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Donnerstag, 24. Januar 2019

Nächstenliebe, Tod und Verherrlichung des hl. Franz von Sales (6. und letzter Teil)

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster rechts: Die Jugend von Franz von Sales





Das letzte Fenster zeigt Tod und Verherrlichung des Heiligen:

Nächstenliebe oben, Tod des Bischofs, Annecy, Heimsuchungsbasilika


a) Wappen von Annecy (Wohnort) und Lyon, dem Ort, wo Franz starb.

b) Im Bischofshaus in der Rue Saint Claire wohnt Franz von Sales von 1610 bis zu seinem Tod. Das Haus wird zum Zufluchtsort für die Notleidenden. Jeden Tag verteilt der Bischof eine Stunde lang Almosen, gelegentlich auch seine eigenen Kleider.

c) In den Abendstunden des 28. Dezember 1622 stirbt Franz von Sales 55jährig in Lyon an den Folgen eines Schlaganfalls. Anwesend sind der Generalvikar Armand, ein Kapuziner, Frere Guillaume Armand und eine Schwester der Heimsuchung.


Verherrlichung v. Franz von Sales


d) Verherrlichung des Bischofs. Franz von Sales wird von Engeln in die Herrlichkeit Gottes getragen.

Der heilige Bischof war am Ende seiner Kraft. Ja, sein Körper verfiel mehr und mehr; Franziska Simon schildert seine Krankheiten als: Hämorrhoiden, Koliken, Kreislaufstörungen, Beinleiden; erw war ein ( ) Venenkranker. Seine letzten Bemühungen um die Seelen vollendeten auch die Vorbereitung seiner eigenen Seele für den Himmel.

"Nein, nein", gestand er (), "es gibt nichts auf der Welt..., was imstande wäre, mich zu erfreuen und zu trösten. Ich denke nur noch an den Himmel und an die glorreiche Ewigkeit, die uns erwartet. Lieben wir uns ganz losgeschält und ohne Bedingung für die Ewigkeit. Ich will, daß alles, was nicht Gott ist, mir nichts bedeute. Von jedem Wunsche will ich mich trennen außer dem einen, den anbetungswürdigen und liebenswertesten Willen dieser unermeßlichen und unfaßbaren Güte zu erfüllen".
( ) Am Fest des hl. Johannes sagte er beim Aufstehen zu Franz Favre: "Ich fühle meine Sehkraft schwinden, es heißt Abschied nehmen und Gott preisen." Er beichtete bei Herrn Brun, dem Beichtvater der Heimsuchung und feierte seine heilige Messe "mit außergewöhnlicher Andacht".

Neue Besuche erschöpften ihn, der sich doch so müde fühlte. (....) Als er sich vom Stuhl erhob, wurde er plötzlich vom Schlag gerührt, an dessen Folgen er am nächsten Tag verschied. In die Hände des P. Maniglier, der zu seiner Begrüßung erschienen war, legte er sein Glaubensbekenntnis ab, bot sich als Brandopfer an und weihte sein Gedächtnis dem Vater, seinen Verstand dem Sohne, seinen Willen dem heiligen Geist, seinen Leib und seine Leiden der heiligen Menschheit Jesu Christi.

In der Nacht empfing er die heilige Krankenölung. Sein letzter Akt der Nächstenliebe galt zwei Kindern, die in Gefahr waren, vor Elend und Armut umzukommen, und denen er umgehend eine Unterstützung garantierte.
Am nächsten Morgen gegen Sechs Uhr ließ man ihr zur Ader, und gegen fünf Uhr abends legte man ihm Zugpflaster auf den Kopf; die Ärzte drückten ihm dreimal glühende Metallknöpfe auf den Nacken, so daß starker Rauch aufsteig.
Als sie ihm das Zugpflaster entfernten, rissen sie ihm zugleich die Stirnhaut mit. Man hörte ihn leise seufzen: "Jesus, Maria."
Außerdem versuchte man ihm Angst zu machen: Ob er denn keine Furcht vor dem Teufel habe? Als ob er nicht auf seinem kurzen Erdenweg  genug Siege über ihn errungen hätte! Er sagte nur: "Der es begonnen hat, wird es vollenden, vollenden, vollenden", und nach einer Atempause noch einmal "Jesus". Danach verlor der den Gebrauch der Sprache.
Gegen halb ein Uhr mittags hatte er noch den Kanoniker von La Roche, P. Pernet, gebeten, ihn oft den Psalmvers vorzubeten: "Mein Geist und mein Fleisch jubeln auf vor Freude im lebendigen Gott."
Denn, so versichert dieser Zeuge, "seine Seele war bereits so sanft und weit in die Ewigkeit entrückt, daß diese ihm Seele und Leib gleichermaßen vor Freude erzittern ließ in der Hoffnung auf deren Wiedervereinigung bei der Auferstehung am Jüngsten Tage, um den lebendigen Gott ewig zu preisen".
Franz von Sales starb demnach vor Liebe und Freude am Tag der Unschuldigen Kinder gegen acht Uhr abends.
(Etienne-Jean Lajeunie, Franz von Sales, 603f)



