Was immer dir dann an Gut und Gewinn zufallen mag, wird dir weniger bedeuten, als Gott dienen zu dürfen.
(Paschalis Baylon, Messbuch der Franziskaner)