Kurz vor seiner Priesterweihe starb Gabriel Possenti am 27. Februar 1862. Benedikt XV. sprach ihn am 13. Mai 1929 heilig.
Vor einem Jahr habe ich am heutigen Tag den Blog
Maria dich lieben mit diesem Gebet des hl. Gabriel zur Gottesmutter beendet:
Ich glaube, Maria, dass du die Mutter aller Menschen bist.
Ich glaube, dass du
unser Leben bist und nach Gott die einzige Zuflucht der Sünder.
Ich glaube,
dass du die Ruhe der Christen bist und ihre Hilfe, vor allem im Tode.
Wenn ich
dir folge, werde ich nicht vom Weg abirren;
wenn ich dich anrufe, werde ich
nicht im Stich gelassen;
wenn ich bei dir stehe, werde ich nicht fallen;
dir nachfolgend,
werde ich nicht ermüden, wenn du mir gnädig bist.
Ich glaube, dass du die Mitwirkerin bei unserer Erlösung bist,
dass alle
Gnaden, die Gott uns spendet, durch deine Hände gehen
und dass keiner in den
Himmel kommen kann,
wenn er nicht durch dich hindurchgeht, die du die Pforte
des Himmels bist.
Ich glaube, dass deine Verehrung das sicherste Zeichen des
ewigen Heiles ist.
Ich glaube, dass du erhaben bist über alle Heiligen und
Engel,
so dass Gott allein deine Größe ermessen kann.
Ich glaube, dass Gott dich im höchsten Grade mit allen Gnaden ausgestattet hat,
die nur je Geschöpfen verliehen wurden.
Ich glaube, dass deine Schönheit die
Schönheit aller Engel und Menschen übertrifft.
Ich glaube, dass du allein jenes
Gebot vollkommen erfüllt hast:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus
deinem ganzen Herzen,
so dass die seligen Seraphim des Himmels hätten
herabsteigen können,
um in deinem Herzen zu lernen, wie man Gott liebt.
 |
| Portal Basilika Maria delle Gracie e S. Maria Goretti, Nettuno, Passionistenkloster |
Radiovortrag über Gabriel Possenti von P. Gregor Lenzen CP auf Radio Horeb
"Es ist unmöglich, einen so liebenswürdigen Herrn, wie Jesus Christus,
und eine so liebevolle Herrin wie Maria zu verlassen.
Die
Zufriedenheit und Freude, die ich in diesen heiligen Mauern verkoste,
ist unbeschreiblich.
Eine Viertelstunde vor dem Bild der seligstens
Jungfrau, unserer Trösterin,
möchte ich nicht mit einem oder noch so vielen Jahren
weltlicher Unterhaltungen und Vergnügungen vertauschen."
(Gabriel Possenti in einem Brief an seinen Vater, in Holböck, Geführt von Maria, 489)
In dieser
Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen für meine Genesung ab und ließ sie
abhalten; aber sie erreichte nichts. Ich selbst blieb gleichgültig; die
Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch
zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel. Beinahe mit Verachtung
nahm ich es und legte es unter das Kopfkissen. Die Dame bat, ich sollte mich ihm
empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann man, den Abend zu ihm 3
V. G. E. [= Vater unser, Gegrüßet seist du Maria und Ehre sei dem Vater] zu beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da überkam mich eine heftige
Versuchung, und ich sprach zu mir, daß ich es satt habe und daß das Im Bett
Liegen mir zum Überdruß geworden sei. Der Teufel bediente sich dieser Gedanken
und begann mich zu versuchen; er sagte, daß er mich heilen würde, wenn ich ihm
Gehör schenken wolle, und daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde.
Lieber Vater, ich war fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und hielt
mich für besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E.
G. [== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der
Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus heftigen Angriffe fort:
tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch den Kopf. Von neuem wandte ich
mich an E. G., und mit seiner Hilfe siegte ich; ich fand mich wieder, machte
das heilige Kreuzzeichen, und in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs
neue mit meinem Gott, den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß
ich am gleichen Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann.