Bildunterschrift hinzufügen

"Delivrez von ame de la prison du corps
afin que je chante les louanges de vortre saint Nom"

Befreie meine Seele vom Gefängnis des Leibes,
damit ich Deinem heiligen Namen lobsinge.

 - diese Worte sprach der Bischof vor seinem Tod.

Heimsuchungsbasilika, Annecy


Mittwoch, 24. Januar 2018

Franz von Sales als Seelsorger in einer Diözese mit fast 600 Pfarren

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster rechts: Die Jugend von Franz von Sales
2. Fenster rechts: Franz von Sales als Priester und Missionar
3. Fenster rechts: Franz von Sales als Bischof von Genf
4. Fenster rechts: Franz von Sales als geistlicher Schriftsteller


a) Das fünfte Fenster zeigt Franz von Sales als Seelsorger seiner Diözese. Mit Hilfe eines Maultiers visitiert er von 1605 bis 1609 die 600 Pfarren seiner Diözese. Er segnet die Gläubigen und spendet das Sakrament der Firmung.

b) Bildmitte: im September 1609 durchquert der Bischof Genf, um seine Pfarren in der Grafschaft Gex zu besuchen. Erstaunt beobachten die Menschen den Bischof in der völlig protestantisch gewordenen Stadt.

c) Links unten: Franz von Sales trifft 1619 in Paris seinen Freund, den hl. Vinzenz von Paul, und setzt ihn als Oberen der Heimsuchungsschwestern im Pariser Kloster ein. Dieser Aufgabe wird der hl. Vinzenz über vierzig Jahre nachkommen.



d) Die große Bildszene: Von November 1618 bis September 1619 hält sich Franz von Sales in Paris auf, um die Heirat von Prinz Victor Amadeus von Savoyen, dem er freundschaftlich verbunden war, mit Christine von Frankreich, der Schwester Ludwigs XIII., anzubahnen.

Heinrich von Gondi (Henri de Gondi) Kardinal von Retz, Bischof von Paris, bot dem Bischof von Annecy wenigstens dreimal die Würde eines Kodadjutors an.
"Sie wissen", sagte er zum Heiligen, "wie beliebt sie bei den Parisern sind und welchen Segen Sie hier stiften könnten, so wie Sie das bereits getan haben. Es geht hier einzig um die Ehre Gottes!"
"Ich weiß mich meiner kleinen Herde verpflichtet", war die Antwort des Bischofs in der Hauptsache. "Ich glaube nicht, sie wegen eines so bedeutenden Angebots verlassen zu dürfen; stehe ich doch bereits an der Schwelle des Greisenalters und bin großer Gebrechlichkeit unterworfen. Offengestanden fühle ich mich nicht einmal stark genug, die Last meines eigenen Bistums zu tragen; um wieviel weniger könnte ich da eine Stadt übernehmen, die eine Million Seelen zählt".



Je ne crois pas devoir changer une pauvre femme pour une riche.
Ich werde nicht eine arme Gattin (Diözese) gegen eine reiche auswechseln

Am Tag nach diesem Angriff vertraute Franz seinem Freund, dem Präsidenten Favre, an: "Meine Seele bereitete mir gestern großes Vergnügen, da sie diese Vorschläge nicht nur nicht in Erwägung zog, sondern sie verachtete und davon nicht mehr Aufhebens machte, als hätte meine Todesstunde bereits geschlagen, in der einem ja die ganze Welt wie Rauch anmutet." Anton Favre riet ihm trotzdem, auf das Angebot einzugehen, weil er in der Hauptstadt mehr Gutes wirken könne. Doch da erhielt er zur Antwort: Würden Sie etwa ihre Gattin gegen eine andere eintauschen, wie reich sie auch wäre?" - "Das gewiß nicht", meinte dieser. -""Nun, warum verlangen Sie dann, daß ich die meine auswechsle"?
(Etienne-Jean Lajeunie, Franz von Sales, 563f)

Samstag, 12. August 2017

Tod und Verherrlichung der hl. Johanna Franziska von Chantal (6/6)


Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

5. Fenster: Die Mutter der Heimsuchung

Das sechste und letzte Fenster zeigt Johanna Franziska von Chantal als Heilige. Oben sind die Wappen von Moulins (Todesort) und der Herzogin von Montmorency, die beim Sterben der Heiligen am 13. September 1641 zugegen war, zu sehen.

Darunter ist das letzte Gespräch der Heiligen mit Franz von Sales in Lyon dargestellt. Am 12. Dezember 1622 spricht Mutter Chantal mit ihrem Seelenführer Franz von Sales auschließlich über die Belange ihres Ordens. Im Hintergrund sieht man die Kathedrale Lyons, St. Jean.

Vinzenz von Paul feiert eine hl. Messe für das Seelenheil von Johanna Franziska von Chantal. In einer Vision sieht er die Seelen von Johanna und Franz wie zwei Feuerbälle in einen dritten eingehen, der die Herrlichkeit Gottes versinnbildet. Diese Vision gab ihm die Gewißheit, dass diese beiden Seelen im Himmel und keiner weiteren Gebete bedürftig sind.
Rechts von den Feuerbällen die Kirche Sacre Coeur in Moulins.

Gespräch zw. Franz v. Sales und Johanna Franziska von Chantal, unten
die Vision des hl. Vinzenz v. Paul, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Das große Bild zeigt die Verherrlichung der Heiligen, Engeln umgeben sie. Johanna Franziska von Chantal wurde am 12. November 1751 seliggesprochen, die Heiligsprechung erfolgte am 16. Juli 1767.

Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Am Morgen des 12. Dezember brachte man ihr die heilige Wegzehrung. Trotz der Beklemmung in der Brust und trotz der Schwäche durch ein anhaltendes, hoches Fieber, erhob sie ihre Stimme und sagte vor dem Heiligsten Sakrament mit einer lebhaftigen und kräftigen Stimme:

Ich glaube fest, dass mein Herr Jesus Christus
im hochheiligen Sakrament des Altares gegenwärtig ist.
Ich bete Ihn darin an und anerkenne Ihn
als meinen Gott, meinen Schöpfer, meinen Retter und Erlöser,
der mich durch Sein kostbares Blut erkauft hat.
Ich gäbe von Herzen gern mein Leben für diesen Glauben,
aber ich bin dessen nicht würdig.
Ich bekenne,
dass ich mein Heil einzig von Seiner Barmherzigkeit erwarte.



Ma Mere, ne voulez-vous pas aller au devant de l`Epoux qui vient?

Qui, mon pere, je m´y en vais.

(Meine Mutter, wollen Sie dem Bräutigam nicht entgegengehen, wenn er kommt?
Ja, mein Vater, ich komme.)


Kurz vor sechs Uhr (abends, am 13. Dezember) ließ man die Gemeinschaft in das Zimmer eintreten, um die Sterbegebete noch einmal zu wiederholen. Dann segnete Mutter Chantal auf Weisung des Paters de Lingendes ihn und mit ihm die Gemeinschaft und alle Töchter des Ordens: "Meine Töchter, das ist das letzte Mal, dass ich zu euch zu sprechen habe, weil es so der Wille Gottes ist. Ich empfehle euch von ganzem Herzen, große Achtung vor euren Oberinnen zu haben und in ihnen Unseren Herrn zu sehen. Seid vollkommen einig untereinander, aber in einer wahrhaftigen Einheit der Herzen."
Sie wiederholte mehrmals die Worte "aber in der Einheit der Herzen".
"Lebt in einer großen Einfachheit und bewahrt die vollkommene Unversehrtheit der Ordensregeln; auf diese Weise werdet ihr die Segnungen der göttlichen Barmherzigkeit auf euch herabziehen, die ich anflehe, sie über alle Töchter der Heimsuchung zu verbreiten."

"Alle Schwester traten an sie heran, um ihr die Hand zu küssen. Sie sah sie mit einem wahrhaft mütterlichen Blick an und sagten allen ein Wort zu ihrer Vervollkommnung ins Ohr."
Sie gab zu erkennen, dass sie ein wenig allein sein und in Ruhe gelassen zu werden wünschte. Die Schwestern zogen sich zurück. Aber bald darauf holte man sie erneut; das Ende nahte.
Mutter Chantal nahm das Kruzifix in ihre rechte Hand, in die linke die geweihte Kerze, um so ausgestattet vor ihren Vielgeliebten zu treten.
Pater de Lingendes sagte ihr, "die großen Schmerzen, die sie litt, seien Rufe, die das Kommen des Bräutigams ankündigten; er kommte, er nahe, ob sie ihm nicht entgegengehen wolle.
"Ja, mein Vater", sagte sie deutlich, "ich komme. Jesus, Jesus, Jesus!