Ich las es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und
seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele, aber der
Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer, der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel],
meine Seele gerettet hatte, begann ich eine besondere Verehrung für ihn zu
haben: abends konnte ich nicht einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem
Kopfkissen hatte, und ich begann seit dieser Zeit ihn in meiner Nähe zu sehen
(ich weiß mich hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine
Gegenwart). Bei jeder Tat, bei jeder schlechten Handlung, die ich getan hatte,
kam mir M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging
kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der
Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um mir das Leben des Ehrwürdigen wieder
fortzunehmen. Als ich es unter dem Kopfkissen hervorholte und es ihr gab,
konnte ich mich der Tränen nicht enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern
hergab, versprach sie mir, daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie
diejenige gefragt haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam
sie zurück, aber ich mußte es ihr abliefern; das bereitete mir großen
Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine Opfer vergelten, und in der
Nacht erschien er mir im Traum, weiß gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn
nicht. Als er bemerkte, daß ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid
und ließ mich das Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich
wieder. Ich verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint
hätte, als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich
antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war, so
angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich
antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: "Sei brav,
damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid küssen und
die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten
Besuch: aber er kam erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener
Zeit kamen Barbantinen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden;
unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester] eingekleidet war;
man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie noch jung war. Am Vorabend
des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese Schwestern, und da hatte ich eine
Eingebung: Wenn ich morgen - dachte ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr
verspräche, daß ich Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden
ließe, wie wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der Schwester Leonilda mit und
diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre, würde sie mich zusammen mit jener
Novizin, von der ich gesprochen habe, einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß
ich am Morgen nach der Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam
Monsignore, um meine Beichte zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. Überdies gab er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der
Jungfräulichkeit, das ich nie durchgesetzt hatte. Jetzt legten wir es am
gleichen Abend gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für
das erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht entsprochen
habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer vollkommenen Seelenruhe. Es kam die
Nacht, ich schlief ein. Plötzlich sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer
stehen, er sagte: "Gemma, lege nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu
werden, aber füge nichts hinzu." "Warum?" fragte ich. Und er
antwortete, indem er mir liebevoll die Stirne berührte: "Meine
Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und lächelte. Ich begriff nichts
davon; zum Dank küßte ich ihm das Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz,
das die Passionisten auf der Brust tragen, ließ es mich küssen und legte es
mir über die Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine
Schwester!" Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken; ich empfing frühzeitig die
Kommunion und legte dabei das Versprechen ab, aber ohne etwas hinzuzufügen.
Davon sprach ich weder mit den Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber
erinnerten mich die Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten,
ich hätte versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß
die Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies alles
gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen.
 |
| Bild des hl. Gabriel Possenti im Haus der Familie Giannini, die Gemma Galgani im Jahre 1899 zu sich genommen hatte. |
In
dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines
Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch
zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er
Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich
sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann
man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu
beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da
überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich
es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei.
Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen;
er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und
daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war
fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für
besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G.
[== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der
Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus
heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch
den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe
siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und
in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott,
den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen
Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las
es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und
seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele,
aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer,
der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann
ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht
einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und
ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich
hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei
jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir
M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging
kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der
Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um
mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem
Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht
enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir,
daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt
haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie
zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen
Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine
Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß
gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß
ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das
Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich
verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte,
als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich
antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war,
so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich
antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei
brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid
küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu
arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam
erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor
dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen
Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden;
unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester]
eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie
noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese
Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte
Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich
Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie
wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der
Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre,
würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe,
einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der
Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um
meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab
er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das
ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend
gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das
erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht
entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer
vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich
sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege
nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu."
"Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die
Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und
lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das
Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf
der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die
Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!"
Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken;
ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen
ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den
Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die
Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte
versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die
Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies
alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at:
http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
In
dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines
Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch
zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er
Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich
sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann
man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu
beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da
überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich
es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei.
Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen;
er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und
daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war
fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für
besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G.
[== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der
Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus
heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch
den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe
siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und
in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott,
den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen
Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las
es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und
seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele,
aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer,
der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann
ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht
einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und
ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich
hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei
jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir
M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging
kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der
Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um
mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem
Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht
enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir,
daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt
haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie
zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen
Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine
Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß
gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß
ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das
Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich
verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte,
als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich
antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war,
so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich
antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei
brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid
küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu
arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam
erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor
dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen
Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden;
unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester]
eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie
noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese
Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte
Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich
Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie
wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der
Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre,
würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe,
einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der
Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um
meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab
er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das
ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend
gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das
erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht
entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer
vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich
sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege
nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu."
"Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die
Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und
lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das
Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf
der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die
Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!"
Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken;
ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen
ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den
Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die
Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte
versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die
Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies
alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at:
http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf
In
dieser Zeit hielt die Familie Triduen und Novenen fürmeine Genesung ab
und ließ sie abhalten; aber sie "reichte nichts. Ich selbst blieb
gleichgültig; die Worte Jesus hatten mich gestärkt, aber nicht bekehrt.
Eines
Tages brachte mir eine Dame, die mich gewöhnlich besuchen kam, ein Buch
zum Lesen (das Leben des E. [=Ehrwürdigen] Gabriel-(48). Beinahe mit er
Ächtung nahm ich es und legte es unter das Kopfssen. Die Dame bat, ich
sollte mich Ihm empfehlen, aber ich dachte nicht daran. Im Hause begann
man, den Abend zu ihm 3 V. G. E. [= Vater unser, Gegrü Bet, Ehre] zu
beten.
Eines Tages war ich allein, es war Mittag vorbei: da
überkam mich eine heftige Versuchung, und ich sprach eh zu mir, daß ich
es satt habe und daß das Im Bett Liegen mir zum Überdruß geworden sei.
Der -Teufel bediente sich dieser Gedanken und begann mich zu versuchen;
er sagte, daß er mich heilen würde, wenn 1 ihm Gehör schenken wolle, und
daß er alles tun wolle, was ich wünschen würde. Lieber Vater, ich war
fast nahe daran nachzugeben; ich wurde unruhig und heilt mich für
besiegt. Da auf einmal kam mir ein Gedanke: ich lief im Geiste zum E. G.
[== Ehrwürdigen Gabriel] und sagte laut: "Zuerst die Seele, dann der
Körper!"
Nichtsdestoweniger setzte der Teufel seine überaus
heftigen Angriffe fort: tausend schlechte Gedanken blitzten mir durch
den Kopf. Von neuem wandte ich mich an E. G., und mit seiner Hilfe
siegte ich; ich fand mich wieder, machte das heilige Kreuzzeichen, und
in einer Viertelstunde vereinigte ich mich aufs neue mit meinem Gott,
den ich so sehr beleidigt hatte. Ich erinnere mich, daß ich am gleichen
Abend das Leben des M. [= Mitbruders] Gabriel zu lesen begann. Ich las
es mehrere Male: ich wurde nicht müde, es immer wieder zu lesen und
seine Tugenden und Beispiele zu bewundern. Der Vorsätze waren viele,
aber der Taten keine.
Von dem Tage an, da mein neuer Beschützer,
der E. G. [= Ehrwürdiger Gabriel], meine Seele gerettet hatte, begann
ich eine besondere Verehrung für ihn zu haben: abends konnte ich nicht
einschlafen, wenn ich nicht sein Bild unter dem Kopfkissen hatte, und
ich begann seit dieser Zeit ihn In meiner Nähe zu sehen (ich weiß mich
hier nicht auszudrücken, lieber Vater: ich fühlte seine Gegenwart). Bei
jeder Tat, bei Jeder schlechten Handlung, die ich getan hätte, kam mir
M. [ = Mitbruder] Gabriel in den Sinn und ich enthielt mich. Es verging
kein Tag, an dem ich nicht mit den Worten "Zuerst die Seele, dann der
Körper" zu ihm betete.
Eines Tages kam dann die erwähnte Dame, um
mir das Leben des Ehrwürdigen wieder fortzunehmen. Als ich es unter dem
Kopfkissen hervorholte und es ihr gab, konnte ich mich der Tränen nicht
enthalten. Da sie sah, daß ich es nur ungern hergab, versprach sie mir,
daß sie wiederkommen wolle, es zu holen, wenn sie diejenige gefragt
haben würde, die es ihr geliehen habe. Nach einigen Tagen kam sie
zurück, aber ich mußte es ihr einend abliefern; das bereitete mir großen
Schmerz.