Mit diesen drei Worten des Lebens, mit drei liebevollen Seufzern, starb sie, um das wahre Leben mit Jesus in der Glorie zu beginnen. Sie verschied in dem Augenblick, als Pater de Lingendes die Worte sprach: "Subvenite, sancti...", am 13. Dezember 1641 zwischen sechs und sieben Uhr abends im Alter von fast siebzig Jahren."

(A. Ravier, Johanna Franziska von Chantal, ihr Sterben nach dem Bericht der Mutter Chaugy, 178 ff)

Heimsuchungsbasilika, Annecy


O glaubensstarke Frau und Vorbild der Sanftmut,
du bist den Weg der Demut gegangen.
Heilige Johanna Franziska,
bitte für uns bei Gottes Sohn.



Gott,
du hast die heilige Johanna Franziska
auf den verschiedenen Wegen ihres Lebens
zu großen Taten befähigt.
Höre auf ihre Fürsprache.
Hilf jedem von uns, seine Berufung zu erkennen
und deinen Auftrag zu erfüllen,
damit wir Zeugen deines Lichtes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Schrein der hl. Johanna Franziska von Chantal, Heimsuchungsbasilika, Annecy

Dienstag, 24. Januar 2017

Franz von Sales als geistlicher Schriftsteller

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster rechts: Die Jugend von Franz von Sales
2. Fenster rechts: Franz von Sales als Priester und Missionar
3. Fenster rechts: Franz von Sales als Bischof von Genf

a) Das vierte Fenster zeigt Franz von Sales als geistlichen Schriftsteller, er ist Patron der Journalisten und der katholischen Schriftsteller. Links oben das Wappen des Bischofs von Genf, rechts das Wappen der Heimsuchung.

b) Gemeinsam mit Senator Favre gründet Franz von Sales 1606 die `Academie Florimontane´.

c) Der Heilige verfaßt eine Anleitung für das fromme Leben, "Philothea" genannt. Das Werk verdankt sich dem Dienst seiner Seelenführung, durch den er auf viele Seelen einwirkte. Den Anstoß für das Buch gab seine Cousine Madame de Charmoisy, der er wie auch vielen anderen nicht nur einzelne Ratschläge, sondern ganze Abhandlungen über wichtige Fragen des geistlichen Lebens schrieb. Der Bischof erklärt darin, wie Christen in Beruf und Alltag heilig werden können. Rechts unten sieht man zwei Personen, die das Werk gemeinsam studieren.

"Mit meiner Anleitung wende ich mich also an den Menschen, der fromm sein will und nach der Gottesliebe strebt.
Im ersten Teil bemühe ich mich, durch Erwägungen und Übungen den einfachen Wunsch dieses Menschen in einen festen Entschluß umzuwandeln, den er nach einer Generalbeichte in eine feierliche Erklärung faßt und mit der heiligen Kommunion besiegelt. Damit gibt er sich dem Heiland hin, empfängt ihn und hat dadurch das Glück, in den Bereich seiner heiligen Liebe zu treten.
Um ihn auf diesem Weg weiterzuführen, zeige ich ihm die zwei Hauptmittel, die ihn immer mehr mit der göttlichen Majestät vereinigen: Durch die heiligen Sakramente steigt Gott in seiner Güte zu uns herab, durch das Gebet zieht er uns zu sich empor. Darauf verwende ich den zweiten Teil meines Buches.
Im dritten Teil zeige ich ihm, wie er sich in den verschiedenen Tugenden üben soll, die seinem inneren Fortschritt besonders förderlich sind. Hier halte ich mich länger nur bei einigen Ratschlägen auf, die er nicht anderswo oder von sich selbst finden könnte.
Im vierten Teil decke ich ihm einige Fallstricke seiner Feinde auf und zeige ihm, wie er ihnen entgehen und sie überwinden kann.
Im fünften Teil schließlich lade ich diesen Menschen ein, ein wenig in die Einsamkeit zu gehen. Hier soll er sich wieder auffrischen, Atem schöpfen und seine Kräfte erneuern. Dann vermag er umso kräftiger auszuholen und in der Frömmigkeit voranzukommen."
(aus dem Vorwort des hl. Franz von Sales)




d) Franz von Sales führt im Auftrag von Papst Paul V. mit einem Jesuiten und einem Dominikaner Gespräche über das Wirken der Gnade Gottes im Verhältnis zum freien Willen des Menschen (links).

e) Franz von Sales übergibt 1612 bei der Diözesansynode von Annecy seinem Klerus ein nach dem römischen Ritus erneuertes Rituale (rechts).

f) Umkränzt von Feuerflammen, Symbol der Nächstenliebe, vollendet Franz 1616 sein theologisches Hauptwerk, die "Abhandlung über die Gottesliebe - Theotimus".

"Der Mensch ist die Vollendung des Weltalls,
der Geist ist die Vollendung des menschen,
die Liebe ist die Vollendung des Geistes
und die göttliche Liebe die Vollendung der bloß naturhaften.
Daher ist die göttliche Liebe
Ziel, Vollendung und Krönung des Weltalls"
(Theotimus X,1).

Franz von Sales als geistlicher Autor, Annecy, Heimsuchungsbasilika

 g) Icy, certes, je parle pour les ames avancees en devotion.

Hier, das ist gewiß, spreche ich für die bereits frommen Seelen,
damit sie noch weiter vorankommen.

(aus dem Vorwort von Theotimus)

Montag, 12. Dezember 2016

Johanna Franziska von Chantal als Mutter der Heimsuchung

 Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

4. Fenster: Frau von Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

Das fünfte Fenster zeigt ganz oben (abgeschnitten) links das Wappen Frankreichs und rechts das der Heimsuchung Mariens.

Im oberen Bildteil ist zu sehen, wie Johanna Franziska von Chantal unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Annecy verläßt, um die Herzogin von Montmorency, die Witwe des Herzogs Henry II. von Montmorency, in Moulins einzukleiden. Die zukünftige Schwester der Heimsuchung ist die Nichte von Papst Sixtus V., die Großnichte und das Patenkind von Maria von Medici.

Die Königin von Frankreich, Anna von Österreich, bittet Johanna Franziska von Chantal nach St. Germain-en-Laye zu kommen. Sie heißt Franziska in ihrer Kutsche willkommen und sagte zu ihr: Ich wünsche, meine Mutter, Sie lange hier zu behalten, zu meinem Trost, und um Ihren Rat zu erhalten.



In der großen Szene stellt die Königin Johanna von Chantal den Thronfolger vor, den späteren Ludwig XIV., und bittet sie, ihn zu segnen. Im Hintergrund Msgr. Octave de Bellegarde, Erzbischof von Sens, und Msgr. Jean-Jacques de Neufchezes, Bischof von Chalon-sur-Saone.


Meine lieben Töchter, ich muß gehen und bin an meinem Ende angelangt.
Nicht mehr werde ich den Trost erleben, den mir eure Tugend bereitet.
Die Tugend und die Gottesliebe ausgenommen,
besteht die Vollkommenheit darin,
nichts zu verlangen und nichts abzuschlagen,
sondern sich bereitzuhalten für den Gehorsam.

(Letzte Worte Franz von Sales an die Töchter der Heimsuchung,
in: Lajeunie OP, Franz von Sales, 603)


Adieu, mes cheres Filles, jusquà l´Eternite.

Auf Wiedersehen, meine lieben Töchter, bis zur Ewigkeit.

Die letzten Worte der Mutter von Chantal zu ihrer Schwestern am 11. November 1641, als sie spürte, dass ihr irdisches Leben dem Ende entgegenging.

Freitag, 12. August 2016

Johanna Franziska Chantal als Gründerin des Ordens von der Heimsuchung Mariens

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster: Die Jugendzeit von Johanna Franziska von Chantal

2. Fenster: Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

3. Fenster: Die Witwe in geistlicher Begleitung

a) Im vierten Fenster sieht man oben links die Wappen von Frau Chantal und rechts vom Orden der Heimsuchung.

b) Der obere Teil des Fensters zeigt Frau von Chantal, die am 29. März 1610 Dijon verlässt, um in Annecy den Orden von der Heimsuchung zu gründen. Ihren Sohn Celse-Benigne hatte sie vorher ihrem Vater, President Fremyot, anvertraut. Mit zerbrochenem Herzen aber tapferer Seele antwortete sie M. Robert, dem Erzieher der Kinder, der über ihre Tränen erstaunt war: "Vergessen Sie nicht, ich bin Mutter." Sie verließ Dijon in Begleitung von Mademoiselle de Brechard und ihrer Tochter Francoise, die ihre Ausbildung im Orden abschloß. Ihre Tochter Charlotte starb im Alter von 9 Jahren, Marie-Aimee lebte nach ihrer Hochzeit mit Baron Thorens in der Nähe von Annecy.
 