Doch jener Heilige Gottes wollte mir rasch das eine
Opfer vergelten, und in der Nacht erschien er mir im Traum, weiß
gekleidet; lieber Vater, ich erkannte ihn nicht. Als er bemerkte, daß
ich ihn nicht kannte, öffnete er das weiße Kleid und ließ mich das
Passionisten-Ordenskleid sehen; da erkannte ich ihn gleich wieder. Ich
verharrte im Schweigen vor ihm. Er fragte mich, warum ich geweint hätte,
als man mir seine Lebensbeschreibung nahm: ich weiß nicht, was ich
antwortete; aber er sagte mir: "Schau, wie angenehm mir dein Opfer war,
so angenehm, daß ich selbst kam, dich zu sehen. Hast du mich gern?" Ich
antwortete nicht. Er liebkoste mich mehrere Male und wiederholte: Sei
brav, damit ich wieder komme, dich zu sehen." Er ließ mich sein Kleid
küssen und die Krone und ging dann.
Die Phantasie begann nun zu
arbeiten. Ich wartete mit Freude auf den nächsten Besuch: aber er kam
erst nach soundso vielen Monaten.
Was dann geschah! Es war vor
dem Fest der Unbefleckten. Empfängnis; in jener Zeit kamen
Barbantininen, Karitasschwestern, um mich zu pflegen und zu kleiden;
unter ihnen kam auch oft eine, die noch nicht [als Schwester]
eingekleidet war; man kleidete sie erst nach zwei Jahren ein, weil sie
noch jung war. Am Vorabend des Festes kamen, wie gewöhnlich, diese
Schwestern, und da hatte ich eine Eingebung: Wenn ich morgen - dachte
Ich mir - am Feste meiner Himmelsmutter ihr verspräche, daß ich
Karitasschwester werden würde, wenn sie mich gesund werden liebe, wie
wäre das? ..
Dieser Gedanke tröstete mich; ich teilte ihn der
Schwester Leonilda mit und diese versprach mir: wenn ich geheilt wäre,
würde sie mich zusammen mit Jener Novizin, von der ich gesprochen habe,
einkleiden lassen. Wir einigten uns, daß ich am Morgen nach der
Kommunion Jesus mein Versprechen ablegen sollte. Es kam Monsignore, um
meine Beicht zu hören; ich erhielt sofort seine Erlaubnis. überdies gab
er mir noch eine andere Tröstung: das Gelübde der Jungfräulichkeit, das
ich nie durchgesetzt hatte; Jetzt legten wir es am gleichen Abend
gemeinsam und auf ewig ab. Er erneuerte es und ich machte es für das
erste und letzte Mal. Welch große Gnaden, denen ich nie recht
entsprochen habe!
Ich befand mich an diesem Abend in einer
vollkommenen Seelenruhe. Es kam die Nacht, ich schlief ein. Plötzlich
sah ich mir zu Füßen meinen Beschützer stehen, er sagte: "Gemma, lege
nur freiwillig das Gelübde ab, Nonne zu werden, aber füge nichts hinzu."
"Warum?" fragte ich. Und er antwortete, indem er mir liebevoll die
Stirne berührte: "Meine Schwester!" sagte er mir, schaute mich an und
lächelte. Ich begriff nichts davon; zum Dank küßte ich ihm das
Ordenskleid; er nahm das Herz, das von Holz r das die Passionisten auf
der Brust tragen 1, ließ es mich küssen und legte es mir über die
Bettdecken auf die Brust und wiederholte von neuem: "Meine Schwester!"
Dann verschwand er.
Am Morgen fand ich nichts auf den Bettdecken;
ich empfing frühzeitig die Kommunion und legte dabei das Versprechen
ab, aber ohne etwas hinzuzufügen. Davon sprach ich weder mit den
Schwestern noch mit dem Beichtvater; später aber erinnerten mich die
Schwestern sehr oft an mein Gelöbnis, weil sie glaubten, ich hätte
versprochen, Karitasschwester zu werden, und sagten mir einmal, daß die
Madonna mich von neueren krank werden lassen könne. - Jesus nahm dies
alles gnädig auf und freute sich in meinem armen Herzen. - See more at:
http://www.stgemmagalgani.com/2009/02/autobiographie-der-heiligen-gemma.html#sthash.eppqJXvm.dpuf