"Anfang 1610 überschlugen sich dann die Ereignisse. Ende Januar erkrankte plötzlich und unerwartet das jüngste Kind Johannas, die kaum 9-jährige Charlotte, schwer. Wenige Tage später war sie tot. Wieder einmal musste Johanna Franziska damit fertig werden, dass der Tod ihr einen lieben Menschen genommen hat.
Gut ein Monat später wurde sie noch einmal mit dem Tod konfrontiert. Anfang März erreichte sie ein Brief von Franz von Sales, in der er ihr die Nachricht vom Tod seiner Mutter überbrachte. Dieser Tod am 1. März 1610 war für ihn „ein großer Schmerz“. „Ich muss Ihnen sagen,“ schrieb er, „dass ich noch die Kraft hatte, ihr den letzten Segen zu erteilen, ihr Augen und Mund zu schließen und ihr den letzten Friedenskuss im Augenblick ihres Hinscheidens zu geben. Nachher aber krampfte sich mein Herz zusammen und ich weinte um diese gute Mutter mehr, als ich je geweint habe, seit ich Priester bin.“
Trotz dieser beiden Todesbegegnungen sollte die Gründung der Heimsuchung wie geplant erfolgen. Am ersten Fastensonntag verließ die Baronin von Chantal ihr Schloss Monthelon. Es war ein Abschied nicht nur von der Familie, sondern vor allem von den Menschen der Umgebung, die ihre „edle Frau“ ins Herz geschlossen hatten. Besonders die Armen der Umgebung, die bei Johanna Franziska immer gute Aufnahme gefunden hatten, versammelten sich in großer Zahl, um sich zu verabschieden. Selbst der Schwiegervater Johannas, der ihr das Leben wahrlich nicht leicht gemacht hatte, konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

Johanna Franziska von Chantal verließ Monthelon und begab sich nach Dijon, ihrer Heimatstadt, wo sie sich von ihrem Vater, ihrem Bruder André und vor allem von ihrem Sohn Celsus-Benignus verabschieden musste. Kein anderer Abschied viel ihr schwerer, als die Trennung von ihrem Sohn. Er sollte in der Obhut des Großvaters und Onkels eine solide adelige Ausbildung am französischen Königshof erhalten. Seine Zukunft war also bestens gesichert, die Trennung von der Mutter blieb dem 14-jährigen jedoch nicht erspart. Als er begriff, dass diese Trennung endgültig ist, warf er sich der Mutter vor die Füße, um sie am Weggehen zu hindern. Johanna Franziska von Chantal musste über ihren Sohn hinwegsteigen, um in die Kutsche zu gelangen, die sie nach Annecy bringen sollte.
Am 4. April 1610, dem Palmsonntag, kam Johanna Franziska von Chantal begleitet von ihrem Schwiegersohn Bernhard von Sales in Annecy an. Franz von Sales selbst war ihnen entgegengeritten, um sie zu empfangen.
Bis Pfingsten soll Johanna Franziska im Schloss Sales bei ihrer Tochter Marie-Aimee und dem Schwiegersohn Bernhard bleiben, um der jungen Ehefrau zur Seite zu stehen und die letzen Angelegenheiten der Ordensgründung zu regeln.
Vor allem mit dem Haus, in dem die Schwestern wohnen sollten, gab es noch einige Probleme zu lösen.
(P. Herbert Winklehner, Quelle)

c) Von 1612 bis 1618 besuchten die Schwestern immer zu zweit, zwei Stunden täglich, die Kranken und Armen in Annecy. Im Oktober 1618 errichtet Franz von Sales die kleine Kongregation als Ordensgemeinschaft mit Klausur und feierlichen Gelübden. "Die besondere Aufgabe der ersten Schwester war es nicht, die Armen zu besuchen, wie der Name es anzudeuten scheint. Sie heißen Visitandinnen, Schwestern von der Heimsuchung vor allem deshalb, weil sie im Geist eines biblischen Geheimnisses leben, dem der Heimsuchung - vereint in vertrauter Frömmigkeit, in Demut und brüderlicher Liebe."

oben: Frau von Chantal verläßt Dijon, ohne dass ihr Sohn Celse Benigne sie
daran hindern kann. Unten links: Zwei Schwestern der Heimsuchung in Annecy.
Unten rechts: Zwei Schwestern bei den Kranken

d)  In der Rue de la Providence, Gallery genannt, empfängt Jacqueline Coste (keine Klausurschwester) einen Diener von Senator Antoine Favre, der Brot, Wein und Fleisch für die kleine Gemeinschaft bringen lässt. (im folgenden Bild rechts)


e) Am 6. Juni 1610, dem Dreifaltigkeitssonntag, übergibt Bischof Franz von Sales Johanna Franziska von Chantal und ihren beiden Gefährtinnen, Marie Jaqueline Favre und Jeanne-Charlotte de Brechard einen Rohentwurf der Ordensregel.

Franz von Sales übergibt die Ordenskonstitutionen den Schwestern der Heimsuchung

Suivez ce chemin, ma tres chere fille,
et faites-le suivre a toutes celles que le ciel a destinees pour suivre vos traces
(Franz von Sales zu Johanna Franziska am Gründungstag)

Am 6. Juni 1610 waren alle inneren und äußeren Hürden überwunden. Gegen 7.00 Uhr abends begaben sich die vier ersten Heimsuchungsschwestern, Johanna Franziska von Chantal, Charlotte de Bréchard, Jacqueline Favre und Jacqueline Coste zum Bischof, um seinen Segen für das Leben als Ordensschwestern zu erbitten. Franz von Sales übergab Johanna Franziska einen ersten Entwurf der Ordensregeln für die Gemeinschaft mit den Worten: „Folgen Sie diesem Weg, meine teuerste Tochter, und führen Sie auf ihn alle jene, die er erwählt hat, um in Ihre Fußstapfen zu treten.“
(P. Herbert Winklehner, ebd.)

Sonntag, 24. Januar 2016

Franz von Sales als Bischof von Genf

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster rechts: Die Jugend von Franz von Sales
2. Fenster rechts: Franz von Sales als Priester und Missionar

Im dritten Fenster ist Franz von Sales als Bischof und Fürst von Genf zu sehen.

Im linken oberen Teil des Fensters sieht man das Kreuzwunder. 1606 hatte Franz von Sales in der Dominikanerkirche von Chambery die Fastenpredigten gehalten. Am Karfreitag, den 24. März, begann ein großes Kreuz zu leuchten und warf seine Lichtstrahlen auf den Prediger.

1602 nahm er in Paris an Verhandlungen am königlichen Hof teil. Mehrmals wurde er am Louvre von Heinrich IV. empfangen. Er lehnte alle Ehrungen seitens des Königs ab, der ihn zum Verbleib in der Hauptstadt bewegen wollte. (oben rechts)

Bei seiner ersten diplomatischen Reise nach Paris im Jänner 1602 geriet das Boot auf der Saone in Seenot. Als das Boot das Ufer erreichte, gab es niemanden, der nicht glaubte, dass sie durch die Gebete von Franz v. Sales gerettet worden waren.


Als Koadjutor hatte Franz von Sales es aus Demut abgelehnt zum Bischof geweiht zu werden, solange der Bischof von Granier noch am Leben war. Erst nach dessen Tod wurde er am 8. Dezember 1602 in Thorens geweiht. Bischof  Vespasian Gribaldi setzt Franz die Mitra auf.



Während der Weihezeremonie wurden dem Heiligen Einsichten über die heiligste Dreifaltigkeit und die Jungfrau Maria geschenkt. Augenzeugen berichteten, dass "sein Gesicht zu leuchten begann als wäre er ein Fremder in dieser Welt".
"Comme etranger du monde son visage devint etincelant"

"Am Tag seiner Bischofsweihe ´sah man das Antlitz des Bischofs plötzlich ganz strahlend´. Er erlitt sogar eine leichte und flüchtige Ohnmacht. ´Seine Gesichtsfarbe veränderte sich, und er nahm eine so majestätische Würde und Haltung an, daß alle Anwesenden darüber von Bewunderung ergriffen wurden´. (...). - Was ging da in seiner Seele vor?
Der Heilige hat es der Mutter Chantal im Vertrauen gesagt: ´Es kam ihm ganz einfach vor´, berichtete sie, ´als präge die heiligste Dreifaltigkeit seiner Seele innerlich das ein, was die Bischöfe sichtbar an seiner Person vollzogen. Ebenso schien es ihm, die heiligste Mutter unseres Erlösers zu erblicken, die ihn unter ihren Schutz nahm, und an ihrer Seite die heiligen Apostel Petrus und Paulus, die ihn beschützten. Das sind, glaube ich, seine eigenen Worte gewesen.´"
"Als ich zum Bischof  geweiht wurde", gestand er selber, "nahm mich Gott mir selbst, um mich ganz für sich in Beschlag zu nehmen; dann aber schenkte er mich dem Volke, das heißt, er hat mich so umgewandelt, daß ich fürder nicht mehr mir lebte, sondern für sie..."
(Lajeunie, Franz v. Sales, 298f)

Bischofsweihe von Franz von Sales,
Heimsuchungsbasilika in Annecy

Allerseligste Jungfrau Maria,
würdige Mutter Gottes
und treue Ausspenderin aller Gnaden,
die er uns in diesem Leben verleihen will,
bei der Liebe deines teuren Sohnes,
unseres Erlösers Jesus Christus, bitte ich dich,
mir von deinem göttlichen Bräutigam,
dem heiligen Geist,
eine himmlische Erleuchtung
und einen guten Rat zu erwirken,
um zu erkennen, was ich tun
und wie ich mich verhalten muß
zur Verherrlichung Gottes
und zur Förderung meines Heils.

Heilige Jungfrau, mit deiner Hilfe hoffe ich
diese Gnade vom Himmel zu erlangen,
denn nächst Gott habe ich mein ganzes Vertrauen
auf dich gesetzt.
(Franz von Sales, Du bist der Gott meines Herzens, 135)

Samstag, 24. Januar 2015

Franz von Sales als Priester und Missionar

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales

1. Fenster: Die Jugend von Franz von Sales

Das zweite Fenster zeigt Franz von Sales als Priester und Missionar.

1594 bekam Franz von Sales den Auftrag, das Chablais (Gebiet südlich des Genfersees) zu missionieren. Als er sich Ende Februar, Anfang März 1595 in Thonon niederließ, waren die katholischen Heiligtümer noch nicht wiederhergestellt. Jeden Morgen feierte er die heilige Messe in der Kapelle von St. Etienne de Marin auf der anderen Seite des Flusses, die katholisch geblieben war. Da es keine Brücke gab, überquerte er den Fluss bäuchlings auf einer Eisplatte. (Bild ganz oben)
Jeden Morgen stiegen Franz von Sales und sein Diener Georges Rolland von der katholischen Festung Les Allinges, wo sie wohnten, hinab in die Stadt Thonon, um abends in die 6 km von Thonon entfernte katholische Festung zurückzukehren. (Bild oben)

Das Diakonat empfing er am 18. September 1593, die Priesterweihe erteilte ihm sein Bischof am 18. Dezember in der Kirche des hl. Franziskus. Nach den Weihnachtsfeiertagen fand dann seine feierliche Installation als Domprobst statt. (Bild unten)

"Der künftige ´Lehrer der Liebe´ schrieb an seinen Freund Favre, er nahe sich mit Furcht ´diesem schrecklichen Tag´, von der größten Unruhe bestürmt, die er jemals erlebt; so ´gefährlich´ komme es ihm vor, ´durch sein Wort dem Gestalt zu geben und den in seinen eigenen Händen zu halten, den selbst die Engel mit ihrem Geist nicht fassen und mit ihren Lobhymnen nicht würdig zu preisen vermögen´.
´Die schreckliche Verantwortung´ des Priesterstandes, die ihm aus gebührender Distanz gar nicht so furchterregend erschienen war, erschreckte ihn jetzt aus der Nähe. In solch heiligen Dingen sündige man so leicht, und zwar ´schwer´. Sein Schrecken ließ gleichwohl auch der ´Hoffnung und Freude´ Raum: ´im übrigen bin ich voller Freude und Jubel, daß ich so dem Herrn, der mir mit seinen Segnungen zuvorkam, durch den erhabensten Dienst eine würdige Antwort geben kann´.
(Etienne-Jean Lajeunie, Franz von Sales, 95)


Franz von Sales, Heimsuchungsbasilika, Annecy


Die große Szene im Glasfenster unten: Im Oktober 1598, nach der Abhaltung des vierzigstündigen Gebetes kam es zu Massenbekehrungen. Dem Apostel von Chablais gelang die offizielle Konversion der Region. Neben ihm sind Herzog Karl Emmanuel und der Legat von Kardinal Alexander de Medici (am 1. April 1605 wird er als Leo XI. zum Papst gewählt) zu sehen, der den Festlichkeiten vorstand.
Vor ihnen kniet ein Protestant und bittet um die Aufnahme in die katholische Kirche.




Der Text in altem Französisch:
Faictes place au milieu, ceux qui sont notres, qu´ils viennent a ma droite.
Macht Platz in unserer Mitte jenen, die zu uns gehören, damit sie zu meiner Rechten kommen.

Mit diesen Worten lud der Herzog angesehene Persönlichkeiten ein, zur katholischen Kirche zurückzukehren.



1594 übernahm Franz von Sales die Aufgabe, die calvinische Bevölkerung des Chablais wieder zum katholischen Glauben zurückzuführen. Aus dieser Zeit stammt folgendes Gebet, das von der Leidenschaft seiner Seelsorge zeugt. (Franz von Sales, Du bist der Gott meines Herzens, 27)

Meine Liebe ist meine ganze Leidenschaft.
Mir scheint in der Tat, 
daß sich mein Eifer
zu einer Leidenschaftlichkeit
für meinen Vielgeliebten gewandelt hat;
und ich muß oft die kleinen Verse wiederholen:
Ist es die Liebe oder die Leidenschaft,
die mich drängt, göttlicher Erlöser?
Ja, mein Gott, es sind alle zwei,
denn ich brenne,
wenn ich nach dir verlange.